mini|Blick von der Burg Nanstein auf Landstuhl Die Sickingenstadt Landstuhl ist der Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Landstuhl und die bevölkerungsreichste Stadt im Landkreis Kaiserslautern in Rheinland-Pfalz. Landstuhl ist ein staatlich anerkannter Erholungsort und gemäß Landesplanung als Mittelzentrum ausgewiesen.Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten

Geographie Lage Landstuhl liegt an der Sickinger Stufe, die zwei unterschiedliche Naturräume verbindet, im Norden die – überwiegend trockengelegte – Westpfälzische Moorniederung und im Süden die Sickinger Höhe. Es liegt im Taleinschnitt des Hembachs, der über den Mohrbach zum Glan entwässert. Im Süden des Stadtgebiets erheben sich der 462 Meter hohe Kahlenberg und der 453 Meter hohe Hörnchenberg.

Die nächsten größeren Städte sind:

Stadt Entfernung Richtung Kaiserslautern etwa 20 km östlich Homburg etwa 20 km westlich Pirmasens etwa 33 km südlich Zweibrücken etwa 40 km südwestlich Saarbrücken etwa 50 km westlich Ludwigshafen am Rhein etwa 80 km östlich Mannheim etwa 82 km östlich Mainz etwa 95 km nordöstlich Trier etwa 100 km nordwestlich

Nachbargemeinden Die Stadt grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Stadt Ramstein-Miesenbach, im Nordosten an Kindsbach, im Südosten an Bann, im Süden an Oberarnbach, im Südwesten an Mittelbrunn, im Westen an Langwieden und an Hauptstuhl.

Stadtgliederung Die einzelnen Stadtteile sowie Ortsbezirke sind mit amtlichen Nummern gekennzeichnet.

Amtl. Num. Kernstadt Einwohner 01 Zentrum 3.600 02 Kirchberg 3.011 Kernstadt gesamt 6.611 Amtl. Num. Ortsbezirke Einwohner 03 Melkerei 1.313 04 Atzel 312 05 Breitenwald 232 06 Am Rothenborn 150 07 Bildschacherhof 93 08 Kahlenberg 85 09 Harzofen 15 Ortsbezirke gesamt 2.200 Stadt Insgesamt 8.811

(Einwohnerstand: 31. Dezember 2017)

Klima Jährlich fallen etwa 886 mm Niederschlag.Niederschlagsmittelwerte von Deutschland für den Zeitraum von 1961 bis 1990, Quelle: DWD

Geschichte Frühzeit und Mittelalter

Früheste Spuren ständiger Besiedlung auf der Gemarkung Landstuhls sind die Steinkranzgräber aus der La-Tène-Zeit (500 v. Chr. bis Christi Geburt). Aus der Zeit der Kelten stammt der Heidenfels, ein Quellheiligtum zwischen Landstuhl und Kindsbach, das noch bis in die römische Zeit von der gallorömischen Provinzbevölkerung aufgesucht wurde. Nachgewiesen und erforscht wurde ein Gräberfeld auf dem Gebiet der Römersiedlung, dessen Nutzung vom 1. bis gegen Ende des 4. Jahrhunderts Münzfunde belegen.

Der Königshof Nannenstul wurde zusammen mit dem Königshof Lutera (Lautern) um das Jahr 850 im Lorscher Reichsurbar erstmals urkundlich erwähnt. Um 1160 ließ Kaiser Barbarossa auf dem Berg südlich der Stadt die Burg Nanstein errichten. Die gesamte Ortschaft wurde mit einer Ringmauer umbaut, die die Burg Nanstein, den Ort und das Bürglin einbezog. Im Jahr 1326 wurde Landstuhl erstmals in einer Urkunde als Stadt genannt., Finanzamt Kusel-Landstuhl, abgerufen am 1. August 2013.

Neuzeit mini|Ansicht nach Matthäus Merian um 1645

Nach verschiedenen Inhabern kam Landstuhl Ende des 15. Jahrhunderts an das Geschlecht der von Sickingen als Teil der Herrschaft Landstuhl, die bis Ende des 18. Jahrhunderts existierte. Das bekannteste Mitglied dieser Familie war Franz von Sickingen. Er musste sich nach seiner Niederlage beim Pfälzischen Ritteraufstand auf die Burg Nanstein zurückziehen, wo er bei der Belagerung durch den Erzbischof von Trier, den Pfalzgrafen bei Rhein sowie den Landgrafen von Hessen beim Beschuss der Wehrbauten schwer verwundet wurde und am 7. Mai 1523 seinen Verletzungen erlag.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Landstuhl Sitz des gleichnamigen Kantons sowie der gleichnamigen Mairie, die zusätzlich Bann und Kindsbach umfasste. Im selben Jahr wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Anschließend wechselte der Ort in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 war Landstuhl Bestandteil des Landkommissariats Homburg, das 1862 in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.

