Veseuș [] (veraltet Vesăuș; , ) ist ein rumänisches Dorf im Kreis Alba in der Region Siebenbürgen. Es gehört zu der Gemeinde Jidvei (Seiden).

Der Ort ist auch unter der deutschen Bezeichnung Mechelsdorf und der ungarischen Veszős bekannt.Karl Gottlieb von Windisch: Geographi des Großfürstenthums von Siebenbürgen, Dritter Theil, Preßburg 1790.

Geographische Lage mini|links|Veszõs v. Michelsdorf in der Josephinischen Landaufnahme von 1769 bis 1773. Veseuș liegt am Michelsdorfer Bach etwa sechs Kilometer nördlich des Flusses Târnava Mică (Kleine Kokel) im historischen Komitat Klein-Kokelburg. An der Dorfstraße (drum comunal) DC 29 befindet sich Veseuș ca. sieben Kilometer nordöstlich vom Gemeindezentrum; die Kreishauptstadt Alba Iulia (Karlsburg) liegt etwa 60 Kilometer südwestlich.

Geschichte Um 1142 wurden erste deutsche Siedler vom ungarischen König ins Land gerufen, welche sich im Gebiet des heutigen Hermannstadts ansiedelten. 1224 erteilte Andreas II. den Goldenen Freibrief. Um 1240 erfolgte ein Überfall der Tataren und Mongolen.

1332 wurde der von Siebenbürger Sachsen gegründete Ort erstmals urkundlich genannt. 1504 wurde die Kirche errichtet (1557 oder 1558; erste Glocke).Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2.

Bevölkerung Die Bevölkerung des Dorfes entwickelte sich wie folgt: Volkszählung Ethnie Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere 1850 887 330 75 304 178 1900 1127 448 137 254 188 1941 1297 468 109 428 297 1966 1345 881 120 257 87 1992 1047 445 99 18 485 2002 1044 501 69 4 470 2011Varga E. Árpád: Volkszählungen 1852–2011 in Siebenbürgen bei nepszamlalas.adatbank.ro (ungarisch). 988 233 34 2 719 Die höchste Einwohnerzahl in Veseuș bis 2002 wurde 1966 – gleichzeitig die der Rumänen – ermittelt; die der Rumäniendeutschen 1941, der Magyaren 1900 und die der Roma (687) 2011. 1977 bekannte sich einer als Slowake.Varga E. Árpád: Volkszählungen 1850–2002 in Siebenbürgen bei kia.hu, letzte Aktualisierung 2. November 2008 (PDF; 1,1 MB; ungarisch).

Ab Januar 1945 wurden Deutsche zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion verschleppt. Die Einwohner bekamen 1956 die enteigneten Häuser und Höfe zurück. Im Dorf wohnten 1994 nur noch fünf Menschen, die die deutsche Sprache beherrschten. Heute ist Veseuș vor allem von Rumänen und Roma besiedelt.

Sehenswürdigkeiten Die evangelische Kirche,Bild der Kirche bei siebenbuerger.de. 1504 errichtet und der Glockenturm 1825 erneuert, stehen unter Denkmalschutz.Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2010 aktualisiert (PDF; 7,10 MB)

Weblinks Michelsdorf an der Kokel bei siebenbürger.de

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1332