Die Bundesautobahn 26 (Abkürzung: BAB 26), kurz Autobahn 26 (Abkürzung: A 26), ist eine seit 2003 im Bau befindliche Autobahn in Norddeutschland, die seit 2023 von Stade nach Neu Wulmstorf führt und weiter bis zum Autobahnkreuz Hamburg-Hafen mit der A 7 in Bau ist. Nach ihrer Fertigstellung soll sie vierstreifig vom geplanten Kreuz Kehdingen an der A 20 zum Autobahndreieck Hamburg-Süderelbe an der A 1 führen, das die derzeitige Anschlussstelle Hamburg-Stillhorn ersetzen wird. Die Anschlussstelle wird an der A 26 neu gebaut.
Verlauf Die A 26 soll nach ihrer Fertigstellung die A 20 am Kreuz Kehdingen bei Drochtersen in Niedersachsen mit Hamburg verbinden, wo sie nacheinander erst am Autobahnkreuz Hamburg-Hafen bei Moorburg die A 7 erreicht und von dort nach der Hafenquerung am geplanten Autobahndreieck Hamburg-Süderelbe an der A 1 endet, das im Bereich der derzeitigen Anschlussstelle Hamburg-Stillhorn angesiedelt sein wird. Dabei soll die A 26 die stark befahrene und unfallträchtige Bundesstraße 73 als großräumige wie regionale Hauptstraßenverbindung entlasten sowie die A 7 als Hafenpassage mit der A 1 verbinden.
Die geplanten Abschnitte 5a und 5b vom Kreuz Kehdingen bis zur Abfahrt Stade-Ost bilden zusammen mit dem geplanten A 20-Abschnitt von Westerstede bis Drochtersen die Küstenautobahn in Niedersachsen.
Niedersachsen In Niedersachsen soll die A 26 am geplanten Kreuz Kehdingen beginnen, welches den Anschluss an die A 20 mit dem geplanten weiteren Elbtunnel darstellt. Von dort sollen die noch zu bauende Abschnitte 5a und 5b parallel zur Landesstraße 111 (L 111) Richtung Stade führen. Die Hansestadt Stade soll sie östlich des Stadtteils Altländer Viertel passieren. Die bereits fertiggestellte Anschlussstelle Buxtehude ist wegen eines Gerichtsbeschlusses dauerhaft gesperrt. Um zu vermeiden, dass der Verkehr durch den nicht angemessen ausgebauten Ortsteil Rübke fließt, wird an der Anschlussstelle Neu Wulmstorf das Abbiegen in und aus nördlicher Richtung unterbunden. Im weiteren Verlauf nach osten verlaufen die Bauabschnitte 1, 2, 3 und 4a der A 26 nördlich der B 73 in Richtung Hamburg. Kurz hinter der Anschlussstelle Neu Wulmstorf erreicht die A 26 die Landesgrenze von Niedersachsen.
Hamburg Der sich östlich anschließende Streckenabschnitt auf Hamburger Gebiet soll bis zum Jahr 2028 an die A7 angeschlossen werden.Erste Reaktionen auf Verzögerung beim A26-Bau, Stader Tageblatt, abgerufen am 4. September 2024 In Hamburg beginnt der Streckenverlauf der geplanten Bundesautobahn 26 nordöstlich des Naturschutzgebietes Moorgürtel. Der auch als „A 26-West“ bezeichnete Bauabschnitt 4b beginnt nahe Neu Wulmstorf an der Hamburger Landesgrenze und wird in Höhe von Moorburg mit der A 7 verbunden. Im weiteren Verlauf in Richtung Südosten verbindet der Bauabschnitt 6, der ehemals als „Hafenpassage“ und heute als „A 26-Ost“ bezeichnet wird, die A 7 mit der A 1. Dieser letzte Streckenabschnitt wird im Autobahndreieck HH-Süderelbe enden, befindet sich bisher aber noch im Planfeststellungsverfahren.
Geschichte Planung von der A 7 bis Stade Bereits 1961 forderte der damalige Bundesverkehrsminister Hans-Christoph Seebohm den Bau der Autobahn 26. Erstmals wurde die A 26 im Jahr 1970 im damaligen Bundesfernstraßen-Bedarfsplan ausgewiesen. Das Straßenbauamt Stade kündigte 1976 den ersten Spatenstich für 1979 an.Auto Bild (7. Dezember 2007) Darum dauert es so lange
Dieser sollte sich jedoch um fast 20 Jahre verzögern: 1990 beschloss die Bundesregierung offiziell den Bau der A 26. Den symbolischen Spatenstich machte der damalige Bundesminister Matthias Wissmann im Jahr 1998 in der Nähe von Stade.
Planungen in Hamburg Die Planung einer Südtrasse reicht bis in die 1980er Jahre zurück. Eine Ost-West-Querung des Hamburger Hafens wurde zunächst als sog. „Hafenquerspange“ geplant. Der Hamburger Senat beauftragte die städtische Realisierungsgesellschaft mit der Planung der Hafenquerspange nach der Linienvorgabe des Bundes. Die Planung sah vor, die Bundesautobahn 252 zu verlängern und im Westen an die A 7 anzuschließen. Sie sollte über die Elbinsel Hamburg-Wilhelmsburg, durch Kleiner Grasbrook und das Hafengebiet verlaufen.
