mini|Daniel Brühl (2020) Daniel César Martín Brühl González (* 16. Juni 1978 in Barcelona) ist ein deutsch-spanischer Schauspieler, Filmregisseur, Synchronsprecher und Hörbuchsprecher.
Leben Daniel Brühl ist der Sohn des deutschen Fernsehregisseurs Hanno Brühl und der spanischen Lehrerin Marisa González Domingo; er spricht Deutsch, Katalanisch, Spanisch, Englisch, Französisch, news.de, 30. Oktober 2017 und Italienisch.
Brühl wuchs in Köln auf, wo er das Dreikönigsgymnasium besuchte. Mit acht Jahren gewann er einen Vorlesewettbewerb und kam daraufhin zum Hörfunk des WDR. Auf Hörspiel- und Synchronsprecherrollen folgten erste Fernseharbeiten. 1994 machte er in dem Fernsehfilm Svens Geheimnis auf sich aufmerksam. Außerdem spielte er für kurze Zeit in der Daily Soap Verbotene Liebe der ARD die Rolle des Straßenkindes Benji. In einer Musikgruppe seiner Schule war er Sänger. Im Film Schlaraffenland (1999) war er zum ersten Mal auf der Kinoleinwand zu sehen. Brühl verweigerte den Wehrdienst und wurde Zivildienstleistender,„Ich hatte das Gefühl, etwas mit Sinn zu machen“. in: The European vom 29. Juli 2010 nachdem sein Versuch, ausgemustert zu werden, gescheitert war.
International bekannt wurde Brühl durch die Hauptrolle des Alexander Kerner im Kinofilm Good Bye, Lenin! (2003), für die er vielfach ausgezeichnet wurde. Den Film sahen sechs Millionen Zuschauer weltweit im Kino. Der Film Salvador – Kampf um die Freiheit (Spanien, 2006), für den Brühl die Titelrolle erhielt, war einer der größten Publikumserfolge des spanischen Filmjahres 2007. 2008 fanden unter anderem in Leipzig die Dreharbeiten für den Film Lila, Lila (nach dem gleichnamigen Roman von Martin Suter) statt. Im selben Jahr spielte er in Krabat den Altgesellen Tonda, einen guten Freund von Krabat. In Quentin Tarantinos Oscar-nominiertem Film Inglourious Basterds spielte er den deutschen Kriegshelden Fredrick Zoller. Seine Hauptrolle in dem spanischen Science-Fiction-Drama Eva brachte ihm 2012 in Spanien mehrere Nominierungen für Filmpreise ein. 2013 übernahm er in dem Formel-1-Motorsport-Drama Rush – Alles für den Sieg die Rolle des jungen Niki Lauda, für die er eine Nominierung in der Kategorie Bester Nebendarsteller bei den Golden Globe Awards 2014 erhielt.
Seit 2015 ist Brühl Partner der Produktionsfirma Amusement Park Film, bei der er an der Entwicklung und Produktion von Film- und Fernsehprojekten beteiligt ist.
2016 war er in The First Avenger: Civil War in der Rolle des Helmut Zemo, dem Widersacher des Titelhelden, zu sehen. Auch in der Disney+-Serie The Falcon and the Winter Soldier verkörpert er Zemo. Von 2018 bis 2020 war er in der Netflix-Serie The Alienist in der Hauptrolle zu sehen.
2021 erhielt er für sein Regiedebüt Nebenan eine Einladung in den Wettbewerb der 71. Internationalen Filmfestspiele Berlin.. In: berlinale.de, 11. Februar 2021 (abgerufen am 11. Februar 2021).
Er spielte Matthias Erzberger in dem bei den British Academy Film Awards 2023 mehrfach ausgezeichneten Film Im Westen nichts Neues (2022).
Über seine Leistung in der Mini-Serie Becoming Karl Lagerfeld (2024) schrieb der Filmjournalist Dieter Oßwald: „Mit charismatischem Charme beweist der 45-jährige Schauspieler einmal mehr, dass er zu den besten Darstellern seiner Generation gehört. Brühl gibt dem tragischen Schneiderlein eine Grandezza, die Lagerfeld sicher gefallen hätte.“
Brühl war 2003 eines der Gründungsmitglieder der Deutschen Filmakademie. 2017 wurde er in die Academy of Motion Picture Arts and Sciences aufgenommen, die jährlich die Oscars vergibt. 2018 wurde ihm der Europäische Kulturpreis Taurus verliehen.
In Ron Howards Survival-Thriller Eden spielte Brühl an der Seite von Jude Law, Sydney Sweeney, Vanessa Kirby und Ana de Armas. Der Film lief 2024 beim Toronto International Film Festival und kam am 3. April 2025 in Deutschland ins Kino.
Privates Brühl hat einen Bruder und eine Schwester. Er und die Schauspielerin Jessica Schwarz lernten sich 2001 bei den Dreharbeiten von Nichts bereuen kennen, verlobten sich und waren bis 2006 miteinander liiert.
