Eswatini (Vollform: Königreich Eswatini, , ,Musa Victor Mdabuleni Kunene: Communal Holiness in the Gospel of John: The Vine Metaphor as a Test Case with Lessons from African Hospitality and Trinitarian Theology. Langham Monographs, 2012, ISBN 978-1-907713-23-1, S. 141; : “The name ‘Kingdom of Eswatini’ functions equally as the name Swaziland and is favorable to the present King Mswati III as evident in his parliament speeches.”The World Factbook. Potomac Books, 2010, ISBN 978-1-61234-401-0; kurz eSwatiniJames Earl Lassiter: Culture and Personality Aspects of Socioeconomic Development in Swaziland: An Analysis of Student Attitudes and Values. University of Oregon, 1983, S. 28; .), bis 2018 offiziell Swasiland, traditionell auch kaNgwane, ist ein Binnenstaat im südlichen Afrika mit etwa 1,2 Millionen Einwohnern. Er grenzt an Südafrika und Mosambik. Nationalfeiertag ist der 6. September, der Jahrestag der Unabhängigkeit im Jahr 1968. Die Staatsform ist faktisch eine absolute Monarchie. Die beiden größten Städte des Landes sind die administrative Hauptstadt Mbabane und das wirtschaftliche Zentrum Manzini. Regierungssitz ist Lobamba.
Geographie Das Königreich ist mit einer Fläche von 17.363 Quadratkilometern nach Gambia der zweitkleinste Staat auf dem afrikanischen Kontinent, er ist halb so groß wie Nordrhein-Westfalen. Die Nachbarländer des Binnenstaates sind Mosambik im Osten und die südafrikanischen Provinzen Mpumalanga im Norden und Westen sowie KwaZulu-Natal im Süden. Die Länge der Staatsgrenze beträgt insgesamt 535 Kilometer, wovon 105 Kilometer mit Mosambik und 430 Kilometer mit Südafrika geteilt werden. Der Lusutfu, auch Great Usutu River und im weiteren Verlauf Maputo genannt, ist der längste Fluss des Landes. Eswatini ist in die vier Regionen Hhohho (im Norden und Nordwesten), Manzini im Westen und in der Mitte, Shiselweni im Süden und Lubombo im Osten aufgeteilt.
links|mini|200px|Die vier topografischen Zonen Eswatini gliedert sich von West nach Ost in vier topografische Zonen. Im Westen des Landes liegt das Highveld (Hochland), das eine mittlere Höhe von aufweist und nach Westen in die südafrikanischen Drakensberge übergeht. Die höchste Erhebung innerhalb Eswatinis ist der hohe Emlembe nahe der Westgrenze. Etwa ein Sechstel des Hochlands ist von Wäldern bedeckt. Die Hauptstadt Mbabane liegt in dieser Region. Das Middleveld (Mittelland) liegt durchschnittlich etwa hoch und besteht aus fruchtbarem Hügelland.
Klima Die Klimazonen entsprechen den vier Landschaftszonen und sind insgesamt subtropisch. Im Highveld fällt mit über 1000 mm der meiste Regen. Die meisten Niederschläge fallen im Sommer (Oktober bis März). Meistens sind es Schauer, länger anhaltende Regenfälle sind selten. Die Temperaturen sind überwiegend warm bzw. mild. Die Luftfeuchtigkeit ist meist hoch; in Mbabane erreichen die Durchschnittstemperaturen im Sommer 26 °C. Im Winter sinken sie auf rund 13 °C.studentsoftheworld.info Im Lowveld fallen deutlich weniger Niederschläge. Das Klima ist hier am wärmsten. In den Lubombo-Bergen herrscht ebenfalls trockenes, subtropisches Klima mit etwas kühleren Temperaturen als im Lowveld.
Gewässer mini|Die Flüsse in Eswatini und ihre Einzugsgebiete Hydrologisch ist das Land in vier Einzugsgebiete aufgeteilt. Sein gesamter Niederschlag entwässert über diese nach Osten in die Maputo-Bucht. Der Norden, mit 2500 km² und 14 % der Landesfläche, fließt über den Komati ab, der das Land streift. In der Mitte und im Osten entspringen die Quell- und Nebenflüsse des Mbuluzi mit über 10 % der Fläche. Der gesamte Süden entwässert in den Maputo, dessen Einzugsgebiet mit etwa 12.000 km² 69 % der Landesfläche ausmacht. Im äußersten Osten gibt es einen kleinen Teil, der über den Tembe abfließt.
Die meisten Seen des Landes sind Stauseen. Die größten sind der Mnjoli-Stausee, der Maguga Dam und der Pongolapoort-Stausee. Letzterer befindet sich größtenteils auf dem Gebiet Südafrikas und reicht nur bei hohem Wasserstand bis in das Gebiet Eswatinis.
