Der Echo Klassik (eigene Schreibweise ECHO KLASSIK) war ein deutscher Musikpreis für Persönlichkeiten und Produktionen aus dem Bereich der klassischen Musik. Der Echo Klassik war der zweitälteste von drei Echo-Musikpreisen und wurde von der Deutschen Phono-Akademie von 1994 bis 2017 jährlich vergeben. Neben dem Echo Klassik gab es noch den Echo Pop und Echo Jazz. Die Verleihung des Echo Klassik wurde am 25. April 2018 eingestellt, nachdem die Verleihung des Echo Pop 2018 dazu geführt hatte, dass der Echo „als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen“ wurde. Als Nachfolger wurde der Opus Klassik ins Leben gerufen.opusklassik.de
Beschreibung Das wesentliche Ziel des Echo Klassik war es, nicht nur Weltstars für ihre musikalischen Leistungen auszuzeichnen, sondern auch herausragende junge Talente mit der Auszeichnung zu fördern. Der Echo Klassik wurde von einer Jury vergeben, die ihr Urteil nach künstlerischer Qualität wie auch nach Publikumserfolg fällte. Die Vergabe des Echo Klassik spiegelte damit vor allem die „Wertschätzung durch Musikverkäufe“ wider. In der letzten bekanntgewordenen Jury befand sich kein Musikkritiker, kein Musikwissenschaftler und kein herausragender aktiver Musiker (siehe Deutsche Phono-Akademie). Die Jury setzte sich aus dem Arbeitskreis Klassik des Bundesverbandes Musikindustrie, unabhängigen Branchenexperten und der ZDF-Musikredaktion zusammen.
Seit 2001 erschien jährlich, kurze Zeit nach jeder Echo-Klassik-Verleihung, die Best-of-Klassik-Kompilation mit Gewinnern und Nominierten der jährlichen Verleihung.
Von 2009 bis 2014 erschien jährlich ein Echo-Klassik-Magazin mit Hintergründen, Storys, Interviews und Berichten rund um den Echo Klassik.
Einreichungsregularien Grundlage für die Einreichung waren Tonträgerveröffentlichungen eines Künstlers aus dem Genre Klassik. Ob der Tonträger dem Genre Klassik zuzuordnen war, entschied die Einordnung in der PHONONET-Datenbank. Zur Einreichung berechtigt waren alle Tonträgerhersteller, deren Tonträger ständig im deutschen Markt vertrieben wurden und die entsprechenden Vertriebsrechte an den Tonträgeraufnahmen der Künstler besaßen. Für die Preisvergabe waren, unabhängig von ihrer Nationalität, alle Künstler der klassischen Musik qualifiziert, die zum Zeitpunkt der Einreichung im Musikleben und am Tonträgermarkt tätig waren. Der Einreichungszeitraum fiel auf den März jeden Jahres. Der Bewertungszeitraum fiel vom Jahresanfang des abgelaufenen Kalenderjahres bis zum Einreichungszeitraum des aktuellen Jahres. Die Tonträger mussten im Bewertungszeitraum erstmals veröffentlichte Aufnahmen enthalten, deren Anteil an der Gesamtspieldauer der Veröffentlichung mindestens 50 Prozent betragen mussten. Im Vorjahr eingereichte Produkte durften nicht erneut eingereicht werden.
Für jedes eingereichte Produkt wurde eine einmalige Gebühr in Höhe von 50 Euro erhoben. Die Jury wählte aus den Einreichungen für die einzelnen Kategorien den jeweiligen Preisträger mit einfacher Mehrheit. Gegen die Entscheidung der Jury war der Rechtsweg ausgeschlossen. Ein Rechtsanspruch auf Berücksichtigung im Einreichungsverfahren oder auf die ausgelobten Preise existierte nicht.
