Alle Jahre wieder ist ein deutscher Spielfilm in Schwarzweiß aus dem Jahre 1967.

Handlung Hannes Lücke ist von Beruf Werbetexter in Frankfurt am Main. Zu Weihnachten besucht er wie jedes Jahr seine Familie in Münster in Westfalen. Hier in seiner Heimatstadt leben seine Bekannten, Verwandten und seine Freunde in gutbürgerlichen Verhältnissen. Auch diesmal hat er eine neue Freundin Inge aus Frankfurt mitgebracht. Mit Frau Lore und den Kindern singt er Weihnachtslieder und spielt heile Welt, obwohl die Ehe längst zerstört ist; im Hotel wartet Inge ungeduldig auf ihn. Sie will nun eine Entscheidung von ihm und drängt zum Gespräch mit seiner Ehefrau. Seine Ehefrau hingegen begehrt ihn zurück, schon der Kinder wegen. Hannes jedoch zeigt sich entscheidungsschwach; beiden Seiten gibt er Hoffnungen, die er letztlich nicht erfüllen kann. Er versucht sich in der Rolle des Liebhabers, des Ehemanns, des besorgten Vaters; aber in keiner überzeugt er und jedes Mal läuft er, wenn es schwierig wird, davon. Mit seiner Clique erinnert er sich nur noch an die Vergangenheit und ertränkt das Weihnachtsfest im Alkohol. Einer von ihnen trägt im Vollrausch ein Gedicht vor, das wie der Abgesang der Nachkriegsgeneration zu verstehen ist: „Wir sind nur vierzig geworden, unsere einzigen Orden, hat uns irgendein Karnevalsliebchen geschenkt, Ihr habt Recht, wenn ihr denkt, der Rest unserer Träume, schmücken die Weihnachtsbäume …“ Anschließend fahren sie gemeinsam zur alten Flak-Stellung, in der sie als Hitlerjungen zur Luftverteidigung eingesetzt waren. Münster ist nur noch die Vergangenheit von Hannes, die er aufsucht, um es zu vergessen. Am anderen Morgen verlassen beide wieder Münster, ohne dass eine Entscheidung getroffen wurde. Auf der Fahrt nach Frankfurt erzählt er Inge die gleichen Lügen, wie er sie vor 13 Jahren auch seiner Ehefrau erzählt hat. Es wird klar, dass dieses Weihnachten keine Ausnahme war, sondern alle Jahre wiederkehrt.

Münster Für das Lokalkolorit wird die Erinnerung an den Musiklehrer Dr. Bierbaum eingespielt, der in nur drei Szenen folgende Statements gibt: „Entweder es regnet hier, oder die Glocken läuten oder es wird mal wieder eine Kneipe eröffnet.“ (in Bezug auf Münster) „Meine Herrn, darf ich ihnen das mit auf den Weg geben: Der Hauptgrund für die Scheidung ist die Ehe.“ (in Bezug auf Scheidung) „Meine Herrn, das ist doch Tatsache: Die Deutschen singen am meisten, wenn es Weihnachten wird, oder wenn sie in den Krieg ziehen.“ (in Bezug aufs Singen)

Die Handlung spielt in oder bei markanten Gebäuden in Münster. Gezeigt werden u. a. das Cafe Schucan, die Kneipe Stuhlmacher, das Alte Gasthaus Leve, die Promenade, die Überwasserkirche, das Historische Rathaus, St. Lamberti und das LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte.

Hintergrund Die Brüder Ulrich und Peter Schamoni sowie der Hauptdarsteller Hans Dieter Schwarze verbrachten ihre Jugendzeit in Münster und kehrten für die Dreharbeiten dorthin zurück. In der ehemaligen westfälischen Provinzialhauptstadt hat der Film Kultstatus und wird regelmäßig zur Weihnachtszeit im Kino gezeigt.

Kritiken

Auszeichnungen Der Film lief im Wettbewerb der Berlinale 1967. Michael Lentz erhielt einen Silbernen Bären für sein Drehbuch, die Hauptdarsteller Hans-Dieter Schwarze und Ulla Jacobsson wurden jeweils mit dem Bundesfilmpreis in Gold ausgezeichnet. Ulrich Schamoni erhielt den FIPRESCI-Preis, sein Bruder Peter Schamoni gewann den mit 300.000,- DM dotierten Bundesfilmpreis in Silber. Das Preisgeld bildete die Grundlage für die Produktion des Films Zur Sache, Schätzchen.

Literatur Alle Jahre wieder. Ein Film von Ulrich Schamoni. Begleitheft zur DVD, Reihe: Westfalen in historischen Filmen, hrsg. vom LWL-Medienzentrum für Westfalen. Münster 2007, ISBN 978-3-923432-61-5; lwl.org (PDF; 0,7 MB).

Weblinks

Projekt Neuverfilmung. allejahrewiederprojekt.de

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1967 Kategorie:Deutscher Film Kategorie:Schwarzweißfilm Kategorie:Filmdrama Kategorie:Kultur (Münster) Kategorie:Ulrich Schamoni Kategorie:Weihnachtsfilm