Die Saison 2007/08 der Österreichischen Eishockeyliga begann am 20. September 2007. Neben sieben österreichischen Mannschaften und dem HK Jesenice aus Slowenien wurden zwei weitere Mannschaften aus dem benachbarten Ausland in die Liga aufgenommen: HDD Olimpija Ljubljana aus Slowenien und Alba Volán Székesfehérvár aus Ungarn. Somit spielten zehn Mannschaften um den Titel der Erste Bank Bundesliga.

Im Vorfeld Teilnehmende Mannschaften

Nachdem im Vorjahr mit dem HK Jesenice erstmals ein nicht-österreichischer Verein an der Liga teilgenommen hatte, waren bereits im Frühjahr 2007 Berichte erschienen, wonach weitere Clubs aus dem umliegenden Ausland Interesse an einem Beitritt hegten. Namentlich genannt wurden mit dem HDD Olimpija Ljubljana der zweite große Club aus Slowenien, den eine langjährige Rivalität mit dem HK Jesenice verband, sowie der vielfache ungarische Meister Alba Volán Székesfehérvár. Hinzu kam später mit dem KHL Medveščak Zagreb auch ein kroatischer Club.EBEL bald mit zehn Vereinen, Bericht auf hockeyfans.at vom 10. März 2007Auch Ungarns Meister spekuliert mit EBEL-Einstieg, Bericht auf hockeyfans.at vom 15. März 2007 In den Wochen nach Ende der Vorsaison gab es daher ausgiebige Diskussionen, wobei zunächst keine Einigung gefunden werden konnte, wenngleich die Clubs einer Erweiterung der Liga grundsätzlich positiv gegenüberstanden.Tauziehen um EBEL-Beitritt Laibachs, Bericht auf hockeyfans.at vom 13. März 2007 Bei der Ligasitzung im April wurde zunächst Ljubljana als neuntes Team bestätigt, während Alba Volán vier Wochen Frist eingeräumt wurden, um die notwendigen Unterlagen für einen Beitritt vorzulegenOlimpija Ljubljana fix in der EBEL, kommt auch Albá Volan?, Bericht auf hockeyfans.at vom 15. April 2007. Der Club kam der Aufforderung nach, und die Teilnahme der Ungarn wurde Mitte Mai bestätigt.EBEL Neu - Volán dabei, Punktesystem, neuer Modus, Bericht auf hockeyfans.at vom 15. Mai 2007

Abseits dessen gab es auch lose Gespräche zwischen dem EC Red Bull Salzburg und der Deutschen Eishockey Liga über eine Teilnahme. Die Salzburger sahen sich durch die neue Punkteregel (s. unten) in ihrer Kadergestaltung und Entwicklung behindert und strebten daher einen Wechsel an, wobei das Farmteam, das bis dato in der Nationalliga gespielt hatte, möglicherweise in die Bundesliga gewechselt wäre.DEL bestätigt Gespräche mit Red Bulls, Bericht auf hockeyfans.at vom 7. Mai 2007

Zwischenzeitlich sah es kurzzeitig danach aus, als müsste der HK Jesenice aus finanziellen Gründen seine EBEL-Teilnahme nach nur einem Jahr wieder beendenGeht Jesenice die Luft aus?, Bericht auf hockeyfans.at vom 24. Mai 2007, jedoch erwiesen sich die Befürchtungen als unbegründet.

Team Vorsaison Trainer EC Red Bull Salzburg Meister Pierre Pagé EC VSV Vizemeister Greg Holst EHC Liwest Linz Halbfinal-Out Jim Boni Vienna Capitals Halbfinal-Out Kevin Gaudet HK Jesenice Rang 5 Kim Collins (bis Saisonende EBEL)Kim Collins verlässt Jesenice, Bericht auf hockeyfans.at vom 25. Februar 2008 Douglas Bradley (slowenische Liga)Douglas Bradley neuer Jesenice-Coach, Bericht auf hockeyfans.at vom 28. Februar 2008 HC Innsbruck Rang 6 Pat Cortina (bis 5. Januar 2008)Haue beurlauben Pat Cortina, Bericht auf hockeyfans.at vom 5. Januar 2008 Ron Kennedy (ab 6. Januar 2008)Haie bestätigen - Ron Kennedy neuer Trainer, Bericht auf hockeyfans.at vom 6. Januar 2008 EC KAC Rang 7 Emanuel Viveiros EC Graz 99ers Rang 8 Larry Sacharuk (bis 5. Dezember 2007)99ers trennen sich von Trainer Sacharuk, Bericht auf hockeyfans.at vom 5. Dezember 2007 Tom Pokel (ab 11. Dezember 2007)Tom Pokel neuer 99ers-Trainer, Bericht auf hockeyfans.at vom 11. Dezember 2007 HDD Olimpija Ljubljana neu in der Liga Ildar Rahmatuljin (bis 12. November 2007)Laibach vor Neulingsduell ohne Trainer, Bericht auf hockeyfans.at vom 12. November 2007 Mike Posma (ab 13. November 2007)Laibach holt Posma als Trainer, Bericht auf hockeyfans.at vom 13. November 2007 Alba Volán Székesfehérvár neu in der Liga Ján Jaško (bis 22. November 2007)Alba Volán wirft vor Meisterduell Trainer raus, Bericht auf hockeyfans.at vom 22. November 2007 Lajos Énekes (interimistisch) Ted Sator (ab 6. Dezember 2007)Alba Volán findet vor VSV-Duell neuen Coach, Bericht auf hockeyfans.at vom 6. Dezember 2007

