Die Dominikanische Republik () ist ein auf der Insel Hispaniola der Großen Antillen zwischen dem Atlantik und der Karibik gelegener Inselstaat. Er umfasst mit knapp zwei Dritteln (63,7 %) den Osten und die Mitte der Insel, der westliche Teil gehört dagegen zur Republik Haiti.

Die Staatsangehörigen heißen auf Deutsch Dominikaner.laut StAGN Die Dominikanische Republik ist sprachlich leicht zu verwechseln mit der Insel Dominica, die zu den Kleinen Antillen gehört und deren Staatsangehörige Dominicaner heißen.

Der Name des Staates leitet sich von der Hauptstadt Santo Domingo ab, die wiederum nach dem Gründer des Dominikanerordens, dem heiligen Dominikus (lateinisch Dominicus), benannt ist.

Geographie Die Dominikanische Republik umfasst mit knapp zwei Dritteln (63,7 %) den Osten und die Mitte der Insel Hispaniola; der westliche Teil gehört zum Staat Haiti. Die Grenze zwischen den beiden Staaten erstreckt sich über 388 Kilometer. Mit einer Fläche von 48.730 km² ist die Dominikanische Republik etwas größer als Niedersachsen. Geologisch liegt die Insel Hispaniola über der Grenze zwischen Karibischer und Nordamerikanischer Platte. Dominikanische Landesnachbarn sind unter anderem die Turks- und Caicosinseln, Jamaika, Kuba und die Bahamas.

Topographie

Die Dominikanische Republik ist weitgehend gebirgig. Relativ flach sind nur der Osten und das breite Längstal Valle Del Cibao im Norden. Die vier großen Gebirge des Landes sind: Cordillera Central im Zentrum der Insel mit den fünf höchsten Gipfeln der Karibik: dem Pico Duarte (), der Loma La Pelona (), der Loma Rucilla (), der Loma de la Viuda () und dem Yaque (). Cordillera Septentrional im Norden der Insel, höchste Erhebung (zwischen Puerto Plata und Santiago) Cordillera Oriental und Costera del Caribe im Osten, höchste Erhebung (nördlich von Higüey) Sierra de Baoruco im Südwesten der Insel, höchste Erhebungen (direkt an der Grenze zu Haiti) und (westlich von Barahona)

Klima An der Nordküste herrscht tropisches Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit vor; auch im Winter sinken die Temperaturen nie unter etwa 16 °C. Die Lufttemperatur liegt dort durchschnittlich bei 28 °C. Die Wassertemperaturen im Norden (Atlantik) liegen bei 24 bis 29 °C und im Süden (Karibik) bei 26 bis 31 °C.

Im Süden ist es trockener. Viele Regionen im Südwesten liegen im Regenschatten der Cordillera Central. Die Temperaturen an der Küste sind dort mit denen im Norden vergleichbar, aber im Norden ist es im Winter etwas kühler.

In den Bergen ist es kühler. In der Cordillera Central sind im Winter auch Temperaturen unter dem Gefrierpunkt möglich, zum Beispiel in der 1.200 Meter über Meer gelegenen Stadt Constanza.

Die Dominikanische Republik liegt im Wirkungsbereich tropischer Wirbelstürme (Hurrikans).

Umwelt 31,5 % der Staatsfläche gehört zu verschiedenen Naturschutzgebieten. Die CO2-Emissionen des Landes liegen bei jährlich etwa 20,3 Mio. Tonnen. Der Süßwasserverbrauch teilt sich wie folgt auf: Landwirtschaft 89 %, Haushalte 10 %, Industrie 1 %.

Städte Im Jahr 2023 lebten 84 Prozent der Einwohner der Dominikanischen Republik in Städten. Die größten Städte sind gemäß einer Volkszählung im Jahr 2010:Oficina Nacional de Estadística: . (PDF; 5,4 MB). RangNameEinwohnerLage1Santo Domingo (Hauptstadt)2.374.370Südküste2Santiago de los Caballeros507.418im Landesinneren, Norden3La Vega394.205im Landesinneren4Puerto Plata321.597Nordküste5San Pedro de Macorís290.458Südküste6Higüey251.243im Landesinneren, Osten7La Romana245.433Südküste8San Cristóbal232.769Agglomeration von Santo Domingo9San Francisco de Macorís188.118im Landesinneren, Nordosten10Los Alcarrizos166.930Agglomeration von Santo Domingo

Verwaltungsgliederung

Das Land gliedert sich seit 30. Juli 2004 in zehn Regionen (regiones). Diese unterteilen sich in 31 Provinzen (provincias) und einen Nationalbezirk (Distrito Nacional), der die Hauptstadt Santo Domingo de Guzmán umfasst. Die Einwohnerzahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf die Volkszählung vom Dezember 2010.

