mini|August Diehl 2024 August Diehl (* 4. Januar 1976 in West-Berlin) ist ein deutscher Schauspieler.
Leben August Diehl stammt aus einer Künstlerfamilie. Er ist der Sohn des Schauspielers Hans Diehl; seine Mutter ist Kostümbildnerin. Sein jüngerer Bruder Jakob Diehl ist Komponist und Schauspieler. Bis zu seinem siebten Lebensjahr wuchs Diehl auf einem Bauernhof in der Auvergne in Frankreich auf.
Diehl war von 1999 bis 2016 mit der Schauspielerin Julia Malik verheiratet. Er spielte mit ihr zusammen im Mai 2008 bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen. Im Mai 2009 wurde ihr erstes Kind, eine Tochter, in Berlin geboren. Ihr zweites Kind, ein Junge, wurde 2012 geboren.
Schauspielkarriere Nach dem Abitur an einer Waldorfschule studierte Diehl an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin Schauspiel., abgerufen am 10. Oktober 2023 Diehls Vorbilder sind die Schauspieler Gert Voss, mit dem er zusammen spielte, und Robert De Niro.Sendung „Gero von Boehm begegnet: August Diehl“, ausgestrahlt am 7. April 2008, 22:25 auf 3sat
Seine erste Filmarbeit, die Hauptrolle als Computerhacker Karl Koch im Kinofilm 23 – Nichts ist so wie es scheint aus dem Jahr 1998, brachte ihm Bekanntheit und den Deutschen Filmpreis als bester Darsteller ein. Es folgten zahlreiche weitere Filmrollen sowie Theaterarbeiten an den großen deutschsprachigen Bühnen, für die er weitere Auszeichnungen erhielt. In dem Filmdrama Was nützt die Liebe in Gedanken (Kinostart: November 2004) basierend auf der Steglitzer Schülertragödie 1927 spielte er, an der Seite von Daniel Brühl, die Rolle des 19-jährigen Oberschülers Günther Scheller.
In Quentin Tarantinos Oscar-prämiertem Film Inglourious Basterds hatte Diehl 2009 eine größere Rolle als SS-Sturmbannführer Dieter Hellstrom. Im amerikanischen Actionthriller Salt, der im August 2010 in die Kinos kam, ist Diehl als Ehemann der von Angelina Jolie gespielten Hauptfigur zu sehen.
Neben seinen Hauptrollen in den deutschen Kinofilmen Die kommenden Tage (2010) und Wer wenn nicht wir trat Diehl 2011 auch im Musikvideo zu Herbert Grönemeyers Single Schiffsverkehr auf.
Seit 2009 ist Diehl in der Band „hands up-excitement!“hands-up-excitement.de als Gitarrist aktiv.
mini|August Diehl 2017 Mit Beginn der Spielzeit 2013/2014 ist August Diehl Ensemblemitglied am Burgtheater Wien.
Im Jahr 2019 verkörperte Diehl in Terrence Malicks Filmdrama Ein verborgenes Leben den österreichischen Landwirt und Kriegsdienstverweigerer Franz Jägerstätter. In der sechsteiligen TV-Serie Die Neue Zeit (Erstausstrahlung: September 2019) über die Gründerjahre des Staatlichen Bauhauses in Weimar übernahm er die Rolle des Architekten und Bauhausgründers Walter Gropius, der eine für die Serie erfundene Liebesbeziehung mit der Kunststudentin Dörte Helm (Anna Maria Mühe) führt.
August Diehl ist Mitglied der Deutschen Filmakademie. Er lebt in Berlin.
Theater mini|Peter Simonischek als Kurfürst und August Diehl als Homburg, Salzburger Festspiele 2012 1997: Nach Hause, Regie: Lore Stefanek (Maxim-Gorki-Theater, Berlin) 1998: Don Carlos, Regie: Reiner Heise (Maxim-Gorki-Theater, Berlin) 1998: Höllenangst, Regie: Lore Stefanek (Maxim-Gorki-Theater, Berlin) 1998–1999: Gesäubert von Sarah Kane, Regie: Peter Zadek, mit Ulrich Mühe, Susanne Lothar, Uwe Bohm (Hamburger Kammerspiele) 1999: Das Leben – ein Traum, Regie: Michael Gruner (Stadttheater Dortmund) 2000: Die Möwe von Tschechow, Regie: Luc Bondy, mit Gert Voss, Jutta Lampe, Johanna Wokalek (Burgtheater Wien) 2001: Roberto Zucco von Koltes, Regie: Klaus Michael Grüber (Akademietheater Wien) 2001–2003: Der Jude von Malta, Regie: Peter Zadek, mit Gert Voss, Ignaz Kirchner, Uwe Bohm (Burgtheater Wien) 2003: Ödipus auf Kolonos, Regie: Klaus Michael Grüber, mit Bruno Ganz, (Burgtheater Wien in Koproduktion mit den Wiener Festwochen) 2003–2005: Don Karlos von Schiller, Regie: Laurent Chétouane (Hamburger Schauspielhaus) 2006: Zur schönen Aussicht von Ödön von Horváth, Regie: Martin Kušej (Hamburger Schauspielhaus) 2008: Ein Mond für die Beladenen von Eugene O’Neill, Regie: Frank Hoffmann, mit Hans Diehl, Julia Malik, Marc Limpach und Marco Lorenzini (Ruhrfestspiele Recklinghausen) 2009: Major Barbara von George Bernard Shaw, Regie: Peter Zadek (Schauspielhaus Zürich) 2012: Prinz Friedrich von Homburg oder die Schlacht bei Fehrbellin von Heinrich von Kleist, Regie: Andrea Breth (Burgtheater Wien in Koproduktion mit den Salzburger Festspielen) 2013: Hamlet von William Shakespeare, Regie: Andrea Breth (Burgtheater Wien) 2014: Das Geisterhaus von Isabel Allende, Bühnenfassung von Antú Romero Nunes und Florian Hirsch unter Verwendung der Übersetzung von Anneliese Botond, Regie: Antú Romero Nunes (Akademietheater Wien) 2016: Diese Geschichte von Ihnen von John Hopkins, Regie: Andrea Breth (Akademietheater Wien) 2018: Eines langen Tages Reise in die Nacht von Eugene O’Neill, Regie: Andrea Breth (Burgtheater Wien) 2020: Drei Mal Leben von Yasmina Reza, Regie: Andrea Breth (Berliner Ensemble) 2025: Der Schneesturm von Wladimir Sorokin, Regie: Kirill Serebrennikow (Koproduktion Düsseldorfer Schauspielhaus, Salzburger Festspiele und KIRILL & FRIENDS Company) 2025: Hamlet/Fantômes nach William Shakespeare, Regie und Text: Kirill Serebrennikow (Produktion Théatre du Châtelet Paris mit KIRILL & FRIENDS Company)
Filmografie
Hörbücher 2004: Der Clan der Otori – Das Schwert in der Stille (als Takeo) 2004: Der Clan der Otori – Der Pfad im Schnee 2005: Der Clan der Otori – Der Glanz des Mondes 2008: In Plüschgewittern von Wolfgang Herrndorf 2013: Arbeit und Struktur von Wolfgang Herrndorf 2013: Im Westen nichts Neues von Erich Maria Remarque 2014: Hafenlichter von Jens Eisel 2016: Jakob der Lügner von Jurek Becker 2017: Die Terranauten von T.C. Boyle, Der Hörverlag, München
Hörspiele
2020: ENTHÜLLT (Podcast bei RTL+ Musik), Regie: Kim Frank
Auszeichnungen 1998: Einzeldarstellerpreis beim Schauspielschultreffen in München 1998: Bayerischer Filmpreis als Bester Nachwuchsschauspieler für 23 1999: Auszeichnung der Zeitschrift Theater heute als Nachwuchsschauspieler des Jahres für seine Rolle als Robin in der Theaterinszenierung Gesäubert von Peter Zadek 1999: Deutscher Filmpreis als Bester Hauptdarsteller für 23 2000: Nestroy-Nominierung als Bester Nachwuchs 2000: Deutscher Shooting Star des europäischen Films 2000: O.-E.-Hasse-Preis für 1998/1999 2001: Alfred-Kerr-Darstellerpreis des Berliner Theatertreffens für die Rolle des Kostja in Die Möwe 2001: Ulrich-Wildgruber-Preis 2004: Undine Award als Bester jugendlicher Hauptdarsteller in einem Kinospielfilm für seine Rolle als Günther in Was nützt die Liebe in Gedanken 2005: Preis der deutschen Filmkritik als Bester männlicher Hauptdarsteller 2004 für Was nützt die Liebe in Gedanken 2005: DIVA-Award als Bester Schauspieler des Jahres (Jurypreis) für Was nützt die Liebe in Gedanken 2005: Nominierung für den Deutschen Filmpreis als Bester Hauptdarsteller für Der neunte Tag 2011: Nominierung für den Deutschen Filmpreis als Bester Hauptdarsteller für Wer wenn nicht wir 2014: Emder Schauspielpreis im Rahmen des Internationalen Filmfests Emden-Norderney 2014: Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie „Bester Schauspieler“ als Hamlet am Wiener Burgtheater 2014: Preis der deutschen Schallplattenkritik für Einlesung von Wolfgang Herrndorf: Arbeit und Struktur 2019: International Actors Award beim Film Festival Cologne 2020: BZ Kulturpreis 2026: Deutscher Filmpreis für die Beste männliche Hauptrolle in Das Verschwinden des Josef Mengele
Siehe auch Burgtheaterbesetzungen von 2013 bis 2014 Burgtheaterbesetzungen ab 2014
Literatur Manfred Hobsch, Ralf Krämer, Klaus Rathje: Filmszene D. Die 250 wichtigsten jungen deutschen Stars aus Kino und TV. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-511-2, S. 95 ff.
Weblinks
(mit Fotogalerie) August Diehl bei der Agentur Die Agenten Timo Stein: „Vielleicht müssen wir bald gegen uns selber auf die Straße gehen“ – Interview mit August Diehl. In: Cicero vom 3. Oktober 2011
Einzelnachweise
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Darstellender Künstler (Berlin) Kategorie:Mitglied der Deutschen Filmakademie Kategorie:Träger des Deutschen Filmpreises Kategorie:Nestroypreisträger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1976 Kategorie:Mann