mini|Der Marktplatz von Bischofsheim i. d. Rhön mini|Bischofsheim vom Süden mini|Schwedenstraße mit St. Georg

Bischofsheim in der Rhön (amtlich: Bischofsheim i.d.Rhön) ist eine Stadt im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld, die vor dem 8. Januar 2020 Bischofsheim an der Rhön (amtlich: Bischofsheim a.d.Rhön) hieß.Destatis: Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.03.2020 vom 26. Februar 2020, abgerufen am 12. März 2020

Geographie Lage Die Stadt liegt am Fuße des Kreuzberges in der Rhön.

Gemeindegliederung Es gibt 14 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Bischofsheim, Frankenheim, Haselbach, Oberweißenbrunn, Unterweißenbrunn und Wegfurt. Die Gemarkung Bischofsheim i.d.Rhön hat eine Fläche von 16,062 km². Sie ist in 3128 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 5134,86 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Bauersberg, Gansmühle, Holzberg, Rhönhaus, Schneidmühle, Untere Walkmühle und Wethmühle.

Namensherkunft Traditionell wird angenommen, dass die Namensgebung auf den Heiligen Bonifatius zurückgeht. Von Fulda aus, wo er im Jahr 744 ein Benediktinerkloster errichtete, führte der Weg des Bischofs über Bischofsheim zur Kaiserpfalz Salz. Dort errichtete er demnach eine Siedlung, um auf dem Weg Rast zu machen.

Die volksetymologische Erklärung des Dorfnamens als Verweis auf den Bischof ist jedoch unwahrscheinlich. Im Mittelalter war die Nutzung des Wortes ‚Bischof‘ als Funktionsbezeichnung untypisch gewesen – wenn, dann hätte man den Namen des konkreten Bischofs gewählt, der den Ort gegründet, erworben oder mit Rechten ausgestattet hat, insbesondere bei einer so dominanten Figur wie Bonifatius (Winfried).

Gerade die Ortslage an einem Berg legt aber eine andere Erklärung für den Ortsnamen nahe. Sie folgt der vaskonischen Hypothese. Der Münchner Sprachwissenschaftler Theo Vennemann, der diese Hypothese vertritt, verweist darauf, dass existierende Toponyme (Ortsnamen) in der Regel von Neueinwanderern übernommen werden (sprachliches Substrat). Eine auffallende Häufung ähnlicher Namen bei jeweils ähnlicher Geographie wäre demnach ein Indikator für ein existierendes Wort in einer früheren Besiedlungsphase. Die Häufung von „Bischofs“-Ortsnamen auf jeweils langgezogenen Bergrücken legt die Vermutung nahe, dass dies auch hier der Fall gewesen sein könnte (wobei es sich im Einzelfall natürlich dennoch immer um einen Zufall oder eine andere Herleitung handeln kann). In jedem Fall passt diese topologische Beschreibung eindeutig zu „Bischofsheim“, wie auch zu vielen anderen, ähnlichen Ortsnamen. Die vaskonische Hypothese geht von einer alteuropäischen Sprache aus, deren letztes existierende Relikt das Baskische ist. Dort gibt es das Wort ‚bizkar‘, das „Bergrücken, langgestreckte Anhöhe in den Bergen“ bedeutet.

Geschichte mini|Bischofsheim fotografiert von Anton Tretter um 1900 13. bis 19. Jahrhundert Die ältesten Urkunden stammen vom Anfang des 13. Jahrhunderts. Funde aus der Keltenzeit zeigen jedoch, dass Bischofsheim viel älter ist.

Das Oberamt des Hochstiftes Würzburg, das zum Fränkischen Reichskreis gehörte, wurde nach der Säkularisation zugunsten Bayerns 1805 Erzherzog Ferdinand von Toskana zur Bildung des Großherzogtums Würzburg überlassen und fiel mit diesem 1814 endgültig an Bayern. Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

Vom 16. bis zum 19. Jahrhundert wurde am Bauersberg Braunkohle gefördert.Informationen zum Braunkohlenabbau

Die Degetsmühle wurde 1847 erbaut.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Juli 1972 Wegfurt eingegliedert. Am 1. Februar 1975 kam Haselbach in der Rhön hinzu. Frankenheim, Oberweißenbrunn und Unterweißenbrunn folgten am 1. Mai 1978.

