Daten bezeichnet als Plural von Datum Fakten, Zeitpunkte oder kalendarische Zeitangaben. Als Pluralwort steht es für durch Beobachtungen, Messungen u. a. gewonnene [Zahlen]werte sowie darauf beruhende Angaben oder formulierbare Befunde.

Während Daten in der Umgangssprache Gegebenheiten, Tatsachen oder Ereignisse sind, sind Daten in der Fachsprache Zeichen, die eine Information darstellen. In verschiedenen Fachgebieten wie z. B. der Informatik, der Mathematik, der Wirtschaftstheorie, der Neurowissenschaft oder den Biowissenschaften sind unterschiedliche – meist ähnliche – Definitionen gebräuchlich. Eine einheitliche Definition gibt es bisher nicht. Das liegt auch daran, dass die verschiedenen Fachgebiete dem Begriff Daten einen unterschiedlichen Begriffsinhalt zuordnen, der nur dieses Fachgebiet betrifft.

Im Datenschutzrecht sind im Wesentlichen die personenbezogenen Daten gemeint, d. h. Angaben über natürliche Personen, z. B. das Geburtsdatum oder der Wohnort.

Für die Datenverarbeitung und (Wirtschafts-)Informatik werden Daten als Zeichen (oder Symbole) definiert, die Informationen darstellen und die dem Zweck der Verarbeitung dienen.Heinz-Peter Gumm, Manfred Sommer: Einführung in die Informatik. 10. Auflage. Oldenbourg Verlag, ISBN 978-3-486-70641-3, S. 4 f.

Die Wirtschaftstheorie beschreibt Daten als diejenigen volkswirtschaftlichen Gegebenheiten, die einen wesentlichen Einfluss auf den Ablauf der Wirtschaft haben, selbst dabei aber nicht beeinflusst werden.D. v. Erffa: Taschenlexikon der Wirtschaft. books.google.de „Daten“ beziehungsweise erläuternd z. B. in G. Blümle u. a.: Perspektiven einer kulturellen Ökonomik, Band 1. LIT Verlag, Münster 2004, ISBN 3-8258-6137-6, books.google.de Datenbegriff von Eucken.

Etymologie und Sprachgebrauch Daten oder zuvor Data sind eigentlich Pluralbildungen von Datum, das als Lehnwort aus dem Lateinischen zurückgeht auf datum ‚gegeben‘ (PPP zu lat. dare ‚geben‘) bzw. substantiviert ‚das Gegebene‘.siehe „Daten“ und „Datum“ in Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 23. Auflage, S. 163f. Auf wichtigeren Schriftstücken war in der üblichen Einleitungsformel vermerkt „datum …“ („gegeben (am) …“) mit <Zeitangabe> und eventueller <Ortsangabe> – womit deren Inhalt „das Gegebene“ wurde. Die Pluralform Daten zu Datum folgt anderen Wörtern lateinischen Ursprungs wie Studien – Studium oder Individuen – Individuum.

Da sich in der deutschen Sprache die Bedeutung von „Datum“ im allgemeinen Sprachgebrauch eingeengt hat auf Kalenderdatum, wird für die Pluralbildung im Sinne von Zeitpunkten oft nicht die Wortform „Daten“ benutzt, sondern stattdessen von „Datumsangaben“ oder „Terminen“ gesprochen. Umgekehrt werden für die Einzahl von „Daten“ im weiteren Sinn als eine gegebene Messung, Information oder Zeichen(kette) dann Wörter wie „Wert“, „Angabe“ oder „Datenelement“ verwendet. Es handelt sich also um ein Pluraletantum.

Daten im Unterschied zu Information Obwohl diese beiden Ausdrücke in der Umgangssprache oft synonym benutzt werden, unterscheidet die Informationstheorie beide dem Begriff nach grundlegend voneinander. Details und Beispiele siehe → Information.

Recht Das Recht verwendet an verschiedenen Stellen den Datenbegriff als Rechtsbegriff. Verwendet wird der Begriff etwa im Unionsrecht im Bereich Datenschutz ( Nr. 1 DSGVO als personenbezogene Daten), in Datenverordnung oder in KI-VO.