Im Jahr 2005 bestand bei der Stadt Hamburg noch die Festlegung auf die Hafenquerspange, doch laut Hamburger Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation konnte diese Variante den Entwicklungen des Hamburger Hafens nicht gerecht werden. Dem erhöhten Bedarf an die Abwicklung auf der Straße, durch die damals neuen Schiffsgrößen und eine erhöhte Nachfrage nach Eisenbahngleisen, hätte durch die Hafenquerspange nicht entsprochen werden können. Daher wurde die ursprüngliche Planung im Jahr 2011 verworfen und durch die Südtrasse („Hafenpassage“) ersetzt.
Am 30. April 2011 beschloss das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (heute: Bundesministerium für Digitales und Verkehr, BMVI) die neue Planung der Hafenpassage und bezeichnete sie als „geeignetsten Verlauf der Fernstraße“.
Strecke
mini|120px|Der Vorbelastungsdamm für Bauabschnitt 3 bei Rübke in Richtung Hamburg (2018) + Bauzeiten der Bauabschnitte Bauabschnitt Strecke Länge Bauzeit Freigabe 1 Stade – östlich Horneburg 11,3 Kilometer 2002–2008 23. Oktober 2008Hamburger Abendblatt: A 26-Abschnitt wird eingeweiht, 4. Oktober 2008 2 östlich Horneburg – östlich Buxtehude 9,15 Kilometer 2006–2023 2a östlich Horneburg – Jork 2006–2023 28. November 2014 (ausgenommen LKW) 2b Jork – Este 2009–2023 3. Februar 2023 2c Este – östlich Buxtehude 2014–2023 3 östlich Buxtehude – Neu Wulmstorf 4,1 Kilometer 2013–20234a Neu Wulmstorf bis Landesgrenze Hamburg 0,8 Kilometer 2019 - vsl. 20284b Landesgrenze Hamburg bis Anschluss A7 7,9 Kilometer 2019 - vsl. 2028 Bestehende Strecke Die Fahrbahnbreite beträgt zehn Meter, was dem Regelquerschnitt RQ 26 entspricht.
Bauabschnitt 1 (Stade – östlich Horneburg) mini|hochkant|AS Jork (Hinweise zur Fahrtrichtung Hamburg sind noch überdeckt) Der Anschluss an die Hansestadt Stade wurde mit einem aufwändigen „schwebenden Kreisel“ umgesetzt, welcher über der B 73 liegt. Dabei geht die A 26 unmittelbar vor dem Kreisel in die B 73 über, die unter dem Kreisel im Regelquerschnitt RQ 26 ausgebaut ist. Die Abfahrt von der A 26 führt zum Kreisverkehr hinauf, die von Hamburg kommende B 73 führt zum Kreisverkehr und dann über eine Anschlussrampe abwärts zur Strecke in Fahrtrichtung Cuxhaven. Der Kreisverkehr bindet zwei weitere umliegende Straßen an. In der Gegenrichtung sind A 26 und B 73 nur indirekt mit dem Kreisel verbunden.
Bauabschnitt 2 (östlich Horneburg – östlich Buxtehude) Der Bauabschnitt 2a (östlich Horneburg – Jork) wurde am 28. November 2014 zunächst nur für den Pkw-Verkehr in Richtung Stade freigegeben. Am 15. Juli 2015 wurde auch die Fahrtrichtung in Richtung Hamburg für den Pkw-Verkehr und ab dem 3. Februar 2023 auch für Fahrzeuge über 3,5 t zul. Gesamtgewicht freigegeben.
Die Bauarbeiten am Bauabschnitt 2b (Jork – Este) konnten aufgrund einer Klage gegen die vorhergesehene Art der Estequerung und einer Planänderung erst im Januar 2009 beginnen.
Der Teilbauabschnitt 2c verläuft von östlich der Este bis zur Anschlussstelle im östlichen Buxtehude. Nach einer teilweise erfolgreichen Klage gegen die geplante Streckenführung musste dieser Teilabschnitt zum Schutz des Naturschutzgebietes „Moore bei Buxtehude“ verlegt werden. Im Bereich der Anschlussstelle Buxtehude liegt die A 26 nun 300 Meter weiter nördlich als ursprünglich geplant, und damit zum größten Teil außerhalb des dortigen Vogelschutzgebietes. Der Änderungs- und Ergänzungsplanfeststellungsbeschluss erging am 14. November 2011 und ist seit dem 24. April 2013 unanfechtbar.