Da ein Teil des Bezirksamts – einschließlich Homburg selbst – 1920 dem neu geschaffenen Saargebiet zugeschlagen wurde, wechselte die Stadt ins neu geschaffene Bezirksamt Kaiserslautern und war bis 1938 Sitz einer Bezirksamtsaußenstelle. Ab 1939 war Landstuhl Sitz des Landkreises Kaiserslautern. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Landstuhl innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Stadt 1972 Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde. Den Namensbestandteil „Sickingenstadt“ trägt die Stadt seit dem 14. Juli 1995.

Einwohnerentwicklung Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Landstuhl, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:

Konfessionsstatistik Zum Jahresende 2012 waren 45,1 % der Einwohner katholisch und 27,8 % evangelisch. Die übrigen 27,1 % gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.KommWis, Stand: 31. Dezember 2012 Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Ende Juli 2026 waren 30,7 % der Einwohner katholisch und 21,2 % evangelisch. 48,1 % gehörten entweder einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder waren konfessionslos.Gemeindestatistik

Judentum Die einst in Landstuhl ansässige jüdische Gemeinde besaß eine Synagoge, deren Inneneinrichtung 1938 den Novemberpogromen zum Opfer fiel; ihre Mitglieder wurden bis 1896 in Herschberg begraben.

Politik Stadtrat

Der Stadtrat in Landstuhl besteht aus 24 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Stadtbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Stadtrat: Wahl SPD CDU FDP FWG Linke Gesamt 2024 4 14 1 5 – 24 Sitze 2019 8 12 – 3 1 24 SitzeDer Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen. 2014 11 13 – – – 24 Sitze 2009 6 13 3 2 – 24 Sitze 2004 5 15 1 3 – 24 Sitze

Bürgermeister Mattia De Fazio (CDU) wurde am 27. August 2024 Stadtbürgermeister von Landstuhl. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich bei einer Wahlbeteiligung von 57,8 % mit einem Stimmenanteil von 70,4 % gegen einen Mitbewerber von der FWG durchgesetzt.

De Fazios Vorgänger Ralf Hersina (SPD) hatte das Amt seit 2014 ausgeübt und kandidierte bei der Direktwahl 2024 nicht erneut als Stadtbürgermeister.

Wappen

Partnerstädte Landstuhl pflegt zwei Städtepartnerschaften: , Frankreich, seit 1967 (Ortsbezirk von Bad Kreuznach), seit 1998

Sehenswürdigkeiten und Kultur Kulturdenkmäler mini|hochkant|Sickinger Würfel mini|hochkant|Alte Kapelle

Der Alte Friedhof, der im 18. und 19. Jahrhundert genutzt wurde, sowie der Jüdische Friedhof sind als Denkmalzone ausgewiesen.

Hinzu kommen zahlreiche Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter folgende:

Die Burg Nanstein wurde 1689 durch die Franzosen zerstört. Aus römischer Zeit stammen die Sickinger Würfel; bei ihnen handelt es sich um Reste eines Säulengrabmals aus dem 2. Jahrhundert. Die Alte Kapelle ist der noch erhaltene Chor der ehemaligen mittelalterlichen Kirche St. Andreas. Auf dem Kirchberg westlich der Stadt steht der Bismarckturm, der 1900 von dem Industriellen Carl Ferdinand von Stumm-Halberg (1836–1901) gestiftet wurde und eine Höhe von 19 Metern hat. Ebenfalls denkmalgeschützt ist die Villa Benzino.

Natur Im Gebiet von Landstuhl gibt es sechs Naturdenkmale, darunter die Mammutbäume zwischen Landstuhl und Langwieden. Mit einer Höhe von mehr als 41 Metern und einem Stammdurchmesser von mehr als 2 Metern gehören sie zu den höchsten Bäumen in Rheinland-Pfalz. Sie wurden im Jahr 1868 von dem „Freiherrlich von Stummschen“ Oberförster Schütz angepflanzt.Die Mammutbäume von Landstuhl

Die Naturschutzgebiete Moorwiesen-Ringgasser Bruch und Östliche Pfälzer Moorniederung liegen teilweise auf der Gemarkung von Landstuhl.