Brühl ist mit der Psychologin Felicitas Rombold verheiratet, mit der er seit 2016 einen Sohn hat, in: Heute.at vom 15. Dezember 2016DANIEL BRÜHL VERPLAPPERT: Heimliche Hochzeit mit seiner Felicitas. gala.de vom 22. Februar 2018. und lebt nach langer Zeit in Berlin nun in Spanien.Daniel Brühl ist ausgewandert Bericht des Internetportals des Fernsehsenders n-tv vom 27. Juli 2022, abgerufen am 28. Juli 2022 Im August 2020 wurden beide erneut Eltern eines Jungen. 2025 wurde die Geburt des dritten Kindes bekannt.
Die Schauspieler Katharina Schüttler und Denis Moschitto sind seine Jugendfreunde.
Soziales Engagement Seit 2014 unterstützt Daniel Brühl als Botschafter die Hear the World Foundation, die sich für Chancengleichheit und erhöhte Lebensqualität von Menschen mit Hörverlust einsetzt. In seiner Rolle als Botschafter war er 2015 im Hear the World-Kalender porträtiert; der Kalender wird jährlich zu Gunsten der Stiftung verkauft.Daniel Brühl Ambassadors der Hear the World Foundation. Abgerufen am 18. Februar 2016
Gastronomie Brühl ist seit 2011 gemeinschaftlicher Betreiber der Tapas-Bar „Raval“ in Berlin-Kreuzberg; seine zweite Tapas-Bar in Berlin-Prenzlauer Berg wurde im November 2017 neun Monate nach der Eröffnung geschlossen.Daniel Brühl eröffnet zweite Tapas-Bar in Berlin, in: Tagesspiegel.de vom 10. Februar 2017Nach neun Monaten: Daniel Brühl muss seine zweite Bar schließen. In: Yahoo! Nachrichten. Abgerufen am 5. November 2017.
Filmografie mini|hochkant|Daniel Brühl und Anna Maria Mühe (2004) 1995: Svens Geheimnis (Fernsehfilm) 1995: Verbotene Liebe (Fernsehserie, 16 Folgen) 1996: Der Pakt – Wenn Kinder töten (Fernsehfilm) 1997: Blutiger Ernst (Fernsehfilm) 1997: Polizeiruf 110: Der Sohn der Kommissarin (Fernsehfilm) 1998: Tatort: Gefährliche Zeugin (Fernsehfilm) 1999: Schlaraffenland 1999: Sturmzeit (Fernsehserie) 1999: Hin und weg (Fernsehfilm) 1999: Kwom und der König der Affen (Le Château des singes, Deutsche Stimme von Kwom) 2000: Deeply 2000: Stundenhotel 2000: Eine Hand voll Gras 2000: Tatort: Die kleine Zeugin (Fernsehfilm) 2000: Ein mörderischer Plan (Fernsehfilm) 2000: Schule 2000: Honolulu 2001: Nichts bereuen 2001: Das weiße Rauschen 2002: Elefantenherz 2002: Vaya con Dios 2003: Good Bye, Lenin! 2003: Die Klasse von ’99 – Schule war gestern, Leben ist jetzt 2003: Der letzte Flug 2003: Bärenbrüder (Brother Bear, Deutsche Stimme von Kenai) 2004: Was nützt die Liebe in Gedanken 2004: Der Duft von Lavendel (Ladies in Lavender) 2004: Farland 2004: Die fetten Jahre sind vorbei 2005: Merry Christmas (Joyeux Noël) 2006: Cargo 2006: Salvador – Kampf um die Freiheit (Salvador) 2006: Cars (Deutsche Stimme von Lightning McQueen) 2006: Ein Freund von mir 2006: Bärenbrüder 2 (Brother Bear 2, Deutsche Stimme von Kenai) 2007: 2 Tage Paris (2 Days in Paris) 2007: Das Bourne Ultimatum (The Bourne Ultimatum) 2008: Das Lager – Wir gingen durch die Hölle (In Tranzit) 2008: Krabat 2008: Un poco de chocolate 2008: Las Madres de Elna 2009: John Rabe 2009: Die Gräfin (The Countess) 2009: Inglourious Basterds 2009: Lila, Lila 2009: Dinosaurier – Gegen uns seht ihr alt aus! 2010: Kóngavegur 7 2010: Die kommenden Tage 2011: Der ganz große Traum 2011: Eva 2011: Und wenn wir alle zusammenziehen? (Et si on vivait tous ensemble?) 2011: Intruders 2012: 2 Tage New York (2 Days in New York) 2012: 7 Tage in Havanna (7 días en La Habana) 2012: Casino Barcelona – Die Glückssträhne (The Pelayos) 2013: Inside Wikileaks – Die fünfte Gewalt (The Fifth Estate) 2013: Rush – Alles für den Sieg (Rush) 2014: A Most Wanted Man 2014: Die Augen des Engels (The Face of an Angel) 2015: Die Frau in Gold (Woman in Gold) 2015: Ich und Kaminski 2015: Colonia Dignidad – Es gibt kein Zurück (Colonia) 2015: Im Rausch der Sterne (Burnt) 2016: Jeder stirbt für sich allein (Alone in Berlin) 2016: The First Avenger: Civil War (Captain America: Civil