alternativtext=Cat Stevens am 9. Oktober 1967 vor dem Zürcher Bahnhofplatz|mini|Cat Stevens (1967) mini|Cat Stevens / Yusuf (2015) Cat Stevens, auch Yusuf (* 21. Juli 1948 als Steven Demetre Georgiou in London, seit 1978 bürgerlich Yusuf Islam), ist ein britischer Sänger und Songwriter. Er spielt Gitarre und Klavier und wird musikalisch dem Folkrock zugerechnet. Zu seinen bekanntesten Veröffentlichungen zählen Matthew & Son (1966), Lady D’Arbanville, Father and Son (beide 1970), Wild World, Moonshadow und Morning Has Broken (alle 1971). Er hat mehr als 100 Millionen Tonträger verkauft.
Leben Georgiou wuchs als Sohn des Zyperngriechen Stavros Georgiou (1900–1978) und der Schwedin Ingrid Wickman (1915–1989) im Londoner Stadtteil Soho auf, wo sein Vater das Restaurant Moulin Rouge besaß. Heute lebt er mit seiner Familie in London und in Dubai.
Karriere als Cat Stevens mini|Cat Stevens (1966) Zu Beginn seiner Karriere spielte er in Cafés und Kneipen. Er hatte zunächst versucht, eine Band zu gründen, entschied sich dann aber, solo zu arbeiten. Da er nicht glaubte, dass sein Geburtsname einem breiten Publikum zugänglich sein würde, trat er zunächst als „Steve Adams“ auf und wählte dann den Künstlernamen „Cat“, nachdem eine Freundin gesagt hatte, er habe die Augen einer Katze,Steven Demetre Georgiou to Cat Stevens to Yusuf Islam. time.com. und „Stevens“ als Ableitung seines Vornamens. Er sagte dazu:
1966 kam er mit dem Produzenten und Manager Mike Hurst in Kontakt, der ihm einen Plattenvertrag mit Deram Records vermittelte. Die erste Single I Love My Dog wurde ein Achtungserfolg in den Top 30, die beiden Nachfolgesingles Matthew & Son und I’m Gonna Get Me a Gun waren Top-Ten-Hits. The Tremeloes coverten den Titel Here Comes My Baby seines Debütalbums Matthew & Son (März 1967) und erreichten damit Platz 4 der britischen Charts. 1967 tourte Cat Stevens mit verschiedenen Künstlern wie Engelbert Humperdinck, The Walker Brothers und Jimi Hendrix. Sein zweites Album New Masters, das im Dezember 1967 veröffentlicht wurde, platzierte sich nicht in den Charts, obwohl ein Titel daraus, The First Cut Is the Deepest, von P. P. Arnold und später auch von weiteren Künstlern erfolgreich gecovert wurde.
Anfang 1968 erkrankte Cat Stevens schwer an Tuberkulose. Er verbrachte drei Monate im Krankenhaus und brauchte weitere neun Monate zur Genesung. In dieser Zeit schrieb er viele Lieder, die auf seinen nächsten Alben erschienen. Er beschäftigte sich mit Religion und Meditationstechniken und veränderte 1969 sein Äußeres, indem er sich einen Vollbart zulegte. Im selben Jahr begann er, regelmäßig mit akustischer Gitarre aufzutreten.
Da auch seine folgenden Singles kommerziell nicht erfolgreich waren und er mit der Orchestrierung seiner Lieder durch Mike Hurst nicht mehr zufrieden war, wurde sein Plattenvertrag nicht verlängert. 1969 unterschrieb er einen neuen Vertrag bei Island Records in Europa und 1970 einen bei A&M Records in den Vereinigten Staaten. Chris Blackwell, Chef von Island Records, versprach ihm weitreichende künstlerische Freiheiten. Als neuer Produzent wurde der frühere Yardbirds-Musiker Paul Samwell-Smith verpflichtet, der Alun Davies als Studiomusiker hinzuzog. Dieser ergänzte sich mit Cat Stevens so gut, dass er bis 1978 und erneut ab 2006 mit ihm zusammenarbeitete.
Um 1970 hatte er eine kurze Affäre mit der Sängerin Carly Simon und inspirierte sie zu ihrem ersten Hit That’s the Way I’ve Always Heard It Should Be.Marc Spitz: Jagger. Rebel, Rock Star, Ramble, Rogue. 2011 (Gewidmet Brendan Mullen). Deutsch: Mick Jagger. Rebell und Rockstar. Aus dem Amerikanischen von Sonja Kerkhoffs. Edel Germany, Hamburg 2012, ISBN 978-3-8419-0122-4, S. 200.
