Baunach (fränkisch: Baunich) ist eine Stadt im oberfränkischen Landkreis Bamberg, Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Baunach und zählt zur Metropolregion Nürnberg. Baunach hat etwa 4000 Einwohner. Bis zur Gebietsreform 1972 gehörte Baunach zum unterfränkischen Landkreis Ebern.

Die Stadt hat eine über 1000-jährige Geschichte.

Der Ortsname stammt von dem indogermanischen Wort für Fluss: „bunahu“ (wörtlich übersetzt ins Deutsche: schwellendes Wasser). In der ersten urkundlichen Erwähnung aus dem Jahr 802 lautete der Name bereits „bunaha“.

Geographie Geographische Lage

Baunach nennt sich selbst die „Fränkische Drei-Flüsse-Stadt“,Willkommenstafel nach dem Ortseingangsschild an der Bundesstraßebayern-online.de: Fränkische Drei-Flüsse-Stadt Baunach da es an Baunach, Lauter und Main liegt. Diese drei Flüsse liegen auch dem Wappen zugrunde, in dem ein goldener Hecht über drei Flüssen liegt. Durch das Gemeindegebiet fließt auch die Itz mit ihren umfangreichen Auen.

Einer der Hausberge, der Kraiberg (auch Greinberg genannt), gehört als südlichster Berg des Altensteiner Rhätolias-Rückens (Zeilberge) zum südwestlichen Itz-Baunach-Hügelland.

Das Gemeindegebiet liegt im oberfränkischen Teil des Naturparks Haßberge und im Fränkischen Keuper-Lias-Land. Der zweite Hausberg Baunachs ist der Stiefenberg, auf dem sich einst die Stufenburg befand.

Nachbargemeinden Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn): Gerach, Reckendorf, Rattelsdorf, Breitengüßbach, Kemmern, Oberhaid, Lauter, Breitbrunn und Ebelsbach (beide Landkreis Haßberge, Unterfranken).

Gemeindegliederung Es gibt acht Gemeindeteile (in Klammern sind der Siedlungstyp und die Einwohnerzahl per 1. Januar 2022 angegeben):

Es gibt die Gemarkungen Appendorf (Gemarkungsteil 0), Baunach, Daschendorf, Daschendorfer Forst (Gemarkungsteil 1), Dorgendorf, Lußberger Forst (Gemarkungsteil 1), Priegendorf, Reckenneusig und Stiefenberg. Die Gemarkung Baunach hat eine Fläche von 10,568 km². Sie ist in 4853 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 2177,71 m² haben.

Geschichte mini|Schloss Baunach Bis zum 18. Jahrhundert Die Stadt Baunach, das alte Bunaha, liegt im Bereich eines prähistorischen Siedlungsgebietes, dessen Kern der Staffelberg war. 50 Hügelgräber in den Wäldern der näheren Umgebung sowie eine Reihe von Fliehburgen aus der Hallstatt- und Latènezeit geben davon Kenntnis. Durch das Stadtgebiet führten vorgeschichtliche Fernstraßen vom Regnitzbecken nach Thüringen und in das Saalegebiet. Die Gründung von Baunach fiel in die zweite fränkische Siedlungsperiode von 650 bis 750 n. Chr. durch fränkische Grafen, die den Ort nach dem Baunachfluss benannten. Die erste urkundliche Erwähnung ist vom 4. Juli 802 nachgewiesen. Das erste Stadtrecht verlieh Kaiser Ludwig der Bayer bereits im Jahre 1328.

Der Bamberger Bischof Anton von Rotenhan verlieh mit der Urkunde vom 15. Juli 1447 dem Markt Baunach „ein sigill und panir“. Im Schild „sullen steen drey wasserfluss. Und durch dieselben drey wasserfluss soll ein gantzer hecht mit dem haupt von der einen obern ecke des schilts.... geen“. Der in einer Abschrift des 15. Jahrhunderts überlieferte Siegel- und Bannerbrief enthält keine Farbbeschreibung. Sie wurde später festgelegt. Die drei Wellenpfähle versinnbildlichen die Flüsse Baunach, Lauter und Main. Der Hecht steht für den Fischreichtum. Die Legende des Siegels lautete nach dem Siegelbrief „SIGILLUM CIVIUM IN BAWNACH.“ In einer farbigen Wappentafel, gefertigt unter Fürstbischof Johann Philipp von Gebsattel (1599–1609), wurden folgende Farben festgelegt: drei silberne Bäche auf rotem Grund, belegt von einem Hecht in Gold.

Zur damaligen Zeit war Baunach auch der Sitz der Kanzlei des Ritterkantons Baunach, der zum Fränkischen Ritterkreis gehörte. Später war es bis zur Säkularisation Obervogtamt und gehörte zum Hochstift Bamberg. Im Jahr 1727 wurde die letzte Hinrichtung in Baunach vollzogen.

