mini|Logo IMAX ist ein von dem gleichnamigen kanadischen Unternehmen IMAX Corporation entwickeltes Kino-System. Es beruht mit 70-mm-Film auf dem breitesten genormten Filmformat bei gleichzeitig größtem üblichen Bildformat auf dem horizontal geführten Film. Die sich daraus ergebende hohe Auflösung ermöglicht helle und scharfe Projektionen auf besonders großen Bildwandflächen, die das Gesichtsfeld des Zuschauers nahezu vollständig ausfüllen. Dadurch soll die Immersion der Zuschauer verbessert werden, sie sollen sich fühlen, als befänden sie sich selbst im Filmgeschehen. Außerdem kann der Vektionseffekt leichter auftreten.

Das Wort „IMAX“ entstand aus den Wörtern „Images MAXimum“, was auf Deutsch in etwa „größtmögliche Bilder“ bedeutet. Mittlerweile existieren unter der Marke IMAX auch Kinos mit digitaler 2K-DLP-Doppelprojektion, deren Bildwandgrößen im Bereich üblicher Multiplex-Kinos liegen.

Der bekannteste Konkurrent moderner IMAX-Säle ist das Dolby Cinema.

Geschichte mini|IMAX-Kino in London Im März 1958 wurde in Moskau das erste Panoramakino namens „Mir“ nach dem Umbau einer alten Manege eröffnet. Es war seinerzeit das größte Panoramakino Europas. Die 31 Meter breite und 11 Meter hohe Leinwand wurde von 3 Projektoren angestrahlt und nahm ein Drittel des kreisrunden Kinosaals ein, so dass sich der Zuschauer im Mittelpunkt des Filmgeschehens fühlte.

Auf der EXPO 1967 in Montreal, Kanada galten Multi-Leinwand-Filme als Attraktion. Die kanadischen Filmemacher und Unternehmer Graeme Ferguson, Roman Kroitor und Robert Kerr beschlossen angesichts des Erfolges, ein System zu konzipieren, in dem statt der noch üblichen multiplen Projektoren ein einzelner starker Projektor verwendet wird. Sie gründeten 1967 die IMAX Corporation mit Sitz in Mississauga, Kanada. Auf der Expo ’70 in Osaka, Japan wurde schließlich im Fuji-Pavillon erstmals das IMAX-Filmprojektorensystem vorgestellt.

Das erste permanente IMAX-Projektionssystem wurde 1971 im Cinesphere-Kino am Ontario Place in Toronto installiert. Eine Variation, das IMAX Dome, hatte seine Premiere als OMNIMAX im Jahre 1973 im Reuben H. Fleet Space Theater in San Diego.

IMAX 3D hatte im kanadischen Pavillon auf der Expo 86 in Vancouver Premiere, IMAX 3D Dome (später IMAX Solido) und IMAX Magic Carpet jeweils im Fujitsu-Pavillon und im Sanwa-Midori-Kai-Pavillon auf der Expo 1990 in Osaka. Auf der EXPO 1992 in Sevilla zeigte IMAX im kanadischen Pavillon erstmal sein IMAX-HD-System.

Im März 2008 gab IMAX bekannt, die mechanischen Filmprojektoren in den IMAX-Kinos durch digitale Projektoren des Unternehmens Texas Instruments in DLP-Technik zu ersetzen.Pressemitteilung von IMAX bezüglich der verwendeten Technik beim Wechsel von Film auf Digital

Technik Kameras mini|IMAX-Kamera; daneben eine Rolle 70-mm-Film

Analoge Kameras Noch immer werden einige Filme auf analogem Film gedreht. Durch die lange Zeit geringe Popularität dieses Formats sind alle Kameras relativ alt, da nie ein Bedarf an einer höheren Zahl bestand. Mit der steigenden Rate an Blockbuster-Produktionen gab die IMAX-Corporation bekannt, vier neue Kameras zu produzieren. Die Zahl vier stellt dabei die Gesamtheit der Kameras dar und keine Anzahl an Modellen. Eine bekannte Kamera stellt die MSM 9802 dar, auf der zum Beispiel Teile von Tenet (2020) oder James Bond 007: Keine Zeit zu sterben (2021) gedreht wurden.

Durch die große Filmrolle sind analoge Kameras extrem schwer (teilweise über 100 Kilogramm) und schwierig zu handhaben, weshalb vor allem in Blockbustern meist nur ausgewählte Szenen mit diesen Kameras gedreht werden. Durch die aufwendigen Dreharbeiten mit diesen Kameras und die geringe Anzahl an Kameras auf dem weltweiten Markt sind Dreharbeiten bedeutend teurer als mit allen anderen Kameras, die normalerweise für Filme genutzt werden, und sind damit den größten Produktionen vorbehalten. Die Leihkosten betragen 16.000 $ pro Woche, dazu kommen die Kosten für den Film, der exklusiv von Kodak hergestellt wird.

