Shining (Original: The ShiningInfo auf imdb.com) ist ein britisch-US-amerikanischer Horrorfilm des Regisseurs Stanley Kubrick aus dem Jahr 1980 nach Stephen Kings gleichnamigem Roman.
Handlung Das Overlook-Hotel in den Bergen von Colorado wird wie jedes Jahr den Winter über geschlossen. Für diese Zeit sucht die Hoteldirektion einen Hausverwalter. Der ehemalige Lehrer Jack Torrance bewirbt sich um diesen Job, um seine Frau Wendy und den kleinen Sohn Danny über den Winter versorgen zu können. Während eines Gesprächs mit seiner Mutter offenbart Danny eine seltsame Eigenart: „Tony“, der „kleine Mann, der in Dannys Mund wohnt“, spricht durch seinen Mund und bewegt dessen rechten Zeigefinger; er sagt Danny kurz bevorstehende Ereignisse voraus. So prophezeit er zum Beispiel ganz richtig, dass Jack die Stelle als Hausverwalter bekommen wird. Wendy hält Tony für einen imaginären Freund von Danny und denkt sich nicht viel dabei. Der Hotelmanager des Overlook, Stuart Ullman, erzählt Jack, dass im Winter 1970 ein Hausverwalter namens Grady seine Frau, seine zwei kleinen Töchter und sich selbst umbrachte, vermutlich in einem Anfall von Trapperfieber. Unterdessen erlebt Danny verstörende Visionen aus dem Overlook, die er nicht einordnen kann.
Nach der Ankunft im Hotel werden den Torrances die Räumlichkeiten gezeigt und die letzten Einzelheiten erklärt. Währenddessen sieht Danny in einem Aufenthaltsraum zwei wie Zwillinge aussehende Mädchen, allerdings in unterschiedlichem Alter. Es handelt sich um die Töchter von Grady. Der Hotelkoch Dick Hallorann zeigt Wendy und Danny die Küche sowie die Vorräte des Hotels. Er erkennt Dannys Fähigkeiten, Übersinnliches wahrzunehmen, da er ebenfalls über diese Fähigkeit verfügt. Als er mit Danny allein ist, spricht er mit ihm darüber und nennt diese seltene Gabe das „Shining“. Danny erzählt ihm daraufhin von Tony und erwähnt von sich aus das Zimmer Nummer 237. Er fragt nach Geschehnissen, die in diesem Zimmer stattgefunden hätten. Hallorann verbietet Danny eindringlich, diesen Raum zu betreten. Zum Abschluss des Tages erforschen Wendy und Danny gemeinsam den riesigen Irrgarten vor dem Gebäude.
Einen Monat später häufen sich die Merkwürdigkeiten. Es beginnt damit, dass Jack Wendy aus der großen Hotelhalle vergrault, die er als eine Art Arbeitszimmer verwendet, weil er beim Schreiben seines Werks nicht gestört werden möchte. Beim Spielen entdeckt Danny das verbotene Zimmer 237 und erlebt weitere Visionen: Die Grady-Mädchen stehen vor ihm und fordern ihn auf, mit ihnen zu spielen, für „immer und immer und immer“. Dazwischen sieht er sie tot und blutüberströmt neben einer Axt liegen.
Wendy hört Jack stöhnen und schreien und eilt ins Foyer; sie findet ihren Mann schlafend vor und weckt ihn. Jack erzählt Wendy aufgewühlt davon, er habe geträumt, wie er sie und Danny ermorde und zerstückle. Danny betritt mit Würgemalen am Hals das Foyer, was Wendy argwöhnen lässt, Jack sei dafür verantwortlich. Dieser zieht sich in den „Gold Room“ an die verlassene Hotelbar zurück. Zunächst sind weder Getränke noch Gesellschaft zu sehen, doch plötzlich erscheint ein Barkeeper namens Lloyd und schenkt Jack einen Drink ein. Die Männer kennen sich anscheinend und sprechen miteinander, wobei Jack erwähnt, er habe Danny vor Jahren versehentlich verletzt. Der Mann hinter dem Tresen und alle Getränke sind plötzlich verschwunden – es scheint, als hätte Jack wieder geträumt. Wendy betritt die Bar und bittet ihn, im Zimmer 237 nachzuschauen: dort habe eine Frau laut Dannys Aussage dem Jungen die Würgemale zugefügt. Im Zimmer angekommen, sieht Jack in der Badewanne eine junge, nackte Frau sitzen. Sie geht auf ihn zu, und beide umarmen und küssen sich innig. Als Jack in den Badezimmerspiegel schaut, hält er plötzlich die verwesende Leiche einer alten Frau in den Armen. Diese kommt lachend auf ihn zu, und Jack flüchtet panisch aus dem Zimmer. Gegenüber Wendy verschweigt er das Erlebnis und behauptet, Danny müsse sich die Würgemale am Hals selbst zugefügt haben. Als Wendy verlangt, Danny müsse weg vom Hotel, wirft er ihr lautstark vor, sie wolle ihm bloß die einmalige Chance dieser Arbeitsstelle vermasseln.
