In diesem Artikel werden wichtige Tiere und Tierwesen aus den sieben Bänden der Harry-Potter-Romanreihe von Joanne K. Rowling beschrieben.

In Klammern steht jeweils die englische Bezeichnung, wie sie in der Originalausgabe der Romane verwendet wird. Fehlt diese Angabe, so ist der Name in der deutschen und englischen Ausgabe identisch.

Neben diesem Artikel gibt es vier weitere, die wichtige Teile des Harry-Potter-Universums beschreiben: Figuren der Harry-Potter-Romane Handlungsorte der Harry-Potter-Romane Begriffe der Harry-Potter-Romane Liste der Zaubersprüche und Flüche der Harry-Potter-Romane

Unterscheidung von Tier- und Zauberwesen Zahlreiche magische Fabelwesen bevölkern die fiktive Welt von Harry Potter, die Joanne K. Rowling in der gleichnamigen Romanreihe erschaffen hat. Sie hat dabei auf Geschöpfe alter Sagen und aus unterschiedlichen Mythologien zurückgegriffen, zum Beispiel auf Drachen, Zentauren oder Werwölfe. Daneben hat sie einige Wesen neu erfunden oder neu interpretiert, wie beispielsweise die Hauselfen.

In der von ihr beschriebenen Welt wird zwischen so genannten „Tierwesen“ (beasts) und „Zauberwesen“ (beings) unterschieden. Letztere werden in Verhalten und Aussehen menschenähnlich beschrieben; zu ihnen gehören unter anderem die Riesen, die Kobolde oder die Hauselfen. Als Ausnahmen beschreibt sie die Zentauren und die Wassermenschen, welche trotz ihrer Intelligenz auf einer Einstufung als „Tierwesen“ bestanden.

Diese Tierwesen werden vom Zaubereiministerium in fünf Klassen eingeteilt, von „Langweilig“ und „Harmlos“ über „Von fähigen Zauberern zu bändigen“ und „Gefährlich“ bis „Zauberertöter, unmöglich zu bändigen“. Ein Verzeichnis liefert das 2001 erschienene Buch Phantastische Tierwesen & wo sie zu finden sind.

In diesem Artikel werden nur die fiktiven Geschöpfe Rowlings behandelt, die nach ihrer Kategorisierung Tierwesen darstellen.

Abraxaner Abraxaner (oder Abraxas-Pferde (im Original: Abraxan Horse)) sind geflügelte Reit- oder Zugpferde. Sie sind ungeheuer kräftig und groß und werden in magischen Gestüten gezüchtet. Alle Abraxaner sind Palominos mit zusätzlich einem blauen Flügelgefieder. Außerdem haben sie rote Augen und sind sehr anspruchsvoll in der Haltung. Die Abraxaner, die vor die Beauxbatons-Kutsche gespannt sind, trinken beispielsweise ausschließlich 'Single Malt Whiskey'.

Acromantula mini|Aragog|alternativtext=Farbfotografie in der Untersicht von einer großen Spinnenattrappe. Die dunkelbraune Spinne hat große, schwarze Augen und lange Greifzähne. Sie hängt mit Seilen an der Studiodecke. Die Acromantula sind in Kolonien lebende spinnenähnliche Wesen mit acht Augen, bis zu drei Meter langen Beinen und einem von dichtem schwarzem Haar bedeckten Körper. Sie sind der menschlichen Sprache mächtig, intelligent und äußerst gefährlich.

Die Acromantula Aragog (ca. 1942–1997) wurde als Ei nach Großbritannien importiert. Ein Reisender überließ das Ei, das er aus Borneo, dem Herkunftsland der Acromantulas, mitgebracht hatte, dem damaligen Drittklässler Hagrid. Dies fand im Jahr 1941/42 statt. Natürlich widersprach es den Schulregeln von Hogwarts, eine Acromantula aufzuziehen und als Haustier in der Schule zu halten. Hagrid versteckte seine Erwerbung deshalb in einem dunklen Schrank im unterirdischen Teil des Schlossgebäudes. Dank seiner sorgfältigen Pflege konnte Aragog dort aus seinem Ei schlüpfen. Hagrid fütterte ihn immer gut mit Speiseresten, so dass die Spinne heranwuchs und eine stattliche Größe erreichte. Schon nach einigen Monaten spürte Aragog allerdings zu seinem Entsetzen, dass sich irgendwo in dem Gebäude ein Basilisk bewegte. Wie alle Spinnen wollte er instinktiv sofort fliehen, aber Hagrid ließ ihn nicht frei. Stattdessen erfuhr Aragog von ihm, in der Schule gehe ein mordendes Ungeheuer um, und keiner wisse, was es sei. Immer wieder bedrängte Hagrid ihn deshalb, zu verraten, was für ein Ungeheuer er wittere. Aber wie alle Acromantulas wagte auch Aragog es nicht, das Wort „Basilisk“ auszusprechen. Im Juni 1942 flog Aragogs Versteck auf, und er wurde selbst beschuldigt, das gesuchte mordende Monster zu sein. Damals schaffte Aragog es noch, in den Verbotenen Wald zu entkommen. Tief im Wald, wo kein Licht mehr durch die Baumkronen dringt, konnte Aragog sich damals niederlassen. Nachdem Hagrid sogar noch ein Acromantula-Weibchen namens Mosag für ihn gefunden hatte, lebte er dort zusammen mit ihr und ihrer ständig wachsenden Familie. Während Harrys Schulzeit war er bereits über fünfzig Jahre alt und seine acht Augen waren blind und weiß geworden. Im Lauf von Harrys sechstem Schuljahr erkrankte der greise Aragog schwer und starb schließlich. Professor Slughorn konnte ihm bei seiner Beerdigung heimlich Acromantula-Gift abnehmen, eine seltene, begehrte und sehr teuer gehandelte Zaubertrankzutat.

