Deutschland sucht den Superstar (DSDS) ist eine deutsche Castingshow, die erstmals am 9. November 2002 von dem Fernsehsender RTL ausgestrahlt wurde. Sie ist ein Ableger der britischen Sendung Pop Idol, eines Konzepts, das weltweit seit 2002 lizenziert wurde. In Deutschland wird die Sendung von UFA Show (vormals Grundy Light Entertainment) im Studio 30 / 31 der MMC-Studios (Coloneum) in Köln produziert.

Konzept und Marketing Gerhard Zeiler von RTL beauftragte Dieter Bohlen 2002 mit der deutschen Version von Pop Idol. Laut Bohlen entstand die Bezeichnung „Deutschland sucht den Superstar“, nachdem der Musikproduzent Frank Farian sich die deutschen Namensrechte an „Pop Idol“ gesichert hatte und den Gebrauch nur unter der Bedingung zulassen wollte, dass er in der DSDS-Jury mitwirken durfte. Farian wurde jedoch nicht in die DSDS-Jury eingeladen.Dieter Bohlen, Katja Kessler: Hinter den Kulissen. Random House Entertainment, München 2003, ISBN 3-7645-0173-1, S. 229–234 und 262.

Inhalt der Sendung ist es, in einem Talentwettbewerb einen Sänger oder eine Sängerin zu ermitteln. Durch Castings und Bewerbungen werden Kandidaten gefunden, deren Anzahl in mehreren Runden (sogenannten „Recalls“) durch das Urteil der Jury reduziert wird. Die aus den Qualifikationsrunden verbleibenden Kandidaten treten in nachfolgenden Sendungen, sogenannten „Liveshows“, auf. Die Jury beurteilt nach jedem Auftritt den Gesang und das Auftreten der Teilnehmer. Über das Weiterkommen der Teilnehmer und den späteren Sieger entscheiden ab den Mottoshows die Zuschauer per Telefonabstimmung, per SMS und über das Internet (über das offizielle Gewinnspiel-Portal winario). Pro Votingteilnahme werden 0,50 Euro fällig. Bis zum Finale scheiden die Teilnehmer mit den wenigsten Stimmen aus. Das Ergebnis der Abstimmung wird am selben Abend bekanntgegeben.

Der Sieger erhält einen Plattenvertrag, in den Staffeln 8–14 gab es zusätzlich 500.000 Euro Siegprämie, seit Staffel 15 sind es 100.000 Euro. Alle Stufen des Wettbewerbs sowie das Leben der Teilnehmer selbst werden in den wöchentlichen Sendungen und in weiteren RTL-Magazinen thematisiert.

Staffeln Übersicht +StaffelPremiereFinaleAnzahl FolgenGewinnerZweitplatzierterDrittplatzierterModerator(en)Juroren (Reihe)HauptCo1234 1 09.11.2002 08.03.2003 16 Alexander Klaws Juliette Schoppmann Daniel KüblböckMichelle HunzikerCarsten SpengemannDieter BohlenThomas M. SteinShona FraserThomas Bug 2 03.09.2003 13.03.2004 23 Elli Erl Denise Tillmanns Philippe Bühler 3 16.11.2005 18.03.200620 Tobias Regner Mike Leon Grosch Vanessa Jean DedmonMarco SchreylTooske Ragas Sylvia KollekHeinz Henn 4 10.01.2007 05.05.2007 Mark Medlock Martin Stosch Lisa BundAnja Lukaseder 5 23.01.2008 17.05.2008 Thomas Godoj Fady Maalouf Linda Teodosiu Andreas Läsker 6 21.01.2009 09.05.2009 19 Daniel Schuhmacher Sarah Kreuz Annemarie EilfeldNina EichingerVolker Neumüller 7 06.01.2010 17.04.2010 20 Mehrzad Marashi Menowin Fröhlich Manuel Hoffmann 8 08.01.2011 07.05.2011 23 Pietro Lombardi Sarah Engels Ardian Bujupi Fernanda Brandão Patrick Nuo 9 07.01.2012 28.04.2012 24 Luca Hänni Daniele Negroni Jesse Ritch Natalie Horler Bruce Darnell 10 05.01.2013 11.05.2013 23 Beatrice Egli Lisa Wohlgemuth Ricardo BieleckiNazan Eckes Raúl Richter Bill Kaulitz Tom Kaulitz Mateo Jasik 11 08.01.2014 03.05.2014 19 Aneta Sablik Meltem Acikgöz Daniel Ceylan Kay One Mieze Katz Marianne Rosenberg 12 07.01.2015 16.05.2015 20 Severino Seeger Viviana Grisafi Antonio GerardiOliver Geissen Mandy Capristo DJ Antoine Heino 13 02.01.2016 07.05.2016 21 Prince Damien Laura van den Elzen Thomas KatrozanMichelle Vanessa MaiH. P. Baxxter 14 04.01.2017 06.05.2017 22 Alphonso Williams Alexander Jahnke Maria Voskania Shirin David 15 03.01.2018 05.05.2018 19 Marie Wegener Michel Truog Michael Rauscher Ella Endlich Carolin Niemczyk Mousse T. 16 05.01.2019 27.04.2019 21 Davin Herbrüggen Nick Ferretti Joana KesenciPietro LombardiOana NechitiXavier NaidooFlorian Silbereisen 17 04.01.2020 04.04.2020 22 Ramon Kaselowsky Chiara D’Amico Joshua Tappe Alexander Klaws 18 05.01.2021 03.04.2021 19 Jan-Marten Block Karl Jeroboan Kevin Jenewein Oliver Geissen Maite Kelly Mike Singer Michael Wendler/Thomas Gottschalk 19 22.01.2022 07.05.2022 18 Harry Laffontien Amber van den Elzen Melissa Mantzoukis Marco Schreyl Florian Silbereisen Ilse DeLange Toby Gad 20 14.01.2023 15.04.2023 20 Sem Eisinger Monika Gajek Lorent BerishaLaura WontorraDieter BohlenPietro Lombardi Katja Krasavice Leony 21 18.09.2024 09.11.2024 15 Christian Jährig Philip Matas Nissim Mizrahi Loredana Beatrice Egli 22 04.04.2026 09.05.2026 10 Menowin Fröhlich Constance Dizendorf Tyrell Hagedorn Isi GlückBushido Anmerkungen

