Die Sächsische Zeitung ist eine seit April 1946 im Osten Sachsens erscheinende Tageszeitung. Die „SZ“ ist die auflagenstärkste Zeitung in ihrem Verbreitungsgebiet, dem ehemaligen Direktionsbezirk Dresden (1991–2008 identisch mit dem Regierungsbezirk Dresden). Die Sächsische Zeitung erscheint im Verlag der DDV Mediengruppe. Die verkaufte Auflage beträgt gegenwärtig ca. 129.000 Exemplare. Chefredakteurin ist seit 1. Juni 2024 Annette Binninger; ihr Vorgänger war von 2007 bis 2024 Uwe Vetterick.

Geschichte 1946 bis 1990 mini|Maschinensaal der Sächsischen Zeitung (um 1960) Am Sonnabend, den 13. April 1946, entstand die Sächsische Zeitung aus der Zusammenführung der Sächsischen Volkszeitung der KPD und der Volksstimme der SPD, in einer Auflage von 230.000 Exemplaren. Sie war zunächst das Organ der neuen SED für das gesamte Land Sachsen.Sächsische Zeitung Zeitschriftendatenbank, mit Angaben zu den ersten Jahren Die Zeitung hatte anfangs vier Seiten. Erste Chefredakteure waren der Kommunist Hans Teubner und der Sozialdemokrat Kurt Gentz.Sächsische Zeitung vom 15. Januar 2021, S. 5. Ab dem 20. Mai 1946 war die Sächsische Zeitung nur noch für den Bezirk Dresden zuständig, für Chemnitz gab es die Volksstimme, für Zwickau die Freie Presse und für Leipzig die Leipziger Volkszeitung.

Seit 1954 gab es jährlich ein Pressefest in Dresden. Die Sächsische Zeitung hatte später in Spitzenzeiten täglich eine Auflage von 570.000 Exemplaren (mit ca. einer Million Lesern). Sie war als SED-Zeitung bei der Papierzuteilung gegenüber anderen Zeitungen bevorzugt.

Am 30. April 1966 zog die Redaktion in das neugebaute Haus der Presse, das noch heute Stammsitz ist. 1987 wurde ein computergestütztes Redaktionssystem (Resy) eingeführt.

Bis 1983 wurde die Sächsische Zeitung im Hochdruck produziert. Ab 1964 wurde dafür der Handsatz durch den Zeilenmaschinensatz abgelöst. Überschriften wurden weiterhin per Hand gesetzt. 1985 verdrängte der Fotosatz den Bleisatz. Zuerst mit Trimetallplatten, später mit Platten aus Aluminium.

Untertitel Die Sächsische Zeitung erschien ununterbrochen unter demselben Namen. Geändert hat sich die Unterzeile: bis Dezember 1989: Organ der Bezirksleitung Dresden der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands Anfang 1990: Sozialistische Tageszeitung 1990 wurde dieser Zusatz wieder weggelassen. Gegenwärtig gibt es jeweils einen lokalen Zusatz, zum Beispiel Sächsische Zeitung – Dresdens meistgelesene Tageszeitung. Gegründet 1946.

1991 bis 2015 Im Jahr 1991 wurde die Sächsische Zeitung privatisiert. Dabei meldete die SPD Restitutionsansprüche für verschiedene von den Nationalsozialisten enteigneten Verlage an und erhielt dafür einen Anteil von 40 Prozent an der Sächsischen Zeitung.

Seit der Ausgabe vom 13./14. März 1998 erscheint die Zeitung komplett in Farbe.

Vor der Flut 2002 bestand das Archiv der SZ aus etwa einer Million Fotos und Negativen, 1.000 laufenden Metern Zeitungen und Textsammlungen sowie 15.000 Büchern mit Bezug zu Dresden und Sachsen. Nach der Flut konnten nur fünf Prozent der Fotos trocken geborgen werden. Etwa 100.000 Fotos und 80.000 Negative konnten gerettet werden. Die Zeitungen und Bücher wurden komplett vernichtet. Aus anderen Archiven konnten große Teile des Archivs wieder beschafft werden.

In den Jahren 2004 und 2005 erschien die Sächsische Zeitung auch als Sonntagsausgabe. Teile des Programms wurden in die Samstagsausgabe integriert.

Die Sächsische Zeitung beschloss, vor den Kommunalwahlen in Sachsen 2008 nicht über die NPD zu berichten. Dem vorausgegangen war eine Klage der NPD-Fraktion im Sächsischen Landtag gegen die SZ, da diese über die Standpunkte aller Fraktionen im Sächsischen Landtag, außer der NPD, zur geplanten Diätenerhöhung berichtete.

