mini|298px|Mechernich, Luftaufnahme (2015)

Mechernich ist eine kreisangehörige Stadt im Kreis Euskirchen. Sie befindet sich im Süden von Nordrhein-Westfalen im Naturpark Nordeifel und ist ein Tor zum Nationalpark Eifel. Im Bildungsbereich und in der medizinischen Versorgung erfüllt die ehemalige Bergbaustadt wichtige Funktionen für die Region Nordeifel.

Geografie Stadtgliederung Mechernich besteht aus 44 Ortschaften mit insgesamt rund 29.000 Einwohnern:

Lage Die Stadt Mechernich grenzt an folgende Gemeinden:

Stadt Zülpich, Kreisstadt Euskirchen, Stadt Bad Münstereifel, Gemeinde Nettersheim, Gemeinde Kall, Stadt Schleiden (alle im selben Kreisgebiet) und die Stadt Heimbach (Eifel) (im Kreis Düren)

Auf dem Brehberg, der mit seinen 525 Metern der höchste Punkt im Gebiet der Stadt Mechernich ist, befindet sich auch ein „Eifel-Blick“, also einer der schönsten Aussichtspunkte der Eifel.

Geschichte Ortsgeschichte Das Gebiet von Mechernich war schon in der Steinzeit bewohnt, was sich in der Kakushöhle nachweisen lässt. Der Name der Stadt geht auf einen Bewohner mit Namen Macrinius zurück, ohne dass über diesen Näheres bekannt ist. Auf dem Johannesberg wurde im 11. Jahrhundert auf einem fränkischen Gräberfeld der Westturm der alten Kirche errichtet. Mechernich wurde im Jahre 1308 erstmals unter dem Namen „Megchernich“ im „Liber valoris“, dem „Werte-Buch der Kirchen der Diözese Köln“, urkundlich erwähnt. (PDF-Datei; 18 kB) 1394 wird zum ersten Mal der Bergbau auf dem Mechernicher Bleiberg schriftlich erwähnt. Möglicherweise geht dieser Bergbau bis in römische und keltische Zeit zurück, sichere Belege hierfür fehlen aber bislang.

Die jüdische Bevölkerung in Mechernich wuchs ab Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem durch den Zuzug aus umliegenden Dörfern an, 1885 zählte die zum Synagogenbezirk Schleiden-Malmedy gehörende örtliche jüdische Gemeinde 64 Mitglieder. Eine 1883 eingeweihte Synagoge in der damaligen Heerstraße (heutige Rathergasse) war 1930 offenbar schon baufällig. Das Gotteshaus wurde im Zuge der Novemberpogrome 1938 schwer beschädigt und 1939 abgerissen.

Eingemeindungen Am 1. Juli 1969 wurde Mechernich durch die Eingemeindung der bis dahin selbständigen Gemeinden Berg, Bleibuir, Eicks, Floisdorf, Glehn, Hostel aus dem ehemaligen Amt Hergarten sowie Breitenbenden, Harzheim, Holzheim, Kallmuth, Lorbach, Vussem-Bergheim und Weyer vergrößert. Im Zuge der nordrhein-westfälischen, kommunalen Neugliederung wurden am 1. Januar 1972 die Kreise Euskirchen und Schleiden vereinigt. Die Gemeinden Veytal (vorher Altkreis Euskirchen) und Mechernich (vorher Altkreis Schleiden) wurden ebenfalls zusammengeführt. Außerdem wurden Teile der Gemeinde Kall (früher: Gemeinde Wallenthal) mit 390 Einwohnern nach Mechernich umgegliedert. Die neu gebildete Gemeinde Mechernich im neuen Kreis Euskirchen umfasst 44 Ortschaften. Sie bekam am 23. Juli 1975 die Stadtrechte verliehen. mini|120px|Wappen des ehem. Amtes Hergarten

