Das Talent (, ) war eine ursprünglich altbabylonische Maßeinheit der Masse (Traglast eines MannesJöran Friberg: A Remarkable Collection of Babylonian Mathematical Texts, Springer, 2007, ISBN 978-0-387-34543-7, S. 173 ). Dieses Talent sowie davon abgeleitete kleinere Talente waren in der Antike gebräuchlich. Ein Talent war jeweils in 60 Minen unterteilt, bis auf das römische, das in 100 Libra (Pfund) geteilt war.

Über die Dichte des Wassers wurde ein Bezug zu Volumen- und Längeneinheiten beibehalten: Ein Talent Wasser hatte jeweils ein Volumen von einem Kubikfuß. Verschiedene Hohlmaße für Flüssigkeiten von jeweils 1½ Kubikfuß hießen Metretes, solche für trockenes Schüttgut (Medimnos) umfassten 2 Kubikfuß.

Wie andere antike Masseeinheiten wurde das Talent durch Aufwägen von Silber (seltener Gold oder Kupfer) als Währung benutzt, für die Unterteilungen siehe antike Drachme.

Unterteilungen Das Talent in Mesopotamien Das Talent in Mesopotamien ist wie folgt unterteilt:

Mine Schekel še 1 Talent 60 3.600 648.000 1 Mine 60 10.800 1 Schekel 180

Andere Bezeichnungen für die obigen Gewichte sind: Talent: Biltûm oder Gún Mine: Manûm oder Ma.na Schekel: Gin, Sekel oder šiklûm

Siehe auch: Gewichte in Mesopotamien

Das babylonische Talent Das babylonische Talent (Kikkar) ist wie folgt unterteilt:

Maneh Schekel Bekah Gerah 1 Kikkar 60 3000 6000 60.000 1 Maneh – 50 100 1000 1 Schekel – – 2 20 1 Bekah – – – 10

Das babylonische Talent folgt in den Unterteilungen bzgl. der Mine und des Schekels ursprünglich dem in Mesopotamien verwendeten Sexagesimalsystem. Im Laufe der Zeit wurde die Mine zu 60 Schekel jedoch durch die Mine zu 50 Schekel ersetzt, möglicherweise durch ägyptischen Einfluss.

Das Talent in der Bibel Das biblische Talent ist wie folgt unterteilt: In: biblica.com Mine Schekel Beka Gera GrammHermann Schelenz: Geschichte der Pharmazie. Springer-Verlag, ISBN 978-3-642-52606-0, 2013, S. 16. 1 Talent 60 3.000 6.000 60.000 58.932,00 1 Mine – 50 100 1.000 982,00 1 Schekel – – 2 20 16,37 1 Beka – – – 10 8,68 1 Gera – – – 1 0,868

