mini|Apotheke am Marktplatz mini|Jugendstilbebauung (Sophienstr. 13) mini|Rathaus mini|Schloss Benrath von Norden mit Schlossweiher
Benrath ist einer der südlichen Stadtteile Düsseldorfs und liegt am Rhein und an der Itter (Bachlauf aus dem Bergischen Land; entspringt bei Gräfrath). Benrath gehört zum Stadtbezirk 9 der Stadt Düsseldorf und erstreckt sich auf einer Fläche von 6,02 Quadratkilometern mit 16.751 Einwohnern (31. Dezember 2018). Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 2783 Einwohnern pro Quadratkilometer.
Lage Benrath liegt im Süden Düsseldorfs. Benachbarte Stadtteile sind im Norden Reisholz und Hassels, im Westen Holthausen und im Süden Urdenbach, Hellerhof und Garath. Im Osten grenzt Benrath an die Stadt Hilden im Kreis Mettmann.
Geschichte Entwicklung bis um 1800 Ursprünglich wurde die Gegend um das heutige Benrath noch „Rode“ („Rodung“ oder „gerodetes Gebiet“), auch „Roide“ (mit Dehnungs-i) genannt. Der Name Benrath leitet sich von Benrode ab. In einer Urkunde von 1210 wird ein Gerlacus de Rode als einer der Zeugen angegeben.Theodor Joseph Lacomblet, in: Urkundenbuch/Urkunde Nr. 30, 1846, Band 2, S. 17. Digitalisierte Ausgabe der ULB Bonn 1222 wird erstmals der Name Benrode in einer Kölner Urkunde verwendet. Ein „Everhardus de Benrode“ wird ebenfalls als Zeuge aufgeführt. Dieser wird auch in weiteren Schriftstücken von 1224, 1227 und 1241 erwähnt.In: Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; Heft 15, S. 77. In Urkunden von Ende des 14. Jahrhunderts wird häufiger statt „Benrode“ der Namen „de Royde“ oder „von Royde“ verwendet.Karl Leopold Strauven, Wilhelm Crecelius, in: Historische Nachrichten über Benrath. um 1890, S. 52. (Onlinefassung)
Neben den Edelherren de Benrode gab es im 13. Jahrhundert mindestens noch ein weiteres adeliges Geschlecht im Gebiet von Benrath, das „lehnfreien“ Besitz besaß. In einer Urkunde von 1299 bestätigen fünf Schöffen von Neuss, dass zwei Söhne des Ritters Tilmann Kase ihr geerbtes Allodialgut Kappel in „Rayde“ der Äbtissin und dem Convent zur hl. Klara in Neuss verkauft haben. Das Gut umfasste Gebäude, Scheunen, 3 Mansen Ackerland (180 Morgen), 5 Morgen Wiesen und 3 Morgen Wald. Lediglich für 12 Morgen des Ackerlandes waren ein Zehnt an den Haupthof Mickel zu zahlen.Karl Tücking, in: Urkunden und Akten aus dem Archiv der Klarissen zu Neuss, Urkunde 16 vom 7. Mai 1299. Neuss 1896, S. 9. Onlinefassung
Seit 1330 ist der zeitweilige Aufenthalt der Grafen von Berg im Bereich der ehemaligen Burg der Herren „de Benrode“ in Benrath urkundlich belegt.In: Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath. Heft 9, S. 12. Der Besitz muss zu diesem Zeitpunkt bereits von den Grafen von Berg übernommen worden sein, da das Besitzrecht an der Burg Benrath auch erwähnt wird.In: Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath. Band 16, S. 73. Die Herren von Benrode siedelten linksrheinisch erneut und nannten sich dann lt. Urkunde vom 24. März 1410 „van Scheven“. In einer weiteren Urkunde vom 4. April 1414 werden die Brüder Godart und Johan „van Benroide gnant van Scheven“ angeführt.In: Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath. Heft 15, S. 78.
1405 wurde der Burghof, entstanden aus der Burg der Herren de Benrode, der Witwe von Herzog Wilhelm II, Anna von Baiern, als Witwensitz übertragen. Dieser Burghof lag etwas östlicher als der heutigen Schlosshof, der im Bereich der Orangerie liegt. Diese dagegen ist der verbliebene Teil eines von 1651 bis 1674 gebauten neuen Wasserschlosses. Dieses wiederum wurde in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts weitgehend für ein neues Schloss Benrath abgerissen. Der alte auf die ursprüngliche erste Burg der Herren de Benrode zurückzuführende Burghof wurde 1778 abgebrochen und danach der heutige Schlosshof neu errichtet.