War) 2016: Das Versprechen (Dokumentarfilm) 2017: Die Frau des Zoodirektors (The Zookeeper’s Wife) 2018–2020: The Alienist – Die Einkreisung (The Alienist, Fernsehserie) 2018: The Cloverfield Paradox 2018: 7 Tage in Entebbe (7 Days in Entebbe) 2019: My Zoe 2021: The Falcon and the Winter Soldier (Fernsehserie, 5 Folgen) 2021: Nebenan (auch Regie) 2021: The King’s Man: The Beginning (The King’s Man) 2022: Im Westen nichts Neues 2023: La Contadora de Películas 2024: 2 Win 2024: Becoming Karl Lagerfeld (Miniserie) 2024: Eden 2024: The Franchise (Fernsehserie) 2024: Race for Glory: Audi vs. Lancia 2025: Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße 2026: The Gallerist
Hörbücher und Hörspiele 1989: Tabu von Claudia Guderian, Regie: Manfred Brückner, WDR, 31 Min. 2000: Der grüne Leguan von Carlo Lucarelli, 2000/46’37 2007: Der Lügner von Stephen Fry, Random House Audio, gekürzt, 4 CDs, 260 Min., ISBN 978-3-86604-760-0. 2009: Lila, Lila von Martin Suter, Diogenes Verlag Zürich, gekürzt, 5 CDs, 355 Min., ISBN 978-3-257-80285-6. 2009: Die Einsamkeit der Primzahlen (La solitudine dei numeri primi) von Paolo Giordano, Random House Audio, gekürzt, 307 Min., ISBN 978-3-8371-0878-1. 2014: Philip Stegers: Die Siedlung – Regie: Benjamin Quabeck (Kriminalhörspiel – WDR)
Veröffentlichungen mit Javier Cáceres: Ein Tag in Barcelona. Ullstein Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-550-08832-2. mit Atilano Gonzales: ¡Tapas! Die spanische Küche der Bar Raval. Heel Verlag, Königswinter 2014, ISBN 978-3-86852-950-0.
Auszeichnungen 2001: Bayerischer Filmpreis – Bester Nachwuchsdarsteller in Nichts bereuen, Vaya con Dios, Das weisse Rauschen 2002: New Faces Award – Bester Nachwuchsdarsteller in Nichts bereuen, Vaya con Dios, Das weisse Rauschen 2002: Deutscher Filmpreis – Bester Hauptdarsteller in Nichts bereuen, Vaya con Dios, Das weisse Rauschen 2002: Preis der deutschen Filmkritik in Vaya con Dios und Das weisse Rauschen 2003: Deutscher Filmpreis – Bester Hauptdarsteller in Good Bye, Lenin!, Elefantenherz 2003: Berlinale – Deutscher Shooting Star des europäischen Films 2003: Bambi – Film National 2004: Jupiter – Bester Hauptdarsteller in Good Bye, Lenin! 2003: Europäischer Filmpreis – Bester Darsteller und Publikumspreis für den besten Darsteller in Good Bye, Lenin! 2004: Europäischer Filmpreis – Publikumspreis für den besten Darsteller in Was nützt die Liebe in Gedanken 2005: Adenauer-de-Gaulle-Preis – zusammen mit Audrey Tautou 2007: Nominierung Goya – Bester Hauptdarsteller in Salvador – Kampf um die Freiheit 2012: Pyongyang International Film Festival – Bester Schauspieler in Der ganz große Traum 2014: Nominierung Golden Globe Award – Bester Nebendarsteller in Rush – Alles für den Sieg 2014: Nominierung Critics’ Choice Movie Award – Bester Nebendarsteller in Rush – Alles für den Sieg 2014: Nominierung Screen Actors Guild Award – Bester Nebendarsteller in Rush – Alles für den Sieg 2014: Nominierung British Academy Film Award – Bester Nebendarsteller in Rush – Alles für den Sieg 2014: Stern auf dem Boulevard der Stars in Berlin 2015: GQ Männer des Jahres – Film national 2018: Europäischer Kulturpreis Taurus 2019: Nominierung Golden Globe Award – Bester Hauptdarsteller – Mini-Serie oder TV-Film in The Alienist – Die Einkreisung 2025: Berliner Bär (B.Z.-Kulturpreis)
Weblinks
danielbruehl.com
Daniel Brühl bei Moviepilot Daniel Brühl bei der Agentur Players
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Träger des Deutschen Filmpreises Kategorie:Träger des Europäischen Filmpreises Kategorie:Mitglied der Deutschen Filmakademie Kategorie:Darstellender Künstler (Berlin) Kategorie:Unternehmer (Berlin) Kategorie:Schriftsteller (Barcelona) Kategorie:Sachbuchautor (Essen und Trinken) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (21. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1978 Kategorie:Mann