2016 bis 2025 Zum 1. Januar 2016 baute die Sächsische Zeitung ihre Mantelstruktur komplett um. Seitdem arbeitet die Redaktion mit einem Editor-/Reporter-Modell. Es gibt in jedem Ressort Reporter, die Geschichten recherchieren und schreiben, und Editoren, die diese Geschichten für die verschiedenen Kanäle in Print und Web aufbereiten. Im Zuge dieser Umstrukturierung wurde auch die Chefredaktion umgebaut: Olaf Kittel, bisher stellvertretender Chefredakteur, ist nunmehr Autor und Ombudsmann der SZ. Gleichzeitig rückten Politik- und Wirtschaftschefin Annette Binninger, Ines-Karen Wetzel und der bisherige Kultur-Chef Heinrich Maria Löbbers in die Chefredaktion auf. Binninger führte als „Chefin Recherche“ die Reporter, seit 2024 ist sie Chefredakteurin. Wetzel leitet als Chef-Editorin die Editoren. Löbbers agiert als Chef-Kurator und entscheidet, zu welcher Zeit die Geschichten auf welchem Kanal ausgespielt werden. Er hat die Leitung des Kultur-Ressorts abgegeben, es wurde umgebaut und in Feuilleton umbenannt. Geführt wird es nun von Löbbers bisherigem Stellvertreter Marcus Krämer. Im Rahmen der größten Umstrukturierung seit 1989 hat die Sächsische Zeitung ihre Produktpalette erweitert und ein E-Paper am Abend aufgesetzt, was ab 20 Uhr online abrufbar ist.

Im Juli 2016 entschied die Sächsische Zeitung, sich nicht mehr an die Richtlinie 12.1 des Pressekodex zu halten, und bei der Berichterstattung immer die Herkunft von Straftätern oder Verdächtigen zu nennen, weil viele Leser glaubten, dass es sich um Asylbewerber handelt, wenn keine Nationalität genannt wird.

Seit August 2019 ist der Leiter der Lokalredaktion Großraum Dresden Georg-Dietrich Nixdorf. Er war zuletzt als leitender Lesewert-Coach bei der DDV-Tochter Mehrwertmacher tätig.

Seit 2024 gibt es eine Gemeinschaftsredaktion von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung bzgl. Landespolitik, regionale Wirtschaft in Sachsen und Investigatives/Reportage.Sächsische Zeitung, 5. Mai 2026, Seite 6

Ab 2026

2026 feiert die Sächsische Zeitung ihr 80-jähriges Jubiläum mit vielen Aktionen. Zur aktuellen Chefredaktion gehören neben Chefredakteurin Annette Binninger: Maximilian Helm, Heinrich Maria Löbbers, Georg-Dietrich Nixdorf und Ulli Schönbach.

Chefredakteure 1946 Georg Hansen 1946–1947 Hans Teubner 1946–1949 Kurt Gentz 1947–1950 Johannes König Mai–August 1950 Heinz Friedrich 1950–1953 Otto Trillitzsch 1953–1961 Carl Bobach 1961–1966 Sander Drobela 1966–1977 Rudi Schimmer 1977–1989 Johannes Schulz 1989–1992 Edith Gierth 1992–1999 Wolfgang Schütze 1999–2002 Peter Christ 2002–2007 Hans Eggert 2007–2024 Uwe Vetterick seit 2024 Annette Binninger

Auflage Die Sächsische Zeitung hat in den vergangenen Jahren erheblich an Auflage eingebüßt. Die verkaufte Auflage beträgt gegenwärtig Exemplare.Die Auflagenzahl ergibt sich aus Sächsische Zeitung Gesamt Plus abzüglich der Dresdner Neuesten Nachrichten. Siehe Der Anteil der Abonnements an der verkauften Auflage liegt bei Prozent. Die Hälfte der Einnahmen werden über Abonnements und Einzelverkauf erzielt, die andere Hälfte mit Werbeanzeigen.

Zeitungsaufbau Die Sächsische Zeitung erscheint im Rheinischen Format (350 × 510 mm). Sie besteht aus vier sogenannten Büchern mit mindestens 24 Seiten, sonnabends mit dem „Magazin“. Der Mantel umfasst Nachrichten, Politik, Reportagen, Berichte aus Sachsen und Kommentare. Hinzu kommen die Lokalseiten, Wirtschaft, Feuilleton, Sport und Spezialseiten, z. B. „Wissen“.

Die Medienagentur DDV Media realisiert die Anzeigen und Werbekampagnen.

In einem Teil der Ausgabe erschien zwischen 1996 und 2012 donnerstags das kostenlose Veranstaltungsblatt „PluSZ“-Magazin. 2012 bis März 2020 erschien die Beilage „Augusto“. Den Zeitungsexemplaren wurde bis Ende 2023 die wöchentliche Fernsehzeitschrift rtv beigelegt, ab 2024 wird diese durch das wöchentliche Fernsehmagazin prisma ersetzt.

Seit 2005 erscheint in Dresden freitags das kostenlose, werbefinanzierte Blatt freitagSZ, das neben einem Immobilienteil redaktionelle Artikel der Sächsischen Zeitung der vorangegangenen Woche republiziert. Es steht in Konkurrenz mit dem ebenfalls werbefinanzierten Wochenblatt Wochenkurier Dieses stellt Ende September 2025 sein Erscheinen ein.