Politik

Stadtrat Die regulär 32 Sitze des Stadtrats erhöhten sich auf Grund von Überhang- und Ausgleichsmandaten auf 36 und verteilen sich seit der Kommunalwahl am 15. September 2025 wie folgt: CDU: 14 Sitze (−2) SPD: 7 Sitze (±0) UWV: 5 Sitze (±0) GRÜNE: 3 Sitze (−2) FDP: 1 Sitz (−1) LINKE: 1 Sitz (±0) AfD: 5 Sitze (+3)

+ Historie der Sitzverteilung Wahl Wahlberechtigte Gesamt Sitze Gesamt CDU SPD FDP AfD Grüne DIE LINKE UWV 01.10.1989 17 341 39 18 18 – – – – 3 16.10.1994 18 019 39 18 14 – – 2 – 5 12.09.1999 19 953 32 14 8 1 – 1 – 8 26.09.2004 21 389 32 15 7 2 – 2 – 6 30.08.2009 22 202 32 13 7 2 – 3 1 6 25.05.2014 22 430 32 13 7 2 – 3 1 6 13.09.2020 23 182 38 16 7 2 2 5 1 5 15.09.2025 23 385 36 14 7 1 5 3 1 5 (Quelle:)

Bürgermeister Bürgermeister der Stadt Mechernich ist seit 2025 Michael Fingel (CDU). Er wurde mit 57,05 Prozent gewählt.

Frühere Bürgermeister 1927–1933: Felix Gerhardus (1895–1973, Zentrum), später Oberkreisdirektor des Kreises Schleiden 1933: Heinrich Jacobs (NSDAP) 1933–1935: Hans Weisheit (1901–1954, NSDAP), nachfolgend bis 1945 Landrat des Siegkreises 1935–1941: Johannes (Hans) Zanders (* 1905, NSDAP) 1945– ?: Heinrich (Heinz) Sistig 1948– ?: Heinrich Virnich (* 1883) um 1965/1974: Peter Giesen (CDU) 1979–1984: Heinz Kehmeier (CDU), seit 2000 Ehrenbürgermeister 1984–1989: Karl Heinz Gehrke (1915–2008, CDU), Ehrenbürgermeister 1989–1994: Peter Schüller (1921–2006; SPD) 1994–1996: Peter Wassong (CDU) 1996–1998: Heinrich Schaper (CDU) 1999–2025: Hans-Peter Schick (CDU)

Gemeinde- und Stadtdirektoren Von 1946 bis 1999 leiteten die Gemeinde- bzw. Stadtdirektoren die Verwaltung. um 1961/68: Franz Brendt 1969–1988: Helmut Rosen (1924–2014, CDU), seit 1975 Stadtdirektor; zuvor von 1961 an Gemeindedirektor des Amtes Hergarten um 1992 Bernhard Wachter (CDU)

Wappen mini|70px|Banner der Stadt

Städtepartnerschaft Mechernich unterhält seit 1967 eine Partnerschaft mit der südöstlichen französischen Stadt Nyons. Seit 2016 besteht zudem eine Städtepartnerschaft mit der polnischen Stadt Skarszewy.

Sehenswürdigkeiten und Tourismus mini|hochkant|Rekonstruierter Aquädukt mini|Lithographie 1897

Durch die südlichen Ortsteile der Stadt führt die Eifelwasserleitung. Sie ist einer der längsten Aquädukte des Römischen Reiches, der das antike Köln mit Trinkwasser versorgte. Im Stadtteil Satzvey befindet sich eine der besterhaltenen Wasserburgen der Eifel, die gleichnamige Burg Satzvey. Kakushöhle, ein Höhlensystem im Ortsteil Dreimühlen, das schon in der Frühzeit der Menschheitsgeschichte besiedelt wurde. Die Höhlen entstanden durch Auswaschungen vor etwa 250.000 bis 500.000 Jahren. In vorgeschichtlicher Zeit wurden die Höhlen durch einen künstlich angelegten Wall gesichert. Der Herkelstein, eine 434,5 m hohe Erhebung im nordöstlichen Teil der Eifel (NRW, Deutschland) bildet den höchsten Punkt des Eschweiler Höhenzuges und liegt im Naturpark Nordeifel. Bruder-Klaus-Feldkapelle von Peter Zumthor Hochwildpark Kommern Erlebniswelt Eifeltor, ein 500.000 m² großer Erlebnispark Historischer Ortskern von Kommern

