mini|hochkant|Dieses Wappen von 1641 wurde ursprünglich von dem Senator und Ratsherrn Hugo Schuckmann in Lübeck geführt.

Schuckmann bzw. Schuppmann ist ein deutscher Familienname, der auch „Schockmann“ geschrieben wurde und als Angehöriger der Familie Scho(u)cke typisiert wird, deren Ursprung in Westfalen lag.Westfälisches Urkundenbuch (WUB), Reihe III, 63, 95. Digitalisate Hrsg. Historische Kommission für Westfalen.

Herkunft Mittelalterliche Dokumente liefern Nachweise, dass sich der Name „Schuckmann“ ursprünglich aus „Schocke, Schucke“ entwickelte und später „Schupmann“ geschrieben wurde. Hieraus evolvierte die Namensform „Schuppmann“. Mitte des 13. Jahrhunderts finden sich parallel beide Bezeichnungen „Schucke“ und „Schuckmann“ und zu Beginn des 16. Jahrhunderts werden die Namensformen „Schuckmann“, „Schupmann“ sowie „Schuppmann“ wechselweise vertauscht. Nebenher haben sich weitere ähnliche ‚Varianten‘ wie „Schogmann“, „Schockmann“, „Schopmann“, „Schubmann“, „Schugmann“, „Schukmann“ ausgeprägt.

Die ersten Schucke/Schockmann/Schuckmann/Schupmann 1154: Erster bekannter Namensträger ist der Ministerialis Everhard Scukke im Münsterland, Westfalen.Dr. Heinrich August Erhard’s Regesta Historiae Westfaliae, Codex Diplomaticus. Die Quellen der Geschichte Westfalens, Urkundenbuch zur Geschichte Westfalens, Zweiter Band, 1126–1200, Münster 1851, Index verweist auf Nr. 299, S. 78. Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein, insbesondere das alte Erzbistum Köln. Historischer Verein für den Niederrhein, insbesondere die alte Erzdiözese Köln, Hrsg. Historischer Verein für den Niederrhein insbesondere das alte Erzbistum Köln. L. Röhrscheid, Köln 1940, Nr. 137, S. 18. 1242: Der erste „Schuckman“ taucht in Köln als Henricus Scuckeman auf.Grundbücher und Schreinsbücher (Nr. 302) der Stadt Köln. Sten Hagström: Kölner Beinamen des 12. und 13. Jahrhunderts. Distributor Almqvist & Wiksell International, 1980, S. 34, 48, 67. 1323: „Johan Schockeman“ in Braunschweig: „Johan Schockeman hevet in Hennighes hus bi der Sutmolen (Südmühlen) seven verdinghe geldes alle jar. de mach he wederkoepen tho dren thiden, jo ene halve march vor achte march unde dre verdinghe vor twelfh march.“ (Aus dem ältesten Degedingebuch der Altstadt)Urkundenbuch der Stadt Braunschweig, Band 1321–1340, Ludwig Hänselmann, Heinrich Mack, Braunschweig, Band 3, 1. Abteilung, S. 57; Karte Blatt II im Anhang 1365: Wylloys Schucke, am 16. August 1365 als Zeuge beim Verkauf eines Zehnten in der Region Germerode erwähnt.Die Klöster der Landschaft an der Werra. Regesten und Urkunden. Band 9, Teil 1, N. G. Elwert, Marburg (Lahn) 1916, S. 850. 1378: „Wescelo Scuckeman“ wird in Osnabrück erwähnt.Horst-Rüdiger Jarck: Osnabrücker Urkundenbuch. Band VI, 1301–1400. Osnabrück 1989, S. 775, Nr. 949; In: Mitteilungen des historischen Vereins zu Osnabrück, Band 15, S. 146.

