Stockum bildet zusammen mit Lünern seit 1968 eine Ortschaft der Stadt Unna. Es hat mehr als 300 Einwohner und liegt sieben Kilometer östlich von Unna und nur einen halben Kilometer nördlich der Bundesstraße 1 direkt am ehemaligen, mittelalterlichen Hellweg.Ortsnamenendungen mit -um (z. B. Bochum, Beckum, Stockum, von lat. teloneum = Zoll) und -heim (z. B. Nordheim, Dahlheim, Hildesheim, Mühlheim, Buchenheim) waren typisch für fiskalische Gründungen an wichtigen Fernstraßen, die nach der fränkischen Eroberung im Frühmittelalter (Schlacht am Süntel 782 n. Chr.) entstanden. Sie waren nicht groß und lagen direkt an damaligen Fernstraßen, um dort den Wegezoll zu kassieren (, Zentrum für Namenforschung Göttingen). Zu den Ortsnamenendungen s. a. Zoll (Abgabe).

Geschichte Stockum gehörte im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit in eigener Bauerschaft (Stockhem) im Kirchspiel Lünern und Amt Unna zur Grafschaft Mark. Laut dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 hatten die 16 Steuerpflichtigen in der Bauerschaft zwischen 1 oirt und 6 Goldgulden an Abgabe zu leisten.Aloys Meister: Die Grafschaft Mark, Festschrift zum Gedächtnis der 300-jährigen Vereinigung mit Brandenburg-Preußen. 2. Band, Dortmund 1909, S. 28 – Auszug aus dem Schatzbuch der Grafschaft Mark von 1486 (Bauerschaft Stockum/Unna). Im Jahr 1705 waren in der vergrößerten Bauerschaft Stockum 31 Steuerpflichtige mit Abgaben an die Rentei Hamm im Kataster verzeichnet.Westfälisches Schatzungs- und Steuerregister, Band 6, Münster 1980. Darin: Kataster der Kontribuablen Güter in der Grafschaft Mark 1705, Bearb. von Willy Timm, S. 54–55.

Die Deutung des Ortsnamens kann mit Siedlung am / im Niederwald umschrieben werden.Michael Flöer: Die Ortsnamen des Ennepe-Ruhr-Kreises, der Stadt Bochum und der Stadt Herne, in: Westfälisches Ortsnamenbuch, Band 14, Bielefeld 2020, S. 233–235=hier Stockum (Witten)

Im 19. Jahrhundert gehörte die Landgemeinde Stockum bei der Errichtung der Ämter in der preußischen Provinz Westfalen zum Amt Unna-Kamen im Kreis Hamm. Im Jahr 1885 gab es in der Landgemeinde Stockum auf 304 ha Fläche, davon 256 ha Ackerland, 14 ha Wiesen, 1 ha Holzungen, 1 Wohnplatz, 43 Wohnhäuser mit 47 Haushaltungen und 289 Einwohner.Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen, Berlin 1887, S. 78–79, Online-Ausgabe.

Am 1. Januar 1968 wurde die bisherige Gemeinde Stockum mit der Stadt Unna zusammengeschlossen. Das bisherige Amt Unna-Kamen wurde aufgelöst.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1849 304 1910 278 1931Handbuch der Ämter und Landgemeinden in der Rheinprovinz und in der Provinz Westfalen, Preußischer Landgemeindetag West, Berlin 1931. 311 1956Otto Lucas: Kreis-Atlas Unna. Unna/Münster 1957. 339 1961 297 1967 286 1987 321 2013 32020223600

Stollenmuseum In Stockum befindet sich das kleinste private Stollenmuseum der Welt, die „Fröhliche Morgensonne“, mit über 1000 Ausstellungsstücken, vor allem solchen aus der Zeit von 1900 bis 1950. Aufgebaut von Horst Höfer, wird es an der Stockumer Wiese 4 für Führungen zur Verfügung gestellt.

Im November 2024 ist Horst Höfer im Alter von 92 Jahren verstorben, daher ist das Museum nun dauerhaft geschlossen.

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Einzelnachweise

Kategorie:Stadtteil von Unna Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Unna) Kategorie:Gemeindeauflösung 1968