Noch zu Beginn des 14. Jahrhunderts war der gesamte Flurbereich des heutigen Düsseldorfer Stadtbezirkes 9 dünn besiedelt. In der näheren Umgebung von Benrath gab es diverse Rittersitze, wie Elbroich, Eller, Garath, Horst, Mickeln und Overheid sowie mehrere größere Bauernhöfe. Diese Höfe sind vermutlich ursprünglich zum Teil auch Rittergüter oder Adelshöfe gewesen. Nachfolgend einige wichtige Höfe mit Angabe der Jahreszahl für die 1. vorliegenden Urkunden: der Buscher Hof (1617), der Buchholzer Hof (1438), der Fronhof (904), der Hellerhof (1447), der Kappeler Hof (1299), der Niederheider Hof (15. Jahrhundert), der Növener Hof (1392), und der Pfarr- oder Wiedenhof (1610).In: Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; Heft 9, S. 13–38. Nur der Niederheider Hof, heute zu Holthausen und der Fronhof, heute zu Himmelgeist gehörig, sind noch vorhanden. An die anderen Höfe erinnern nur noch Straßennamen. Der Fronhof ist von besonderem Interesse, da er die älteste im Düsseldorfer Süden schriftlich nachweisbare Siedlungsstelle ist. Er ist aus einem Königsgut der Karolinger hervorgegangen. In einer Urkunde, datiert 2. August 904, wurde der Hof von Ludwig IV, dem Kind dem Stift in Kaiserswerth zur ständigen Präbende (Pfründe) überlassen.In: Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath. Heft 9, S. 55.
Das Dorf Benrath entstand langsam parallel zur Entwicklung der Benrodschen Burg, deren Umbau zu einer Wasserburg (1484), dem nachfolgenden Bau eines Wasserschlosses (Fertigstellung 1674) und des späteren sommerlichen Jagd- und Lustschlosses Benrath (Baubeginn 1756).In: Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; Heft 15, S. 74–76. Während die Kirche in Benrath schon 1299 schriftlich belegbar ist, werden erst 1405 in einer Urkunde von Herzog Wilhelm I. sowohl Schloss wie auch eine Ortschaft Benrath angeführt.Karl Leopold Strauven, Wilhelm Crecelius, in: Historische Nachrichten über Benrath, um 1890, S. 56. (Onlinefassung)
Der Siedlungsbereich Benrath war bis etwa Ende des 18. Jahrhunderts anderen damals bedeutenderen Gemeinden im näheren Umkreis untergeordnet. In einer Urkunde von 1555 wird für 1363 die Zugehörigkeit für das Gerichtsgebiet Amt Monheim folgendes angeführt: Das Unteramt Monheim war zuständig für: Bilk, Hamm und Himmelgeist. Zu Himmelgeist gehörten Benrath und Itter. Urdenbach wird dagegen beim Oberamt Monheim angegeben.In: Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; Heft 15, S. 16. Im 16. Jahrhundert wird Benrath in Urkunden von 1507 und 1523 dem Gerichtsbereich up der Vrdenbach oder auch bei der Vyrdenbach zugerechnet.In: Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; Heft 15, S. 18. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts gehörte Benrath wieder zum Unteramt Monheim, während Urdenbach unverändert zum Oberamt gehörte.Erich Philipp Ploennies, in: Zwei geographische Beschreibungen des Herzogtums Berg. 1715. In: Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins 1883, 19. Band, S. 83–108.
mini|hochkant|Gebiet Benrath um 1715 In einfachen Plänen, um 1715 und um 1850 gezeichnet, sind immer noch wenige Gebäude im Bereich der heutigen Börchem- und Hauptstraße dargestellt. Im Plan von 1715 ist aber bereits eine Pfarrkirche St. Cäcilia eingetragen. Von der Kirchengemeinde Benrath sind auch ältere Urkunden vorhanden. Die älteste stammt von 1299. In dieser wird bereits eine Kirche St. Cäcilia in Benrath erwähnt. Im Kaufvertrag des Kappeler Hofes durch das Klarissenstift in Neuss wurde angeführt, dass der Hof verpflichtet war, der „Pfarre in Royde“ für die Beleuchtung Wachs beizustellen.Digitalisierte Ausgabe der ULB Düsseldorf Aloys Hermanns; In: Geschichte von Benrath und Umgebung. 1889, S. 39, 47. In einem weiteren Schriftstück, datiert 28. Oktober 1609, wird einem Vizekurat der Kirche zu Benrath, Conradus vam Dham de Wanckum, eine Abfindung zugesprochen.In: Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; Heft 15, S. 79.
