mini|Ford Capri im Museum der Autostadt Wolfsburg

Der Ford Capri ist ein Pkw-Modell des Automobilherstellers Ford. Das Sportcoupé auf der Basis der zweiten Generation des britischen Ford Cortina wurde ab November 1968 bis Dezember 1986 in Deutschland und bis Oktober 1986 in Großbritannien gebaut. Es war nach dem Escort das zweite neue europäische Ford-Modell seit der Vereinigung von Ford of Britain und Ford Deutschland zu Ford of Europe.

Die Bezeichnung Capri war im Ford-Konzern bereits früher verwendet worden: Einmal beim US-amerikanischen Lincoln Capri der frühen 1950er Jahre und auch von 1962 bis 1964 beim Ford Consul Capri, einer Coupé-Variante des britischen Ford Consul Classic. 2024 führte der Hersteller den Modellnamen wieder ein. Das batterieelektrisch angetriebene SUV-Coupé Ford Capri basiert auf dem MEB der Volkswagen AG und wird gemeinsam mit dem Ford Explorer im Kölner Werk gebaut.

Capri ’69 (1968–1973)

Der erste Capri (intern Capri ’69) wurde im Januar 1969 auf dem Brüsseler Autosalon offiziell präsentiert, der Verkauf begann im Februar.

Mit dem Capri wollte Ford den Erfolg, den das Unternehmen mit dem Ford Mustang in den USA erzielt hatte, in Europa wiederholen und eine Art europäisches „Pony-Car“ anbieten. Das konventionelle Fahrwerk wurde vom englischen Ford Cortina übernommen, die Motoren der auf dem Festland gebauten Wagen von deutschen Ford Taunus. Hergestellt wurde er in den britischen Werken Dagenham und Halewood, im belgischen Genk und in dem deutschen Ford-Werken Saarlouis und Köln. Der Entwicklungsname des Capri lautete Colt (engl. für Fohlen); da der Name aber rechtlich von Mitsubishi geschützt war, konnte Ford ihn für sein Serienmodell nicht verwenden.

Ford wollte mit dem Capri ein möglichst breites Spektrum abdecken, daher standen viele Motoren zur Wahl. Ford Deutschland und Ford England setzten in den ersten Jahren jeweils verschiedene Motoren ein: während in England die 1,3- und 1,6-Liter-Reihenvierzylinder der Kent-Familie verwendet wurden, griff Ford Deutschland auf eigene V4-Motoren mit 1,3, 1,5 und 1,7 Litern Hubraum zurück. Die Spitzenmotorisierung war anfangs ein Zweiliter-V6, den es in der Grundausführung mit 85 PS (Normalbenzin) und in R-Ausführung mit 90 PS (Superbenzin) gab.

Ab September 1969 ergänzte ein 2,3-Liter-Doppelvergaser-V6 mit 125 PS das Motorenangebot in Deutschland.

Angeboten wurde der Capri in Grundausführung als 1300, 1500 und 2000, in GT-Ausführung als 1700 und 2300 sowie in R-Ausführung als 1700, 2000 S und 2300. Zur GT-Ausführung gehörte eine sportlichere Innenausstattung, die R-Ausstattung umfasste zusätzlich Motorhaube, Kühlergrill und Heckblende in Mattschwarz, Halogenfernlicht sowie Sportfelgen. Alle Ausführungen konnten mit einem Außenausstattungspaket L ergänzt werden, das unter anderem Stoßstangenhörner und verchromte Zierblenden vor den Hinterrädern enthielt.

