Das Volksparkstadion ist ein Fußballstadion in Hamburg und ist die Heimspielstätte des Hamburger SV (HSV). Das Stadion wurde 1953 eröffnet und von 1998 bis 2000 zu einem reinen Fußballstadion umgebaut. Neben Fußballspielen finden auch Konzerte und andere Veranstaltungen im Stadion statt.
Das Volksparkstadion ist ein Stadion der UEFA-Kategorie 4 und verfügt über 57.000 Zuschauerplätze, von denen 10.000 Stehplätze, 3.620 Business-Seats, 711 Logenplätze und 120 rollstuhlgerechte Plätze sind. hsv.de sponsors.de Für internationale Spiele, bei denen eine reine Sitzplatzbestuhlung vorgeschrieben ist, werden die unter den Stehplätzen verborgenen Klappsitze benutzt, wodurch sich die Kapazität des Stadions auf 51.500 Plätze verringert.
Neben den Heimspielen des HSV war das Stadion Austragungsort von zwei Fußball-Weltmeisterschaften (1974 und 2006) und zwei Fußball-Europameisterschaften (1988 und 2024) sowie des Europa-League-Finals 2010. Die Eigentümerin des Stadions ist die HSV Fußball AG & Co. KGaA.
Geschichte Vorgeschichte und Standort Das erste Stadion im Altonaer Volkspark war das Altonaer Stadion in Hamburg-Bahrenfeld, dessen Hochbauten von Gustav Oelsner stammten. Eingeweiht wurde es am 11. September 1925 vor gut 50.000 Zuschauern; ab 1927 fanden hier auch Länderspiele sowie 1928 das Endspiel um die deutsche Meisterschaft (HSV – Hertha BSC 5:2) statt. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Stadion ab 1943 zweckentfremdet, indem die Geschäfts- und Umkleideräume für Zwangsarbeiter (IMI) als Unterkunft fungierten.
Stadionneubau und bis 1998 Zwischen 1951 und 1953 wurde das Stadion in Bahrenfeld neu errichtet und hatte zunächst eine Kapazität von 76.000 Plätzen. Die Baukosten betrugen 2,5 Millionen DM, das Stadion war seinerzeit das größte der Bundesrepublik Deutschland. Zählt man West-Berlin mit, war das Berliner Olympiastadion allerdings noch größer. Nach der Bundesligagründung 1963 verließ der HSV den Sportplatz am Rothenbaum und trug seine Heimspiele fortan im Volksparkstadion aus. Zur Fußball-Weltmeisterschaft 1974 wurde auf der Gegengeraden eine überdachte Sitzplatztribüne gebaut, wodurch die Kapazität auf 61.300 Plätze sank.Das alte Volksparkstadion: Geliebt wird nur der Name. NDR.de, 8. September 2012 Die Umbaumaßnahmen vor der Weltmeisterschaft 1974 kosteten rund 20 Millionen DM. Bei der Weltmeisterschaft 1974 trafen sich im Volksparkstadion erstmals in den Verbandsgeschichten der A-Nationalmannschaften des Deutschen Fußball-Verbands und des Deutschen Fußball-Bundes in einem A-Länderspiel aufeinander.
Der FC St. Pauli stieg 1977 erstmals in die Fußball-Bundesliga auf. Ab dem 3. Spieltag sowie bis zum 25. Spieltag der Saison 1977/78 trug der Liga-Neuling seine Heimspiele regelmäßig im größeren Stadion der Stadt im Hamburger Volksparkstadion aus,• • anstatt im eigenen Wilhelm-Koch-Stadion in Hamburg-St. Pauli. In dieser Saison fanden auch die ersten Hamburger Stadtderbys der Bundesliga-Geschichte statt. Die erste Bundesliga-Derbybegegnung gewann der Underdog St. Pauli mit 2:0 gegen den favorisierten und amtierenden Europapokalsieger Hamburger SV, wobei der HSV in dieser Begegnung offiziell Heimrecht hatte. Wegen geringer Zuschauerzahlen kehrten die St. Paulianer im weiteren Verlauf der Saison in das eigene Stadion zurück. Das letzte Saisonspiel am 34. Spieltag bestritt St. Pauli jedoch wieder im Volksparkstadion und der Gegner war der Meisterschaftsanwärter 1. FC Köln. St. Pauli verlor die Begegnung mit 0:5 und stieg als Meisterschaftsletzter aus der Bundesliga ab. Der 1. FC Köln feierte durch den Auswärtssieg im Volksparkstadion die Bundesliga-Meisterschaft. Es war ein Novum in der Bundesliga-Geschichte, dass bei Punktgleichheit erstmals die bessere Tordifferenz über den Meisterschaftsgewinn entschied.