Einwohnerentwicklung BevölkerungszahlenStatistik kommunal 2018 Jahr 1840 1900 1939 1950 1961 1970 1987 1991 1995 2005 2010 2015 Einwohner 4296 3529 4077 4927 4809 4942 4610 4915 5248 5073 4811 4698 Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 4654 auf 4825 um 171 Einwohner bzw. um 3,7 %. 1995 hatte die Stadt 5248 Einwohner. Quelle: BayLfStat

Religion mini|hochkant=1.6|Zentrum von Bischofsheim in der Rhön

Folgende christliche Gemeinden bestehen in Bischofsheim: Katholische Pfarreiengemeinschaft Am Kreuzberg, Bischofsheim/Rhön im Dekanat Bad Neustadt St. Georg Bischofsheim, St. Wendelin Haselbach, St. Antonius und St. Vitus Oberweißenbrunn, St. Kilian Frankenheim, St. Katharina Unterweißenbrunn, St. Peter und Paul Wegfurt, St. Laurentius Schönau Klosterkirche Kreuzberg Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Bischofsheim Christliche Gemeinde Bischofsheim e. V. Orthodoxe Kirchengemeinde Hl. Nektarios von Ägina

Politik Stadtrat Die Kommunalwahl am 15. März 2020 führte zu folgender Zusammensetzung des Stadtrats:

Partei/Liste Stimmenanteil Sitze CSU 44,70 % 7 Freie Wähler 13,19 % 2 Bürgerliste Wegfurt 16,89 % 3 Bürgerliste Haselbach 11,82 % 2 NEO - Zukunft wählen-Heimat stärken!11,34 %2 SPD2,06 %0

Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 2016 Georg Seiffert (CSU).bischofsheim.rhoen-saale.net, abgerufen am 8. April 2021, abgerufen am 8. April 2021 Er wurde am 15. Mai 2022 mit 94,09 % der gültigen Stimmen für eine zweite Amtszeit bis 2028 wiedergewählt. Seine Vorgänger waren: April 1945 Karl Röder (von den Amerikanern eingesetzt, da dieser die englische Sprache beherrschte) 1946–1952 Josef Mai (CSU) 1952–1960 Ferdinand Krenzer (SPD) 1960–1966 Herrmann Fromme (SPD) 1966–1992 Hans Repp (SPD/CSU; seit 1972 CSU-Mitglied) 1992–2004 Armin Lommel (CSU; durch Liste der FW gewählt) 2004–2016 Udo Baumann (CSU)

Gemeindefinanzen Im Jahr 2019 betrugen die Gemeindesteuereinnahmen 3.997.000 Euro, davon waren 1.049.000 Euro Gewerbesteuereinnahmen (netto).

Wappen

Städtepartnerschaften Bischofsheim pflegt mit Gau-Bischofsheim in Rheinland-Pfalz und Manduel in der südfranzösischen Region Okzitanien partnerschaftliche Beziehungen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten Bauwerke Stadtpfarrkirche St. Georg evangelische Christuskirche Historischer Stadtturm Zentturm (13. Jahrhundert, 26 Meter hoch)Bischofsheim Rhön bei rhoentourist.de. Historisches Rentamt, war einst das Amtsgericht Bischofsheim an der Rhön Kloster Kreuzberg mit Wallfahrtskirche (erbaut von 1681 bis 1692) Sendemast Kreuzberg, 208 Meter Sendemast Heidelstein, 218 Meter

Bau- und Bodendenkmäler

Sehenswertes Zwei von kunstvoll gestalteten Gusseisenplatten (aus dem 16. Jahrhundert) umschlossene Brunnen auf dem MarktplatzEva-Maria Wagner: Gewundene Gassen, bucklige Plätze. In: Die Rhön (= Merian. Jg. 17, 1964, Heft 4), S. 19–24, hier S. 21. Der Holz-Skulpturenweg durch Bischofsheim Kreuzberg, zweithöchster Berg Unterfrankens, dritthöchster Berg der Rhön (927,8 m ü. NN) Burgruine Osterburg Schwarzes Moor Rotes Moor Jagdschloss Holzberg Rhönhäuschen Arnsberg Himmeldunkberg Rockenstein Rothsee Braunsmühle Degetsmühle Teufelsmühle Besucherbergwerk Braunkohlestollen „Einigkeit 1844“ am Bauersberg Skilifte am Kreuzberg und am Arnsberg

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Es gab 2013 nach der amtlichen Statistik im produzierenden Gewerbe 515 und im Bereich Handel, Verkehr und Gastgewerbe 277 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 150 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1825. Im verarbeitenden Gewerbe gab es sieben Betriebe, im Bauhauptgewerbe fünf. Im Jahr 2010 bestanden zudem 83 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt 1269 Hektar, davon waren 366 Hektar Ackerfläche und 1045 Hektar Dauergrünfläche.