Aragog tötete keine Menschen aus Respekt vor Hagrid, da dieser ihn als kleine Spinne aufgezogen hat. Über seine Nachkommen hatte Aragog so viel Kontrolle, dass auch sie Hagrid nicht anrühren, jedoch töten sie alle anderen, die ihnen zu nahe kommen.

Im Jahr 2017 wurde die Wolfsspinnenart Lycosa aragogi nach Aragog benannt.Anton A. Nadolny, Alireza Zamani: A new species of burrowing wolf spiders (Araneae: Lycosidae: Lycosa) from Iran. Zootaxa 4286 (4), 2017; S. 597–600. doi:10.11646/zootaxa.4286.4.13

Basilisken Der Basilisk ist das gefährlichste Geschöpf in der Welt der Harry-Potter-Romane. Basilisken sind bei Rowling Schlangen ähnelnde Wesen von leuchtend grüner Farbe, die bis zu 17 Meter lang und viele hundert Jahre alt werden können. Spinnen fliehen vor dem Basilisken, denn er ist ihr Erzfeind. Der Basilisk selbst flieht nur vor dem Krähen des Hahnes, das tödlich für ihn ist.

Neben seinen tödlichen Giftzähnen hat der Basilisk einen mörderischen Blick, der jedes Lebewesen sofort tötet, das ihm direkt in die gelben Augen schaut. Ein indirekter Blick in seine Augen, beispielsweise durch eine Spiegelung oder durch einen Geist, führt zu einer Versteinerung.

Ein Basilisk schlüpft aus einem Hühnerei, das von einer Kröte oder einem Frosch ausgebrütet wurde.

Der Basilisk hat seinen Ursprung in der griechischen Mythologie, siehe Basilisk (Mythologie).

Drachen mini|Gringotts Drache|hochkant=0.7|alternativtext=Farbfotografie in der Untersicht von einem grauen Drachen, der auf einer Dachkuppel sitzt und hinunterbrüllt. Seine Flügel sind ausgebreitet. Sein linker Flügel reicht bis unter das oberste Geschoss. Links und rechts sind weitere Häuser zu erkennen. In der Welt von Harry Potter gibt es verschiedene Arten von Drachen. Alle werden von Rowling als sehr gefährlich beschrieben. Ihre Haltung als Haustier ist strengstens verboten. Drachenweibchen sind meist größer als die Männchen, gefährlicher und angriffslustiger, vor allem, wenn es gilt, ihr Gelege zu verteidigen. Häute, Blut, Herzen, Lebern und Hörner von Drachen haben sehr mächtige magische Eigenschaften, Herzfasern werden beispielsweise gerne als magische Kerne von Zauberstäben oder Häute als Handschuhe verwendet. Dracheneier gelten als 'nicht verkäufliche Güter'.

Es gibt laut Phantastische Tierwesen insgesamt zehn reinrassige Drachenarten, die sich selten kreuzen. Sie sind Drachenmythen unterschiedlichster Kulturkreise nachempfunden, etwa dem chinesischen und dem angelsächsischen.

Einhörner Das Einhorn wird als ein von der fiktiven magischen Bevölkerung hochgeachtetes Tier beschrieben, das seinem mythologischen Pendant nachempfunden wurde.

In der fiktiven Romanwelt gilt es als großes Verbrechen, ein Einhorn zu töten. Wenn sich jemand durch das silbrige Einhornblut am Leben hält, ist sein Leben verflucht. Durch das Trinken des silbernen Einhornblutes lebt man länger als normalerweise. Im ersten Band trinkt Quirinus Quirrell, der dem Geist Lord Voldemorts als Wirt dient, im Verbotenen Wald das Blut eines toten Einhorns.