Mittlerweile macht sich Hallorann, der wegen eines schweren Schneesturms in den Bergen von Colorado und seiner Vorahnungen zunehmend unruhig wird, nach einem fehlgeschlagenen Telefonat auf den Weg zum Hotel. Jack ist wütend und kehrt in den „Gold Room“ zurück, der nun auf einmal mit Menschen gefüllt ist, die im Stil der 1920er Jahre gekleidet sind. Hier trifft er einen Kellner, dessen Name sich als Delbert Grady herausstellt. Jack glaubt daher, in ihm den früheren Hausverwalter zu erkennen. Dieser bestreitet aber sowohl, jemals im Overlook Verwalter gewesen zu sein, als auch, seine Familie und sich selbst umgebracht zu haben. Dagegen behauptet Grady, Jack sei immer der Verwalter gewesen. Er weist Jack darauf hin, dass Danny versuche, einen Fremden zu der Angelegenheit hinzuzuziehen, und dass sein Sohn gefährliche, übernatürliche Fähigkeiten habe. Er stiftet Jack dazu an, seiner Familie ebenfalls eine „Lektion“ zu erteilen. Seine eigenen Töchter seien auch unartig gewesen, weshalb er sie „zur Ordnung gerufen“ und ebenso seiner Frau, die ihn von seiner „Pflicht“ abzuhalten versucht habe, eine „Lektion“ erteilt habe. Jack versichert ihm, er wisse, was zu tun sei.
Inzwischen versucht die nächstgelegene Forststation, mit dem Hotel Funkkontakt aufzunehmen, woraufhin Jack die Anlage sabotiert. Wendy entdeckt Jacks Manuskript und stellt entsetzt fest, dass auf allen Seiten immer nur derselbe Satz steht: „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“ (Im englischen Original steht da: „All work and no play makes Jack a dull boy“, auf Deutsch: „Nur Arbeit und kein Spiel macht Jack zu einem langweiligen Jungen.“) Jack überrascht Wendy, die mit einem Baseballschläger bewaffnet ist. Sie streiten wieder darüber, was mit Danny passieren soll, und Jack wirft ihr wieder vor, nicht an ihn und an seine Pflichten als Hausverwalter zu denken. Danny erlebt den Streit seiner Eltern in einer Vision und sieht dabei eine Zimmertür mit dem in Rot geschriebenen Wort „Redrum“. Jack droht Wendy schließlich, sie zu töten. Als er versucht, ihr den Baseballschläger abzunehmen, trifft sie ihn am Kopf; er stürzt rückwärts die Treppe hinunter und bleibt bewusstlos liegen. Während er wieder zu sich kommt, wird er von Wendy in die Vorratskammer geschleift, wo es ihr gelingt, ihn einzusperren. Wendy will mit Danny zum Arzt fahren, muss jedoch feststellen, dass Jack nicht nur das Funkgerät, sondern auch das Schneemobil sabotiert hat. Grady spricht zu Jack durch die verschlossene Tür der Vorratskammer, Jack solle die Sache „mit mehr Herz und Schärfe angehen“, Wendys Einfallsreichtum sei größer als seiner. Jack gibt sein Wort darauf, und die von außen verriegelte Tür öffnet sich.
Wendy hat sich inzwischen schlafen gelegt und wird von Danny geweckt. Der Junge spricht nur noch mit der rauen Stimme Tonys und wiederholt ständig das Wort „Redrum“, das er mit einem roten Lippenstift an die Badezimmertür schreibt, genau wie in seiner Vision. Schockiert erkennt Wendy durch einen Blick in den Spiegel, dass dieses Wort rückwärts gelesen Murder (dt. „Mord“) ergibt. Auf der Flucht vor dem mit einer Axt bewaffneten Jack retten sich Wendy und Danny in das Badezimmer und schließen sich ein. Dessen festgefrorenes Fenster lässt sich nur halb hochschieben; Danny kann herauskrabbeln, nicht aber Wendy. Jack schlägt mit seiner Axt auf die Badezimmertür ein. Er drückt sein Gesicht durch die Bresche in der Tür und ruft: „Hier ist Jacky!“ (Original: „Here’s Johnny!“). Wendy hindert ihn daran einzudringen, indem sie ihn mit einem Messer am Handrücken verletzt.