Modus Die Erste Bank Eishockeyliga ("Bundesliga") begann am 20. September 2007. Der Grunddurchgang bestand aus einer doppelten Hin- und Rückrunde (36 Spiele), nach der das Teilnehmerfeld aufgespalten wurde. Die besten sechs Clubs spielten in einer einfachen Hin- und Rückrunde (10 Spiele) um das Heimrecht für das Viertelfinale, wobei die besten vier Teams des Grunddurchgangs 4, 3, 2 bzw. einen Bonuspunkt erhielten. Die verbleibenden vier Mannschaften spielten in einer Hoffnungsrunde in Form einer einfachen Hin- und Rückrunde (6 Spiele) um die verbleibenden beiden Playoff-Plätze, wobei die besten zwei Mannschaften des Grunddurchgangs (Ränge 7 und 8) 2 bzw. einen Bonuspunkt erhielten.

Die anschließenden Viertelfinalserien wurden im Modus Best-of-five ausgetragen, Halbfinale und Finale als Best-of-seven.

Legionärsregelung: Punktesystem Ein Streitpunkt war die Regelung, wie viele Legionäre von den Mannschaften eingesetzt werden durften. Im Sinne der Gleichstellung von EU-Bürgern forderten einige Vereine, u. a. die Vienna Capitals, unbegrenzt EU-Ausländer einsetzen zu dürfen. Andererseits versuchte der Österreichische Eishockeyverband (ÖEHV) eine möglichst restriktive Regelung durchsetzen, um die heimischen Spieler zu fördern.ÖEHV-Präsident Kalt nimmt Stellung zur Legionärsdiskussion, Bericht auf hockeyfans.at vom 30. März 2007 Die Vereine hingegen kritisierten, dass österreichische Spieler aufgrund des relativ kleinen Spielermarktes viel höhere Gehälter verdienten als vergleichbare Legionäre.

Der Kompromiss war die Einführung eines Punktesystems, das am 15. Mai 2007 erstmals vorgestellt wurde. Demzufolge wurde jeder Spieler aufgrund seiner Spielstärke auf einer Skala von 1 bis 4 Punkten bewertet, auch halbe Punkte (z. B. 2,5) waren möglich. Die Bewertung wurde von den jeweils anderen Vereinen der Liga vorgenommen, wobei der höchste und der niedrigste Wert gestrichen und aus den verbliebenen Werten der Mittelwert gebildet wurde. Ausländische Spieler erhielten automatisch 4, U-22 Spieler (ab Jahrgang 1986) automatisch einen Punkt. Weiters galt, dass U-23 Spieler maximal 1,5 Punkte und U-24 Spieler maximal 2 Punkte zugewiesen bekommen durften. Insgesamt durften in dieser Saison maximal 65 Punkte am 22-Mann-Spielbericht stehen. Im Falle der Sperre eines Spielers wurde dieses Maximum um dessen Punktwert verringert.EBEL erklärt die Punkteregel, Bericht auf hockeyfans.at vom 13. September 2007

Die kolportierte Lösung führte aber über den Sommer zu Konflikten zwischen der EBEL und dem ÖEHV, der die Details der Regelung nur in abgeänderter Fassung akzeptieren wollte. Dies betraf insbesondere die Bestimmungen zu den jüngeren Spielern bis zur Altersklasse U24, da man seitens des ÖEHV diese als nicht genug gefördert ansah.ÖEHV akzeptiert das Punktesystem nicht, Bericht auf hockeyfans.at vom 17. Mai 2007Kampf der Worte zwischen ÖEHV und EBEL, Bericht auf hockeyfans.at vom 29. Mai 2007 Ein erster Kompromiss wurde zunächst insofern erzielt, als ein Minimum von fünf U24-Spielern auf dem Spielbericht zu stehen hatte, und dass die Maximalanzahl der Punkte über die folgenden Saisonen schrittweise reduziert werden sollteÖEHV gibt seinen Sanktus - weniger Punkte, mehr Nachwuchs, Bericht auf hockeyfans.at vom 29. Mai 2007, jedoch legten insbesondere die Capitals und der EC Red Bull Salzburg dagegen Protest ein und drohten damit, die Liga zu verlassen.Streit um Punkteregel geht weiter, Bericht auf hockeyfans.at vom 1. Juni 2007Alle gegen den ÖEHV - EBEL auf Konfrontationskurs, Bericht auf hockeyfans.at vom 20. Juni 2007 Die letztendliche Lösung stellte die ursprüngliche Idee auf den Kopf und sah vor, dass maximal 17 Spieler über einem Alter von 24 Jahren auf dem Spielbericht stehen durften.Nächste Änderung - die U-Regel fällt, Bericht auf hockeyfans.at vom 29. August 2007

Zunächst war noch angedacht, die vergebenen Punktwerte zu veröffentlichenEs ist fix, Punkte werden veröffentlicht, Bericht auf hockeyfans.at vom 30. August 2007, was jedoch nicht geschah.