Veranstaltungen Veranstaltung Ort Moderatoren Fernsehübertragung 24. März 1994 Köln, Flora Senta Berger keine Fernsehübertragung 30. März 1995 Hamburg, Rathaus Senta Berger 15. September 1996 Dresden, Semperoper Senta Berger und Gunther Emmerlich ZDF 14. September 1997 München, Prinzregententheater Senta Berger und Jochen Kowalski 25. Oktober 1998 Hamburg, Laeiszhalle Senta Berger und Roger Willemsen 24. Oktober 1999 Weimar, Deutsches Nationaltheater Senta Berger und Roger Willemsen 22. Oktober 2000 Berlin, Schauspielhaus am Gendarmenmarkt Senta Berger und Roger Willemsen 30. September 2001 Baden-Baden, Festspielhaus Senta Berger und Roger Willemsen 13. Oktober 2002 Frankfurt, Alte Oper Senta Berger 26. Oktober 2003 Dortmund, Konzerthaus Senta Berger 24. Oktober 2004 München, Philharmonie im Gasteig Senta Berger 16. Oktober 2005 München, Philharmonie im Gasteig Senta Berger 22. Oktober 2006 München, Philharmonie im Gasteig Maria Furtwängler 21. Oktober 2007 München, Philharmonie im Gasteig Maria Furtwängler 19. Oktober 2008 München, Philharmonie im Gasteig Götz Alsmann und Natalia Wörner 18. Oktober 2009 Dresden, Semperoper Götz Alsmann und Natalia Wörner 17. Oktober 2010 Essen, Philharmonie Thomas Gottschalk 2. Oktober 2011 Berlin, Konzerthaus Thomas Gottschalk 14. Oktober 2012 Berlin, Konzerthaus Nina Eichinger und Rolando Villazón 6. Oktober 2013 Berlin, Konzerthaus Nina Eichinger und Rolando Villazón 26. Oktober 2014 München, Philharmonie im Gasteig Nina Eichinger und Rolando Villazón 18. Oktober 2015 Berlin, Konzerthaus Nina Eichinger und Rolando Villazón 9. Oktober 2016 Berlin, Konzerthaus Thomas Gottschalk 29. Oktober 2017 Hamburg, Elbphilharmonie Thomas Gottschalk
Preisträger Bevor 1994 der Echo Klassik als eigene Preisverleihung etabliert wurde, wurden bereits 1992 und 1993 bei der Echo-Pop-Verleihung die besten nationalen und internationalen Künstler im Bereich der klassischen Musik ausgezeichnet.
Mehrfachgewinner
13 Echos Cecilia Bartoli Berliner Philharmoniker Nikolaus Harnoncourt Sir Simon Rattle
10 Echos Anna Netrebko
9 Echos Concerto Köln Lang Lang Anne-Sophie Mutter
8 Echos Claudio Abbado Murray Perahia Rundfunkchor Berlin Christian Zacharias7 Echos Daniel Barenboim Ensemble Modern Freiburger Barockorchester Hilary Hahn Daniel Hope Mariss Jansons Jonas Kaufmann London Symphony Orchestra (& Chorus) Sabine Meyer Emmanuel Pahud
6 Echos Martha Argerich Ian Bostridge Renée Fleming Sol Gabetta John Eliot Gardiner Deutsche Grammophon René Jacobs Philippe Jaroussky Radio-Sinfonieorchester Stuttgart des SWR RIAS Kammerchor Thomas Quasthoff Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks Rolando Villazón5 Echos Pierre-Laurent Aimard Alban Berg Quartett Giovanni Antonini Andrea Bocelli Josep Carreras Concentus Musicus Wien Duo Tal & Groethuysen Thomas Hengelbrock Il Giardino Armonico Janine Jansen Marek Janowski Nigel Kennedy Leipziger Streichquartett Antonio Pappano Maurizio Pollini Quatuor Ébène Helmuth Rilling Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin Günter Wand Bruno Weil Frank Peter Zimmermann Platz Nation Echos 1 714 2 135 3 130 4 98 5 96 6 86 7 75 8 48 9 29 10 28
Besonderheiten Thomas Quasthoff (2007) – Erstmals und bis heute letztmals gewann ein Künstler drei Preise an einem Abend.
Siehe auch Echo (Musikpreis)
Weblinks
Echo Klassik 1994–2017
Einzelnachweise
Kategorie:Musikpreis (Deutschland) Kategorie:Musikpreis (Klassik) Kategorie:Erstverleihung 1994