Der zugehörige Gemeindeteil Daschendorf gelangte 1629 von den Herren von Lichtenstein kaufweise an die Herren von Streitberg, die das Gut mit Schloss bis 1690 besaßen.Dieter Zöberlein, Die von Streitberg, Geschichte einer fränkischen Adelsfamilie, Selbstverlag, Burggrub 2018, Teil 2, S. 183–188.

Seit dem 19. Jahrhundert Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Als im Gefolge der politischen Umwälzungen zu Anfang des 19. Jahrhunderts von München aus das Gemeindewesen in Franken neu geordnet wurde, verlor Baunach sein Stadtrecht. Während der Deutschen Revolution kam es 1848 in Baunach zu judenfeindliche Ausschreitungen.Hermann Greive: Geschichte des modernen Antisemitismus in Deutschland. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1983, ISBN 3-534-08859-X, S. 40.

Mit Bekanntmachung vom 11. Mai 1954 des Bayerischen Staatsministeriums des Innern wurde dem Markt Baunach erneut die Bezeichnung „Stadt“ verliehen. 1946 war Baunach ein von der Landwirtschaft geprägtes Städtchen. Dieses Bild hat sich grundlegend gewandelt. In den letzten 50 Jahren entwickelte es sich zu einer modernen Landstadt. In Baunach wurden viele Vertriebene und Flüchtlinge aus dem Sudetenland und dem Egerland angesiedelt. Aus diesem Grunde übernahm Bamberg die Patenschaft für Baunach.

Die erste Mainbrücke, bestehend aus drei Steinpfeilern und einem hölzernen Überbau, entstand 1838/1839 beim Bau einer Chaussee von Bamberg nach Meiningen bei Mainkilometer 394 am Brückenhaussee. Im April 1945 wurde das Bauwerk gesprengt und in der Folge durch einen stählernen Behelfsüberbau ersetzt.Reinhold Schweda: Baunach fränkische Dreiflüssestadt

Zur Geschichte des Überkum Viktor Überkom (oder auch Überkum) gilt als Stadtpatron und ziert als Statue den Marktplatz.PDF.

Um das Jahr 1400 lebte der Legende zufolge im damaligen Marktflecken Baunach ein Mann namens Überkom. Dieser fromme Christ zeichnete sich durch viele Wallfahrten nach Santiago de Compostela aus. Er stiftete außerdem eine Kapelle, in welcher er beerdigt werden wollte. Im Jahre 1440 starb Überkum und über seinem Grab auf einem Hügel nahe dem Ort (inzwischen befindet sich dieser im Siedlungsgebiet) wurde die Magdalenenkapelle errichtet.

Nach der Legende bestimmte er, an der Stelle begraben zu werden, wo ihn seine blinden Pferde auf einer Schleife zögen. Gott sollte für ihn den Ort des Begräbnisses bestimmen. Die Baunacher hielten diesen Ort jedoch für ungeeignet und begannen mit der Errichtung einer Kapelle ein Stück weiter unterhalb. Erst als ihr Tagwerk mehrere Male nachts wieder an die genannte Stelle versetzt worden war, bauten sie auf dieser Stelle weiter..

Die Kapelle wurde aufgrund verschiedener Wunder bald ein Wallfahrtsort. Überkum wurde 1508 seliggesprochen. Das Vorhaben, Überkum heiligsprechen zu lassen, wurde in den Reformationswirren aufgegeben. Dennoch gestattete Bischof Lorenz von Bibra zu Ehren des Pilgers einen feierlichen Gottesdienst am Mittwoch nach Ostern, der bis heute in Baunach gefeiert wird.

Entwicklung des Stadtgebiets Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zahlreiche neue Baugebiete ausgewiesen. Insgesamt entstanden binnen weniger Jahrzehnte über 20 neue Siedlungen.

Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. April 1971 ein Teil der ehemaligen Gemeinde Appendorf eingegliedert. Am 1. Juli 1971 kam die Gemeinde Daschendorf hinzu. Dorgendorf, Priegendorf und Reckenneusig folgten am 1. Januar 1972.

Bei der Auflösung des gemeindefreien Gebiets Daschendorfer Forst am 1. Januar 2001 wurden 166,61 Hektar oder knapp ein Viertel (23,7 Prozent) der Gebietsfläche nach Baunach eingegliedert. Bei der Auflösung des gemeindefreien Gebiets Lußberger Forst zum gleichen Stichtag wurden 434,13 Hektar oder 58,8 Prozent der Gebietsfläche nach Baunach eingegliedert.

Einwohnerentwicklung Im Zeitraum von 1988 bis 2018 wuchs die Stadt von 3219 auf 4019 um 800 Einwohner bzw. um 24,9 %. Jahr 1939 1950 1960 1970 1980 1990 1995 1999 2005 2010 2015 2020 2023Einwohner 1990 2735 2712 2914 3174 3387 3698 3891 3943 3942 4005 3957 4065

Religion Laut Zensus am 9. Mai 2011 sind 74,5 % der Einwohner römisch-katholisch und 13,2 % evangelisch-lutherisch. 12,3 % der Einwohner gehören einer anderen Religion an oder sind konfessionslos.