Für den Capri waren einige vorkonfigurierte Ausstattungspakete verfügbar. Diese wurden durch runde Plaketten oberhalb der Hubraumbezeichnungen auf den vorderen Kotflügeln angezeigt. Es gab ein Paket „X“ mit einer kreisrunden Plakette mit glattem Rand, blauem Hintergrund und einem großen X. Dieses umfasste eine zu Einzelsitzen ausgeformte Rücksitzbank mit Mittelarmlehne, eine Handbremskontrollleuchte und eine Beifahrersonnenblende mit Schminkspiegel. Weiter gab es das Paket „L“ mit Plakette mit glattem Rand, rotem Hintergrund und einem großen L. Dieses beinhaltete eine verchromte Auspuffblende, einen abschließbaren Tankdeckel und Felgenzierringe. Das Paket „R“ hatte eine glatte Plakette mit schwarz-silbern kariertem Hintergrund und einem großen R. Merkmale waren ein Armaturenbrett mit vier Zusatzinstrumenten, die damals obligatorische Kartenleseleuchte mit Schwanenhals, Sporträder, mattschwarze Motorhaube, schwarzes Heckblech und schwarze Umrahmung der Seitenscheiben. Diese Pakete wurden sehr selten einzeln geordert. Meist wurden Kombinationen bestellt, die dann gesondert gekennzeichnet waren. Häufig vertreten war das XL-Paket mit einer Plakette mit Lorbeerkranz am Rand, silbernem Hintergrund und XL-Zeichen. Seltener gab ex XLR mit Plakette mit Lorbeerkranz und XLR-Schriftzug. Die Ausstattungsmerkmale waren entsprechend kombiniert. Die genaue Typenbezeichnung lautete dann beispielsweise Capri 2000 GT XLR.

Im September 1970 entfiel der 2000 mit 85 PS. Die R-Ausführung ersetzte man durch das Ausstattungspaket XLR für die GT-Ausführung, den 2000 bot man nun mit 90 PS als 2000 GT an. Die Leistung des 1500 wurde von 60 auf 65 PS gesteigert. Der 2300 GT wurde durch den 2600 GT mit gleicher Leistung ersetzt. Er war mit dem 2,6 Liter-V6-Serienmotor und einem Solex-Doppelvergaser ausgestattet. Kupplungsglocke und Getriebe wurden in Rot lackiert vom Taunus 26 M übernommen. Die Auspuffanlage entspricht der des 2,3 l V6, die vor der Hinterachse in einen Endschalldämpfer enden, welcher mit zwei Endrohren ausgestattet war. Die Hinterachse war zunächst vom normalen 2,6-Liter-Modell mit 3,22 : 1 übersetzt. Ab etwa August 1972 kam die vom britischen 3,0-Liter-Modell mit 3,09 : 1 übersetzte Hinterachse zum Einsatz.

Bis September 1972 verfügten nur Modelle mit V6-Motoren über eine Ausbuchtung in der Motorhaube.

Sondermodelle

Im September 1970 erschien im Capri RS 2600 eine neue 2,6-Liter-Version des Kölner V6 mit Kugelfischer-Einspritzung und 150 PS. Der RS 2600 hatte Doppelscheinwerfer von der exportierten US-Version und die Blinker aus der US-Version waren vorne in der Schürze unter den Scheinwerfern platziert. Aus Gewichtsgründen (Homologation in der Klasse 2) wurde er bis Juli 1971 ohne Stoßstangen angeboten. Nach den Werksferien (Bandumstellung) bekam er vorne und hinten verchromte Stummelstoßstangen. Er hatte zusätzliche Lufteinlässe vorn über dem Nummernschild, ein Fahrwerk mit Bilstein-Gasdruckstoßdämpfern, verkürzten Schraubenfedern und Federbeinen vorne und Einblattfedern mit Distanzstücken hinten, wodurch die Karosserie um ca. 50 mm abgesenkt wurde, was eine hervorragende Straßenlage mit sich brachte. Der Motor des RS basierte auf dem 125 PS starken 2,6 L V6, hatte jedoch eine gestrokte Langhubkurbelwelle mit 69 mm statt 66,8 mm Hub, wodurch der Hubraum auf über 2635 cm³ angehoben wurde. Zusätzlich sollte er eine „schärfere 300°“ Nockenwelle erhalten, was aber die günstigere Versicherungsklasse (bis 150 PS) deutlich überstiegen hätte (ca. 165–175 PS wäre die Folge gewesen). Daher bekam er nur eine Seriennockenwelle mit 258° und hatte somit immer noch über 160 PS. Ford gab in jenen Jahren nominal nur 150 PS an. Dies war damals auch in Amerika üblich, um die Versicherungen nicht zu überreizen. Er besaß außerdem eine stärkere Ölpumpe, HD-Ventilfedern, sowie eine von Harry Weslake entwickelte und in Kölner Werksnähe aufgebaute Ansaugbrücke mit mechanischer Kugelfischer-Einspritzanlage sowie einer durchsatzstärkeren zweiflutigen Auspuffanlage bis zum Heck, mit Fächerkrümmer und zwei getrennten, ovalen Endrohren. Der Innenraum war mit cordbezogenen Sportsitzen (zunächst ohne Kopfstützen) und einer einteiligen Rückbank ohne Mittelarmlehne bestückt. Die Lenkung mit Lenkeinschlagbegrenzer wurde über ein tiefgeschüsseltes AVO-Lederlenkrad auf schwarzem Armaturenbrett bedient. Dieses Modell diente als Basis für diverse Rennsportmodelle.