Im April 1970 erschien die Single Lady D’Arbanville, in der er seine zerbrochene Beziehung mit Patti D’Arbanville verarbeitete. Damit erreichte Cat Stevens erstmals wieder die Top Ten in Großbritannien, wobei er sich musikalisch, wie auch auf dem Album Mona Bone Jakon (Mai 1970), deutlich von seinen ersten beiden Alben unterschied. Mona Bone Jakon ist eher Folkrock- und nicht rein pop-orientiert und wies damit den künstlerischen Weg der beiden kommenden Alben.
Sein nächstes, im November 1970 veröffentlichtes Album Tea for the Tillerman brachte den endgültigen künstlerischen und kommerziellen Durchbruch. Das Album enthält die Titel Where Do the Children Play, Hard-Headed Woman, Wild World sowie Father and Son, die häufig im Radio gespielt wurden und Cat Stevens zunehmend populär machten. 1971 zeichnete er für den Soundtrack des Films Harold und Maude verantwortlich, für den er die beiden Lieder Don’t Be Shy und If You Want to Sing Out, Sing Out komponierte, die erst 1984 (in Deutschland schon 1981) zu kaufen waren. Das Soundtrackalbum zu Harold und Maude erschien erst 36 Jahre später.
Im September 1971 kam das Album Teaser and the Firecat heraus, das wie sein Vorgänger viele bekannte Titel wie Tuesday’s Dead, The Wind, Rubylove, Moonshadow, Peace Train und Morning Has Broken enthält, mit denen Cat Stevens seinen internationalen Erfolg festigte. Anschließend folgte eine Tournee durch die Vereinigten Staaten. Im September 1972 erschien sein erstes Nummer-eins-Album in den Vereinigten Staaten, Catch Bull at Four mit Sitting und Can’t Keep It In, das weniger akustisch klingt.
Zwischen August und November 1972 führte ihn eine Tournee unter dem Titel Moonshadow-Tour durch Australien, Japan und die Vereinigten Staaten. 1973 veröffentlichte er auf Jamaika in einem mehr soulorientierten Sound mit Begleitmusikern das Album Foreigner. Im August 1974 verließ er Großbritannien aus steuerlichen Gründen, ließ sich in Brasilien nieder und kehrte offiziell erst im September 1979 in seine Heimat zurück.
mini|Cat Stevens (1976) Das Album Buddha and the Chocolate Box (mit Oh Very Young und Ready), das im März 1974 veröffentlicht wurde, war musikalisch eher eine Rückkehr zu Tea for the Tillerman und Teaser and the Firecat – auch Alun Davies war wieder als Gitarrist und Hintergrundsänger dabei. Es folgte zwischen März und Juli 1974 eine ausverkaufte Welttournee, genannt Bamboozle Tour. Im Juli 1975 erschien sein erstes, sehr erfolgreiches Greatest-Hits-Album, aus dem die Titel Two Fine People und Another Saturday Night als Singles ausgekoppelt wurden.
Im November folgte das weniger erfolgreiche Konzeptalbum Numbers (A Pythagorean Theory Tale), das in Kanada aufgenommen worden war. Die sich im November 1975 anschließende Welttournee The Majikat Earth Tour brach er im Juni 1976 in Griechenland wegen nicht ausreichend ausverkaufter Hallen ab. Eine Konzertaufnahme dieser Tour erschien 2004 auf der DVD Majikat. Im Mai 1977 wurde das Album Izitso mit (Remember the Days of the) Old Schoolyard veröffentlicht, das in den Vereinigten Staaten und Dänemark ohne Alun Davies aufgenommen worden war.
Hinwendung zum Islam und musikalische Pause mini|Yusuf (2008) 1975 wäre er vor Malibu (Kalifornien) laut eigenen Angaben beinahe ertrunken und bezeichnete es als Gottesfügung, dass ihn eine Welle wieder ans Ufer getragen habe. Am 30. Dezember 1977 legte er seinen Künstlernamen Cat Stevens ab. Zuvor hatte ihm sein Bruder David Gordon einen Koran geschenkt, der seinen Worten zufolge sein Leben völlig verändert habe. Nachdem er im Dezember 1977 zum Islam konvertiert war, änderte er seinen Namen am 4. Juli 1978 in Yusuf Islam und verzichtete vorerst darauf, weitere Tonträger zu veröffentlichen. Mountain of Light Vor diesem erheblichen Einschnitt war ihm seine Musik das Wichtigste gewesen. Den dazugehörigen Ruhm sowie den Rummel um seine Person hatte er nach eigenem Bekunden stets abgelehnt.