mini|„Anmeldung von Wein und Most aus Trauben in Flaschen zur Versteuerung“ durch Theodor Schuckmann, Inhaber des Wüstener Krugs (1910). 1398: Seither werden in der Region von Wüsten (Bad Salzuflen) Angehörige der Schuckmann genannt, z. B. der Meier Schuckmann vom „Schuckmanns Hof“ respektive „Schupmanns Hof“.Eine Höfe- und Siedlungsgeschichte, von Otto Pölert, 1965. ab 1451: Herman Schockman, auch: Hermen Schuckeman: im Bürgerbuch Bremen erwähnt, 1453: Freischöffe von Cappel vor der Stadt Lippe.S. A. Poppe: VII. Die Hausmarken Bremens und des Unterweser-Gebiets. In: Bremisches Jahrbuch, 1872, 6. Band , Tafel 1, Figur 18, und S. 266–271, 287. Westfälische Zeitschrift, Verein für vaterländische Geschichte und Altertumskunde Westfalens, 1865, Band 25, S. 190, 191. 1476: „Hans Schupman“, Brauer in Riga.Quellen und Studien zur baltischen Geschichte, Band 7: Die Rigaer und Revaler Familiennamen im 14. und 15. Jahrhundert, von Liselotte Feyerabend, 1985, Böhlau-Verlag, Köln, S. 179, Namenregister S. 319.Stadterbebuch Riga, 1385–1482, 8-1-7, S. 179. 1486: Im Stift Langenhorst, Ochtrup, Schöppingen, in der Bauerschaft Tinge, werden Dirk Schockman und seine Brüder erwähnt, die auf das Erbe „Schockman“ (später: Schückinghove) im Kirchspiel Schöppingen verzichten.Franz Darpe: Güter- und Einkünfte-Verzeichnisse der Güter Langenhorst, Metelen, Borghorst sowie der Klöster Groß und Klein Burlo. Münster 1914, S. 11; Personen-Verzeichnis, S. 245. 1496: Ab diesem Jahr sind Mitglieder der Familie „Schuckmann“ (Besitzer der Meier-Familie: Jost Schuckmann) vom Gut „Schuckenhof“ bekannt, das früher zum Amtsmeiergut Barkhausen gehörte (heute Schuckenbaum, Gemeinde Leopoldshöhe).Untergang des Meierhofes Schuckenhausen. In: Friedrich Sauerländer: Lippischer Dorf-Kalender, 1956, 8. Jahrgang, S. 80–84. Helmut Walde: Leopoldshöhe – Chronik und Landbeschreibung. Heimatverein Leopoldshöhe, 1978. Burkhard Meier: Leopoldshöher Chronik. 2003. Codex Traditionum Westfalicarum, Münster. Vom Schuckenhof stammt der weiter unten genannte Abt Heinrich Schuckmann. Um 1497: Seither wird ein Hof „Zykman (Schukman)“ im Amt Barkhausen (Oerlinghausen) erwähnt.Roland Linde: Höfe und Familien in Westfalen und Lippe. Der Amtsmeierhof Asemissen und das Amt Barkhausen. Eine Hof- und Familiengeschichte aus dem lippisch-ravensbergischen Grenzgebiet. 2002, S. 51, 56, 58; books.google.de 1500/1505 wird im Verzeichnis von Freien im Amt Barkhausen genannt: Hermann Schuckmann und sin fruwe.

Schockmann/Schuckmann aus Lippe Die unmittelbare Reichweite, die benachbarte Kolonisation sowie die Namens-Analogien liefern Indizien dafür, dass nachstehende „Schockmann/Schuckmann“ aus der Lippe-Region einen gemeinsamen Ausgangspunkt und/oder einen kollektiven Vorfahren haben dürften: Hermann Schockmann, 1453 Freischöffe am Freistuhl zu Cappel (Lippstadt).Westfälische Zeitschrift. Hrsg. Verein für vaterländische Geschichte und Alterthumskunde Westfalens, Band 25, 1865, S. 190,191. Hermann Schuckmann, erwähnt 1500/05 in einem Verzeichnis von Freien des Amtes Barkhausen, der in den „Schuckenhof“ einheiratete. Heinrich Schuckmann, * 1496 in Schuckenhof, der spätere Abt in Ammensleben. Johann Schockmann (Schuckmann), geboren in Paderborn, 1540–1576 Ratsherr in Vlotho.Das Urbar der Grafschaft Ravensberg von 1556, Bl. 341, Nr. 2355, Franz Herberhold, Band 1. Henrich Schockmann, 1544 bei einem Rentenkauf in Lemgo erwähnt. Hermann Schockmann, 1569 Bürger in Lemgo.Bürgerbuch Lemgo; Urkunde U 1059, Stadtarchiv Lemgo; "Familiengeschichtliche Sammlung Plöger" ab 16. Jahrhundert, mit Legitimation der Abstammung und Verknüpfung des Namens "Schuppmann" / "Schuckmann", Stadtarchiv Lemgo; A 47–48 Protocollum Publicum 1728–1797; A 299 Stadtgerichtsprotokolle 1747–1775; A 313 Gogerichtsprotokolle 1751–1781; A 345 Gerichtsrepertorium 1779–1813; A 401 Brüchtenprotokolle 1745–1817; A 404–407 Audienzprotokolle 1751–1784; A 408–409 Repertorium der Audienzprotokolle 1774–1801; ferner: A 6111 Nachlasssache Tegeler, Wwe. Hermann Friedrich geb. Schupman 1816; Vgl. Hans Hoppe: Bürgerbuch der Stadt Lemgo von 1506 bis 1886. Detmold 1981; Kirchenbücher Taufen, Heiraten, Verstorbene, St. Marien und St. Nicolai in Lemgo. Jost Schuckmann, 1589 Meier in Schuckenhof. Direkter Nachkomme: Caspar Schuckmann, 1619 in Schuckenhof.

