Die Christian Dior S.A. ist ein 1946 von Christian Dior gegründeter und seit 1991 an der Pariser Börse notierter französischer Luxusgüterhersteller mit Sitz in Paris.

Die Marke Christian Dior gehört weltweit zu den bekanntesten französischen Modemarken. Der geschätzte Unternehmenswert der Christian Dior S.A. lag Anfang 2014 bei fast 30 Milliarden Euro.Christian Dior SA (CDI.PA) – Kennzahlen, finance.yahoo.com, 21. Januar 2014 Neben der Haute Couture für Damen bietet Dior hochpreisige Prêt-à-porter-Bekleidung für Damen, eine Herrenlinie unter dem Namen Dior Men und Kinderkollektionen namens Baby Dior an. Darüber hinaus umfasst das Sortiment Lederwaren, Schuhe, Uhren, Schmuck, Brillen, Accessoires, Parfüms und Kosmetik im Luxusgüter-Segment. Zur Holdinggesellschaft Christian Dior S.A. gehörten neben der Modesparte Christian Dior Couture S.A. von 1989 bis 2017 die Aktienmehrheit des Luxusgüterkonzerns Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH), zu welchem wiederum die Parfümsparte Parfums Christian Dior S.A. und zahlreiche weitere Luxusgütermarken gehören. Seit 2017 befinden sich sowohl die Mode- als auch die Parfümsparte von Dior im Besitz von LVMH.Der Luxuskonzern LVMH stellt sich neu auf welt.de, 8. November 2017.

In den Forbes Global 2000 der weltweit größten Unternehmen belegt Christian Dior Platz 150 (Stand: Geschäftsjahr 2017). Das Unternehmen kam Mitte 2018 auf einen Börsenwert von über 76 Mrd. US$.

Geschichte miniatur|Dior-Boutique in Ginza, Tokio Ursprünge & Gründung 1946 wurde das Unternehmen von dem französischen Modeschöpfer Christian Dior (1905–1957) und seinem Finanz-Partner und Schulfreund Marcel Boussac gegründet.dior-finance.com: , abgerufen: 23. Februar 2011 Das Haute-Couture-Atelier eröffnete Dior in der eleganten Pariser Avenue Montaigne.Der Junge vom Land faz.net, 17. Mai 2005 Die erste Modekollektion, die von Dior im Februar 1947 vorgestellt wurde, war bereits ein großer Erfolg und wurde von amerikanischen Journalisten als New Look gefeiert. Diors Mode war eine Abkehr von der Mode der Kriegsjahre und zeichnete sich durch feminin-elegante Designs mit engen Schulterpartien, schmalen Taillen, figurbetonten Oberteilen und weiten, schwingenden Röcke aus. Dior nannte seine Kollektion selbst Ligne Corolle („Blütenkelch-Linie“) und wies darauf hin, von dem Modestil beeinflusst gewesen zu sein, den Edward Molyneux bereits vor dem Zweiten Weltkrieg gezeigt hatte.Mit Dior kehrte der Luxus zurück abendblatt.de, 20. Januar 2005 Das Unternehmen Dior war in Folge maßgeblich dafür verantwortlich, dass sich Paris als Modehauptstadt der Welt behaupten konnte. Von 1947 bis 1950 arbeitete Pierre Cardin als Schneider für Dior. Das erste Parfum des Hauses, Miss Dior, wurde 1947 von der neu gegründeten Christian Dior Parfums lanciert und ist bis heute ein Klassiker. Die Dior-Boutique in New York, in der luxuriöse Prêt-à-porter-Mode von Dior präsentiert wurde, öffnete 1949. Anfang der 1950er wurden erste Lizenzen für Dior-Produkte, wie bspw. Damenstrümpfe, an andere Firmen vergeben. In der Folge kam ein eigenes Pelz- und Hut-Atelier hinzu. Mitte der 1950er Jahre beschäftigte Dior über 900 Mitarbeiter. Christian Dior erschien im April 1957 auf dem Titel des Time Magazine.