Dialekt Im Stadtgebiet wird eine ostfränkische Mundart gesprochen: das Bambergische.

Politik Stadtrat Nach den Kommunalwahlen waren die 16 Sitze im Stadtrat jeweils wie folgt verteilt: Jahr Christliche Bürgerschaft Baunach (CBB) CSU SPD/Freie Bürger Baunach (FBB) Christliche Wählerunion (CWU) Die PARTEI Junge Liste Baunach (JLB)Die Junge Liste Baunach (JLB) gründete sich erst 2013.Unabhängige Wählergemeinschaft Baunach (UWG) Gesamt202663222–116202064321––16 2014 6 5 3 1 – 1 – 16 2008 6 5 4 1 – – – 16 2002 5 6 4 1 – – – 16 1996 3 7 5 1 – – – 16 1990 2 7 6 1 – – – 16

Bürgermeister mini|Das neue Rathaus, vormals Schule Kommunalwahl am 8. März 2026:

Tobias Roppelt (CBB) wurde erneut zum Ersten Bürgermeister gewählt. Er erhielt 92,5 % der gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 74,7 %.

Kommunalwahl am 15. März 2020:

Tobias Roppelt (CBB) wurde zum Ersten Bürgermeister gewählt. Bei einer Wahlbeteiligung von 73,4 % erhielt dieser 52,2 % der gültigen Stimmen. Er setze sich damit gegen Andrea Weigler (CSU) mit 28,8 % und Manuela Fößel (SPD/FBB) mit 18,9 % durch.

Kommunalwahlen vor 2020:

Dessen Vorgänger war seit 2002 Ekkehard Hojer von der Christlichen Bürgerschaft Baunach (CBB). Er gewann 2002 mit 59 % der Stimmen gegen Reinhold Schweda (CSU), 2008 mit 85,31 % gegen Jürgen Gleußner (CSU) und 2014 gegen Andrea Weigler (CSU) und Peter Großkopf (SPD) mit 56,72 %. Hojer war Nachfolger von Georg Wild (CSU).

Verwaltungsgemeinschaft Baunach ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Baunach, zu der auch die Gemeinden Reckendorf, Lauter und Gerach gehören.

Städtepartnerschaft Seit 6. Oktober 1990 ist die Stadt Bad Lausick in Sachsen Partnerstadt von Baunach. Bamberg ist Patenstadt von Baunach.

Wappen

Wirtschaft und Infrastruktur Schulen und Kindergärten In Baunach besteht die Verbandsschule Baunach, die eine Grundschule und eine Mittelschule (bayerische Weiterentwicklung der Hauptschule) vereinigt. Als weiterführende Schulen gibt es in Ebern und Scheßlitz Realschulen, in Bamberg und Ebern Gymnasien. Die nächste Berufsschule befindet sich in Bamberg.

Freiwillige Feuerwehren In Baunach, Daschendorf, Dorgendorf, Priegendorf und Reckenneusig gibt es Freiwillige Feuerwehren. Die Freiwillige Feuerwehr Baunach ist die Stützpunktfeuerwehr des Inspektionsbereiches 2/3 des Landkreises Bamberg. Sie verfügt zurzeit über vier Einsatzkraftfahrzeuge, darunter zwei Löschfahrzeuge (ein LF 16/12 und ein HLF 10/6), einen MTW sowie einen Kommandowagen. Hinzu kommen ein Verkehrssicherungsanhänger und eine Anhängeleiter AL 16. In Dorgendorf befindet sich ein MTW, in Priegendorf ein TSF-L und in Reckenneusig ein TSF.

Ansässige Unternehmen Zu den größten ansässigen Unternehmen zählen die Messingschlager GmbH & Co. KG, Megger Germany GmbH, Wills Ideenschmiede Sondermaschinenbau, die FGB Flüssiggas GmbH, Fritz Hegenwald GmbH sowie HSG Heizung-Sanitär-Gehring GmbH. Daneben gibt es zahlreiche mittelständische Unternehmen.

Brauereien Auf dem Stadtgebiet gab es die 1648 gegründete Brauerei Sippel mit einem Ausstoß von etwa 350 Hektolitern pro Jahr, womit sie zu den kleinsten Brauereien der Welt zählte. Sie musste 2010 ihre Produktion einstellen. Bis 1987 gab es noch die Brauerei zum Löwen (Inhaber: Theo Schmitt) und bis 1989 das Baunacher Brauhaus/Lechnerbräu (Stufenburgbier).

Verkehrsanbindung Die Stadt liegt an der Bundesstraße 279 und ist ca. drei Kilometer von der Bundesautobahn A 73 entfernt. Der Bahnhof an der Bahnstrecke Breitengüßbach–Ebern wird im Stundentakt durch die Linie RB 26 bedient.

Steuereinnahmen