Städte
Im Jahr 2023 lebten 25 Prozent der Einwohner Eswatinis in Städten. Die größten Städte sind:
Rang Stadt Einwohner (2017) Region 1 Mbabane 60.691 Hhohho 2 Manzini 30.248 Manzini 3 Nhlangano 10.456 Shiselweni 4 Matsapha 7.571 Manzini 5 Big Bend 6.433 Lubombo
Bevölkerung Demografie und Bevölkerungsstruktur
Eswatini hatte 2023 1,2 Millionen Einwohner. Das jährliche Bevölkerungswachstum betrug + 0,8 %. Zum Bevölkerungswachstum trug ein Geburtenüberschuss (Geburtenziffer: 23,6 pro 1000 Einwohner vs. Sterbeziffer: 11,9 pro 1000 Einwohner) bei. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 2,8, die der Region Ost- und Süd-Afrika betrug 4,3. Die Lebenserwartung der Einwohner Eswatinis ab der Geburt lag 2022 bei 56,4 Jahren. Der Median des Alters der Bevölkerung lag im Jahr 2021 bei 21,5 Jahren. Im Jahr 2023 waren 34,4 Prozent der Bevölkerung unter 15 Jahre, während der Anteil der über 64-Jährigen 4,0 Prozent der Bevölkerung betrug.
Über 90 % der Bevölkerung Eswatinis gehören dem Bantuvolk der Swasi an. Ferner leben dort Sotho, Zulu, Tsonga, Weiße und Coloureds.
Sprachen und Religionen Fast alle Swasi sprechen als Muttersprache siSwati, eine Nguni-Sprache. Wenige Einwohner sprechen als erste Sprache isiZulu bzw. Xitsonga. Englisch ist Bildungs-, Verkehrs- und zweite Amtssprache in Eswatini. So sind beispielsweise die Internetauftritte von Regierung, öffentlicher Verwaltung, Energie- und Wasserversorgern, Unternehmen, Banken, Medien usw. ausschließlich in englischer Sprache verfasst; es lassen sich de facto keine Internetseiten aus Eswatini in siSwati finden.
Rund 90 % der Bewohner Eswatinis sind Christen. Nach Schätzungen gehören 40 % der Bevölkerung der im südlichen Afrika weit verbreiteten Zion Christian Church (ZCC) an und etwa 5 % der römisch-katholischen Kirche. Die Katholiken sind im Bistum Manzini zusammengefasst.
Bildung Obwohl keine Schulpflicht besteht und der Schulbesuch kostenpflichtig ist, besucht ein hoher Anteil der Kinder die Primary Schools, die bis zur 7. Klasse führen. Gleichzeitig arbeiten rund 12 % der 5–14-Jährigen (Stand 2001). (englisch) Der Anteil der Kinder, die eine weiterführende Schule besuchen, beträgt rund 47 %. Analphabeten sind deutlich in der Minderheit.Daten bei hdr.undp.org (englisch, PDF) In Mbabane, der Hauptstadt von Eswatini, befindet sich das United World College Waterford Kamhlaba. Eswatini hat seit 1973 eine eigene Universität, die 2018 umbenannte University of Eswatini. Sie hat ihren Sitz in Kwaluseni; einige Fakultäten befinden sich in Luyengo und Mbabane. Ferner gibt es weitere Einrichtungen des tertiären Bildungssektors, sowohl von staatlichen als auch von privaten Trägern.
Der Bildungssektor war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts von Missionsstationen bestimmt. Zu den führenden Kirchen in diesem Kontext gehörten die Nazarener einschließlich einiger mit ihnen verbundenen Gruppen sowie die Methodisten und die Anglikaner. Mindestens bis 1945 war Eswatini der Teil der früheren High Commission Territories (BLS-Staaten), die Bildungsangebote über die Primary Standards anboten, damals bis Standard VIII/Lebensalter 16 Jahre. Die 1908 gegründete St. Mark’s School (anglikanisch) in Mbabane bot die komplette Sekundarstufe an. Die Goedgegun school (staatliche Schule) ging nur bis zum Junior Certificate und bot Ausbildungen in einer landwirtschaftlichen Abteilung an. Das waren Bildungsangebote für Schüler aus der europäischstämmigen Bevölkerung.Die verbreitete Schulausbildung für Angehörige der Swasi ging zum o. g. selben Zeitraum bis Standard IV, meist jedoch nur bis II oder III, in zwei Fällen aber bis zum Junior Certificate. Insgesamt gab es 1945 für diese Bevölkerung etwa 100 Schulen (staatlich oder mit staatlichen Mitteln finanziert). Ferner existierten drei Swazi national schools mit einer Grundschulausbildung. Den Abschluss auf der Ebene eines Junior Certificate gab es nur bei einer dieser drei vom Swazi National Fund finanzierten Einrichtungen. Letztere, die 1932 gegründete Matapa School, verfügte über berufliche Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich industrieller und landwirtschaftlicher Tätigkeitsprofile. Sie diente auch als Ausbildungsstätte für die Söhne der Chiefs und wurde durch eine Regierungskommission direkt beaufsichtigt.Hugh Ashton: The High Commission Territories. In: Ellen Hellmann, Leah Abrahams (Hrsg.): Handbook on Race Relations in South Africa. Oxford University Press, Cape Town / London / New York 1949, S. 731, 736.