Verkehr Bischofsheim ist über die BAB-7-Anschlussstelle Bad Brückenau/Wildflecken und über die BAB-71-Anschlussstelle Bad Neustadt an der Saale zu erreichen. Die Stadt liegt an der B 279 Fulda–Bischofsheim–Bamberg und ist Ausgangspunkt der B 278, die über Tann (Rhön) ins thüringische Buttlar führt. Die Hochrhönstraße verbindet Bischofsheim mit Fladungen.

Von 1885 bis 1989 hatte der Ort mit dem Bahnhof Bischofsheim (Rhön) Anschluss an die Bahnstrecke Bad Neustadt–Bischofsheim.Andreas Kuhfahl: Nebenbahnen in Unterfranken. Eisenbahn-Fachbuchverlag Neustadt bei Coburg, 2003, S. 119 ff. Der nächste Bahnhof ist heute in Gersfeld (Rhön).

Bildung Es gibt folgende Einrichtungen: 225 Kindergartenplätze in vier Kindertageseinrichtungen mit 159 Kindern (Kindergärten in Bischofsheim in der Rhön, Wegfurt, Oberweißenbrunn und Unterweißenbrunn) (Stand: 2013) Zwei Volksschulen mit 24 Lehrern und 354 Schülern (Schuljahr: 2012/2013) Staatliche Berufsfachschule für Holzbildhauer. Sie ist die einzige Holzschnitzschule in Nordbayern und die älteste in Deutschland. Sie wurde am 1. Mai 1843 in Poppenhausen (Wasserkuppe) gegründet und 1861 nach Bischofsheim verlegt. 2003 feierte sie ihr 150-jähriges Bestehen. Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft Das Schullandheim Bauersberg des Schullandheimwerks Unterfranken

Sonstiges Bischofsheim ist Mitglied der Bewegung Cittàslow zur Verbesserung der Lebensqualität durch Entschleunigung. Seit 2016 findet der jährliche Hindernislauf Braveheartbattle in Bischofsheim in der Rhön statt. Das 2007 gründete Kindermuseum Haus der kleinen Wunder bestand bis 2012.

Söhne und Töchter der Stadt mini|100px|Johann Joseph von Prechtl um 1815 Andreas Metz (1767–1839), deutscher Geistlicher, Philosoph, Mathematiker und Professor Johann Joseph von Prechtl (1778–1854), österreichischer technischer Forscher Johann Baptist Hergenröther (1780–1835), deutscher Theologe und Geistlicher Hans Schlenck (1901–1944), deutscher Schauspieler, Theaterregisseur und Theaterintendant Hermann Hartmann (1914–1984), deutscher Chemiker Magnus Schmid (1918–1977), deutscher Medizinhistoriker, Hochschullehrer Wilhelm Freiherr von Waldenfels (1932–2021), deutscher Physiker und Mathematiker Hansjürgen Garstka (* 1947), deutscher Datenschutzexperte

Literatur Reinhold Albert: Chronik von Bischofsheim an der Rhön mit Haselbach und dem Kreuzberg. Stadt Bischofsheim, Bischofsheim 2010, ISBN 978-3-00-029019-0.

Wolf-Dieter Raftopoulo: Rhön und Grabfeld Kulturführer. Eine kunst- und kulturhistorische Gesamtdokumentation der alten Kulturlandschaften. RMd Verlag, Gerbrunn 2017, ISBN 978-3-9818603-7-5, S. 63–68. Wolf-Dieter Raftopoulo: Die sehenswerte Rhön erleben. RMd Verlag, Gerbrunn 2021, ISBN 978-3-9822166-0-7, S. 75–80. Klaus Reder, Reinhold Albert: Rhön und Grabfeld im Spiegel der Beschreibungen der Bezirksärzte Mitte des 19. Jahrhunderts. Schedel, Kleineibstadt 1995, S. 41–83 .

Gustav Schneider, Gerhilde Kramm: Schneiders Rhönführer. Offizieller Führer des Rhönklubs. 26. Auflage. Parzeller, Fulda 2008, ISBN 978-3-7900-0404-5, S. 351–352. Anton Schumm: Geschichte der Stadt Bischofsheim vor der Rhön. Goldstein, Würzburg 1875 (digitale-sammlungen.de); Nachdruck: Selbstverlag von Rainer Hartmann, Sondheim vor der Rhön 1980, .

Weblinks

Website der Stadt Bischofsheim in der Rhön Website der Tourist-Information von Bischofsheim in der Rhön Bischofsheim in der Rhön in der Topographia Franconiae

Einzelnachweise

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