Staffel 1 (2002–2003)

mini|hochkant|links|Alexander Klaws, Sieger der ersten Staffel Alexander Klaws Juliette Schoppmann Daniel Küblböck Vanessa Struhler Gracia Baur Nicole Süßmilch Daniel Lopes Nektarios Bamiatzis Judith Lefeber Andrea Josten Stephanie Brauckmeyer

Moderiert wurde die erste Staffel von Michelle Hunziker und Carsten Spengemann. Die Jury bestand aus dem Produzenten, Komponisten und Sänger Dieter Bohlen, dem Radiomoderator Thomas Bug, der Musikjournalistin Shona Fraser und Thomas M. Stein, dem Geschäftsführer von BMG-Ariola.

Das Magazin wurde von Peer Kusmagk und Tamara Gräfin von Nayhauß moderiert.

Die Finalshow der ersten deutschen Staffel am 8. März 2003 erreichte (bei Spitzenwerten bis zu 15,01 Millionen) eine durchschnittliche Einschaltquote von 12,8 Millionen Zuschauern.

Auch die Vermarktung der Nachwuchs-Sänger nach dem Ende der Staffel war anfangs erfolgreich. Alle fünf Erstplatzierten der ersten Staffel erreichten 2003 in den deutschen Singlecharts Plätze in den Top 10, Alexander Klaws und Daniel Küblböck erreichten sogar Platz 1. Zudem erreiche Klaws' Siegeralbum Take Your Chance Platz 1 der deutschen Albumcharts. Die von allen Teilnehmern der ersten Staffel gesungene Single We Have a Dream war vom 13. Januar bis zum 17. Februar 2003 die meistverkaufte Single in Deutschland. Später brachte auch das Album United u. a. wegen der Produktion von Deutschland sucht den Superstar wieder Gewinne.

Nach den Castings folgten insgesamt neun Shows, die jeweils einem bestimmten Motto unterstanden. Nach jeder dieser Shows schied einer der Kandidaten aus. In den ersten beiden Mottoshows (Mein Superstar und Love Songs) lag, wie RTL nach dem Ende der Staffel bekannt gab, Judith Lefeber mit deutlichem Vorsprung vor Daniel Küblböck. Der spätere Sieger Alexander Klaws begann als Viertplatzierter und fiel in der zweiten Show sogar auf den fünften Platz zurück. Lefeber entschied sich jedoch nach zwei Sendungen, nicht weiter am Wettbewerb teilzunehmen. Ihre Stelle nahm die bereits im Vorfeld ausgeschiedene Nicole Süßmilch ein. Die dritte Mottoshow (Hits 2002) entschied Küblböck für sich (vor Juliette Schoppmann). Und die vierte Mottoshow (Musical) entschied Gracia Baur für sich (vor Küblböck), während Schoppmann in dieser Kategorie, die sie vorher beruflich ausgeübt hatte, Vorletzte wurde. In der fünften und sechsten Mottoshow (Hits der 80er-Jahre und Big Band) lag Küblböck vor Klaws. In den letzten drei Shows (Disco, Filmmusik und Finale) führte Klaws vor Schoppmann. Mit 70,2 Prozent zu 29,8 Prozent der Stimmen entschied Klaws das Finale mit dem Titel Take Me Tonight für sich.