Nachfolge Diors Lizenzpolitik für Kosmetika, Strümpfe und Accessoires wurde zu einer erfolgreichen Marketingstrategie und fand zahlreiche Nachahmer in der Modebranche. Nach dem Tod von Christian Dior im Oktober 1957 übernahm der junge Yves Saint Laurent, der 1955 als Assistent von Dior ins Unternehmen eingetreten war, die künstlerische Leitung des Hauses. Saint Laurents erste Kollektion für das Unternehmen Dior, Ligne Trapèze, wurde ein überwältigender, weltweiter Erfolg. Die „Trapezlinie“ befreite die Frauen von dem Zwang zur Wespentaille und präsentierte sie in anderer Form auf elegante Weise. 1958 zeigte Saint Laurent bei Dior seine erste eigene Kollektion, die als „Op-Art-Mode“ entscheidend die Mode der Zeit beeinflusste. Er befreite die Kostüme ein weiteres Mal, diesmal von Wattierungen und Versteifungen an Taille, Brust und Schultern, ohne jedoch auf die Pracht und die Fülle der Kostüme im Dior-Stil zu verzichten. Er wurde allerdings 1961 nach sechs Saisons entbunden, weil Boussac, dem das Unternehmen Dior gehörte, Saint-Laurents Stil zu avantgardistisch war. Saint Laurent gründete ein Jahr später sein eigenes Modelabel und verklagte das Haus Dior erfolgreich wegen Vertragsbruchs. Sein Nachfolger wurde der damals 34-jährige Designer Marc Bohan (1926–2023), welcher zuvor für Dior in London gearbeitet hatte und 1958 von Boussac als Assistent für Saint Laurent eingestellt worden war.Ein Kampf ums Knie spiegel.de, 24. September 1958 Bohan, ursprünglich Mode-Designer bei Edward Molyneux und Jean Patou, blieb infolge bis 1989 nahezu 30 Jahre lang Chef-Designer bei Dior. hype-magazine.de, 19. Mai 2009Flottes für Diana spiegel.de, 28. Januar 1991 1967 wurde unter dem Namen Miss Dior von Philippe Guibourgé, Bohans Assistent, erstmals in Frankreich Prêt-à-porter-Mode von Dior lanciert sowie Kinderbekleidung von der Marke Baby Dior angeboten. Das Parfüm-Geschäft von Dior wurde 1968 sehr lukrativ an Moët et Chandon (ab 1971: Moët Hennessy, seit 1987: LVMH) verkauft, wobei die Lizenzrechte behalten wurden, und gehört bis heute zu LVMH.

Krisenzeiten miniatur|Bernard Arnault (2009) Mitte der 1970er Jahre geriet das Haus Dior in eine Krise. Das Unternehmen hatte zu viele Lizenzen vergeben, die das des Hauses schwer beschädigten. Zudem wurde der internationale Markt durch Fälschungen von Dior-Artikeln überschwemmt. Die Mode und der Stil von Dior wurde in diesen Zeiten nicht mehr als zeitgemäß, geschweige denn modern empfunden. Bohan kreierte klassische, tragbare Mode, während die anderen französischen Modehäuser wie Yves Saint Laurent moderne, gar futuristische Designs zeigten. 1973 wurde eine Dior-Pelzmodenkollektion ins Leben gerufen. Boussac, dessen Konzern-Imperium mittlerweile über 60 Produktionsstätten und um die 17.000 Mitarbeiter umfasste, meldete 1978 nach hohen Verlusten in anderen Geschäftszweigen Konkurs an, und das Unternehmen wurde samt der Marke Dior von der Agache-Willot Textilgruppe übernommen. Anfang der 1980er Jahre bestanden die Haupteinnahmen des Unternehmens Dior aus den Lizenzeinnahmen des Parfum- und Kosmetikgeschäfts. Agache-Willot ging 1981 nach einer fehlgeschlagenen Expansionspolitik in die Insolvenz. Der französische Unternehmer Bernard Arnault kaufte 1984 zusammen mit Investoren nach einem Bieterkampf mit anderen potentiellen Interessenten die Agache-Willot-Gruppe (später umbenannt in Groupe Arnault), welche mittlerweile unter Insolvenzverwaltung dem französischen Staat gehörte, inklusive des Unternehmens Boussac und damit der Marke Dior, für 80 Millionen US-Dollar. Die Dior-Parfümmarken gehörten dem französischen Luxusgüterkonzern Moët Hennessy Louis Vuitton, welcher ab 1989 von Arnault geführt werden sollte. Die Modesparte blieb Teil des Unternehmens Dior.

Entwicklung seit 1985 1985 wurde Arnault Vorstandsvorsitzender und Präsident der Christian Dior S.A. Arnault restrukturierte und sanierte das Unternehmen Boussac in den folgenden Jahren erfolgreich, indem er außer der Marke Dior alle Aktivitäten des Konzerns einstellte bzw. veräußerte. Mitte der 1990er Jahre wurden im Rahmen einer umfassenden Neustrukturierung bspw. über 300 vergebene Lizenzen – wenngleich diese dem Unternehmen Dior hohe Umsätze bescherten – zurückgeholt oder komplett eingestellt, um vollständige Kontrolle über das Markenimage und die Distribution zu erlangen. Seit Ende der 1980er Jahre firmiert die Christian Dior S.A. als Holdinggesellschaft, zu welcher unter Arnaults Führung das Unternehmen Christian Dior Couture sowie als Mehrheitsbeteiligung der Groupe Arnault der Konzern LVMH gehören. Arnault hatte ab den späten 1988er Jahren schrittweise Anteile an LVMH erworben und wurde 1989 Vorstandsvorsitzender des Konzerns. 1991 brachte Arnault die Christian Dior S.A. an die Pariser Börse.