Ford Capri:130015001700200023002600RS 2600 Motor:  4-Zylinder-V-Motor (Viertakt)6-Zylinder-V-Motor (Viertakt) Hubraum:  1305 cm³1498 cm³ 1699 cm³ 1998 cm³2293 cm³2550 cm³2637 cm³ Bohrung × Hub:  84 × 58,86 mm90 × 58,86 mm 90 × 66,8 mm 84 × 60,14 mm90 × 60,14 mm90 × 66,8 mm90 × 69 mm Leistung bei 1/min:  36,8 kW(50 PS)bei 5000 44,1–47,8 kW (60–65 PS)bei 4800–5000 55,1 kW(75 PS)bei 5000 62,5–66,2 kW (85–90 PS)bei 500079,4–91,9 kW (108–125 PS)bei 5100–550091,9 kW(125 PS)bei 5300110,3 kW(150 PS)bei 5800 Max. Drehmoment bei 1/min:  93 Nm bei 2500112–115 Nm bei 2400–2500 127 Nm bei 2500 148–152 Nm bei 3000181–183 Nm bei 3000–3500201 Nm bei 3000224 Nm bei 3500 Verdichtung:  8,2 : 18,0–9,0 : 19,0 : 18,0–9,0 : 19,0 : 19,0 : 110,0 : 1 Gemischaufbereitung:  1 Fallstromvergaser1 Register-Fallstromvergaser1 Doppel-Fallstromvergasermechanische Kugelfischer-Einspritzung Ventilsteuerung:  Stoßstangen und Kipphebel (zentrale Nockenwelle, Stirnräder) Kühlung:  Wasserkühlung Getriebe:  4-Gang-Getriebe, Knüppelschaltung (a. W. Dreigangautomatik (Borg-Warner)) Radaufhängung vorn:  MacPherson-Federbeinachse, Schraubenfedern Radaufhängung hinten:  Starrachse mit halbelliptischen Blattfedern Karosserie:  Stahlblech, selbsttragend Spurweite vorn/hinten:  1346–1353/1320–1327 mm Radstand:  2559 mm Länge:  4186–4303 mm Leergewicht:  975–1060 kg Höchstgeschwindigkeit:  133 km/h138–144 km/h148–152 km/h157–165 km/h175–185 km/h185–190 km/h202 km/h 0–100 km/h:  24 s 18–21 s 15–17 s 12–15 s 10–12 s 10–11 s 9 s Verbrauch (Liter/100 Kilometer):  10,5 11–12 11,5–12,5 12,5–13,5 13,5–14,5 14,5–15,5 17

Modellpflege Ab September 1972 bot Ford das Auto als Capri ’73 in überarbeiteter Form mit Rechteck- oder Doppelscheinwerfern, Blinkern in den Stoßstangen und vergrößerten Heckleuchten, geänderten Sitzen und einem komfortabler ausgelegten Fahrwerk an. Die V4-Motoren wurden durch 1,3- und 1,6-Liter-Reihenvierzylinder aus dem Taunus ersetzt, der britische 3,0-Liter-V6 war für die deutschen Capri-Modelle ebenfalls lieferbar, der 2,0-Liter-Reihenvierzylinder wurde nur in Exportversionen eingebaut.