Im AT werden die obigen Gewichte (und ihre Unterteilungen) zum Beispiel an den folgenden Stellen erwähnt: Beka: bzw. „ein Beka je Kopf, ein halber Schekel, […]“ Gera: bzw. „Und alle Schätzung soll nach dem Schekel des Heiligtums geschehen; zwanzig Gera soll der Schekel sein.“ Schekel: bzw. „Und der Schekel soll zwanzig Gera betragen; zwanzig Schekel, 25 Schekel und fünfzehn Schekel soll bei euch die Mine betragen.“ Mine: Man findet im AT Angaben, nach denen die Mine in 50, 60 oder 100 Schekel unterteilt sein kann.„Wenn man 1. Könige 10,17 mit 2. Chronika 9,16 vergleicht, sieht man, dass eine Mine 100 Sekeln entspricht (wahrscheinlich, denn das Wort ‚Sekel‘ ist durch die Übersetzer hinzugefügt worden), wobei in Hesekiel 45,12 die Mine 60 Sekeln entspricht, weil es sich bei den zuletzt genannten um Sekel des Heiligtums handelt. Der Vers in Hesekiel erscheint merkwürdig, aber der Sinn scheint, dass drei Gewichte (20, 25 und 15 Sekel) zusammen ihre Mine sein sollte, woraus folgt, dass eine Mine 60 Sekeln entspricht. Einige moderne Tabellen geben für die Mine 50 Sekel an, als Schlussfolgerung aus dem, was in Hesekiel 45,12 in der Septuaginta genannt wird.“ Die Unterteilung der Mine in 50 bzw. 60 Schekel hängt davon ab, ob man die Septuaginta (50 Schekel) oder den masoretischen Text (20 + 25 + 15 = 60 Schekel) als Grundlage der Übersetzung verwendet. Folgt man der Unterteilung der Mine in 50 Schekel, dann entspricht die gewichtsmäßige Unterteilung derjenigen des babylonischen Talents. 50 Schekel: bzw. „Ein Schekel habe zwanzig Gera. Fünf Schekel sollen euch fünf Schekel sein, und zehn Schekel sollen zehn Schekel sein, die Mine aber gelte fünfzig Schekel.“ Die Septuaginta (entstanden ca. 250 v. Chr.) legt die Unterteilung der Mine auf 50 Schekel fest, da dies der geläufigen Unterteilung zu dieser Zeit entsprochen hat. 60 Schekel: bzw. „Und der Schekel soll zwanzig Gera betragen; zwanzig Schekel, 25 Schekel und fünfzehn Schekel soll bei euch die Mine betragen.“ Diese Unterteilung dürfte auf den Einfluss des mesopotamischen Systems zurückzuführen sein, da das Buch Ezechiel (bzw. Hesekiel) im Zeitraum von ca. 600–560 v. Chr. in Babylonien entstanden ist. 100 Schekel: Ein Vergleich von mit kann so interpretiert werden, dass die Mine in 100 Schekel unterteilt war. bzw. „und dreihundert Kleinschilde aus legiertem Gold, mit drei Minen Gold überzog er jeden Kleinschild. […]“ bzw. „und dreihundert Tartschen von getriebenem Golde: dreihundert Sekel Gold zog er über jede Tartsche; […]“ In: bibel-online.net Talent: die Unterteilung des Talents ergibt sich aus den beiden angegebenen Stellen durch folgende Rechnung: 603.550 Beka = 301.775 Schekel = 300.000 + 1775 Schekel = 100 Talente + 1775 Schekel. bzw. „Und das Silber von den Gemusterten der Gemeinde betrug 100 Talente und 1775 Schekel, nach dem Schekel des Heiligtums“ bzw. „ein Beka je Kopf, ein halber Schekel, nach dem Schekel des Heiligtums, von jedem, der zu den Gemusterten hinüberging, von zwanzig Jahren an und darüber, von 603550 Mann.“

Als weitere Gewichte (bzw. Geldstücke) außerhalb der obigen Unterteilung werden im AT bzw. NT noch erwähnt: Kesita: bzw. „Und er kaufte das Stück Feld, wo er sein Zelt aufgeschlagen hatte, von der Hand der Söhne Hamors, des Vaters Sichems, für hundert Kesita.“ Das Gewicht ist unklar, es entspricht aber möglicherweise 4 Schekel. Litra: bzw. „Da nahm Maria ein Pfund Salböl […]“. Es entspricht einem römischen Pfund (Libra) und damit ca. 325 Gramm. Pim: bzw. „Das Schärfen geschah für einen Zweidrittelschekel bei den Pflugscharen und bei den Spaten, bei der Gabel und bei den Beilen und um die Rinderstacheln geradezurichten.“ Durch archäologische Funde wurde sein Gewicht mit ca. 8 Gramm bestätigt und entspricht damit ca. ⅔ eines Schekels. In: biblica.com

siehe auch: Gewichte in der Bibel

Das Talent im Talmud Das Talent im Talmud ist wie folgt unterteilt:

Litra Tartimar Unkiyyah Sela Schekel Zuz 1 Talent 60 120 750 1500 3000 6000 1 Litra – 2 12 ½ 25 50 100 1 Tartimar – – 6 ¼ 12 ½ 25 50 1 Unkiyyah – – – 2 4 8 1 Sela – – – – 2 4 1 Schekel – – – – – 2

Die Gewichte entsprechen weitgehend römischen und griechischen Vorbildern: Litra (bzw. Mine oder Maneh): entspricht ursprünglich einem römischen Pfund (Libra). Sela: entspricht einem tyrischen Schekel. Schekel: entspricht einem halben biblischen Schekel. Tartimar: entspricht einer halben Mine Unkiyyah: entspricht der römischen Uncia. Zuz (Pl. Zuzim) bzw. Zin (Pl. Zinin): entspricht einem römischen Denar (und damit 1/100 einer Litra) bzw. einer griechischen Drachme.

4 Zuzim = 4 griechische Drachmen = 4 römische Denare = 1 tyrischer Schekel = 1 Tetradrachme = 1 Sela

Außerhalb obiger Unterteilung wird auch noch eine Mine mit 40 Schekel (bzw. 160 Denaren) erwähnt.However, the Talmud mentions yet another maneh of 40 shekels (160 denarii; Ḥul. 137b–138a)

Das attische Talent Das Attische Talent ist wie folgt unterteilt:

Mine Drachme Obolus 1 Talent 60 6000 36.000 1 Mine – 100 600 1 Drachme – – 6

Diese Unterteilung des attischen Talents bleibt in der griechisch-hellenistischen Welt über die Jahrhunderte hinweg unverändert bestehen.

