mini|hochkant=0.3|Wappengrafik: Otto Hupp. Münchener Kalender. 1902. Paul Hermann Freiherr von Maltzahn (* 18. Januar 1945 in Demmin; † 21. Mai 2018 in BoldevitzDGAP: Die Gesellschaft trauert um Paul Freiherr von Maltzahn, Abruf 1. September 2026.) war ein deutscher Diplomat.
Leben Paul Freiherr von Maltzahn (Nr. 1667 der Geschlechtszählung) stammte dem „Haus Schossow“ des mecklenburgischen und pommerschen AdelsgeschlechtsHans Friedrich von Ehrenkrook. Et al.: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser. A (Uradel). 1956. Band II, Band 13 (713) der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 292.Vgl. Die Maltza(h)n 1194-1945. Der Lebensweg einer ostdeutschen Adelsfamilie. Köln 1979, S. 354. derer von Maltza(h)n.
Seine Eltern waren Freiherr Hans-Axel von Maltzahn (* 1913; † vermisst 1944-Todeserklärung 1949) und Anna Mathilde van Stockum (* 1914), die aus den Niederlanden stammte, ihr Vater war Offizier. Paul hatte einen Zwillingsbruder Dietz (Dietz-Helmuth), der Assessor wurde. Sein Großvater war der Verwaltungsjurist, Grundbesitzer und mit mehreren Ehrenämtern (Erblandmarschall in Altvorpommern und Ehren-Kommendator des Johanniterordens) ausgestattete Helmuth von Maltzahn, der gleichnamige Oberpräsident Helmut von Maltzahn war sein Urgroßvater. Der Landrat Axel von Maltzahn war ein Großonkel.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften, Geschichte und Arabistik an den Universitäten von Heidelberg, München und Hamburg absolvierte er ein Studium am „Institut d’études politiques“ in Paris. Er war seit 1964 Mitglied des Corps Vandalo-Guestphalia Heidelberg.Herbert Kater (Hrsg.): Kösener Corpslisten 1971. Ergänzungen der Kösener Corpslisten 1960 und Corpslisten von 1961 bis 1971. C. L. Mettcker & Söhne-Jever. Im Selbstverlag des Verbandes Alter Corpsstudenten, [Kassel]/Saarbrücken 1972, S. 156. 69 (Corps), (Lfd. Nr. dort) 109.
Nach dem Eintritt in den Auswärtigen Dienst 1970 folgten Verwendungen an der Botschaft in Irland (als Attaché), an der Botschaft im Libanon (als Pressereferent) sowie an der Botschaft in Frankreich (als Kulturreferent). Von 1980 bis 1984 war er Ständiger Vertreter des Botschafters in Syrien, ehe er anschließend bis 1988 Stellvertretender Leiter eines Referats in der Abteilung für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik (Abteilung 6) des Auswärtigen Amtes in Bonn wurde. 1989 wurde Paul von Maltzahn Ständiger Vertreter des Botschafters in Algerien und anschließend von 1991 bis 1996 Leiter des Referats für Organisation in der Zentralabteilung des Auswärtigen Amtes.
Anschließend wurde er Gesandter an der Botschaft in London. Maltzahn war von 2000 bis Juli 2003 Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Ägypten.DPFA: Akademiegruppe.com/CZ: Nahost-Botschafter a. D. Paul Freiherr von Maltzahn resümiert in Dresden über Irakpolitik. Abruf 19. Oktober 2015. Sein dortiger Nachfolger wurde Martin Kobler, während von Maltzahn im Juli 2003 zum Botschafter der Bundesrepublik Deutschland im Iran berufen wurde.
Im Februar 2004 vermeldete die iranische Zeitung Kejhan, dass die Abberufung des Botschafters bevorstehe. Die Abberufung sei geplant, um einer Ausweisung seitens der iranischen Behörden zuvorzukommen. Vize-Präsident Mohammed Ali Abtahi dementierte den Zeitungsbericht tags darauf.Focus: Iran wiegelt ab, abgerufen am 19. Oktober 2015.
Im August 2006 wurde Paul Freiherr von Maltzahn von Herbert Honsowitz in Teheran abgelöst. Von September 2006 bis September 2009 war von Maltzahn deutscher Botschafter in Jakarta für Indonesien und Osttimor. Von Mitte September 2009 bis Sommer 2010 war Paul von Maltzahn Leiter der deutschen Vertretung in Bagdad (Irak).DAFG: Paul Freiherr von Maltzahn, deutscher Botschafter im Irak, beim DAFG-Hintergrundgespräch, 28. Mai 2010, Abruf 19. Oktober 2015.
Seit dem 1. September 2010 war er Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), bis er im September 2014 von Harald Kindermann abgelöst wurde.DGAP: Botschafter Kindermann neuer Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, 13. Juni 2014, Abruf 19. Oktober 2015.
Familie Paul von Maltzahn heiratete 1979 in Bonn und 1980 in Paris kirchlich Hannelore Rusch, der er im Libanon kennengelernt hatte. Das Ehepaar hat drei Kinder, Andreas, Nadia und Hans Axel. Seine Tante Arianne Freiin von Maltzahn (1914–1974) war mit Kurt von Plettenberg verheiratet.
Literatur Hans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen Thiedicke von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, Hans Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser. A (Uradel). 1956. Band II, Band 13 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Ausschuss für adelsrechtliche Fragen in Gemeinschaft mit dem Deutschen Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1956, , S. 287–292. Jaspar von Maltzan-Peckatel, Albrecht von Maltzahn-Kruckow, Motimer von Maltzahn-Vanselov: Die Maltza(h)n 1194-1945. Der Lebensweg einer ostdeutschen Adelsfamilie. Hrsg. v. Marza(h)nscher Familienverein, Mit: Tafel, Reinhard Mohn-Gütersloh Köln 1978/1979, S. 354. Maltza(h)nscher Familienverband (Hrsg.): Maltza(h)n 1945–2019. Hinstorff, Rostock 2020. , u. a. S. 96–99, S. 304–305, S. 312–318.
Einzelnachweise
Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Botschafter in Ägypten Kategorie:Deutscher Botschafter im Iran Kategorie:Deutscher Botschafter in Indonesien Kategorie:Deutscher Botschafter im Irak Kategorie:Deutscher Botschafter in Osttimor Kategorie:Absolvent der Universität Hamburg Paul Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1945 Kategorie:Gestorben 2018 Kategorie:Mann