Aus vertraglichen Gründen veröffentlichte er im Dezember 1978 bei Island/A&M Records noch ein Album als Cat Stevens. Dieses Album trug den Titel Back to Earth; dabei wirkten wieder Alun Davies als Gitarrist und Mitkomponist bei zwei Liedern sowie Paul Samwell-Smith als Koproduzent mit. Seinen vorläufig letzten Auftritt als Popstar hatte er am 22. November 1979 beim Benefiz-Konzert Year of the Child. Am 7. September 1979 heiratete er Fauzia Ali, im Laufe der Jahre wurde er sechsfacher Vater.
Nach einem Besuch 1986 in Peschawar, wo er sich mit der Situation der afghanischen Flüchtlinge vertraut machte, begann er eine Zusammenarbeit mit Abdallah Azzam, dem Dschihadisten und Mentor Osama bin Ladens.Peter R. Neumann: Die neuen Dschihadisten. IS, Europa und die nächste Welle des Terrorismus. Ullstein, Berlin 2015, S. 57, 73. Das Magazin al-Jihad veröffentlichte Werbung für Stevens’ Hilfsorganisation, und Azzams Dienstleistungsbüro produzierte und veröffentlichte von ihm gesungene Dschihad-Hymnen.
Musikalischer Neubeginn als Yusuf Islam Erst 1995 begann er wieder, in bescheidenem Umfang eigene Musik zu veröffentlichen, die sich als islamische Musik ohne Gitarrenbegleitung (nur Gesang mit Perkussions) jedoch deutlich von seinen früheren Werken unterschied. In dieser Zeit lehnte er die Gitarre ab, da sie seinen Angaben zufolge als „westliches Instrument“ nicht zu seiner religiösen Einstellung passte. Doch sein Sohn brachte ihn schließlich dazu, wieder Gitarre zu spielen.
Anfang 1997 war er als Yusuf bei einem Konzert in Sarajevo erstmals nach 17 Jahren wieder auf einer öffentlichen Bühne zu sehen. Mit der Wohltätigkeits-CD I Have No Cannons That Roar unterstützte er 1998 den Wiederaufbau Bosnien-Herzegowinas. Im Jahr 2000 veröffentlichte er das Kinderalbum A Is for Allah. Drei Jahre später nahm er Peace Train für eine Sammel-CD neu auf und trat damit im November 2003 beim ersten von der Nelson Mandela Foundation organisierten 46664-Konzert zusammen mit Peter Gabriel im Kapstadt-Stadion auf. Dort sangen sie unter anderem auch Stevens’ Song Wild World.
Karriere als Yusuf 2004 tauchte er erstmals wieder als Yusuf in den Pop-Charts auf, nachdem der Cat-Stevens-Song Father and Son in einem Duett mit dem irischen Sänger Ronan Keating neu aufgenommen worden war. Im März 2005 erschien der Titel Indian Ocean als Download-Single, deren Erlös den Opfern des Tsunamis 2004 zugutekam. Musikalisch war dieser Titel eine Anknüpfung an die frühere, 1978 beendete Karriere unter dem Künstlernamen Cat Stevens. Im Mai 2005 trat er in Neuss bei einer Benefiz-Veranstaltung gegen Landminen auf und sang im Duett mit Paul McCartney das Lied Let It Be. Im November 2006 veröffentlichte er als Yusuf nach fast 28 Jahren mit An Other Cup wieder ein Album mit überwiegend neuen Songs. Dessen Name ist eine Anspielung auf sein 1970 erschienenes Album Tea for the Tillerman, auf dessen Cover auch eine Tasse abgebildet ist. Dem Künstler zufolge sollte ein Teil der Erlöse wohltätigen Zwecken zugutekommen. Im Juli 2007 hatte er im Rahmen des Konzerts Live Earth im Hamburger Volksparkstadion einen weiteren kurzen Auftritt. Im März 2007 erhielt er den Echo-Sonderpreis für sein Lebenswerk als Musiker und Botschafter zwischen den Kulturen.
Im Februar 2007 erschien das erste Album seines Sohnes Muhammad Islam unter dem Pseudonym Yoriyos, Bury My Heart at Wounded Knee, bei dem auch Yusuf mitwirkte und dem deutlich Einflüsse der Folkmusiker und Singer-Songwriter der 1960er und 1970er Jahre (u. a. seines Vaters) zu entnehmen sind. Im Oktober 2008 unterstützte Yusuf die Menschenrechtsorganisation Survival International mit dem Titel Edge of Existence. Im Januar 2009 veröffentlichte er mit Klaus Voormann den George-Harrison-Titel The Day the World Gets Round als Download-Single, deren Erlöse Kindern im Gazastreifen zukamen. Dieser und ein weiterer von Yusuf gesungener Harrison-Titel, All Things Must Pass, erschienen im Juli 2009 auf dem Album A Sideman’s Journey von Voormann & Friends. Im Mai 2009 wurde Yusufs zweites Album, Roadsinger – To Warm You Through the Night, veröffentlicht.