Brauchtum und Vereine Die Stadt hat unter anderem den Fanfarenzug „Sickinger Herolde“ Landstuhl e. V., abgerufen am 30. März 2015 Weitere Vereine sind der TuS Landstuhl und das Kindertheater Landstuhl, das 2011 den Preis der Emichsburg des Pfälzischen Mundartdichterwettstreits gewann.

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft Die Stadt ist Sitz der VR-Bank Westpfalz, des Busunternehmens Imfeld Asset und des Klinikverbundes Nardini Klinikum.

In Landstuhl befindet sich ein Zustellstützpunkt der Deutschen Post, der den gesamten Landkreis Kaiserslautern abdeckt. Außerhalb der Stadt gibt es einen Unternehmenssitz der Unternehmensgruppe Liebherr. Des Weiteren befindet sich in Landstuhl ein Standort der Euler Group, des Marktführers im Bereich Verkauf von BMW-Kraftfahrzeugen in der Region Südwestpfalz.

Im Industriegebiet hat die Hornbach Baustoff Union eine Niederlassung.Informationen zum Geschäftssitz von Hornbach in Landstuhl, abgerufen am 16. Juli 2017 Auch die Haber - Textile Dienste GmbHInformationen zum Geschäftssitz von Haber in Landstuhl, abgerufen am 16. Juli 2017 und Torpedo Gruppe (Torpedo Garage)Informationen zum Geschäftssitz von Torpedo Garage in Landstuhl, abgerufen am 16. Juli 2017 betreiben einzelne Standorte in Landstuhl.

Teils an der Stadtgrenze liegt das Broadway-Kino., abgerufen am 16. Juli 2017 Auch McDonald’s betreibt eine Filiale an der Stadtgrenze zu Ramstein-Miesenbach.

Verkehr Schiene mini|Bahnhof Landstuhl

Im Jahr 1849 wurde die durch die Stadt führende Ludwigsbahn fertiggestellt. Der Öffentliche Nahverkehr ist in den Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) integriert. In Landstuhl zweigt die Bahnstrecke nach Kusel von der Bahnstrecke Mannheim–Saarbrücken ab; letztere ging aus der Ludwigsbahn hervor. Intercity halten im Bahnhof Landstuhl nur noch selten, diese wurden im Fahrplanwechsel 2014 weitgehend durch den Regional-Express RE 1 (Mannheim–Koblenz) ersetzt. Am Bahnhof halten unter anderem die Linien S1 und S2 der S-Bahn RheinNeckar.

Straße

Die Landesstraße 363 führt in Nord-Süd-Richtung durch die Stadt und verläuft von Glan-Münchweiler bis nach Steinalben. Die von Napoleon angelegte, in West-Ost-Richtung verlaufende Kaiserstraße ist vor Ort mit der Landesstraße 395 identisch. Die Landesstraßen 465 und 469 führen bis an die saarländische Grenze bei Zweibrücken. Die Landesstraße 470 stellt eine Querachse zu den Landesstraßen 363 und 395 her. Die Kreisstraße 60 führt in die Südliche Richtung bis an die Grenze zum Landkreis Südwestpfalz.

Landstuhl ist durch die A 6 (Saarbrücken – Waidhaus) und A62 an das überregionale Straßennetz angebunden; letztere passiert südlich der Stadt den Hörnchenbergtunnel. In unmittelbarer Nähe des Ortes liegt das Autobahnkreuz Landstuhl-West, das sich bereits auf Gemarkung von Ramstein-Miesenbach befindet. In der Stadt verkehrt der sogenannte Sickingen-Bus, der alle Stadtteile sowie die Innenstadt bedient.

Tourismus Viele Wanderwege führen durch den Ort oder nahe vorbei, darunter die Nordroute der Pfälzer Jakobswege. Mitten durch die Stadt führen außerdem der mit einem roten Kreuz markierte Fernwanderweg Franken-Hessen-Kurpfalz und der zu den sogenannten Saar-Rhein Wanderwegen zählende Weg mit der Kennzeichnung Schwarzer Punkt auf weißem Balken. Durch den Südwesten der Gemarkung verläuft ein solcher, der mit einem grün-gelben Kreuz markiert ist. Zudem führt der Sickinger Mühlenradweg durch Landstuhl. Darüber hinaus ist die Stadt nördlicher Endpunkt eines Mühlenwegs, der durch das Wallhalbtal verläuft.

Gerichte In Landstuhl gibt es ein Amtsgericht, das zum Landgerichts- und OLG-Bezirk Zweibrücken gehört.

Behörden