Region Fläche in km² Einwohner 2010Oficina Nacional de Estadística: . (PDF; 5,4 MB). Dichte je km² Provinzen Cibao Norte 5.454,9 1.516.957 278 Espaillat, Puerto Plata, Santiago Cibao Nordeste 4.146,2 624.186 151 Duarte, Hermanas Mirabal, María Trinidad Sánchez, Samaná Cibao Noroeste 4.877,6 394.186 81 Dajabón, Monte Cristi, Santiago Rodríguez, Valverde Cibao Sur 4.470,3 710.821 159 La Vega, Monseñor Nouel, Sánchez Ramírez El Valle 4.759,3 295.362 62 San Juan, Elías Piña Enriquillo 7.102,58 342.759 48 Barahona, Baoruco, Independencia, Pedernales Higuamo 5.175,3 561.431 108 Hato Mayor, Monte Plata, San Pedro de Macorís Ozama 1.393,8 3.339.410 2.396 Santo Domingo, Distrito Nacional Valdesia 5.445,27 973.970 179 Azua, Peravia, San Cristóbal, San José de Ocoa Yuma 5.439,0 606.323 111 El Seibo, La Altagracia, La Romana Dominikanische Republik 48.311,0 9.445.281 196

Bevölkerung Demografie mini|Bevölkerungspyramide der Dominikanischen Republik 2016 Die Dominikanische Republik hatte 2022 11,2 Millionen Einwohner. Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug + 1,0 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 18,1 pro 1000 Einwohner vs. Sterbeziffer: 6,1 pro 1000 Einwohner) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 2,2, die der Region Lateinamerika und die Karibik betrug 1,8. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 27,1 Jahren. Im Jahr 2023 waren 26,8 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, während der Anteil der über 64-Jährigen 7,7 Prozent der Bevölkerung betrug.

+BevölkerungsentwicklungJahrEinwohnerJahrEinwohner1950 2.365.0001990 7.184.0001960 3.294.0002000 8.563.0001970 4.503.0002010 9.898.0001980 5.809.000202010.848.000

Bevölkerungsstruktur Die Bevölkerung stammt im Wesentlichen von frühen europäischen Einwanderern überwiegend spanischer Herkunft, von afrikanischen Sklaven und den Taíno ab. Die Nachkommen der Sklaven stellen einen kleineren Anteil der Bevölkerung als in Haiti dar. Im Jahre 1790 waren von 125.000 Einwohnern 15.000 Sklaven, es gab aber viele Freigelassene. Analysen der mtDNA ergaben, dass in mütterlicher Linie 70 % der Bevölkerung afrikanische, 15 % europäische oder asiatische und 15 % indigene Abstammung haben.

Offiziell leben rund eine halbe Million Menschen haitianischer Herkunft in der Dominikanischen Republik, dazu illegal etwa eine weitere halbe Million Haitianer. In Sosúa ließen sich zur Zeit des Zweiten Weltkriegs rund 600 deutsche Juden nieder. In den Bergen der Cordillera Central bei Constanza sowie in der Umgebung des Lago Enriquillo gibt es japanische Kolonien (zu erkennen besonders an den (identischen) Ortsnamen „Colonia Japonesa“), ebenso nahe der haitianischen Grenze im Norden des Landes unweit Dajabón („Colonia de los Japoneses“). Ferner gibt es in der Dominikanischen Republik einige ungarischstämmige Menschen. Besonders Städte und Orte in der Nähe touristischer Gegenden (zum Beispiel Puerto Plata, Sosúa, Cabarete, Río San Juan, Samaná und Las Terrenas) haben bis zu etwa 20 % Bewohner mit Herkunft aus den USA, Kanada und Europa. Teilweise leben dort auch Exilkubaner, Chilenen und Angehörige weiterer Nationalitäten. In jüngerer Zeit sind ca. 40.000 Venezolaner in die Dominikanische Republik geflüchtet.

Sprache Die Landessprache ist Spanisch. In der Dominikanischen Republik leben viele Menschen haitianischer Abstammung, die haitianisches Kreolisch und teilweise auch Französisch sprechen. Im Nordosten des Landes lebt in der Stadt Samaná eine englischsprachige Minderheit von etwa 8.000 Menschen. Es handelt sich hierbei um Nachfahren ehemaliger Sklaven der USA, die sich 1824 hier niederließen. Im Süden (San Pedro de Macorís) gibt es ebenfalls eine englischsprachige Minderheit.