Nachdem es bei der Meisterfeier des HSV im Jahr 1979 im Volksparkstadion zu Ausschreitungen und einer Panik mit 71 Verletzten gekommen war, beschäftigte sich die Hamburger Innenbehörde in einer zehnwöchigen Ermittlung mit möglichen Umbau- und weiteren Sicherheitsmaßnahmen in der Spielstätte. Im Mittelpunkt der Überlegungen standen insbesondere die Westkurve und deren Block E, der laut Hamburger Abendblatt „für die jugendlichen HSV-Fans eine besondere Bedeutung mit Statuswert“ hatte. Im Bericht der Innenbehörde wurde unter anderem eine Erhöhung der Sitzplatzanzahl und damit eine Verringerung des Gesamtfassungsvermögens vorgeschlagen.
Im Juni 1983 wurde erstmals ein Konzert im Volksparkstadion durchgeführt, die Veranstaltung mit der Gruppe Supertramp besuchten 40 000 Menschen. Das Stadion war des Weiteren 1954, 1962, 1977 und 1989 Austragungsort der deutschen Leichtathletik-Meisterschaften. 1986 kam anlässlich des 50. Geburtstags von Uwe Seeler in den Medien der Vorschlag auf, das Volksparkstadion nach dem ehemaligen HSV-Stürmer zu benennen.
Umbauten Umbau 1998–2000 Bis zum Umbau gehörte die alte Betonschüssel unter den Fußball-Fans zu den unbeliebtesten Stadien Deutschlands, weil in ihrem weiten Rund kaum Stimmung aufkam. Der Wunsch nach einem „eigenen, reinen Fußballstadion“ und die geringe Attraktivität des Stadions führten zum „Arena-Projekt“. Der Umbau begann am 2. Juni 1998 und dauerte bis zum Sommer 2000. Der Architekt Manfred O. Steuerwald baute „während des laufenden Spielbetriebs“ das Stadion um: Die Tribünen wurden nahe an das Spielfeld verlegt. Der beheizbare Rasen wurde um 90° gedreht, so dass seither die Westkurve nicht mehr existiert. Neue Heimat der HSV-Fans wurde die Nordtribüne.
Im Zuge des Umbaus wurden 1998 das Stadion und das Grundstück für eine symbolische Mark vom HSV aus dem Besitz der Stadt Hamburg erworben. Rechtlicher Eigentümer des Stadions ist die HSV-Stadion HSV-Vermögensverwaltungs GmbH & Co. KG. Diese wird wiederum zu 99 Prozent von der HSV Fußball AG und zu einem Prozent bis 2020 treuhänderisch vom Vermarkter Sportfive gehalten, der beim Bau des Stadions eine Mietgarantie abgab. Betrieben wird das Stadion von der HSV-Arena GmbH & Co. KG. Die Kosten des Umbaus sollten rund 159 Mio. DM (rund 81,30 Mio. Euro) betragen. Als Eigentümer war der HSV für die Kosten des Umbaus alleine zuständig, es gab allerdings öffentliche Zuschüsse in Höhe von 21,3 Mio. DM (rund 10,89 Mio. Euro).„Augen zu und durch“– so wurde das Stadion gebaut. In: Die Welt, 28. Oktober 1999. Im September 2000 räumte der Vorstandsvorsitzende Werner Hackmann ein, dass sich die Kosten deutlich erhöhen würden. Wegen der Kostensteigerung musste Investor Andreas C. Wankum Insolvenz anmelden und seine Anteile am Stadion in Höhe von 20 Prozent an den HSV abgeben.„Ich habe beim Stadionbau Fehler gemacht“. In: Die Welt, 2. Februar 2014
Der Umbau bedurfte einer Ausnahmegenehmigung des Luftfahrt-Bundesamtes, weil der Bau in der Haupteinflugschneise der Start- und Landebahn 05/23 des Hamburger Flughafens liegt und das tiefe Überfliegen von Menschenansammlungen nach Möglichkeit vermieden werden soll.Ausnahmegenehmigung für die Imtech-Arena
Umbau zur WM 2006 Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurden 5,2 Millionen Euro in die Installation eines elektronischen Zugangssystems, ein neues Presse-Zentrum und höhere Sicherheitsvorkehrungen investiert. Die Stadt Hamburg unterstützte die Baumaßnahmen mit 2,4 Millionen Euro. Außerdem finanzierte sie mit 800.000 Euro den Bau von zwei Aufwärmplätzen mit überdachten Tribünen neben dem Stadion.Senat gibt grünes Licht für die WM – HSV-Profis trainieren bald neben der Arena. In: Die Welt.