Druck Die Sächsische Zeitung wird in der im März 1998 eröffneten Zeitungsdruckerei in Dresden-Hellerberge im Offsetdruck als Vierfarbdruck gedruckt. Das Papier besteht zu 100 Prozent aus Recyclingpapier und wird zum großen Teil von der Papierfabrik EilenburgSächsische Zeitung, 13. April 2026, Seite 60 geliefert. Der Andruck erfolgt 21:30 Uhr, der Ausdruck, die letzten Exemplare, um 3:30 Uhr. Pro Nacht werden 1.000 aus Aluminium bestehende Druckplatten benötigt. Von Zustellpunkten stellen 2.200 Zusteller die Zeitung den Abonnenten zu.Zeitung zur SZ-Entdeckertour am 15. Juli 2012

Verlag mini|Verlagshaus „Haus der Presse“ in Dresden mini|Schriftzug vor dem Gebäude Die DDV Mediengruppe, welche die Sächsische Zeitung herausgibt, ist zu 60 Prozent im Besitz der Bertelsmann-Tochter Gruner + Jahr, 40 Prozent der Anteile gehören der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft, einem Medienbeteiligungsunternehmen der SPD. Im Januar 2024 gab der Bertelsmann-Konzern das Vorhaben bekannt, seinen Anteil an die Verlagsgesellschaft Madsack zu verkaufen.

Insgesamt arbeiten in allen Bereichen der DDV Mediengruppe ca. 500 Mitarbeiter, davon ca. 140 Redakteure. Zur DDV Mediengruppe gehört auch die Morgenpost Sachsen Verlagsgesellschaft mbH, welche die Morgenpost Sachsen mit Ausgaben in Dresden (Dresdner Morgenpost) und Chemnitz (Chemnitzer Morgenpost) verlegt. Zudem gliedert sich das frühere Dresdner Druck- und Verlagshaus seit seiner Umbenennung in DDV Mediengruppe in fünf Geschäftszweige, die durch einen fünfarmigen Stern als Logo verdeutlicht werden: Medien, Logistik, Kommunikation und Vermarktung, Freizeit und Tourismus sowie Verlagsdienstleistungen.

In der Tochterunternehmung Dresdner Magazin Verlag gibt die DDV Mediengruppe zudem mehrere teilweise kostenlose Magazine heraus. Beispiele dafür sind der jährliche Restaurantführer „Augusto“, das „Wellnessmagazin“ sowie das „Immobilienmagazin für Dresden und Umgebung“. Jährlich erscheint im Dresdner Magazin Verlag auch ein Branchenbuch für Dresden und Umgebung. Mit PostModern findet sich seit einigen Jahren zudem ein privater Briefdienst im Portfolio der DDV Mediengruppe. Die DDV Edition publiziert Bücher, die teilweise von SZ-Redakteuren geschrieben werden.

Die Sächsische Zeitung erscheint in 20 Lokalausgaben, deren Verbreitungsgebiete sich – bis auf wenige kleinere Ausnahmen wie dem Rödertal um Radeberg – an der Struktur der Landkreise orientiert, wie sie vor der Kreisgebietsreform in Sachsen Mitte der 1990er Jahre bestanden. Seit dem Erwerb des Döbelner Anzeigers erscheint dieser unter dem alten Titel als Ausgabe der Sächsischen Zeitung für die Region um Döbeln. Die Lokalausgaben sind: Bautzen, Bischofswerda, Dippoldiswalde, Döbeln, Dresden, Radebeul, Freital, Görlitz, Großenhain, Hoyerswerda, Kamenz, Löbau, Meißen, Niesky, Pirna, Riesa, Rödertal, Sebnitz, Weißwasser und Zittau. Für die Herausgabe der Lokalausgaben der Sächsischen Zeitung existieren eigene regionale Gesellschaften, die zumeist mehrere Lokalausgaben umfassen.

Sächsische.de 275px|mini|Logo Sächsische.de ist das Internetportal der Sächsischen Zeitung. Gestartet am 11. November 1996 unter sz-online.de, wird es mittlerweile monatlich etwa 16 Millionen Mal abgerufen (Stand: Februar 2016).

Die redaktionellen Inhalte speisen sich aus Agenturtexten von dpa und AP, Artikeln der Sächsischen Zeitung, die weitgehend automatisiert und damit unverändert übernommen werden, sowie aus Artikeln, die eine eigenständige Online-Redaktion beisteuert. Der Relaunch der Seite, womit der Umbau von sz-online.de auf sächsische.de einherging, erfolgte am 23. November 2018. Gleichzeitig weihte die Sächsische Zeitung ihren neuen Newsroom ein, der mit neuem Design seither im Erdgeschoss des Gebäudes in der Ostra-Allee liegt. Mit der neuen Website ist die neue Digital-Strategie verbunden, als kostenpflichtiges Online-Premium-Angebot Umsätze vor allem über journalistische Inhalte zu erzielen.