Eine stärkere Aufwertung der Gemeinde Benrath im Vergleich zu den Nachbarorten begann Ende des 18. Jahrhunderts mit dem Bau des heutigen Jagdschlosses und mit den Veränderungen in der Napoleonischen Zeit. Am 15. März 1806 wurde das Herzogtum Berg an den Schwager Napoleons, Joachim Murat, vergeben. Dieser wählte Schloss Benrath als seine Residenz. Mit einem Dekret vom 13. Oktober 1807 wurde das Amt Monheim durch den Kanton Richrath abgelöst. 1808 gehörten hierzu vier Munizipalitäten. Eine der vier war Benrath mit den Ortschaften: Garath, Himmelgeist, Holthausen, Itter, Urdenbach und Wersten.In: Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; Heft 15, S. 25.
Nach Ende der Franzosenzeit 1813 gehörte das Generalgouvernement Berg von November 1813 bis April 1815 zuerst provisorisch und danach entsprechend den Beschlüssen des Wiener Kongresses endgültig zu Preußen.In: Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; Band 16, S. 28. Zum 15. April 1814 wurde eine Samtgemeinde Benrath laut Verfügung gebildet. Die Gemeinden Eller und Hilden waren neben den Ortschaften von 1808 in dieser Gemeinschaft zusätzlich enthalten. Groß-Benrath entsprach, sieht man von Eller und Hilden ab, damit bereits im Umfang dem Gebiet, das bis zum Ausscheiden von Wersten 1908 nach Düsseldorf gültig war.In: Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; Heft 15, S. 28.
Groß-Benrath Seit der Bildung des Kantons Richrath durch die Franzosen war Benrath als eine der vier Munizipalitäten Hauptgemeinde im heutigen Düsseldorfer Süden geworden. Dies änderte sich nicht, als das Rheinland nach 1813 und ab 1815 offiziell zu Preußen gehörte. Dieses übernahmen die französische Verwaltungsstruktur ohne weitgehende Veränderung. Zur Bürgermeisterei Benrath gehörten die Landgemeinden Benrath, Garath, Himmelgeist-Wersten, Itter-Holthausen und Urdenbach.In: Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; Heft 15, S. 55.
Der bereits 1808 unter den Franzosen als Bürgermeister (französisch: Maire) eingesetzte Peter Urkhaus, der Pächter des Schlosshofes war, behielt dieses Amt bis 1814. Er wurde von Nicolas von Pigage abgelöst, der in der französischen Zeit bereits 1. Beigeordneter der Mairie Benrath gewesen war. Außer in Benrath war Nicolas von Pigage in Personalunion zugleich Bürgermeister der Bürgermeisterei Hilden.In: Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; Heft 4, S. 63. Als Bürgermeister in Benrath folgten 1819–1822 Hermann Leven und 1822–1842 Franz Albert Schieß.
1842 endete die Personalunion zwischen den Bürgermeistereien Benrath und Hilden. Am 23. Juli 1845 trat die Rheinische Landgemeindeordnung in Kraft, die hinsichtlich der zugehörigen Gemeinden keine Veränderungen für die Bürgermeisterei Benrath brachte. Die weiteren Bürgermeister ab 1843 waren: bis 1864 Peter Urban Leven, 1865–1893 Hermann Josten und 1894–1906 Michael Steinhauer.In: Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; Heft 15, S. 29.
Aus der ersten großen Gebietsrevision für Düsseldorf 1908/1909, bei der diverse Landgemeinden nach Düsseldorf eingemeindet wurden, ging Benrath noch gestärkt hervor. Die Zahl der Einwohner im Bereich der Bürgermeisterei Benrath mit Garath und Himmelgeist-Wersten betrug 1908 23.634 Personen und davon 10.258 im Bereich von Benrath.In: Benrath historisch, Schriftenreihe des Archivs der Heimatgemeinschaft Groß-Benrath; Heft 3, S. 9.