Die im vierten Band vorkommenden Einhornfohlen haben zunächst ein goldenes Fell, während erwachsene Tiere, wie ihre mythologischen Vorbilder, ein reinweißes Fell besitzen.

Die Schweifhaare sollen nach Rowlings Vorstellung reißfest sein und werden gerne als magische Kerne von Zauberstäben verwendet. Hörner und Schweifhaare werden zudem als Zutaten für Zaubertränke verwendet.

Eulen mini|Hedwig|hochkant=0.5|alternativtext=Farbfotografie in der Obersicht von einer weißen Stoffeule auf einem Tisch mit einem Monitor und weiteren Requisiten im Hintergrund. Der Oberkörper zweier Menschen ist hinter dem Tisch erkennbar. Alle Arten von Eulen sind in Rowlings fiktiven Universum magische Tierwesen, werden als Posteulen für Zustelldienste eingesetzt und sind auch deshalb als Haustiere sehr beliebt. Auch wenn ein Absender keine Kenntnis über den Aufenthaltsort des Adressaten hat, sind Eulen immer in der Lage, ihn aufzuspüren und die Sendung zuzustellen. Es gibt Postämter, in denen Eulen gemietet werden können. Bekannte Eulen sind:

Hedwig Hedwig gehört Harry Potter. Hagrid schenkt Harry im ersten Band zum Geburtstag die Schneeeule. Im siebten Band stirbt Hedwig auf der Flucht aus dem Ligusterweg.

Pigwidgeon Pigwidgeon gehört Ron Weasley. Er bekommt ihn im dritten Band von Sirius Black als Ersatz für seine Ratte Krätze, die sich als Peter Pettigrew (Wurmschwanz) herausstellte. Pigwidgeon ist ein ungefähr handgroßer und meist aufgeregter Steinkauz.

Hermes Hermes ist die Eule von Percy Weasley. Percy bekam die Schleiereule, als er im ersten Band Vertrauensschüler wurde.

Errol Errol ist die Posteule der Familie Weasley. Sie ist ein alter Bartkauz () und kann sich nach langen Flügen aus eigener Kraft kaum noch auf den Beinen halten.

Grindelohs Der Grindeloh (grindylow) ist ein kleiner, sehr hartnäckiger Wasserdämon mit Hörnern und spitzen grünen Zähnen. Er greift zum Vergnügen gerne Leute an und klammert sich um diese.

In der Harry-Potter-Reihe tritt ein Grindeloh erstmals im dritten Schuljahr auf, als Remus Lupin sie im Unterricht thematisiert. Des Weiteren vereiteln Grindelohs während der zweiten Aufgabe im Trimagischen Turnier, dass Fleur Delacour ihre Aufgabe lösen kann. Harry gelingt es, die Grindelohs mit einem Zauber (Relaschio) abzuwehren.

Hippogreife mini|Hippogreif|alternativtext=Farbfotografie von einer Hippogreiffigur, die im Seitenprofil auf einem Tisch sitzt und von Kürbisattrappen umgeben ist. Der Greif blickt nach links. Er hat den Vorderkörper mit Kopf und Flügel eines Adlers und den Hinterkörper eines Pferdes. Im Hintergrund sind eine blaue Wand und ein Monitor. Der Hippogreif (hippogriff) hat den Kopf, die Vorderbeine und die Flügel eines Adlers und den Hinterleib eines Pferdes. Er ist dem Fabelwesen Hippogryph nachempfunden, das vermutlich vom italienischen Dichter Ludovico Ariosto erfunden wurde. Hippogreife sind Fleischfresser und ernähren sich von Insekten, Vögeln und kleinen Säugetieren. Sie pflanzen sich ovipar fort: Sie legen genau ein großes Ei, und nach einer Brutzeit von 24 Stunden schlüpft ein Junges, das nach etwa einer Woche flügge wird.

Hippogreife können von fachkundigen Zauberern gezähmt werden, doch setzt der Umgang mit ihnen eine gewisse Vorsicht voraus, da sie sehr stolze Tiere sind. Eine gefahrlose Annäherung ist erst nach einer Verbeugung und ihrer Erwiderung durch das Tier möglich, wobei ununterbrochener Augenkontakt sehr wichtig ist.

Ein bekannter Hippogreif ist Seidenschnabel, der im dritten Band zum Tode verurteilt wurde, weil er Draco Malfoy angegriffen hatte, der ihn trotz Hagrids Warnung beleidigt hatte. Hermine und Harry retten Seidenschnabels Leben, als sie mit Hermines Zeitumkehrer in die Vergangenheit reisen.

Irrwichte mini|Irrwicht | rechts