Asbach-Sickenberg ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Erfüllende Gemeinde für Asbach-Sickenberg ist die Landgemeinde Uder. Asbach und Sickenberg sind zwei der wenigen Dörfer im Landkreis Eichsfeld, die nicht zum historischen Eichsfeld gehören.

Geographische Lage Asbach-Sickenberg liegt nahe der hessisch-thüringischen Grenze in den nördlichen Ausläufern des Höhenzugs Gobert. Durch Asbach fließt der Alte Hainsbach als östlicher und durch das nahe Bad Sooden-Allendorf verlaufender Zufluss der Werra. Sickenberg liegt oberhalb vom Tal der Walse, einem weiteren östlichen Werra-Zufluss.

Gemeindegliederung Die Gemeinde wurde am 1. Juli 1950 durch den Zusammenschluss der zuvor selbstständigen politischen Gemeinden Asbach und Sickenberg gebildet.

Geschichte Asbach wurde erstmals 1284 und Sickenberg erstmals 1298 urkundlich erwähnt. Die Orte gehörten zum Amt- und Burgbezirk der landgräflichen Burg Altenstein (hessisches Amt Allendorf). Seit dem 16. Jahrhundert bildeten beide Dörfer eine Kirchengemeinde.

Im Februar 1942 trafen Zwangsarbeiter aus der Ukraine in Sickenberg ein. Im Frühjahr 1945 waren weitere 11 Frauen und Männer aus Polen und der UdSSR gemeldet. In der Dorfgaststätte war ein Außenkommando französischer Kriegsgefangener untergebracht.Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933–1945 (Hrsg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933–1945. Band 8. VAS – Verlag für Akademische Schriften, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-88864-343-0, S. 28 [Asbach-Sickenberg].

Die zuvor hessischen Dörfer Asbach und Sickenberg kamen 1945 im Zuge von Grenzkorrekturen (Wanfrieder Abkommen) zur sowjetischen Besatzungszone und somit zu Thüringen. Am 1. Juli 1950 fusionierten beide Orte zur neuen Gemeinde Asbach/Sickenberg. Zu einer Namensänderung kam es am 1. Mai 1992, als sich die Gemeinde von Asbach/Sickenberg in Asbach-Sickenberg umbenannte.

Seit dem 1. Februar 1992 gehörte die Gemeinde zur Verwaltungsgemeinschaft Uder. Mit Auflösung dieser am 1. Januar 2024 wurde die Landgemeinde Uder neugebildet, die erfüllende Gemeinde für Asbach-Sickenberg wurde.Thüringer Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 15/2023 vom 22. Dezember 2023, S. 347 ff., abgerufen am 22. Dezember 2023

Einwohnerentwicklung Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember): 1994: 101 1995: 114 1996: 117 1997: 121 1998: 113 1999: 113 2000: 114 2001: 114 2002: 120 2003: 113 2004: 124 2005: 124 2006: 120 2007: 124 2008: 119 2009: 110 2010: 116 2011: 118 2012: 107 2013: 105 2014: 101 2015: 102 2016: 102 2017: 97 2018: 92 2019: 94 2020: 96 2021: 102 2022: 99 2023: 101 2024: 98 Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik Gemeinderat Der Gemeinderat von Asbach-Sickenberg setzt sich aus sechs Ratsmitgliedern zusammen. Wahlvorschlag FWG Asbach-Sickenberg: 6 Sitze (Stand: Kommunalwahl am 26. Mai 2019)

Bürgermeister

Bei den Kommunalwahlen in Thüringen 2019 wurde Siegfried Dellemann (parteilos) mit 91,8 Prozent zum Bürgermeister gewählt.Kommunalwahl 2019/Bürgermeisterwahlen, mdr.de, abgerufen am 28. Mai 2019.

Wirtschaft und Infrastruktur Wasser und Abwasser Die Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung wurde auf den Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserentsorgung Obereichsfeld übertragen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|links|Sickenberg mini|Hof Sickenberg zu Asbach – Sickenberg Museen Unmittelbar nach der Öffnung der innerdeutschen Grenze entstand das „Grenzmuseum Schifflersgrund“. Es liegt zwischen Bad Sooden-Allendorf und Sickenberg direkt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Die noch in den 1940er Jahren bewohnte und als Forsthaus genutzte Burgruine Altenstein ist durch die Grenzlage unzugänglich gewesen und war 1990 bereits stark verfallen.

Der denkmalgeschützte Hof Sickenberg – mit historischer Backstube. Im Hofcafe haben die Betreiber eine Ausstellung zur Geschichte des Ortes Sickenberg eingerichtet.

Alle drei genannten Ziele liegen am 2014 eröffneten Wanderweg Premiumweg 16 Asbach-Sickenberg, der durch die Eichsfeldische Schweiz führt.

Kirche Versöhnungskirche (Asbach)

Vereine Freiwillige Feuerwehr Asbach-Sickenberg Freizeit-Sportverein Asbach-Sickenberg

Literatur

York-Egbert König: 725-Jahr-Feier von Asbach-Sickenberg. In: Eichsfelder Heimatzeitschrift. Heft 7/8 2007, Mecke Druck und Verlag, Duderstadt 2007, S. 248–250

Weblinks

Asbach-Sickenberg auf den Seiten der ehemaligen Verbandsgemeinde Uder Seite des Grenzmuseums Schifflersgrund Die ehemalige innerdeutsche Grenze bei Asbach-Sickenberg (Bildergalerie)

Einzelnachweise

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