Arnault trieb den Ausbau des Einzelhandelsgeschäfts massiv voran: 1994 gab es weltweit nur sechs Dior-Boutiquen, 2003 waren es schon 144 (inklusive Shops-in-Shop). Die Anstellung des italienischen Designers Gianfranco Ferré für die Damenmode 1989 hatte bereits ein neues Zeitalter bei Dior eingeleitet, sein Nachfolger John Galliano veränderte – unterstützt durch jährliche Werbeausgaben in Höhe von umgerechnet 50 Millionen Euro – ab 1997 das Unternehmens- radikal und äußerst erfolgreich. Die Zielgruppe änderte sich von einer wohlhabenden, älteren Dame in eine junge, selbstbewusste Frau. Ende der 1990er Jahre belief sich der Jahresumsatz der Modesparte auf ca. 200 Millionen Euro. Im Geschäftsjahr 2000 stieg der Mode-Umsatz auf knapp 300 Millionen Euro, 2001 waren es 350 Millionen Euro Jahresumsatz, 2002 bereits fast 500 Millionen Euro, 2004 wurden fast 600 Millionen Euro erreicht. Der Umsatz mit Parfüm und Kosmetik lag damals bei ca. einer Milliarde Euro. Ab Anfang der 2000er Jahre stieg, mit kleinen Rückschlägen, auch der Gewinn von Christian Dior Couture und lag 2003 bei 40 Millionen Euro, 2005 bei über 50 Millionen Euro. Die 2000 eingeführte, jugendliche Herrenmodelinie Dior Homme löste erfolgreich die Kollektion für den älteren Herrn aus den 1980er Jahren, Christian Dior Monsieur, ab. 2002 wurde die Dior Maison Kollektion mit Haushalts-Artikeln für Wohn- und Esszimmer, Küche und Bad in Zusammenarbeit mit Christofle lanciert (inzwischen eingestellt). Ab 2003 wurde die Präsenz von Dior im asiatischen Raum, besonders Japan, verstärkt ausgebaut. Der massive Einsatz von bekannten Werbe-Testimonials wie Charlize Theron, Natalie Portman, Kate Moss, Monica Bellucci, Jude Law und weiteren für die Parfüm- und Kosmetiksparte oder Marion Cotillard und Mila Kunis für die Lederwaren wirkte sich über die Jahre ebenso positiv auf die Modesparte aus. 2006 wurde eine Cruise-Kollektion mit Frühjahrsmode zur Winterzeit ins Leben gerufen.

In den Zeiten der Finanzkrise ab 2007 gingen auch bei Dior die Zahlen leicht zurück, ab 2009 konnten jedoch schon wieder Steigerungen bei Umsatz (2010: 826 Millionen Euro; 2011: eine Milliarde Euro) und Gewinn (2010: 35 Millionen Euro; 2011: 85 Millionen Euro) vermeldet werden. 2006 gab es weltweit bereits knapp 200 Dior-Geschäfte; 2009 waren es 239. Ende 2011 existierten 210 Dior-Boutiquen; 2016 waren es 196. In Deutschland gibt es in München und seit 2015 in Frankfurt am Main je eine Dior-Boutique für Damen sowie Shops-in-Shop in Berlin (KaDeWe), Stuttgart (Breuninger) und München (Oberpollinger). Im Mai 2014 übernahm Dior zudem für 10 Jahre die Räume des Düsseldorfer Fachhändlers Albert Eickhoff für eine Vollsortiment-Boutique an der Königsallee.faz.net: Düsseldorfer Modehaus Eickhoff – „Wir hören auf dem Höhepunkt auf“, 11. November 2013 In der Schweiz ist Dior jeweils für Damen in Zürich und Genf vertreten, in Österreich seit Mitte 2014 in Wien. 2009 öffnete zudem in Genf eine Schmuck-Boutique ihre Türen. 2013 eröffnete Dior im Rahmen einer einmonatigen Jubiläums-Ausstellung bei Harrods in London in Zusammenarbeit mit dem Star-Konditor Pierre Hermé ein temporäres Café Dior. Diese Kooperation wurde Mitte 2015 mit der Eröffnung eines stationären Café Dior im von Christian de Portzamparc konzipierten und von Peter Marino eingerichteten Dior-Flagshipstore in Seoul, mit sechs Stockwerken der größte der Welt, fortgeführt.In Seoul, a spectacular new Dior boutique, lvmh.com, 17. Juli 2016