Im Zuge dieser Maßnahmen errichtete der HSV auch ein neues Trainingszentrum neben dem Stadion und zog 2004 mit seiner Profimannschaft vom Trainingsgelände am Ochsenzoll in den Volkspark.Ochsenzoll: HSV-Talentschmiede seit 1928. NDR.de
Umbau 2009/2010 Im April 2009 wurden Pläne bekannt, nach denen das Stadion für etwa 13 Millionen Euro bis Juli 2010 umgebaut und auf eine Zuschauerkapazität von 61.322 Zuschauern aufgestockt werden sollte. Bei den Umbaumaßnahmen sollte der Stehplatzbereich der Nordtribüne um 3.000 Plätze erweitert und ein zusätzlicher Business-Bereich mit etwa 17 Logen im Südbereich des Stadions geschaffen werden. Eine weitere geplante Maßnahme war der Bau einer Kinder- und Service-Welt mit 2.500 Quadratmetern direkt am Stadion. Zu Saisonbeginn 2011/12 sollten die Bauarbeiten an den Stehplätzen sowie im VIP-Bereich abgeschlossen sein.
Im Oktober 2009 wurden die Umbaupläne wegen finanzieller und personeller Engpässe verschoben und eine Entscheidung im Frühjahr 2010 angekündigt.HSV verschiebt Ausbau. stadionwelt.de, 8. Oktober 2009; abgerufen am 3. September 2011.HSV verschiebt Stadionausbau mangels Geld und Personal. abendblatt.de; abgerufen am
Im Juni 2010 wurde bekannt, dass die Umbaupläne vorerst aufgeschoben werden und lediglich der Block 22 C zum Stehplatzbereich umgebaut wird. Die Kapazität des Stadions blieb dadurch unverändert, weil für eine Kapazitätserhöhung neue Toiletten und Fluchtwege hätten gebaut werden müssen.Arena-Umbau light: Das wird neu beim HSV. mopo.de
Zur Saison 2015/16 wurde der Block 22 C teilweise wieder zu einem Sitzplatzblock umgebaut.HSV-Bosse entscheiden: Ab sofort wieder Sitzplätze im Ultras-Block. mopo.de
Umbau zur EM 2024 Zur Fußball-Europameisterschaft 2024 waren Umbauarbeiten für 30 Millionen Euro geplant.HSV braucht 30 Millionen fürs Stadion – hilft die Stadt? abendblatt.de, 20. August 2020 Im September 2020 wurde das im Zuge des Stadionbaus für eine D-Mark erworbene Stadiongrundstück für 23,5 Millionen Euro an die Stadt verkauft, die im Gegenzug ein Erbbaurecht bis 2087 einräumte. Der Erbbauzins beträgt 1,8 Prozent, etwa 423.000 Euro pro Jahr und etwa 28 Millionen Euro bis 2087.Hamburg kauft dem HSV Stadiongelände ab abendblatt.de, 16. September 2020HSV freut sich über 23,5-Millionen-Deal abendblatt.de, 17. September 2020
Zukunft Im Juni 2025 stellte die Stadt Hamburg ihr Konzept für eine Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 vor. Dieses beinhaltete den Bau eines neuen Leichtathletikstadions (Olympiastadion) für 60.000 Zuschauer auf einem Parkplatz unmittelbar neben dem Volksparkstadion. Nach den Olympischen Spielen sollte das Stadion zu einem reinen Fußballstadion mit rund 70.000 Plätzen umgebaut werden. Der HSV hätte sich an der Stadionvision beteiligt und äußerte, dass das Volksparkstadion in den 2040er-Jahren ohnehin einer grundlegenden baulichen Erneuerung bedürfe, wobei ein Neubau günstiger sei. Hamburg stellt Olympia-Pläne vor - HSV bekommt neues Stadion, ndr.de, 1. Juni 2025, abgerufen am 6. Juni 2025.HSV beteiligt sich an Stadionvision für Hamburg, hsv.de, 31. Mai 2025, abgerufen am 6. Juni 2025.Neues HSV-Stadion: Warum ein Neubau günstiger ist, abendblatt.de, 4. Juni 2025, abgerufen am 6. Juni 2025.
Das Stadion soll laut Andy Grote (SPD), Senator für Inneres und Sport, auch ohne Olympiazuschlag gebaut werden und neben den HSV-Heimspielen für Tagungen, Konzerte oder Großereignisse wie das Finale der UEFA Champions League genutzt werden.Der erste Olympia-Sieger ist der HSV, welt.de, 4. Juni 2025, abgerufen am 6. Juni 2025. Ob das Volksparkstadion im Zuge dessen zurückgebaut oder abgerissen werden würde, steht nicht fest.Neues Stadion: Was die Pläne der Stadt für den HSV bedeuten, abendblatt.de, 1. Juni 2025, abgerufen am 6. Juni 2025.
Beim Bürgerschaftsreferendum 2026 über die Bewerbung Hamburgs für die Olympischen Spiele wurde diese mit einer Mehrheit von 54,9 Prozent abgelehnt.
Im September 2026 erhielt das Stadion die Genehmigung für den Ausbau auf über 60.000 Plätze. Die HSV-Fans finanzieren das Projekt über eine Genossenschaft bisher mit 6 Millionen Euro mit und im Gegenzug erhalten sie Anteile an der HSV Fußball AG & Co. KGaA (Stand: September 2026). Die Ausbauarbeiten sollen im Oktober 2026 beginnen.
Das Dach