Der Teufelsberg ist ein Trümmerberg im Westen Berlins und mit Teufelsberg auf den Seiten des Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf, abgerufen am 23. Mai 2013 nach den Arkenbergen die zweithöchste Erhebung des Stadtgebiets. Ursprungsquelle Berlins höchster Berg liegt jetzt in Pankow nicht mehr verfügbar. Der Hügel liegt im Ortsteil Grunewald (Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf) an der Teufelsseechaussee zwischen den S-Bahnhöfen Grunewald und Heerstraße. Er hat seinen Namen vom nahe gelegenen Teufelssee. Auf dem Berg befinden sich die markanten Bauten einer Flugüberwachungs- und Abhörstation der US-amerikanischen Streitkräfte. Nach dem Abzug der Militärs wurde die Anlage von 1991 bis 1999 als Flugsicherungsradar-Station genutzt. Seitdem stehen die Gebäude leer und verfallen. Ein Teil wird als Street Art Gallery genutzt; das Dach des Hauptgebäudes dient als Aussichtsplattform mit Aussicht über den Grunewald und die Stadt Berlin. Seit 2018 steht der Berg als Gesamtanlage unter Denkmalschutz.
Geschichte Aufschüttung des Berges mini|Blick auf die Abhöranlage, 1974 mini|Search Tower, vom Dach der US Radome Unit, 2009
An der Stelle des heutigen Teufelsbergs stand in den 1940er Jahren der Rohbau der Wehrtechnischen Fakultät, die im Rahmen des nationalsozialistischen Projektes der Welthauptstadt Germania gebaut werden sollte.Die Wehrtechnische Fakultät und die Hochschulstadt unter dem Teufelsberg. Auf: berlin.bahninfo.de, abgerufen am 29. Dezember 2017. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Rohbau der Anlage gesprengt, teilweise abgerissen und als Baumaterial genutzt. Die verbleibenden Gebäudereste wurden ab 1950 mit Trümmern der Kriegsruinen auf- und überschüttet. Weitere Deponien wie der Insulaner oder das Wilmersdorfer Stadion an der Fritz-Wildung-Straße (früher: Lochowdamm), auf dem Gelände der ehemaligen Gasanstalt, hatten die vorgesehene Kapazität erreicht und konnten nicht weitergenutzt werden. 22 Jahre lang luden bis zu 800 Lastzüge täglich bis zu 7000 m³ Schutt ab; am 14. November 1957 wurde der zehnmillionste Kubikmeter angefahren. Bis 1972 wurden insgesamt 26 Millionen Kubikmeter Trümmerschutt hier abgeladen. Das entspricht grob einem Drittel der Trümmer zerbombter Berliner Häuser und etwa 15.000 Gebäuden; dazu kam ein kleiner Anteil an Industrieabfällen und Bauschutt, der am Messedamm anfiel. Der künstlich aufgeschüttete Teufelsberg wurde zur höchsten Geländeerhebung im damaligen West-Berlin.
Mit dem Beginn der umfangreichen Aufschüttung bürgerte sich in der Bevölkerung und in der Presse schnell die Bezeichnung Trümmerberg am Teufelssee oder kurz Teufelsberg ein. Erst als die Abkipparbeiten im Jahr 1972 beendet waren, übernahmen die Behörden diesen Namen in die amtlichen Dokumente und Karten.Geheimnisvolle Orte: Der Teufelsberg, rbb24-Dokumentation, 2023. (auf youtube). Schrittweise wurden dieser künstliche Berg und seine Umgebung mit Sand und Mutterboden gestaltet und mit rund einer Million Bäumen bepflanzt. Auch Wintersportmöglichkeiten wie einen Skihang, eine Rodelbahn und eine Sprungschanze ließ der Senat errichten.Angela M. Arnold, Gabriele von Griesheim: Trümmer, Bahnen und Bezirke. Berlin 1945–1955. Selbstverlag, ISBN 3-00-009839-9, S. 265 ff. Der Skihang erhielt 1964 einen Tellerlift, Flutlicht und Schneekanonen, die aber bereits 1972 wieder abgebaut werden mussten, weil sich die Amerikaner in der nahen Abhörstation gestört fühlten. Sie machten Gebrauch vom Alliierten Vorbehaltsrecht.Skifahren auf dem Teufelsberg (Video) In: rbb-online, 10. Februar 2021 Anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins im Jahr 1987 wurde am 28. Dezember 1986 auf dem Skihang ein Promotionswettbewerb im Parallelslalom mit bekannten Skifahrern ausgetragen. Sieger wurde der ehemalige Weltmeister und Olympiasieger von 1980 Leonhard Stock aus Österreich.Wilmersdorf statt Watzmann. In: Spiegel Online, 12. Januar 2010Ski-Weltcup in München – Toronto, Québec, New York. In: Süddeutsche Zeitung, 2. Januar 2011