Auf einer Pistenraupe fahrend, trifft Hallorann ein und betritt auf der Suche nach der Familie das Hotelfoyer. Der seit seinem Sturz humpelnde Jack tötet ihn aus dem Hinterhalt mit einem Axtschlag in die Brust. Wendy irrt auf der Suche nach Danny durch die Flure des Hotels; sie entdeckt die blutüberströmte Leiche Halloranns. Aus dem Fahrstuhl ergießen sich Ströme von Blut. Ein Gast im Smoking mit einer Kopfwunde wie von einer Axt prostet ihr mit seinem Drink zu: „Großartige Party, nicht?“ Jack verfolgt Danny, der in den verschneiten Irrgarten flieht, wo er seinen Vater in die Irre führt, indem er in seinen eigenen Fußspuren rückwärts geht. Danny entkommt aus dem Labyrinth, trifft seine Mutter, und beide fliehen mit Halloranns Pistenraupe von der Hotelanlage. Jack, immer weiter herumirrend und im Delirium brüllend, sinkt entkräftet nieder und erfriert im Irrgarten.
Das Schlussbild zeigt eine im „Gold Room“ ausgestellte Fotografie einer Feier zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli 1921, auf der Jack ganz vorn inmitten der Gäste steht und in die Kamera lacht.
Produktion
Abgesehen von einigen Außenaufnahmen wie dem Hubschrauberflug durch den Glacier National Park in Montana am Anfang und Szenen am Hotel Timberline Lodge in Oregon, die Kubrick von einem Außendrehteam filmen ließ, wurde der gesamte Streifen in den Elstree Studios in der Nähe von London gedreht. Dafür errichtete man das größte zusammenhängende Studiofilmset der damaligen Filmgeschichte. Die Inneneinrichtung des Hotels war stark beeinflusst von der des Ahwahnee Hotels im Yosemite-Nationalpark.
Mit Shining begann der Durchbruch der Steadicam, die seitdem zunehmend bei Filmproduktionen eingesetzt wurde. Bis dahin waren Aufnahmen mit einer Handkamera wenig überzeugend und längere Bewegungen nur umständlich zu realisieren gewesen. Erst die Erfindung eines Systems, bei dem die Kamera dem Kameramann umgeschnallt wird und dieser sich bewegen kann, während ein ausgeklügeltes System Erschütterungen abfängt, ermöglichte die langen, fließenden Kamerabewegungen von Shining. Die Steadicam wurde in Shining von ihrem Erfinder, Garrett Brown, bedient.Behind the Cameras on “The Shining” Interview with John Alcott and an article on the use of Garrett Brown’s invention, the steadicam in The Shining, In: Scraps from the Loft, abgerufen am 20. Mai 2023.
Der Film entstand im Seitenverhältnis 4:3, wobei man darauf achtete, dass die Bildkomposition eine 1,85:1-Cadrage bevorzugt. In Kinovorführungen wird der Film in 1,85:1 (Nordamerika) oder 1,66:1 (Europa) gezeigt. Entsprechend Kubricks Verfügung werden Medien für die private Vorführung (VHS, DVD) in Open Matte mit 4:3 veröffentlicht; es ist hierbei also mehr Bildinhalt sichtbar. Inzwischen gibt es auch Blu-rays mit 1,78:1.
In einer Schlüsselszene entdeckt Wendy, dass ihr Mann, der angeblich ein Theaterstück (engl. play) schreiben wollte, monatelang immer denselben Satz auf der Maschine getippt und damit Hunderte von Blättern gefüllt hat: „All work and no play makes Jack a dull boy“ (sinngemäß etwa: „Arbeit allein macht auch nicht glücklich“). Diese Szene drehte Kubrick für die Kinofassungen mehrsprachig, nämlich zusätzlich auf Deutsch, „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“, auf Italienisch (Il mattino ha l’oro in bocca, „Morgenstund hat Gold im Mund“), auf Französisch (Un «Tiens» vaut mieux que deux «Tu l’auras», sinngemäß: „Der Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach“) und auf Spanisch (No por mucho madrugar amanece más temprano, „Auch wenn man früher aufsteht, wird die Sonne nicht früher aufgehen“).Independent: Read the alternative phrases to ‘All work and no play makes Jack a dull boy’ Stanley Kubrick considered for The Shining Obwohl das DVD-Format je nach gewählter Sprache unterschiedliche Bildschnittfassungen technisch unterstützt, enthält die DVD-Ausgabe für den deutschsprachigen Raum nur die Sequenz mit dem englischen Satz.
Veröffentlichung Shining lief am 23. Mai 1980 in den US-amerikanischen Kinos an, in Deutschland am 16. Oktober 1980. Am 26. Oktober 1980 startete der Film in Großbritannien.
Fassungen und Schnitt