Staffel 2 (2003–2004)

mini|links|Elli Erl, Siegerin der zweiten Staffel

Elli Erl Denise Tillmanns Philippe Bühler Benjamin Martell Gunther Göbbel Anke Wagner Aida Ilijasevic Judith Burmeister Kemi Awosogba Lorenzo Woodard Steffen Frommberger Ricky Ord undJessica Houston

Die zweite Staffel von Deutschland sucht den Superstar startete im Herbst 2003. Sowohl das Moderatorenpaar als auch die Jury blieben unverändert. Die Show konnte an den Erfolg der ersten Staffel jedoch nicht anknüpfen. Dies spiegelte sich sowohl in den Einschaltquoten als auch in der Zahl der Telefonanrufe wider. Ebenso gab es eine große Differenz beim Verkauf der gemeinsam aufgenommenen Platten der Finalkandidaten. Auch der kommerzielle Erfolg der Siegerin war deutlich geringer als bei der ersten Staffel.

Nur durchschnittlich 5,33 Millionen Zuschauer sahen das Finale am 13. März 2004. Die erfolgreichste Sendung der zweiten Staffel war das erste Casting mit 6,65 Millionen Zuschauern.

In dieser Staffel nahm auch der spätere Popstars-Gewinner Sascha Salvati teil. Dieser kam unter die Top 50, schied dann aber aus.C6-Magazin.de: 30,9 % Marktanteil für Deutschland sucht den Superstar

Keine Plattenveröffentlichung, die mit der zweiten Staffel von DSDS in Verbindung stand, konnte die Nummer eins der deutschen Verkaufscharts erreichen: Die gemeinsame Single Believe in Miracles erreichte Platz acht, das gemeinsame Album Magic of Music erreichte Platz zwei, hatte aber mit neun Wochen eine ungewöhnlich kurze Verweildauer in den Top 100. Lediglich die Siegerin, Elli Erl, veröffentlichte in unmittelbarem Zusammenhang mit der Ausstrahlung der zweiten Staffel drei Singles und das Album Shout It Out, welche mit Ausnahme des Siegertitels This Is My Life (Platz drei), nicht in die Top 30 kamen. Der Drittplatzierte Philippe Bühler startete seine Karriere Ende 2005 erst mit deutlichem zeitlichen Abstand. Gunther Göbbel veröffentlichte als Mitglied des Duos Lemon Ice das Lied Stand by Me.

Da im Gegensatz zur ersten Staffel 13 Teilnehmer an der ersten Mottoshow teilnahmen, gab es zwei Shows mehr (und in der ersten Show schieden ausnahmsweise zwei Teilnehmer aus).

Die elf Shows standen jeweils wieder unter einem musikalischen Thema. Den nach Ende der Staffel von RTL veröffentlichten Zahlen zufolge, führte nach der ersten Mottoshow (Mein Pop-Idol) Philippe Bühler vor Anke Wagner und Denise Tillmanns. Die spätere Siegerin Elli Erl wurde Vierte und konnte erst in der zehnten Mottoshow die Mehrheit der Telefonanrufe auf sich vereinigen. Die zweite Mottoshow (Rock- und Popballaden) entschied wiederum Philippe Bühler vor Denise Tillmanns für sich. Beide Teilnehmer tauschten die Plätze in der dritten Mottoshow (Mein Geburtsjahr), und in der Christmas Show lag Bühler wieder vor Tillmanns. In der fünften Mottoshow (Elton John und Madonna) war wieder Tillmanns vorne (vor Benjamin Martell). Ihre Führung behielt sie in der sechsten Mottoshow (Big Band), dann wieder mit Bühler als Zweitem. In der siebten und achten Mottoshow (Hits der 1970er-Jahre und Filmmusik) lag wieder Bühler vor Tillmanns. Beide tauschten in der neunten Mottoshow (Songs der Jury) erneut die Plätze, wohingegen in der zehnten Mottoshow (Hits der 60er) erstmals Elli Erl vorne lag. Sie gewann das Finale mit 61 Prozent zu 39 Prozent der Stimmen gegen Denise Tillmanns.

Staffel 3 (2005–2006)

mini|links|Tobias Regner, Sieger der dritten Staffel

Tobias Regner Mike Leon Grosch Vanessa Jean Dedmon Nevio Passaro Didi Knoblauch Anna-Maria Zimmermann Daniel Munoz Lena Hanenberg Dascha Semcov Carolina Escolano Stephan Darnstaedt

Am 16. November 2005 begann die Ausstrahlung der dritten Staffel. Die bisherigen Moderatoren wurden von Tooske Ragas und Marco Schreyl abgelöst. Das Magazin zur Sendung wurde von Nina Moghaddam und David Wilms moderiert. Die Jury wurde auf drei Personen verkleinert, und überwiegend neu besetzt; neben Dieter Bohlen bewerteten Sylvia Kollek und Heinz Henn die Kandidaten.

In der ersten Top-20-Show nahm der spätere Popstars-Gewinner Julian Kasprzik teil und schied aus.

Die Themen der Mottoshows waren in chronologischer Reihenfolge Greatest Hits, 80er Jahre, Rock, Big Band, Love Songs, Nummer-eins-Hits, Soul und Kuschelrock. Nachdem die Einschaltquoten in der zweiten Staffel nicht zufriedenstellend waren, kehrte RTL mit der dritten Staffel wieder zum in Staffel 1 erprobten Aufbau der Sendung mit nur neun statt elf Mottoshows zurück.