Schocke / Schucke Abgesehen vom Schuckenhof im Amt Barkhausen/Oerlinghausen, deren Besitzer originär „Schuckmann“ waren, existierte ein Schuckmannshof östlich von Hoetmar im Münsterland, deren Besitzer die „Schocke/Schucke“ waren. Offensichtlich stammen die Besitzer beider Höfe aus derselben Sippe. Um 1250 werden die Schocke im Raum Sendenhorst sesshaft. 1259/60 werden sie als Besitzer vom Schockemanshove erwähnt. 1327 verwendet Richter Conrad Schocke (Scoke) jun. in Sendenhorst sein eigenes Siegel,Heinrich Petzmeyer: Sendenhorst – Geschichte einer Kleinstadt im Münsterland. Hrsg.: Stadt Sendenhorst, Sendenhorst 1993. es lässt eine Verknüpfung zu den Schocke aus Osnabrück erkennen, die ab 1385 in Osnabrück mit dem gleichen Siegel wie die Schocke aus Sendenhorst fungieren.Staatsarchiv Münster (STAM), Bestand: Gerichte des Alten Reiches, Reichskammergericht (RKG) – Gogericht Sendenhorst; Westfälisches Urkundenbuch. Band 6: Urkunden des Bistums Minden von 1201–1300, bearbeitet von Hermann Hoogeweg, 1898. VII; Regesta historiae Westfaliae, 1259/1260 Westfälisches Urkundenbuch II., Nr. 657, S. 346. Der ab 1344 in Osnabrück genannte Stadtrichter Johannes Scoke (Schoke) führte das ritterliche Stammwappen von 1347.Jahrbuch des Vereins für niederdeutsche Sprachforschung. Hrsg. Verein für niederdeutsche Sprachforschung, Band 114–116, Hamburg, 1991, S. 198. Hierdurch wird nicht nur die verwandtschaftliche Verbindung der Schocke aus Sendenhorst mit den Schocke in Osnabrück bewiesen, sondern auch eine Provenienz der Schocke aus Osnabrück sowie der Schocke aus Sendenhorst von den Rittern „Scoke“ aus Westfalen indiziert.

Im 14. Jahrhundert findet im Kirchspiel von Freckenhorst, Hoetmar, in einem Geldpachtregister das „Gut Schopmann, tor Schoppen“, in der Bauerschaft Hagen, Erwähnung.Wilhelm Kohl: Das freiweltliche Damenstift Freckenhorst. In: Germania Sacra, Neue Folge 10, Bistum Münster, 3, Register S. 617, S. 232, 233, 242. books.google.de

Zusätzlich zu dem Schuckenhof von Leopoldshöhe und dem Schockmanshove (Scokinchove oder Schockinghof) von Sendenhorst standen weitere Ansiedlungen mit dem Namen „Schocke/Schuckmann“ in Verbindung: Der Schuckmannshof in Wüsten (Bad Salzuflen),Adressbuch für das Fürstenthum Lippe von 1901: Bauerschaft Unterwüsten. Kolonate und Hausnummern gemäß Kirchenbücher Wüsten ab 1796. Der Schuckmannshof in Rüssel bei Ankum-Bersenbrück,Staatsarchiv Osnabrück, Obere Domänenverwaltung in Hannover, Hauptbestand: Amt Fürstenau, Signatur 542, Rep 560 VI, 1738–1745, Schuckmanns Kötte zu Ankum. Schuckenbrock bei Aschendorf/Ems Schockenmühle bei Ulenburg, dessen Besitzer einst der famulus Conradus Schocke war. (Siehe: Stift Quernheim) Schuckenberg bei Milte, deren Familien-Mitglieder sowie deren Gut wurden als Schuckmen’s oder Schupmen’s bezeichnet.Mitteilung des Dr. Schuckenberg in Brilon. In: Hans-Hugo von Schuckmann: Das Geschlecht der Herren und Freiherren von Schuckmann und seine Vorfahren von 1154–1932. Berlin 1932, S. 27, 28.

Namensbedeutung Zur Entstehung des Namens „Schuppmann“ (Schuckmann) gibt es aufgrund der Vorsilben „schok“, „schock“, „schoke“, „schocke“ mehrere Definitions-Möglichkeiten:

Beruf oder Gewohnheit: Schuh – mann. „Schuchmann, Schuckmann“: siehe Schuhmann. „Schuhmann“: ahd. schuohman, der „Schuchmacher“. FN Schuhmann, gewöhnlicher Schumann, in älterer F. Schuchmann; Schuckmann. Niederd. Schomann.Albert Heintze: Deutsche Familien-Namen, geschichtlich, geographisch, sprachlich. Halle, S. 1882, S. 200. Schock(e)(mann) oder Schuckmann als Steuererheber, Sammler und Einforderer des Zehnt-Schocken. (beschocken = besteuern) Otto Preuß: Die Lippischen Familiennamen mit Berücksichtigung der Ortsnamen. 2. Auflage. 1887; Unveränderter Nachdruck: 1990 im Verlag Sändig, Vaduz, S. 94. Schock (obd.) = mhd.: „Haufen“, auch: „60 Stück“; bäuerliche Übernahme, von der Abgabepflicht.Hans Bahlow: Deutsches Namenlexikon. 1993, S. 456. „Schocken“ in Bezug auf gutes Getreide und die Abgabepflicht. „schok“ = altes Sumpfwort, bezieht sich auf eine nasse Gegend.Hans Bahlow: Niederdeutsches Namenbuch. M. Sändig, 1972, S. 425. „Schockemühle“ (Westf.): „schok“ ist altes Sumpfwort.