Auch das deutsche Recht kennt den Datenbegriff, etwa im Strafrecht unter „Ausspähen von Daten“ ( StGB); „Daten“ in diesem Sinn sind „nur solche, die elektronisch, magnetisch oder sonst nicht unmittelbar wahrnehmbar gespeichert sind oder übermittelt werden.“ Diese strafrechtliche Bestimmung von Daten stellt auf die technische Sicht von Daten als maschinenlesbar codierte Zeichen ab, die an ein Speicher- oder Übertragungsmedium gebunden sind. Davon zu unterscheiden ist eine semantische Dimension von Daten als Träger von Informationen. Diese Unterscheidung hat auch eine rechtliche Bedeutung. Die Frage nach dem rechtlichen Schutz für den Informationsgehalt von Daten führt in den Anwendungsbereich des geistigen Eigentums (Urheberrecht, gewerblicher Rechtsschutz) oder des Datenschutzes. Unbefugte Veränderungen der Codierung auf einem Datenträger sind dagegen als Eingriff in das Sacheigentum am Datenträger anzusehen und damit sachenrechtlich und ggf. auch strafrechtlich relevant.

Eigentum an Daten: Ein dem Sacheigentum (§ ff. BGB) entsprechendes Eigentum an Daten kennt das Recht in Deutschland nicht. Da die Eigentumsvorschriften auf eine ausschließliche Zuordnung einer nicht beliebig vermehrbaren und eindeutig identifizierbaren Sache ausgerichtet sind, passen sie nicht zum Charakter von Daten als beliebig, fast ohne Kosten vermehrbares, nicht-rivales Gut. Wohl aber erkennt das geltende Recht ein Eigentum an Datenträgern an. Noch nicht abschließend geklärt ist bisher, inwieweit sich das Eigentum am Datenträger oder an einem Daten produzierenden Gerät auf die gespeicherten bzw. produzierten Daten erstreckt.

Das österreichische Kernstrafrecht kennt den Datenbegriff seit der Einführung des StGB (Datenbeschädigung). Im Laufe der Zeit wurden weitere Tatbestände hinzugefügt, sodass heute auch der betrügerische Datenverarbeitungsmissbrauch ( StGB), Datenfälschung ( StGB), die Störung der Funktionsfähigkeit eines Computersystems ( StGB) und diverse Vorfelddelikte (ua , und StGB) bestraft werden können.Susanne Reindl-Krauskopf: Computerstrafrecht im Überblick. 2. Auflage. Facultas Verlag, Wien 2009, ISBN 978-3-7089-0523-5, S. 8f.

Ferner findet sich eine differenzierte Darstellung des Begriffs im DSG. So wird zwischen personenbezogenen und nicht personenbezogenen Daten unterschieden, wobei nur erstere durch das DSG geschützt werden.

Informatik Laut Definition der inzwischen abgelösten Norm DIN 44300 Nr. 19 waren Daten (ab 1985) „Gebilde aus Zeichen oder kontinuierliche Funktionen, die aufgrund bekannter oder unterstellter Abmachungen Informationen darstellen, vorrangig zum Zweck der Verarbeitung und als deren Ergebnis.“

Gemäß Terminologie der geltenden Norm des internationalen Technologiestandards ISO/IEC 2382-1 für Informationstechnik (seit 1993) sind Daten – Data: „a reinterpretable representation of information in a formalized manner, suitable for communication, interpretation, or processing“ – eine wieder interpretierbare Darstellung von Information in formalisierter Art, geeignet zur Kommunikation, Interpretation oder Verarbeitung.

In der Informatik und Datenverarbeitung versteht man Daten gemeinhin als (maschinen-)lesbare und -bearbeitbare, in der Regel digitale Repräsentation von Information. Ihr Inhalt wird dazu meist zunächst in Zeichen bzw. Zeichenketten kodiert, deren Aufbau strengen Regeln folgt, der sogenannten Syntax. Um aus Daten wieder die Informationen zu abstrahieren, müssen sie in einem Bedeutungskontext interpretiert werden. So kann eine Ziffernfolge wie „123456“ zum Beispiel in Abhängigkeit vom Kontext für eine Telefonnummer, eine Kontonummer oder die Anzahl von Kfz-Neuzulassungen in einem bestimmten Zeitraum stehen. Die betrachtete Zeichenfolge „123456“ oder auch „11110001001000000“ als solche kann nur als Aneinanderreihung von Ziffern erkannt werden; ihre konkrete Bedeutung wird erst im jeweils passenden Kontext (siehe Semantik) klar.

Die Speicherung von Daten erfolgt auf Datenspeichern, wie z. B. Festplatten, DVDs, Flash-Speichern oder auch Magnetbändern, früher z. B. auch Lochkarten. Diese Datenträger gelten als Hardware, während die auf oder in ihnen enthaltenen Daten als „immaterieller Begriff“ zu verstehen sind.

