mini|hochkant=1.25|Brunn an der Schneebergbahn mit dem Schloss Brunn
Bad Fischau-Brunn ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Wiener Neustadt in Niederösterreich.
Geografie Bad Fischau-Brunn liegt im Industrieviertel in Niederösterreich etwa 50 km südlich von Wien am Rand des Wiener Beckens. Sie liegt am Westrand des Steinfeldes an der Thermenlinie. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 20,59 km². 36,22 % der Fläche sind bewaldet.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst zwei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Bad Fischau () Brunn an der Schneebergbahn () Die Gemeinde besteht aus zwei Katastralgemeinden (Fläche Stand ): Bad Fischau () Brunn an der Schneebergbahn ()
Nachbargemeinden
Geschichte Funde belegen, dass im Gemeindebereich Bad Fischau-Brunn schon im fünften vorchristlichen Jahrtausend Menschen gelebt haben. Auch in der Bronzezeit lassen sich Spuren der vorgeschichtlichen Bewohner nachweisen. Einige Jahrhunderte vor Christus drangen hier die Kelten ein. Sie hatten am Töpferboden der Malleiten eine beachtliche Ansiedlung. Die erste Ortsbezeichnung „Viscaia“ geht auf sie zurück.
Ein früh- bis mittellatènezeitliches Gräberfeld mit Körper- und Brandbestattungen wurde im Ortsteil Brunn an der Schneebergbahn ausgegraben. Die einzelnen Gräber sind teils mit Steinpackungen zugedeckt worden. Im Grab eines keltischen Kriegers wurden Bronzeblechbeschläge im Cheshire-Cat-Stil als Grabbeigaben vorgefunden.Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 269.
Vor Christi Geburt war das Gebiet Teil des keltischen Königreiches Noricum und gehörte zur Umgebung der keltischen Höhensiedlung Burg auf dem Schwarzenbacher Burgberg.
Um Christi Geburt kamen die Römer in das Gebiet. Im Römischen Reich lag das heutige Bad Fischau-Brunn in der Provinz Pannonia. Sie ließen sich hier an der wichtigen Heeres- und Handelsstraße nach Vindobona (Wien) nieder. Germanen verdrängten die Römer im 5. Jahrhundert, die Völkerwanderung setzte ein. Awaren und Slawen siedelten hier auf längere Zeit, bis Karl der Große sie im 8. Jahrhundert vertrieb und zwei Grenzmarken errichtete. Bad Fischau-Brunn gehörte zum nördlichsten Teil von Karantanien (aus der später Kärnten und die Steiermark hervorgingen) und wurde von Salzburg aus kirchlich betreut. 865 wurde zu „Fiscere“ eine Taufkirche und ein Weghospiz errichtet.
mini|Fischau und Brunn am Steinfeld (Mitte links) um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme) Urkundliche Nachweise über Fischau und Brunn sind erst ab dem 12. Jahrhundert erhalten (1130 für Fischau), die Schlösser in Fischau und Brunn dürften aus dieser Zeit stammen. Die Münze wurde in diesem Jahrhundert von Neunkirchen nach Fischau verlegt, wodurch Fischau zum Markt wurde und einige politische Bedeutung erhielt. In den Kriegen zwischen dem österreichischen Herzog Heinrich II. und dem steirischen Herzog Ottokar IV. wurde Fischau 1175 niedergebrannt. Ende des 15. Jahrhunderts fielen die Magyaren ein, später wüteten hier die Türken. Am Beginn des 18. Jahrhunderts ließ Fürst Esterhazy das Schloss in Barockstil wiederaufbauen; ein großes Erdbeben (1768) richtete am Schloss und im Pfarrhof großen Schaden an; er wurde 1798 umgebaut und renoviert.
Der Ortsname ist in verschiedenen Schreibweisen überliefert: 805 „Fiskaha“ 1151 „Vischa“ 1277 „Uischere“
Die zusätzliche Bezeichnung „Bad“ wurde 1929 der Gemeinde zuerkannt.
Die jetzige Marktgemeinde entstand 1969 durch die Zusammenlegung der bis dahin unabhängigen Gemeinden Brunn an der Schneebergbahn und Bad Fischau.