Eine Klage der Stadt Buxtehude bezüglich der geplanten Brückenquerung über die Este wurde am 22. April 2013 vom Buxtehuder Rat zurückgezogen. Die Stadt sprach sich gegen eine „flache Brücke über die Este“ aus, da der damalige Bürgermeister Jürgen Badur einen zu großen Image-Schaden für die Stadt trotz teilweise positiver Aussichten für die Klage fürchtete. Eine Sorge der Stadt war, dass durch die Brücke die Este nicht mehr für den Schiffsverkehr nutzbar wäre. Der Bund sicherte im Zuge der Debatte in Buxtehude zu, eine Brücke zu bauen, bei der die Este schiffbar bleibt. Der Bau des Teilabschnitts 2c begann Anfang 2014. Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr bezeichnet die 200 Meter lange Estebrücke als das „bedeutendste Bauwerk“ des Abschnitts.
Die Anschlussstelle Buxtehude ist zwar fertiggebaut, aber dauerhaft für den Verkehr gesperrt, da der Ausbau des Zubringers gerichtlich verboten wurde. Die Anwohner hatten wegen der Lärm- und Emissionsbelastung sowie die Inanspruchnahme ihrer Grundstücke erfolgreich gegen den Ausbau geklagt. Da der Planfeststellungsbeschluss des Landkreises Stade einen schwerwiegenden Abwägungsfehler enthielt, wurde er in der ersten Instanz im November 2019 durch das Verwaltungsgericht Stade aufgehoben. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg bestätigte im Berufungsverfahren im Dezember 2023, dass der Ausbau der Rübker Straße als Autobahnzubringer rechtswidrig und nicht vollziehbar ist. Nach der schriftlichen Urteilsbegründung vom Februar 2024 wird geprüft, ob die Fehler heilbar sind oder nicht. Möglicherweise muss der Verkehr mit Fahrtziel Buxtehude daher auch künftig den Umweg über die benachbarten Anschlussstellen Neu Wulmstorf oder Jork nehmen.
Bauabschnitt 3 (östlich Buxtehude – Neu Wulmstorf) mini|hochkant=2|Sand auf dem Bauabschnitt 3 bei Rübke. Im Hintergrund Elbe und die Nordseite mit Blankenese. (2017)
Mehrere Anwohner der zur Einheitsgemeinde Neu Wulmstorf gehörenden Ortslage Rübke beklagten den Planfeststellungsbeschluss von 29. Juni 2012. Ein Mediationsverfahren erzielte eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h für Fahrzeuge auf der Ortsdurchfahrt Landesstraße 235 (L 235).
Die Gemeinde Neu Wulmstorf fordert für den nördlichen Zubringer zur Anschlussstelle Rübke eine östliche Umgehung Rübkes auf Hamburger Gebiet, die allerdings von Hamburg abgelehnt wird. Vertreter der Einheitsgemeinde Neu Wulmstorf befürchten, dass die Ortslage Rübke an der L 235 verstärkt durch LKW-Verkehr belastet werden könnte, wenn der Bauabschnitt 3 mit der Anschlussstelle Rübke für den Verkehr freigegeben ist. Aus diesem Grund kann die Anschlussstelle Neu Wulmstorf zunächst nur aus und nach Richtung Süden angefahren werden. Diese Regelung soll bis zum Anschluss der A 26 an die A 7 (Autobahnkreuz HH-Hafen) Bestand haben.
Zur Entlastung des nachgelagerten Verkehrsnetzes wurde die B 3n im ersten Schritt als westliche Ortsumgehung Neu Wulmstorfs und südlicher Zubringer zur Anschlussstelle Rübke errichtet. Sie ist seit dem 11. Juli 2011 für den Verkehr bis zur Bundesstraße 73 freigegeben. Im weiteren Verlauf soll sie über die geplanten Bauabschnitte zwei und drei der Ortsumfahrungen Ketzendorf und Elstorf bis voraussichtlich 2028 die Lücke zur B 3 schließen und eine Verbindungsachse zwischen A 26 und A 1 bei Rade bilden.
Im Bau befindliche Abschnitte Bauabschnitt 4 (Neu Wulmstorf – Autobahndreieck Hamburg-Hafen) Der 8,7 Kilometer lange vierte Bauabschnitt verläuft von Neu Wulmstorf, Niedersachsen, bis zum späteren Autobahnkreuz HH-Hafen, dem Anschluss an die Bundesautobahn 7. Der Baubeginn war am 11. Mai 2020. Der Abschnitt soll 2028 fertiggestellt werden. Dieser Bauabschnitt dient ebenso als ein Lückenschluss der B 3 zwischen der B 3n bei Rübke und der Fortführung der B 3 als A 7 bis Waltershof und der Köhlbrandbrücke, die seit 2021 das nördliche Ende der B 3 markiert.
Bauabschnitt 4a (Neu Wulmstorf – Landesgrenze) Für den niedersächsischen 800 Meter langen Teilbauschnitt 4a erging am 8. August 2018 der Planfeststellungsbeschluss.4. Bauabschnitt von der Anschlussstelle Neu Wulmstorf bis zum Anschluss an die A 7 Seit dem 6. November 2018 ist der Beschluss unanfechtbar. Der Bau des Abschnitts soll 2028 zusammen mit Abschnitt 4b freigegeben werden.