Zeit des Kalten Kriegs mini|Rodeln am Teufelsberg, 1978 Als die unterirdische Abhörstation (Spionagetunnel) 1956 aufgedeckt worden war, suchte die US-Armee einen neuen Ort für eine Abhörstation nahe am Eisernen Vorhang. Die nun höchste Erhebung von Berlin, der Teufelsberg, der zudem im amerikanischen Sektor gelegen war, erschien ideal. Anfangs kamen hier mobile Installationen zur Überwachung des Luftraums – insbesondere der drei Flugkorridore zwischen Berlin und der Bundesrepublik – zum Einsatz. Bald entstanden feste Gebäude, die die Bezeichnung Field Station Berlin Teufelsberg erhielten. Dazu wurden mit der Zeit fünf Antennenkuppeln mit einer Gesamthöhe von bis zu 62 m errichtet, die Überwachungsaufgaben zur Zeit des Kalten Kriegs bis weit in das Gebiet des Warschauer Paktes übernahmen. In den 1970er Jahren hatte die hier etablierte Spezialeinheit eine Stärke von rund 1500 Militärpersonen, die rund um die Uhr an den Abhörstationen arbeiteten. Eingestellt wurden dazu nur Menschen mit Kenntnissen der slawischen, speziell der russischen Sprache. Ein 120 m hoher Stahlrohrmast, der mit Antennensystemen für den Empfang von Funksignalen mit Frequenzen von 20 MHz bis 1,18 GHz ausgestattet war, war die Basis der Geheimdiensttätigkeit der National Security Agency (NSA). Die Anlage auf dem Teufelsberg diente als Teil des weltweiten Spionagenetzes Echelon. Ab 1957 wurde die Anlage zusätzlich von folgenden US-amerikanischen und britischen Aufklärungs- und Sicherheitsdiensten genutzt: 1957: 280th ASA Company of the U.S. Army Security Agency 1961: 78th ASA Special Operations Unit, 1966 umbenannt in 54th Special Operations Command 1967: USASA Field Station Berlin 1977: U.S. Army Intelligence and Security Command (INSCOM) 6912 Electronic Security Group of the U.S. Air Force RAF No 26 Signal Unit RAF No 13 Signal Regiment mini|Geräuschkulisse in der Kuppel der Abhörstation Ein kleiner Teil der Teufelsberg-Grünanlage blieb von der militärischen Nutzung verschont. In den 1970er und 1980er Jahren entstand am Südhang des Teufelsberges ein Weinanbaugebiet, aus dem das Wilmersdorfer Teufelströpfchen gekeltert wurde.
Nach der Wiedervereinigung Nach der deutschen Wiedervereinigung bauten die Amerikaner die elektronischen Einrichtungen der Anlage aus, da sie nach dem Ende des Kalten Krieges nutzlos geworden waren. 1991 zogen Amerikaner und Briten ab. Die Gebäude blieben stehen bzw. wurden sogar erneuert und neue Radaranlagen installiert, denn sie konnten bis 1999 zur zivilen Luftüberwachung des Flugverkehrs genutzt werden.
Als Besitzer des 4,7 Hektar großen Areals der Abhörstation verkaufte es der Berliner Senat für 5,2 Millionen Mark (kaufkraftbereinigt in heutiger Währung: rund Millionen Euro) an die Kölner Investorengemeinschaft Teufelsberg KG (IGTB). Das Architektenbüro Von Gruhl & Partner führte in deren Auftrag 1998 Planungsarbeiten für die Errichtung eines Hotels mit Tagungszentrum, eines Spionagemuseums, exklusiver Wohnungen und einer Gaststätte durch. Das Bauprojekt scheiterte wegen des massiven Widerstandes von Umweltschützern und an den explodierenden Baukosten, der Investor meldete Insolvenz an. Bis zum Abbruch der Arbeiten waren bereits einige Fundamente, ein Keller-Rohbau und das Muster einer Loftwohnung errichtet worden. Die Bauruinen sind mit einem Zaun gesichert und wurden bis Anfang 2003 bewacht. Aus finanziellen Gründen gab der Senat die Bewachung auf, was zu massivem Vandalismus führte. So war von 2005 bis 2012 eine Wachgesellschaft mit den Sicherungsaufgaben betraut.