Gesundheit Die Gesundheitsausgaben des Landes betrugen im Jahr 2021 7,0 % des Bruttoinlandsprodukts. Trotz der Fortschritte, die das Land gemacht hat, ist die Gesundheitsversorgung noch immer rudimentär. Im Jahr 2018 praktizierten in Eswatini 2,4 Ärztinnen und Ärzte je 10.000 Einwohner. 88,3 % der Geburten werden von qualifiziertem medizinischen Personal betreut (Stand 2019). Die Säuglingssterblichkeit beträgt 40,8 pro 1000 Geburten, die Müttersterblichkeit liegt bei 389 pro 100.000 Geburten (Stand 2019). 66 % der verheirateten Frauen haben Zugang zu Verhütungsmitteln (Stand 2019). Die Lebenserwartung der Einwohner Eswatinis ab der Geburt lag 2022 bei 56,4 Jahren (Frauen: 60,6, Männer: 52,6). Die Lebenserwartung stieg von 47,3 Jahren im Jahr 2000 bis 2022 um 19 %.
Im Kampf gegen Unterernährung und Hunger konnten Fortschritte erzielt werden. 2014 waren noch 5,8 % der Kleinkinder unterernährt. Gleichzeitig sind 16,5 % der Erwachsenen stark übergewichtig.
Die Rate der HIV-Infizierten ist die höchste der Welt. Im Jahr 2004 waren 38,6 % der schwangeren Frauen mit dem Erreger der Immunschwächekrankheit infiziert, 2005 waren es bereits 42,6 %. Zwischen 2008 und 2013 konnte die Infektionsrate leicht gesenkt werden.Swaziland shows signs of turning corner on world’s highest HIV rates. reuters.com vom 23. September 2013 (englisch), abgerufen am 30. November 2013 2019 lag der Anteil der HIV-Infizierten in der Altersgruppe von 15 bis 49 Jahren bei 27,3 %. Jedes Jahr sterben über 3000 Menschen an der Krankheit. AIDS ist einer der Hauptgründe für die geringe Lebenserwartung, zeitweise die niedrigste der Welt. Ihren tiefsten Punkt hatte sie 2005 mit 42,5 Jahren, 44,6 Jahre für Frauen und 40,7 Jahre für Männer. Seitdem nahm sie jedoch wieder kontinuierlich zu und betrug 2019 rund 59,4 Jahre, 64,0 Jahre für Frauen und 55,3 Jahre für Männer Dies ist wiederum neben der niedrigen Fertilitätsrate und der Abwanderung nach Südafrika einer der Gründe für das für afrikanische Verhältnisse sehr geringe Bevölkerungswachstum.
Landesname Mit Vereinbarungen von 1881 und 1884 zwischen den Regierungen des Vereinigten Königreichs und der Südafrikanischen Republik wurde die Unabhängigkeit von Swasiland garantiert. Eine provisorische Regierung bildete sich 1890 unter Beteiligung britischer, transvaalischer und swasiländischer Vertreter. Zwischen 1902 und 1907 regierte ein britischer Sonderkommissar das Land. Seit Gründung der Südafrikanischen Union im Jahre 1910 gab es einen High Commissioner for Basutoland, Bechuanaland Protectorate, Southern Rhodesia and Swaziland. Seither wurde das Land unter dem Oberbegriff High Commission Territories mit anderen britischen Kolonialgebieten verwaltet und der Name Swaziland verwendet. Von 1930 bis 1963 stand die britische Verwaltung des Gebietes in der Verantwortung des High Commissioner for Basutoland, the Bechuanaland Protectorate and Swaziland (BBS).Hugh Ashton: The High Commission Territories. In: Ellen Hellmann, Leah Abrahams (Hrsg.): Handbook on Race Relations in South Africa. Oxford University Press, Cape Town / London / New York 1949, S. 706–707.University of Botswana. History Department, Neil Parsons, Glorious Gumbo: Bechuanaland Colonial Administrators c.1884–c.1965. auf www.thuto.org (englisch)