Burgen und Schlösser Auf dem Stadtgebiet von Mechernich befinden sich sieben Burgen und zwei Schlossanlagen: Antweiler, Berg, Firmenich, Kommern, Zievel, Heistard, Satzvey. Die Burg Satzvey ist durch ihre Mittelalterveranstaltungen weit über das Kreisgebiet bekannt. Die Schlossanlagen sind Schloss Eicks, das seine Wurzeln im Mittelalter hat, da es aus einem burgartigen Fronhof entstand, und Schloss Wachendorf im gleichnamigen Ortsteil. Zwischen Roggendorf und Strempt befand sich das Haus Rath. Burgvey ist noch als Ruine vorhanden.

Museen Rheinisches Freilichtmuseum in Kommern Bergbaumuseum und Besucherbergwerk Grube Günnersdorf Atomschutzbunker der Landeszentralbank Nordrhein-Westfalen

mini|Roggendorfer Schnitzaltar

Kirchen Mehrere Kirchen in Mechernich und seinen Ortsteilen sind Johannes dem Täufer geweiht: die Alte Kirche in Mechernich, die schon im 11. Jahrhundert als ein flachgedeckter Bau mit ungegliedertem Turm bestand, die 1953 nach Plänen von Peter Salm gebaute Neue Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Mechernich, die Filialkirche St. Johannes im Ortsteil Roggendorf, die nach den Plänen des Architekten Richard Abel 1890 im neostaufischen Stil erbaut wurde. In ihrer Apsis steht der Roggendorfer Schnitzaltar, ein dreiteiliger Schnitzaltar, 235 × 280 cm, von etwa 1500. Er stammt aus Bad Kreuznach und ist ein Geschenk der Bergwerksfamilie Kreuser. die Pfarrkirche St. Johann Baptist in Antweiler gehört zum Seelsorgebereich Veytal.

In einigen Kirchen der Stadt Mechernich finden sich Kunstwerke des Mittelalters oder der frühen Neuzeit:

Die Floisdorfer Pfarrkirche St. Pankratius geht auf Pläne des Kölner Baumeisters Theodor Kremer zurück und wurde am 1. August 1895 geweiht. Die Madonna mit Kind stammt von 1400 und ist damit das wohl älteste Kunstwerk aus dem Stadtgebiet Mechernich. Sie ist ohne Krone 80 cm hoch und wurde 1912 in Aachen neu gefasst, instand gesetzt und vergoldet. Vorher stand sie in einem offenen Bethäuschen zwischen Berg und Hergarten. Ihr Kleid ist mit Lilien punziert. Der rechten Hand sind leider Daumen und Zeigefinger abgebrochen. Die heutige Pfarrkirche zum Heiligen Märtyrer Georg in Kallmuth ist ebenso nach Plänen von Theodor Kremer 1888 fertiggestellt worden. Die Kallmuther Pietà steht auf einem Seitenaltar links der Apsis aus Holz misst eine Höhe von 79 cm ist vermutlich um das Jahr 1475 entstanden. Sie wurde erstmals 1656 renoviert und wird umrahmt von Bildern des Simeon und des Jeremias. In der Kapelle zu den Drei heiligen Mauren und dem heiligen Hubertus in Hostel ist das Paxtäfelchen zu sehen, ein Schmerzensmann, Öl auf Nussbaum, 19,2 × 11,3 cm, dicke: 2,2 cm aus dem 15. Jahrhundert (Einordnung aus dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege). Auf der Rückseite ist ein schwalbenschwanzförmiger Griff eingezapft, der auch als Ständer dient. In der Kirche St. Rochus befindet sich die Strempter Pietà. Das Gotteshaus wurde in den Jahren 1879/80, auch nach den Plänen von Theodor Kremer errichtet. Sie ist eine dreischiffige neuromanische Basilika ohne Turm aus Backstein. Die Pietà mit einer Höhe von 74 cm stammt aus dem 15. Jahrhundert. Bemerkenswert ist, dass der Heiland an der linken Bauchseite eine Beule, wohl Pestbeule aufweist. Das Mechernicher Antependium von 1624 stammt ursprünglich aus dem Haus Rath und befindet sich heute im Depot des Domschatzes in Aachen.