Grunddurchgang Hauptrunde Zu Beginn des Grunddurchgangs lagen die Mannschaften noch sehr dicht beieinander. Nach zehn Runden lagen zwischen dem ersten und dem neunten Rang lediglich sechs Punkte. Als Nachzügler in der Tabelle folgten der EC KAC, der bedingt durch die Nicht-Verfügbarkeit der Messehalle aufgrund der Herbstmesse seine ersten Saisonspiele auswärts bestreiten musste und erst in der sechsten Runde seinen ersten Sieg feiern konnte, und Liganeuling Alba Volán Székesfehérvár. Letztere durchliefen eine ganze Reihe an Niederlagen und hatten zunächst große Probleme mit dem deutlich höheren Tempo in der österreichischen Liga. Erst in der sechzehnten Runde gelang der erste Erfolg gegen den EC VSV auf eigenem Eis. Bis zu diesem Zeitpunkt lagen sie in der Tabelle jedoch schon weit zurück.

An der Spitze lieferten sich die Vienna Capitals und der HK Jesenice einen Schlagabtausch um Platz eins. Die Slowenen konnten mit zwölf Siegen in Folge eine beeindruckende Serie erspielen, zu der auch drei aufeinanderfolgende Spiele ohne Gegentreffer gehörten. Als erste Verfolger etablierte sich der EHC Linz, wo überraschend Jürgen Penker Patrick Machreich als ersten Torhüter abgelöst hatte.

Probleme hatte weiterhin der EC KAC, wo man bis Mitte November keine Konstanz finden konnte und immer wieder Spiele knapp verlorengeben musste. Auch war schon bald nach Saisonbeginn absehbar, dass Andrew Verner im Tor nicht mehr an seine früheren Leistungen anknüpfen konnte. Beim HC Innsbruck folgte nach einem guten Start im November ein Einbruch, den das Team Jahr für Jahr durchlebte. Auch der EC VSV musste einen durchwachsenen Saisonstart hinnehmen, fand jedoch zur Halbzeit des Grunddurchgangs zu seiner Form und konnte sich nach einem zwischenzeitlichen Verweilen auf Rang neun in der Tabelle langsam nach vor arbeiten. Ähnlich erging es dem EC Red Bull Salzburg, der jedoch bedingt durch die wesentlich bessere Kadertiefe größere Reserven zur Verfügung hatte. Alba Volán konnte zwar immer wieder ein Spiel gewinnen, die Mannschaft musste sich am Ende aber mit fünf Siegen in 36 Spielen zufriedengeben.

Gegen Ende des Grunddurchgangs arbeitete sich der EHC Linz schließlich langsam weiter in der Tabelle vor und landete schließlich punktegleich mit den Capitals auf Rang eins. Die Salzburger fanden ebenfalls zu ihrer Form und belegten Rang drei. Auch Jesenice, EC KAC und EC VSV konnten ihre Form noch steigern und hatten am Ende nur geringen Rückstand auf das Führungstrio. Dem gegenüber stand der HC Innsbruck, der durch eine lange Niederlagenserie im Lauf der letzten Spiele in der Tabelle nach hinten durchgereicht wurde und sich schließlich nicht mehr in den Top sechs halten konnte.

Während die Graz 99ers ebenfalls zu Ende der ohnehin durchwachsenen Saison schwächelten, holte jedoch der HDD Olimpija Ljubljana mit einer bedingt durch den Tabellenplatz fast unbemerkt gebliebenen Siegesserie auf und konnte, gestützt auf einen hervorragenden Alex Westlund im Tor, die Grazer schließlich überholen.

Tabelle nach der Hauptrunde Platz Team SP S N SNV NNV T GT TVH Punkte 1 EHC Linz 36 21 9 1 5 111 91 +20 49 2 Vienna Capitals 36 20 9 2 5 122 86 +36 49 3 EC Red Bull Salzburg 36 16 10 4 6 121 108 +13 46 4 HK Jesenice 36 13 11 8 4 100 94 +6 46 5 EC KAC 36 15 12 6 3 119 102 +17 45 6 EC VSV 36 18 18 4 6 109 109 ±0 42 7 HC Innsbruck 36 12 14 7 3 124 116 +8 41 8 HDD Olimpija Ljubljana 36 12 16 5 3 108 107 +1 37 9 EC Graz 99ers 36 15 21 7 5 99 132 −33 35 10 Alba Volán Székesfehérvár 36 5 27 0 4 69 137 −68 14

Platzierungs- und Qualifikationsrunde