Gewichte Das Talent in Mesopotamien Das Talent hatte ein Gewicht von ca. 30 kg und die Mine von ca. 0,5 kg. Ein Schekel wog ca. 8,3 Gramm und ein še ca. 0,046 Gramm.

siehe auch: Gewichte in Mesopotamien

Das babylonische Talent mini|Eine Reihe alter babylonischer Gewichte, von 1 Mine bis zu 3 Schekel Die Angaben zum Gewicht des babylonischen Talents sind unterschiedlich.

Als Beleg für die Umrechnung zwischen Babylonischem Talent und euböischen Minen dienen Herodots Historien. Deren mittelalterliche Abschriften haben im Abschnitt 3,89 ausnahmslos ein Umrechnungsverhältnis von 1 : 70 überliefert, das sich aber an der Steuerkalkulation in Herodots Abschnitt 3,95 bewähren muss. Daher wurde der überlieferte Text von Friedrich Wolfgang Reiz an der Stelle hin zu einem Verhältnis von 1 : 78 emendiert.Herodot, Historien 3,89,2 (griechischer Originaltext gemäß der Ausgabe von A. D. Godley, Cambridge 1920; daneben englische Übersetzung auf Basis derselben Ausgabe).Siehe die textkritischen Editionen Carolus Hude (Hrsg.): Herodoti historiae (Oxford Classical Texts). Editio tertia, tomus prior. Clarendoniano, Oxonii 1927 (unter ); Nigel Guy Wilson: Herodoti Historiae (Oxford Classical Texts). Tomus I: Libri I–IV. Oxford University Press, Oxford 2015. Siehe auch Abschnitt 3,95.Deutsche Übersetzung der Passage: Adolf Schöll: Herodot’s Geschichte. Viertes Bändchen. Metzlersche Buchhandlung, Stuttgart 1829 (im ).

Die euböische Mine kann bzgl. des Gewichts mit der attischen Mine in etwa gleichgesetzt werden, auch wenn die beiden nicht identisch waren. 60 attische Minen entsprechen einem attischen Talent (ca. 26 kg), d. h. 70 (72 bzw. 78) attische Minen ergeben daher ein Gewicht von ca. 30,33 (31,2 bzw. 33,8) Kilogramm für das babylonische Talent.

Gemäß der folgenden Quelle“This proves that a heavy and a light talent were used in Babylon, the latter one-half the weight of the former. A heavy talent = 60,600 grams […] 1 light talent = 30,300 grams […] There was, in addition to this ‘royal’ weight, another ‘common’ weight which was somewhat lighter […] According to this common weight the heavy talent weighed 58,944 grams […] and the light talent, mina, and shekel just one-half as much.” gab es insgesamt vier verschiedene babylonische Talente: ein schweres königliches und ein leichtes königliches Talent, wobei das leichte genau der Hälfte des schweren entsprach. Ein schweres königliches Talent entspricht 60,6 Kilogramm, ein leichtes königliches Talent 30,3 Kilogramm. Zusätzlich zu diesem königlichen Talent wurde noch ein gewöhnliches Talent genutzt, das etwas leichter war. Hierbei wog ein schweres gewöhnliches Talent 58,944 Kilogramm, ein leichtes gewöhnliches Talent die Hälfte davon.

Das Talent in der Bibel

Die Grundlage zur Berechnung von Gewichten war der Schekel (Schekel bedeutet ursprünglich „Gewicht“).The major weight of metal mentioned in the Bible is the shekel, as its name, which means simply „weight,“ testifies. The verb shql („to weigh“) is shared by all Semitic languages; and generally the system of weights used by Semitic peoples is the same. Weights, for the most part, were made of stone, hence the Bible refers to weights generally as „stones“ (ʾeven).

Im AT werden drei verschiedene Schekel erwähnt: der Schekel wie er beim Händler gängig ist: bzw. „Und Abraham hörte auf Efron; und Abraham wog dem Efron das Geld dar, von dem er vor den Ohren der Söhne Het geredet hatte, vierhundert Schekel Silber, wie es beim Händler gängig ist.“ der Schekel nach königlichem Gewicht: bzw. „Und wenn er sein Haupt scheren ließ – es geschah nämlich am Ende jedes Jahres, daß er es scheren ließ, denn es war ihm zu schwer, so ließ er es scheren –, dann wog sein Haupthaar zweihundert Schekel nach königlichem Gewicht.“ der Schekel des Heiligtums: bzw. „Und alle Schätzung soll nach dem Schekel des Heiligtums geschehen; zwanzig Gera soll der Schekel sein.“