Dokumentarfilme und andere Formate abseits des Populär-Kinos, die mit IMAX-Kameras gedreht werden, wurden zumeist vollständig mit diesen Kameras gedreht.

Digitale Kameras Die erste digitale Kamera, die für IMAX-Produktionen genutzt werden konnte, war die Alexa 65 von ARRI. Es handelt sich hierbei um eine Großformatkamera mit einer Sensor-Auflösung von 6560 × 3100 Pixeln.

Mittlerweile ist die IMAX Corporation Verträge mit den Herstellern ARRI, Panavision, Sony und RED eingegangen, um den Herstellern die Möglichkeit zu geben, offiziell IMAX-zertifizierte Kameras zu produzieren.

Offiziell zertifiziert waren im August 2022: ARRI Alexa 65 ARRI LF ARRI Mini LF Panavision Millenium DXL2 RED Ranger Monstro Sony Venice

Technische Verfahren IMAX 3D mini|Polfilterbrille Bei der Aufnahme eines IMAX-3D-Filmes wird mit zwei Kameras gleichzeitig jeweils dasselbe Motiv aufgezeichnet. Für den stereoskopischen Effekt befinden sich die Kameras dazu in einem Abstand äquivalent zum Abstand der menschlichen Augen zueinander. Das „IMAX 3D“-Verfahren nutzt für die erforderliche Bildtrennung bei der Projektion die Polarisationstechnik, um ein dreidimensionales farbiges Bild zu erzeugen.

Die Filmprojektion erfolgt mit linear polarisiertem Licht. Dabei sind die Polarisationsrichtungen für das rechte und das linke Teilbild um 90° gegeneinander verdreht. Der Betrachter trägt spezielle 3D-Brillen, die wiederum durch entsprechende Polarisationsfilter dafür sorgen, dass jedes Auge nur das entsprechende Teilbild zu sehen bekommt. Im Gehirn entsteht so der dreidimensionale Filmeindruck. Das Bild wird auf eine Silberleinwand projiziert, da herkömmliche Projektionsflächen die Polarisation des Lichtes zerstören würden.

Ein Vorteil der Polarisationsfiltertechnik sind die kostengünstige Herstellung der 3D-Brillen und deren unkomplizierte Handhabung. Die Polfilter lassen allerdings nur ein Drittel des vorhandenen Lichtes durch. Deshalb sind sehr starke Xenonlampen nötig, die aufgrund der hohen Hitzeentwicklung (Betriebstemperatur ca. 800 °C) kontinuierlich mit Luft und Wasser gekühlt werden müssen. Ein Nachteil ist die starke Blickwinkelabhängigkeit der Silberleinwand. Für seitliche Blickwinkel größer als ca. 20° ist das Bild nur noch weniger als halb so hell, verglichen mit der frontalen Betrachtung. Zuschauer sollten also bei der Projektion möglichst mittig vor der Leinwand sitzen.

In manchen Kinos werden dagegen Shutterbrillen verwendet. Bei dieser Technik wirft der Projektor abwechselnd ein Bild für das linke bzw. für das rechte Auge auf die Leinwand. Die Shutterbrillen enthalten für jedes Auge ein dünnes LCD-Glas, welches – synchron mit dem Projektor – nur dann lichtdurchlässig wird, wenn auch das für dieses Auge vorgesehene Bild auf der Leinwand zu sehen ist. Dieser Vorgang wird durch Infrarotsignalgeber oberhalb der Leinwand für alle Brillen gleichzeitig gesteuert. Um ein Kopfschmerzen bereitendes Flimmern des Bildes zu verhindern, muss jedes linke Einzelbild viermal in Abwechslung mit dem jeweils passenden rechten Einzelbild gezeigt werden. Da die Brillen aktive Komponenten enthalten, wird diese Technik auch als „aktive“ Stereoprojektion bezeichnet, im Gegensatz zu der „passiven“ Polarisationsfiltertechnik.

IMAX DMR DMR ist die Abkürzung für Digital Media Remastering. Bei diesem Verfahren werden digital oder analog aufgenommene Filme mittels patentierter IMAX-Software für die Anforderungen von IMAX Projektoren- und Soundsystemen re-mastered, oft mittels spezieller Algorithmen zur Filmkorn- und Artefaktreduzierung sowie zur Nachschärfung des Bildes. Dies spielt gerade bei analogem Filmmaterial eine wichtige Rolle, da ansonsten das Filmkorn auf der großen Leinwand unangenehm auffallen würde. Bei digital aufgenommenen Filmen hingegen werden aufgrund des kaum oder nichtvorhandenen Filmkorns und des bereits in hoher Qualität vorliegenden Digital Intermediates kaum bildtechnische Anpassungen vorgenommen, sondern lediglich ein Remix des Soundtracks auf das IMAX-Format (5.0 oder 12.0), welches ohne Subwoofer arbeitet, vorgenommen.

