Liebschützberg ist eine verwaltungsgemeinschaftsfreie Gemeinde im Landkreis Nordsachsen im Freistaat Sachsen.
Geografie und Verkehr Die Gemeinde liegt in der Niederung der Döllnitz westlich der Elbe und südlich der Dahlener Heide. Die Nachbarstädte sind Oschatz (5 km), Dahlen (15 km) und Riesa (15 km). Die Bundesstraße 6 verläuft durch den Süden der Gemeinde, die Bundesstraße 182 östlich entlang.
Die Bahnstrecke Dresden–Leipzig verläuft durch den Ortsteil Bornitz. Der dortige Bahnhof ist nicht mehr in Betrieb. Außerdem verlief die 1972 stillgelegte Schmalspurbahn Oschatz–Strehla durch das Gemeindegebiet. Dessen Trasse wurde später für die Strategische Bahn Oschatz–Röderau genutzt, die heute ebenfalls stillgelegt ist.
Gemeindegliederung
Geschichte Die Gegend um Liebschützberg war bereits zur Jungsteinzeit besiedelt, davon zeugen einige Funde in der Gegend. Nach der Völkerwanderung, etwa ab dem 6. Jahrhundert, ließen sich hier die slawischen Daleminzier nieder. Die einzelnen Ortsteile der Gemeinde sind deshalb meist slawischen Ursprunges. Um ihre Siedlungen zu verteidigen, legten sie in den sumpfigen Niederungen der Döllnitz bei Canitz und Borna Wasserburgen an. mini|links|Kirche in Liebschütz 300px|mini|Bockwindmühle, Ort Liebschütz, Bergfunkstation
Der ostfränkische König Heinrich I. besiegte sie in den Jahren 927 und 929 und brachte erste fränkische Siedler ins Land. Das Gebiet wurde dann dem Markgrafen von Meißen unterstellt. Der Ort Borna wird am 2. August 1185 in einer Urkunde des Markgrafen Otto von Meißen erstmals erwähnt. Im 13. Jahrhundert herrschten mehrfach größere Hungersnöte und ab dem 14. Jahrhundert traten hier auch Pestepidemien auf. Im 15. Jahrhundert richteten die Hussitenkriege in der Gegend um Oschatz große Verwüstungen an und auch der Dreißigjährige Krieg fordert einige Opfer, so wird das Schloss in Borna völlig zerstört. Wesentliche Bedeutung für die Gegend hatte im Mittelalter die von Halle über Dresden nach Polen führende Handelsstraße, die „Hohe Straße“ (alte Salzstraße).
Bei der Gemeindereform am 1. Januar 1994 schlossen sich die Gemeinden Gaunitz, Wellerswalde (mit Leisnitz) und Laas (mit Klötitz, Leckwitz und Sahlassan) zur Gemeinde Liebschützberg zusammen.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt Am 1. Januar 1997 kam noch die Gemeinde Borna hinzu.StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1997.
Gedenkstätten Auf dem Friedhof des Ortsteiles Ganzig befindet sich eine Grabstätte für zehn polnische und ukrainische Zwangsarbeiter, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und am 30. April 1945 von Soldaten einer Wehrmachtseinheit im Dorf erschossen wurden.
Bevölkerung Jahr Einwohner 2005 3.522 2010 3.234 2015 2.996 2020 2.958 Jahr Einwohner 2021 2.957 2022 2.937 2023 2.867 2024 2.844 2025 2.807
Stand: 31. Dezember des jeweiligen Jahres (Angaben des Statistischen Landesamtes Sachsen), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022
Politik
Gemeinderat Seit der Gemeinderatswahl am 9. Juni 2024 verteilen sich die 15 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen: Sportverein Borna e. V.: 6 Sitze Freie Wählergemeinschaft (FWG): 5 Sitze CDU: 4 Sitze +letzte GemeinderatswahlenListe202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %SV Borna e. V.635,2532,2318,4CDU432,9846,8949,1Freie Wählergemeinschaft531,9215,318,3Linke––15,617,4NPD––––114,1Grüne–––––2,7Wahlbeteiligung71,2 %65,8 %55,8 %
Bürgermeister Bürgermeister ist seit 2022 Sebastian Sommer. +letzte BürgermeisterwahlenWahlBürgermeisterVorschlagWahlergebnis (in %)2022Sebastian SommerSommer98,62015David SchmidtCDU39,02008Karl-Heinz BörtitzBörtitz96,62001CDU79,3199498,0
Partnergemeinde Gailingen am Hochrhein (Baden-Württemberg) Sehenswürdigkeiten → siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Liebschützberg mini|Bockwindmühle Liebschütz 1975 Dorfkirche Borna Schloss Borna, im Jahr 1877 im Historismusstil umgebaut Liebschützer Höhenzug mit Bockwindmühle Zaußwitzer Turmwindmühle, von 1799 Kirche Ganzig Kirche Wellerswalde
Naturschutz
Persönlichkeiten Christian Othfar (1609–1660), Theologe, Kirchenlieddichter und Arzt Carl Gottlob Abela (1803–1841), Musiker, geboren in Borna Wilhelm Kopp (1882–1963), Konteradmiral im Zweiten Weltkrieg, geboren in Wellerswalde Katja Krasavice (* 1996), Sängerin, Rapperin, Autorin und ehemalige Webvideoproduzentin, wuchs in Liebschütz auf
Literatur
Hartmut Conrad: Familien in Ganzig (Landkreis Nordsachsen) 1543 bis 1800. Leipzig: Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung 2011 (= Mitteldeutsche Ortsfamilienbücher der AMF 61)
Weblinks
Website der Gemeinde Liebschützberg Ortsteil Wellerswalde Schloss Borna
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Nordsachsen Kategorie:Gemeindegründung 1994