Bevölkerungsentwicklung
Religion Nach den Daten der Volkszählung 2001 waren 75,3 % der Einwohner römisch-katholisch und 4,2 % evangelisch, 2,7 % Muslime, 0,9 % gehörten orthodoxen Kirchen an. 15,0 % der Bevölkerung hatten kein religiöses Bekenntnis.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Fischauer Thermalbad: 1363 erste Erwähnung eines Badebetriebes. Das von 1871 bis 1873 erbaute Thermalbad steht unter Denkmalschutz (18 °C, Rheuma- und Trinkkuren) und ist bedeutsam für den Kur- und Tagesfremdenverkehr. Pfarrkirche Bad Fischau-Brunn Schloss Fischau: 12. Jahrhundert erbaut, 1728 und 1830 erneuert, 2003 renoviert und heute ein Ort kultureller Veranstaltungen Eisensteinhöhle Bad Fischau-Brunn: die Eisensteinhöhle wurde durch Zufall 1855 entdeckt, und ist heute eine Schauhöhle Höhlenmuseum Eisensteinhöhle
Wirtschaft und Infrastruktur Es gibt Landwirtschaft, Fremdenverkehr, Gastronomie, Baumärkte und Mittelbetriebe.
Öffentliche Einrichtungen In der Gemeinde befindet sich eine Volksschule.
Verkehr Beim Bahnhof Bad Fischau-Brunn zweigt von der Schneebergbahn eine Flügelbahn nach Wöllersdorf ab.
Politik mini|Gemeindeamt in Bad Fischau
Gemeinderat Der Gemeinderat hat 23 Mitglieder. Nach den Gemeinderatswahlen in Niederösterreich hatte/hat der Gemeinderat folgende Verteilungen: 1990: 12 SPÖ, 6 ÖVP, 2 Bürgerliste Bad Fischau-Brunn, und 1 FPÖ. 1995: 11 ÖVP, 8 SPÖ, 2 Bürgerliste Bad Fischau-Brunn. 2000: 12 ÖVP, 6 SPÖ, 2 Bürgerliste Bad Fischau-Brunn, 1 FPÖ. Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2005: 12 ÖVP, 7 SPÖ, 2 Bürgerliste Bad Fischau-Brunn. Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2010: 13 ÖVP, 5 SPÖ, 2 Bürgerliste Bad Fischau-Brunn, 1 FPÖ. Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2015: 12 ÖVP, 6 SPÖ, 2 Bürgerliste Bad Fischau-Brunn, 1 FPÖ. Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2020: 12 ÖVP, 3 SPÖ, 4 Zukunftsunion Bad Fischau-Brunn, 2 Grüne. Gemeinderatswahlen in Niederösterreich 2025: 11 ÖVP, 4 Zukunftsunion Bad Fischau-Brunn, 4 SPÖ, 2 FPÖ, 2 Grüne.
Bürgermeister
Bad FischauBad Fischau-Brunn. Abgerufen am 22. April 2019. 1945–1950 Ambros Perger 1950–1967 Franz Pichler 1967–1969 Johann Schröck
Brunn a. d. Schneebergbahn 1945–1951 Karl Steurer 1951–1960 Anton Neusiedler 1960–1969 Bernhard Holzer
Bad Fischau-Brunn 1969–1977 Johann Schröck 1978–1994 Herbert Moser 1994–1998 Thomas Gruber 1998–2008 Michael Schäffler (ÖVP) 2008–2023 Reinhard Knobloch (ÖVP) seit 2023 Stefan Zimper (ÖVP)
Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Alois Windisch (1892–1958), österreichischer Offizier und Generalmajor der Wehrmacht im Ersten und im Zweiten Weltkrieg
Literatur Rudolf Marwan-Schlosser: Kasernen, Soldaten, Ereignisse: Kasernen und militärische Einrichtungen in Wiener Neustadt, Bad Fischau, Wöllersdorf, Katzelsdorf, Felixdorf-Grossmittel-Blumau. Weilburg, Wiener Neustadt 1983, ISBN 3-900100-09-8.
Weblinks
Homepage der Marktgemeinde Bad Fischau-Brunn Seite Schloss Fischau
Einzelnachweise
Fischau Kategorie:Thermalbad in Österreich Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Niederösterreich Kategorie:Archäologischer Fundplatz in Europa Kategorie:Gemeindegründung 1969