Bei auf 35-mm-Film gedrehten Filmen wird der Film so hochauflösend wie möglich (in der Regel mit 6K) eingescannt und so digitalisiert. Im Idealfall wird dazu das aus der Kamera stammende Negativmaterial verwendet, da bei jedem Kopiervorgang ein Qualitätsverlust auftritt. Daran schließt sich der IMAX-DMR-Prozess an, der das Filmkorn reduziert, Artefakte entfernt, den Film anschließend nachschärft und farbliche Abweichungen im Color Timing korrigiert. Die verarbeitende Renderfarm braucht mehrere Wochen für die Nachbearbeitung. Zum Schluss wird der Film mit 8K, das heißt 8000 × 6000 Pixeln (48 Megapixel) auf 70-mm-Film ausbelichtet.

Ein Rechenbeispiel für einen 90-Minuten-Film: Der Film wird mit einer Auflösung von 8.000 × 6.000 Pixeln und einer Farbtiefe von 48 Bit (je 16 Bit pro Farbkanal, entspricht 6 Byte) pro Pixel eingescannt. Jedes Bild hat unkomprimiert eine Größe von ca. 275 MB (8000 × 6000 × 6). Der unkomprimierte 90-Minuten-Film besteht aus etwa 130.000 Einzelbildern (24 Bilder pro Sekunde) und belegt somit etwa 34 TB (275 MB × 130.000) Speicherplatz.

Bei komplett computeranimierten Filmen oder solchen, die teilweise auf IMAX-Film gedreht wurden, kann durch einen oben und unten vergrößerten Bildausschnitt der Letterbox-Effekt, der sich sonst bei der Projektion „normaler“ Breitbildfilme auf den 4:3-IMAX-Leinwänden ergäbe (schwarze Balken oben und unten), vermieden oder zumindest verringert werden. Diese Erweiterung des vertikalen Sichtfeldes war beispielsweise bei den Filmen Avatar sowie Tron: Legacy, aber auch bei The Dark Knight zu sehen.

Früher wurden für einige DMR-bearbeitete Filme (Superman Returns, Harry Potter und der Orden des Phönix) bestimmte Szenen nachträglich in 3D konvertiert; dies geschah durch ein aufwändiges „Nachbauen“ der Szenen in einem 3D-Programm. Inzwischen ist dies durch die aktuelle Vielzahl an 3D-Filmen und technisch stark vorangeschrittener 3D-Konvertierungstechnik nicht mehr nötig, viele IMAX-3D Spielfilme nutzen dieselbe 3D-Fassung wie reguläre Kinos.

Bei der Projektion muss allerdings beachtet werden, dass „herkömmliche“ Filme üblicherweise länger als IMAX-Filme sind. Deshalb wird – je nach verfügbarer Filmtelleranlage – nach 60 bis 100 Minuten eine Pause zum Filmwechsel gemacht. Neuere Telleranlagen ermöglichen inzwischen eine Filmlänge von maximal 180 Minuten.

IMAX HD Hierbei wird der Film mit der doppelten Geschwindigkeit aufgenommen und abgespielt (48 statt 24 Bilder pro Sekunde). Dadurch werden Bewegungsunschärfen halbiert; Bewegungen wirken flüssiger und natürlicher. Der Nachteil dieses Systems liegt darin, dass die meisten IMAX-Kinos Filmteller haben, die für höchstens 50-minütige Filme ausreichen. Somit können IMAX-HD-Filme bei gleicher (Meter-)Länge nur maximal 25 Minuten lang sein. Die Bezeichnung HD (High Definition, hohe Auflösung) bezieht sich nicht auf die Bildpunkteanzahl des Filmmaterials, sondern auf die zeitliche Auflösung. Durch die recht kurze maximale Spieldauer dieses Verfahrens hat es sich allerdings nicht durchsetzen können.

IMAX HD kann auch mit Dome und 3D kombiniert werden, dann heißt es IMAX Solido (siehe unten).

IMAX Enhanced IMAX Enhanced stellt eine festgelegte Auswahl an Standards für das Heimkino dar, die durch entsprechend zertifizierte Geräte alle erfüllt werden müssen. Vor allem muss die Wiedergabe der Standards HDR10 und DTS:X gewährleistet sein. Zertifizierte Medien sollen in einem solchen Setup das Kinoerlebnis imitieren, indem beispielsweise das Bild voll ausgefüllt wird und leichte vorab festgelegte Veränderungen an Bild und Ton durch Metadaten vorgenommen werden.

Analoge Projektion mini|Formatvergleiche