Radwege Durch die Stadt führen die Radwanderwege: Eifel-Höhen-Route, der als Rundkurs um und durch den Nationalpark Eifel verläuft. Tälerroute, sie erschließt touristisch interessante Orte in Nordrhein-Westfalen auf familienfreundlicher Strecke. Wasserburgenroute, sie verbindet mehr als 130 Burgen am Rand der Eifel und in der Kölner Bucht. D-Route 4: Mittelland-Route: Von Aachen über Bonn und Siegen, Erfurt, Jena und Chemnitz nach Zittau. D-Route 7: Pilgerroute: Von Aachen über Köln, Düsseldorf, Duisburg, Münster, Osnabrück, Bremen und Hamburg nach Flensburg.

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Schienenverkehr Der Bahnhof Mechernich liegt an der Bahnstrecke Hürth-Kalscheuren–Ehrang (Eifelstrecke). Linie Linienverlauf Takt mini|Bahnhof Mechernich (2017) Der Schienenpersonennahverkehr wird von der DB Regio NRW unter dem Markennamen Vareo durchgeführt, die für den Eifel-Express und die Eifel-Bahn Diesel-Triebwagen der DB-Baureihe 620 und 622 in teilweise gemischter Ein- bis Dreifachtraktion für Geschwindigkeiten bis zu 140 km/h einsetzt. Aktuell werden jedoch nur maximal drei zweiteilige oder zwei dreiteilige Triebwagen zusammengekoppelt.

Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Busverkehr Zentrale Umsteigepunkte in Mechernich sind Mechernich Bf und die näher zur Ortsmitte gelegene Haltestelle Stiftsweg. Von dort verkehren die VRS-Buslinien 773, 808, 809, 811, 826, 830, 887, 888 und 897, teilweise als TaxiBusPlus im Bedarfsverkehr. Zusätzlich verkehren einzelne Fahrten der auf den Schülerverkehr ausgerichteten Linien 827, 867, 868, 893, 896 und 898.

Linie Betreiber Verlauf

Straßen Mechernich liegt an den Bundesstraßen 266 und 477. Am östlichen Rande des Stadtgebietes verläuft die Eifelautobahn A 1 mit der Anschlussstelle Bad Münstereifel/Mechernich.

Der Ort liegt an der alten Römerstraße Trier–Neuss.

Pendlerstadt Mechernich Die Stadt hat aktuell 29.291 Einwohner (30. Juni 2026). Gleichzeitig gibt es 5.744 Auspendler und 3.238 Einpendler. Damit verlassen deutlich mehr Menschen täglich Mechernich zum Arbeiten, als zum Arbeiten in die Stadt kommen.

Bildung Schulbildung Die Schulen im Stadtgebiet Mechernich decken mit den Schulformen Grundschule, Gesamtschule, Gymnasium und Waldorfschule alle Bildungsstufen bis einschließlich Sekundarstufe II ab.

Kernort Katholische Grundschule Mechernich Gymnasium Am Turmhof Gesamtschule Mechernich

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