Von dem in Spanien gesprochenen Spanisch weicht die Sprache in der Dominikanischen Republik vielfach ab und hat einige Ausdrücke und Redewendungen aus dem Spanischen der Kolonialzeit beibehalten. Andererseits ist die Sprache stark durchmischt mit anglo-amerikanischen Ausdrücken.

Religion mini|Die meisten Dominikaner sind Christen; Weihnachten ist ein wichtiger Feiertag im Land

Der Katholizismus ist in der Dominikanischen Republik nach einem Konkordat mit dem Heiligen Stuhl Staatsreligion, auch wenn Religionsfreiheit besteht. So gehörten noch Ende der 1980er Jahre über 80 % der Bewohner der römisch-katholischen Kirche an, die in diesem Land in zwei Erzdiözesen mit neun Suffragandiözesen und 250 Gemeinden gegliedert ist. Von den über 500 katholischen Geistlichen im Land gehörten ca. 70 % unterschiedlichen Orden an.Religion. In: Country Studies/Area Handbook Series. 2017. Federal Research Division of the Library of Congress. Auf CountryStudies.us, abgerufen am 26. Dezember 2022 (englisch). Das deutsche Auswärtige Amt gibt in seinen Veröffentlichungen Anteile von etwa 75 % Katholiken, 4 % Protestanten, 1,5 % Adventisten, 2 % sonstigen christlichen Kirchen (wie zum Beispiel Zeugen Jehovas mit etwa 38.000 aktiven Mitgliedern oder die Neuapostolische Kirche mit rund 5.000 Mitgliedern)Unsere Familie – Kalender 2005, Seite 81 und 16 % ohne Religionszugehörigkeit an.Länderinformationen zur Dominikanischen Republik. Auswärtiges Amt. Zahlreiche deklarierte „Katholiken“ üben allerdings eine Art von Katholizismus aus, der von afrikanischen Elementen durchzogen ist (Synkretismus). Besagte Praktiken werden unter dem Begriff brujería – „Hexerei“ – oder neuerdings auch las 21 Divisiones subsumiert. Sie werden häufig verdeckt ausgeübt und finden wenig offizielle Beachtung. Im Rahmen medialer Berichterstattung werden kreolische Glaubenspraktiken entweder als „rückständig“ oder als Folklore dargestellt, so als würde es sich dabei um bereits aus der Alltagswelt verschwundene, antiquierte Vorstellungen handeln. Ihre strukturelle Nähe zum haitianischen Voodoo liefert immer wieder Anlass zu Anfeindungen, denn das Verhältnis zwischen der Dominikanischen Republik und der ökonomisch schwächeren Nachbarrepublik gestaltet sich seit jeher höchst problematisch. Insbesondere ablehnend eingestellt sind Angehörige der privilegierteren Schichten, die sich auf kultureller, religiöser und ideologischer Ebene an Europa und den USA orientieren. Sogar unter den Praktizierenden selbst kommt es manchmal zu Glaubenskonflikten, so dass auch der Wechsel zu Pfingstkirchen häufig ist.

Bildung mini|Schulklasse bei Santo Domingo in typischer Uniform

Es besteht allgemeine Schulpflicht, die jedoch nicht überall gewährleistet ist, weil gerade in ländlichen Gegenden die nächste Schule für die Kinder zu weit weg ist. Wer es sich leisten kann, was nur die wenigsten können, schickt die Kinder nicht in die staatliche Schule („escuela“), sondern auf ein privat geführtes (teures) „colegio“. Die staatlichen Schulen sind für die Kinder kostenlos, aber es muss eine für dortige Verhältnisse teure einheitliche Schulkleidung gekauft werden. Besonders Eltern mit mehreren „schulpflichtigen“ Kindern können sich die erforderliche Kleidung oft nicht leisten.

Viele Haitianer leben legal, viele auch illegal im Land. Die „illegalen“ Haitianer haben kein Recht, ihre Kinder zur Schule zu schicken, denn dafür bräuchten sie eine dominikanische Geburtsurkunde. So erhalten viele Kinder im Land keine Schulbildung. Teilweise werden diese Kinder von privaten ausländischen Organisationen ausgebildet, was zu Neid und Spannungen seitens der dominikanischen Bevölkerung führt.

Laut der Lehrervereinigung ADP gibt der dominikanische Staat statt der gesetzlich verankerten 4 nur 2,45 % des BIP pro Jahr für Bildung aus. Elf Prozent der Kinder gingen im Jahr 2011 trotz allgemeiner Schulpflicht nicht zur Schule. Laut ADP wird einer halben Million Kindern das Recht auf Bildung systematisch verwehrt.