1973 war mit 233.000 verkauften Exemplaren das erfolgreichste Jahr für die Baureihe. Im August 1973 lief der einmillionste Capri vom Band.

Der Capri 2600 RS wurde bei dieser Version auch wieder aufgelegt. Erkennbar war er an den geteilten Stoßstangen.

Bis Ende 1973 entstanden von der ersten Baureihe (einschließlich des Capri ’73) in Deutschland etwa 784.000 Stück. Davon wurden im Inland 244.000 Exemplare verkauft.

Ford Capri:130016001600 GT230026003000RS 2600 Motor:  4-Zylinder-Reihenmotor (Viertakt)6-Zylinder-V-Motor (Viertakt) Hubraum:  1293 cm³1592 cm³ 1592 cm³ 2293 cm³2550 cm³2993 cm³2637 cm³ Bohrung × Hub:  79 × 66 mm87,7 × 66 mm 87,7 × 66 mm 90 × 60,14 mm90 × 66,8 mm93,7 × 72,4 mm90 × 69 mm Leistung bei 1/min:  40 kW (55 PS)bei 5500 53 kW (72 PS)bei 5500 65 kW (88 PS)bei 5700 79,5 kW (108 PS)bei 510092 kW (125 PS)bei 5300103 kW (140 PS)bei 5300110,3 kW (150 PS)bei 5600 Max. Drehmoment bei 1/min:  90 Nm bei 3000118 Nm bei 2700 124 Nm bei 4000 181 Nm bei 3000201 Nm bei 3000235 Nm bei 3000216 Nm bei 4000 Verdichtung:  8,0 : 19,0 : 19,0 : 19,0 : 19,0 : 18,9 : 110,5 : 1 Gemischaufbereitung:  1 Fallstromvergaser 1 Register-Fallstromvergaser 1 Doppel-Fallstromvergaser mechanische Kugelfischer-Einspritzung Ventilsteuerung:  hängende Ventile (obenliegende Nockenwelle, Zahnriemen) Stoßstangen und Kipphebel (zentrale Nockenwelle, Stirnräder) Kühlung:  Wasserkühlung Getriebe:  4-Gang-Getriebe, Knüppelschaltung (a.W. Dreigangautomatik (Borg-Warner)) Radaufhängung vorn:  MacPherson-Federbeinachse, Schraubenfedern Radaufhängung hinten:  Starrachse mit halbelliptischen Blattfedern Karosserie:  Stahlblech, selbsttragend Spurweite vorn/hinten:  1353–1392/1322–1327 mm Radstand:  2559 mm Länge:  4240–4313 mm Leergewicht:  975–1140 kg Höchstgeschwindigkeit:  140 km/h150–155 km/h165–170 km/h175–180 km/h185–190 km/h193–198 km/h205 km/h 0–100 km/h:  21 s 16–20 s 13–16 s 11–12 s 10–11 s 9–10 s 9 s Verbrauch (Liter/100 Kilometer):  10,5 12–13 12,5–13,5 13,5–14,5 14,5–15,5 15,5–16,5 17

Capri II ’74/’76 (1974–1977)

Modellgeschichte Da die Verkaufszahlen des ersten Capri stetig zurückgingen, war eine größere Überarbeitung erforderlich. Die Entwicklung wurde unter dem Namen „Diana“ geführt. Die Karosserie wurde neu gestaltet und erhielt größere Fensterflächen, womit auch auf die Kritik an der schlechten Sicht im Capri ’69 reagiert wurde. Neu war auch die große, oberhalb des Heckfensters angeschlagene Heckklappe.