Die Form der Darstellung von Daten nennt man Kodierung, die Menge der dabei möglichen Zeichen nennt man Codealphabet (z. B. UTF-8). Daten können unterschiedlich kodiert sein, d. h. in unterschiedlichen Codes notieren, aber dennoch die gleiche Information repräsentieren.Peter Rechenberg, Gustav Pomberger: Informatik Handbuch. 4. Auflage. Carl Hanser Verlag, München, ISBN 978-3-446-40185-3, S. 189. In der heutigen Digitaltechnik hat sich die Kodierung in binärer Form fast ausschließlich durchgesetzt. Ein Bit ist dabei die kleinste Informationseinheit. Grundsätzlich ist neben Binärcode auch die Verwendung von Alphabeten mit mehr als zwei Symbolen möglich.

Gebräuchliche Speicherzellen kennen nur die Zustände „an“ und „aus“, die als „1“ und „0“ und damit als die Basiswerte des Binärsystems interpretiert werden. Speicherzellen mit mehr als einem Bit pro Zelle finden sich in Flash-Speichern, z. B. die MLC- oder TLC-Speicherzelle. Speicherzellen für überlagerte Quantenzustände, sogenannte Qubits, befinden sich noch im Forschungsstadium.

Kategorisierung von Daten Daten können wie folgt kategorisiert werden:

Kriterium Arten Definition Beispiele Strukturierung strukturierte Daten semistrukturierte Daten unstrukturierte Daten Daten weisen eine gleichartige Struktur auf (Datenmodell) tragen nur einen Teil der Strukturinformation mit sich sind in einer nicht formalisierten Struktur vorhanden Datenbanken, Dateien Extensible Markup Language (XML) Dokumente, Texte, Grafiken Beständigkeit transiente Daten persistente Daten flüchtig, übergangsweise vorhandene Datenin der Programmiersprache gespeichert dauerhaft vorhandene Datenin einer Datenbank gespeichert temporäre Dateien, Mobile Subscriber Roaming Number Portable Document Format (PDF), Videodatei Digitalisierung analoge Daten digitale Daten stehen nicht digital zur Verfügung stehen digital zur Verfügung analoges Foto, Schallplatte Bilddatei, Musikdatei Aggregationsgrad Mikrodaten Makrodaten auf der statistischen Mikroebene auf der statistischen Makroebene personenbezogene Daten, Personendaten, Kundendaten, Unternehmensdaten volkswirtschaftliche Kennzahlen wie Bruttoinlandsprodukt oder Exportquote Priorität Primärdaten Sekundärdaten durch Beobachtung, Messung oder Datenerhebung unmittelbar gewonnen aus Primärdatenverarbeitung gewonnen ein Zimmer hat eine Länge von 5 Metern, die Breite beträgt 4 Meter, die Höhe 2,80 Meter hieraus lassen sich eine Fläche von 20 m² sowie der Rauminhalt von 56 m³ ableiten

Weitere Begriffe für Datenarten Anwendungsdaten sind fachlich-funktional zu verarbeitende Daten – im Gegensatz zu technischen Daten (wie Installationsdaten, Programmcode, Ausführbare Dateien usw.) Anwendungsdaten lassen sich unterscheiden nach Stammdaten, Bewegungsdaten und Bestandsdaten; siehe auch Stammdaten. Neartime-Daten sind Kopien von aktuellen Daten mit etwas geringerer Aktualität als die Originaldaten (in Echtzeit Realtime-Daten). Sicherungsdaten sind zur Sicherheit kopierte Datenbestände, auf die bei Bedarf, z. B. zur Wiederherstellung irrtümlich gelöschter Daten zurückgegriffen werden kann. Originäre versus abgeleitete Daten: Originär sind erst- und einmalig vorhandene Daten. Aus ihnen können Summen, Kopien oder andere Konstrukte gebildet (abgeleitet) werden. Serielle Daten (auch sequentielle Daten genannt): Die Daten werden nicht unter dem Managementsystem einer Datenbank (DBMS) verwaltet, sondern in einer Standard-Dateiform des Betriebssystems gespeichert und verarbeitet. In der Regel ist dabei ein Direktzugriff nicht möglich; die Daten müssen dann der Reihe nach geschrieben bzw. gelesen werden. Historische Daten: Der Datenbestand zu bestimmten Zeitpunkten (z. B. Stand vor Änderungen, Stand zum Jahresanfang) kann getrennt gespeichert und später in bestimmten Funktionen (z. B. Bildschirmanzeige, Vergleichen alt vs. aktuell) verwendet werden.

Formen der Verarbeitung von Daten