Markt Erlbach ist ein Markt im mittelfränkischen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim in Bayern. mini|hochkant=1.4|Kirche St. Kilian

Geographie Geographische Lage Markt Erlbach ist mit einer Fläche von knapp 61 km² die fünftgrößte Gemeinde des Landkreises. Der Ort liegt auf dem Hochplateau der Frankenhöhe.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind – von Norden beginnend im Uhrzeigersinn – Emskirchen, Wilhermsdorf, Neuhof an der Zenn, Trautskirchen, Bad Windsheim, Ipsheim, Dietersheim und Neustadt an der Aisch.

Gemeindegliederung

Die Gemeinde hat 33 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Der Weiler Mosbacher Mühle zählt zum Gemeindeteil Mosbach.

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Altselingsbach, Buchen, Eschenbach, Jobstgreuth, Klausaurach, Kotzenaurach, Losaurach, Markt Erlbach und Siedelbach. Die Gemarkung Markt Erlbach hat eine Fläche von 7,402 km². Sie ist in 2325 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3183,50 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Fallhaus.

Klima Durch ihre Lage in Mitteleuropa befindet sich die Gemeinde Markt Erlbach in der kühlgemäßigten Klimazone. Dabei liegt der Ort im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen Kontinentalklima.

Geschichte Der Ort wurde 1132 als „Erlehe“ erstmals schriftlich erwähnt. Die ehemalige Königshube hatte sich bereits vor 800 vom Königshof Riedfeld gelöst.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 102. Der Ortsname leitet sich von einem gleichnamigen Flurnamen ab. Er besteht aus Erle mit dem Kollektivsuffix –(e)he und bedeutet Erlengehölz. Der ursprüngliche Ortsname wurde 1169 als „Erlahe“ letztmals belegt. Bereits 1136 wurde der Ort „Erlebach“ genannt, d. h. mit Bezug auf den Bach. Seit 1350 ist die Form „Markterlbach“ belegt.W.-A. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 140. Im Jahr 1911 wurde der Gemeindename amtlich von Erlbach in Markt Erlbach geändert.

Aufgefundene Hügelgräber um Markt Erlbach weisen auf eine viel frühere Besiedelung hin. Eine frühe Kirchengründung, von der viele Filialkirchen ausgingen, und die Lage an der Heerstraße zwischen den Reichsstädten Nürnberg, Bad Windsheim und Rothenburg ob der Tauber führten Markt Erlbach durch eine wechselvolle Geschichte, waren aber auch die Voraussetzung für die Entwicklung zu einem Schwerpunkt für Handwerk, Handel und Gerichtsbarkeit. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf einen Stiftungsbrief über das Kloster Heilsbronn von 1132 zurück.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 1, S. 15. 1144 wurde bereits von einer Kirche Erlbach gesprochen, die einer Überlieferung nach bereits im Jahr 750 durch Burkard, Würzburgs ersten Bischof, geweiht worden sein soll und vor 815 durch den Abt Ratger von Fulda, zu dessen Einflussbereich Erlbach gehörte, durch einen Neubau ersetzt wurde.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 69 und 93. Seit 1282 wurde Erlbach durch die Burggrafen von Nürnberg regiert, die es vom Vicedomsitz Neustadt aus verwalteten.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 28. Im Jahre 1384 wurde Erlbach als „oppidum“, befestigter Ort, bezeichnet und führte im Siegel das hohenzollerische Wappen (Brackenkopf auf dem schwarz-weißen Schild). Siehe hierzu auch die Darstellung im Kirchenfenster der Kilianskirche von 1380. Während der Zeit der Stammesherzogtümer lag der Ort im Herzogtum Franken.

Mit dem Ortspfarrer Hans Röschlein und unter dem Kirchenpatronat von (Kloster) Heilsbronn, dessen Prior und späterer Abt Johann Schopper dem Ansbacher Visitationsausschuss angehörte, wurde die Reformation in Markt Erlbach durchgeführt. Der dort geborene Reformator Caspar Löner dürfte im Dekanatsbezirk seinen Einfluss geltend gemacht haben.M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 194.

Nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges, vor allem ab Herbst 1631 durch marodierende Söldner,M. Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 234–238. siedelten sich in Markt Erlbach und Umgebung zahlreiche österreichische Glaubensvertriebene an, die den wirtschaftlichen Wiederaufstieg unterstützten.Eberhard Krauß: Exulanten im früheren Evang.-luth. Dekanat Markt Erlbach im 17. Jahrhundert. Nürnberg 2011 (Quellen und Forschungen zur fränkischen Familiengeschichte, 26). ISBN 978-3-929865-35-6

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Markt Erlbach 101 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-bayreuthische Stadtvogteiamt Markt Erlbach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte der Rat Markt Erlbach. Alle Anwesen hatten das Fürstentum Bayreuth als Grundherrn (Stadtvogteiamt Markt Erlbach: 73, Rat Markt Erlbach: 10, Kastenamt Markt Erlbach: 4 Kastenamt Neuhof: 14).H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 94.

Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justizamt Markt Erlbach und Kammeramt Neuhof. Markt Erlbach gehört seit dem Pariser Vertrag von 1810 zu Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1811 der Steuerdistrikt Markt Erlbach gebildet, zu dem Altziegenrück, Blümleinsmühle, Eschenbach, Haidt, Häringsmühle, Kemmathen, Mittelmühle, Siedelbach, Unterulsenbach und Wolfsmühle gehörten. 1813 entstand die Munizipalgemeinde Markt Erlbach, zu der Altziegenrück, Blümleinsmühle, Haidt und Kemmathen gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Markt Erlbach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ipsheim. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurden Altziegenrück, Blümleinsmühle, Haidt und Kemmathen nach Eschenbach umgemeindet.H. H. Hofmann: Neustadt-Windsheim, S. 203 und 225. Ab 1862 gehörte Markt Erlbach zum Bezirksamt Neustadt an der Aisch (1939 in Landkreis Neustadt an der Aisch umbenannt) und ab 1856 zum Rentamt Markt-Erlbach (1919–1929: Finanzamt Markt-Erlbach, 1929–1972: Finanzamt Fürth, seit 1972: Finanzamt Uffenheim). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Markt Erlbach (1879 in Amtsgericht Markt Erlbach umbenannt), von 1959 bis 1972 war das Amtsgericht Fürth zuständig, seitdem ist es das Amtsgericht Neustadt an der Aisch. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 7,216 km².

Wie in Neustadt an der Aisch wurde auch in Markt Erlbach 1861 ein Turnverein angemeldet.Max Döllner: Entwicklungsgeschichte der Stadt Neustadt an der Aisch bis 1933, S. 604.

Eingemeindungen Am 1. Juni 1968 wurden die Gemeinden Buchen und Kotzenaurach eingegliedert. Am 1. Januar 1970 kamen Losaurach und Teile von Altselingsbach hinzu. Eschenbach, Jobstgreuth, das im Jahr 1875 von Clausaurach umbenannte Klausaurach, Siedelbach und Teile von Buchklingen folgten am 1. Januar 1972. Linden kam schließlich am 1. Januar 1978 hinzu.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Markt Erlbach Jahr 1970 1987 2005 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017Einwohner 3297 4269 5747 5688 5611 5616 5517 5460 5500 5511 5564 5620 5588 5688Häuser 1145 1598 1603 1617 1636 1645Nachweis

Ort Markt Erlbach (= Gemeinde Markt Erlbach bis zur Gebietsreform) Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2017Einwohner 966 1238 1171 1158 1221 1244 1264 1244 1356 1265 1124 1135 1094 1138 1150 1092 1091 1071 1059 1651 1774 1775 1841 1927 2294 3585HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 und 1852 als Häuser sowie 1871 bis 2017 als Wohngebäude. 125 139 143 162 176 168 172 193 252 303 599 Nachweis www.markt-erlbach.de

Politik Marktgemeinderat Sitzverteilungen im Marktgemeinderat seit 2002: CSU SPD Freie Wählerliste Bürgerblock/Die unabhängigen Demokraten Gesamt2020 8 4 8 – 20 2014 7 5 5 3 20 2008 7 4 5 4 20 2002 9 4 3 4 20

Wappen und Flagge Wappen

110px|mini|ohne|Historische Version von Otto Hupp

Flagge Die Gemeindeflagge ist schwarz-weiß.