Entwicklung nach 2000 Weil bis Ende 2004 keine weiteren Baumaßnahmen durchgeführt wurden, verfiel die Baugenehmigung. Seit April 2006 ist das Gelände entsprechend dem Berliner Flächennutzungsplan als Wald ausgewiesen, also als nichtbebaubares Gelände.Flächennutzungsplan Berlin, Änderung Nr. 06/04, Teufelsberg (Charlottenburg-Wilmersdorf)
Einige Mitglieder des Naturschutzzentrums Ökowerk forderten 2005 eine Renaturierung des Geländes. Das setzt den Rückkauf des Geländes durch das Land Berlin voraus, was die zuständige Senatsverwaltung ablehnte.Teurer Teufelsberg. In: Berliner Zeitung, 4. November 2005Wem gehört der Berliner Teufelsberg? In: NZZ Online, 22. Dezember 2007
mini|links|Verfallene Außenhäute zweier Radome mini|Verfall der Anlage, 2009 Die Maharishi-Stiftung plante Ende Februar 2008 den Kauf des Geländes und erwartete, dass der Bezirk das Baurecht für eine vedische Friedensuniversität mit einem 50 Meter hohen Turm der Unbesiegbarkeit erteilen würde. Der Filmregisseur David Lynch wollte sich mit seiner Stiftung David Lynch Foundation for Consciousness-Based Education and World Peace an der Finanzierung des Projekts beteiligen, kam eigens nach Berlin und legte einen symbolischen Grundstein.Kult-Regisseur Lynch baut umstrittene Yoga-Uni. In: Die Welt, 15. November 2007Yogi-Flieger stellen Bauantrag für Teufelsberg. In: Berliner Morgenpost, 10. Januar 2008 Nach einer von Lynch geleiteten öffentlichen Vorstellung der Pläne brach Tumult unter den Zuhörern aus, als er auf einen Einwurf zur Vorgeschichte des Ortes auf die Vollendung von Hitlers Wehruniversität verwies.Turm der Unbesiegbarkeit auf dem Teufelsberg abgelehnt, www.welt.de, abgerufen am 14. Mai 2026. Schließlich zog sich die Maharishi-Stiftung aus dem Projekt zurück und gab im Dezember 2008 angeblich die Verantwortung für den Bau der Friedensuniversität an das Bundeskanzleramt ab. Das Bundeskanzleramt konnte den Eingang entsprechender Schreiben nicht bestätigen.
Zwei Veteranenvereine (The U.S. Field Station Berlin Veterans Group [USA] und der Verein West-Alliierte in Berlin) forderten 2009 die Umwidmung des Militärgeländes: Sie wünschen sich ein Denkmal, das an die Unterstützung der West-Alliierten erinnertUnterschriften für Denkmal auf dem Teufelsberg. In: Die Welt, 29. Januar 2009 und reichten im Berliner Abgeordnetenhaus eine Petition zum Erhalt der Anlage ein.Petition
Seit Februar 2011 wurden – ursprünglich auf Initiative des Stadthistorikers Andreas Jüttemann – täglich Führungen über das ansonsten nicht zugängliche Gelände der ehemaligen Abhörstation auf dem Teufelsberg angeboten.Auf den Spuren der Spione. In: Berliner Zeitung, 11. Februar 2011 Das war seinerzeit die erste Möglichkeit, seit dem Bau der Field Station legal das Gipfelplateau des Berges zu betreten. auf der Website Teufelsberg
Im September 2013 markierten US-Army-Teufelsberg-Veteranen den 50. Jahrestag (1963–2013) des Baues der festen Gebäude für Field Station Berlin am Teufelsberg mit einer speziellen Ausgabe von Cinderella-Briefmarken und mit der Einweihung einer Gedenktafel. Der Designer ist T.H.E. Hill, der preisgekrönte Autor von zwei Romanen über Field Station Berlin.Field Station Berlin Reunion 2013, abgerufen am 30. September 2013
Eine Neuvermessung des Instituts für Geodäsie und Geoinformationstechnik der TU Berlin im Jahr 2013 ergab als Höhe statt der bisherigen 114,7 m. Das Vermessungsamt Charlottenburg-Wilmersdorf bestätigte dieses Ergebnis. Grund für dieses Höhenwachstum ist, dass 1998 im Rahmen des gescheiterten Bauprojekts zur Errichtung von Loftwohnungen ein Hügel aufgeschüttet worden war.Neuvermessung: Jetzt ist der Teufelsberg der Größte. In: Der Tagesspiegel, 27. April 2013 Das ursprüngliche Gipfelkreuz an der Westseite der US-Radarstation wurde im Zuge der Neuvermessung 150 Meter weiter nach Osten versetzt. Er galt bis Januar 2015 als höchste Erhebung im Berliner Stadtgebiet und wurde von den Arkenbergen im Ortsteil Berlin-Blankenfelde des Bezirkes Pankow abgelöst.
Am 24. November 2013 wurde der Verein Initiative Kultur-DENK-MAL Berliner Teufelsberg g. e. V. auf dem Teufelsberg gegründet. Vereinsziel war, dass der Teufelsberg in seiner Gesamtheit unter Denkmalschutz gestellt wird und zu einer modernen, überregionalen Austauschplattform und Denkfabrik für Kultur, Kunst, Geschichte, Technik, Natur und neue Wirtschaftsmodelle weiterentwickelt wird.