Raumordnung Die Gemeinde Markt Erlbach ist Mitglied der 2009 gegründeten Kommunalen Allianz Aurach-Zenn, das ein Integriertes ländliches Entwicklungskonzept ist und mit den benachbarten Allianzen NorA und Kernfranken die Lokale Aktionsgruppe Rangau bildet.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Rangau-Handwerkermuseum Weeth Rangau-Handwerker-Museum Bürgerhaus zum Löwen Schmetterlingsbrunnen

Baudenkmäler mini|Torhaus Markt Erlbach

Kirche St. Kilian mit der von Georg Brenck dem Älteren geschaffenen Kanzel Pfarrkirche St. Leonhard im Gemeindeteil Linden Kirche St. Jobst im Gemeindeteil Jobstgreuth Altes Rathaus Altes Schießhaus von 1689 Marktplatz

Bodendenkmäler

Verkehr Die Staatsstraße 2252 führt nach Lenkersheim zur Bundesstraße 470 (14 km westlich) bzw. nach Wilhermsdorf (5 km südöstlich) und weiter zu einer Anschlussstelle der Bundesstraße 8. Die Staatsstraße 2255 führt über Neuziegenrück nach Neuhof an der Zenn (4,5 km südlich) bzw. über Schellert nach Neustadt an der Aisch zur B 8 (10 km nördlich). Die Staatsstraße 2244 führt über Neidhardswinden und Neuschauerberg nach Emskirchen zur B 8 (8,5 km nordöstlich). Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Unterulsenbach (3 km östlich), nach Knochenhof (1,5 km nördlich) und nach Hagenhofen (1,6 km westlich). Ein Anliegerweg führt nach Fallhaus (0,7 km nordwestlich).

In der ersten Hälfte der 1880er Jahre wurde Markt Erlbach mit dem Postbuslinien Ansbach – Dietenhofen – Markt Erlbach an die Bahnstrecke Nürnberg–Crailsheim angeschlossen.Peter Ramsenthaler: Lokalbahn Nürnberg-Unternbibert-Rügland : Von der Frankenmetropole in den Rangau. H-und-L-Publ.-Souvenirs-Verlag Bleiweis, Schweinfurt 1996, ISBN 3-928786-48-2, Seite 2 Mit dem Bau der Verlängerung der Zenngrundbahn von Wilhermsdorf nach Markt Erlbach wurde im Januar 1902 begonnen. Die Strecke wurde am 5. Dezember 1902 eröffnet. Markt Erlbach ist seitdem Endbahnhof, eine weitere Haltestelle befindet sich im Ortsteil Eschenbach.

Ein weiteres Angebot ist die Buslinie 129 der Omnibusverkehr Franken von Dietenhofen nach Neustadt an der Aisch.

Durch Markt Erlbach führen die Fernwanderwege Burggrafenweg und Roter Tropfen.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde

Caspar Löner (1493–1546), Kirchenliedkomponist, evangelischer Theologe und Reformator Michel ben Abraham Mark-Erlebach, Toragelehrter und Herausgeber früher hebräisch-jiddischer Bücher, darunter eines Gebetbuchs (Wilhermsdorf, 1718) und eines Psalters (Wilhermsdorf, 1725), der ihn als „Michel von Fürth“ bezeichnet. Johann Lorenz Kreul (1764–1840), Porträtmaler, Genremaler und Silhouettenschneider Leonhard Michael Haack (1864–1927), Justizbeamter und Landtagsabgeordneter (Liberale Vereinigung) Jakob Trapp (1895–1986), Geiger, Komponist, Gründer und Leiter des Trapp’schen Konservatoriums in München Raimund Swoboda (* 1950), Polizeibeamter und Politiker (fraktionslos)

Persönlichkeiten, die im Ort gewirkt haben

Abdias Trew (1597–1669), evangelischer Theologe, Mathematiker und Astronom Samuel Wilhelm Oetter (1720–1792), Heraldiker und Hofpfalzgraf Hans M. Schmidt (* 1936), Kunsthistoriker Marco Wittmann (* 1989), Motorsportler, DTM-Fahrer

Literatur

Weblinks

Offizielle Website von Markt Erlbach

Einzelnachweise

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