mini|Gemeindestand vor der Fusion am 4. April 2004 mini|Castel San Pietro mini|Monte Generoso Kulm Monte ist eine Ortschaft in der Tessiner Gemeinde Castel San Pietro. Bis zum 4. April 2004 bildete sie eine eigene politische Gemeinde.
Geographie Das Dorf ist eine geschlossene Siedlung auf der rechten Seite des Valle di Muggio.
Geschichte Das Dorf wurde erstmals 1420 als de Monte erwähnt. Ursprünglich der Talschaft Valle di Muggio zugehörig und dann bis 1609 gebietsmässig mit Bruzella vereinigt, war das Dorf im Mittelalter dem Bischof von Como zehntpflichtig und gehörte zunächst zur Mutterkirche Balerna. 1821 wurde es zur eigenen Pfarrei erhoben. Die einst selbständige politische Gemeinde vereinigte sich 2004 mit der bisherigen Gemeinde Casima sowie der bislang zur Gemeinde Caneggio gehörenden Fraktion Campora zur neu gebildeten politischen Gemeinde Castel San Pietro.
Wirtschaft Die lokale Wirtschaftsstruktur ist kleinteilig und stark land- und weinbaulich geprägt. Castel San Pietro gilt als der am stärksten mit Rebflächen bedeckte Gemeinde-Gebiet des Kantons; die Landwirtschaft (insbesondere die Merlot-Vitikultur) prägt Landschaft, Betriebe und Tourismusangebote (z. B. Wein-/Themenwege in und um Castel San Pietro). Zahlreiche Weingüter arbeiten im Gemeindegebiet, und die Gemeinde hebt die Bedeutung des Sektors ausdrücklich hervor und unterstützt die Produzenten in schwierigen Zeiten.Weinproduzenten von Castel San Pietro – Die Gemeinde kommt ihnen mit einer neuen konkreten Initiative zu Hilfe. Comune di San Pietro. Abgerufen am 19. Oktober 2025.
Bevölkerung
Sehenswürdigkeiten
Das Dorfbild ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (ISOS) als schützenswertes Ortsbild der Schweiz von nationaler Bedeutung eingestuft. Pfarrkirche Sant’Antonio abate, erwähnt 1582, mit Stuckarbeiten (Rocaille) und Marmoraltar (1753) aus ArzoSimona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische KunstgeschichteK. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 477–478. Beinhaus (17. Jahrhundert) mit Stuckarbeiten (Rocaille) Pfarrhaus (17. Jahrhundert) Oratorium San Filippo Benizzi, Architekt: Luigi Folatelli, mit Gemälde Madonna mit dem Kinde (17. Jahrhundert) Wohnhaus Binaghi mit Stuckarbeit Heilige Familie an der Fassade Wohnhaus Bulla mit Stuckarbeit Heilige Familie an der Fassade
In den frühen 2020er-Jahren wertete das Architekturbüro von Tiziano Schürch und Rina Rolli den Ort gezielt mit feinen Interventionen für alte und junge Menschen auf. Die deutsche Architekturzeitschrift Bauwelt zeichnete den Eingriff 2023 mit ihrem Preis für Erstlingswerke aus.Andres Herzog: Poesie des öffentlichen Raums: Ein Tessiner Dorf wertet mit feinen architektonischen Gesten den Alltag auf. In: Neue Zürcher Zeitung. 23. August 2023.
Persönlichkeiten Künstlerfamilie Agustoni Lazaro Agustoni (um 1570–1642), Architekt der Spätgotik und des Frühbarock, wirkte vor allem in den geistlichen Territorien im heutigen Süden des Heiligen Römischen Reiches Domenico Agustoni (* 1606 in Monte; † 1681 in Prag), Polier in Prag Giacomo Agustoni senior (* 1624 in Monte; † 1701 in Pilsen), Architekt Giacomo Agustoni alias Jakub Auguston (* 1668 in Monte; † 3. Februar 1735 in Pilsen), ein Schweizer Architekt, in Westböhmen tätig Antonio Agustoni (* 1669 in Monte; † 1729 in Kopenhagen), Stuckateur ab 1696 in Kopenhagen nachweisbar, tätig 1706 im Schloss Rosenborg Pietro Agustoni (* um 1730 in Monte?; † nach 1790 in Montecchio?), Architekt
Domenico Bossi (* um 1570 in Monte; † 1644 in Prag), ein Schweizer ArchitektDomenico Bossi auf archive.org/stream (abgerufen am 14. Dezember 2016). Santino Bossi (* um 1603 in Monte; † 1673 in Prag), Architekt, Ingenieur und WohltäterSantino Bossi Wohltäter In: castellocultura.ch. Abgerufen am 25. Oktober 2024. Jacques Cometti (* 23. Oktober 1863 in Monte; † 1. Januar 1938 in Turin), Künstler, Bildhauer und Innenarchitekt, Lehrer am Industriemuseum von Turin und Schriftsteller, wohnhaft in Monte.
Literatur
Giuseppe Martinola: Inventario d’arte del Mendrisiotto. Band I. Edizioni dello Stato, Bellinzona 1975; Idem: Lettere dai paesi transalpini degli artisti di Meride e dei villaggi vicini. 1963. Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 477–478. Agostino Robertini, Silvano Toppi, Gian Piero Pedrazzi: Monte. In: Il Comune. Edizioni Giornale del popolo, Lugano 1974, S. 221–238. Celestino Trezzini: Monte. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 5: Maillard – Saint Didier. Attinger, Neuenburg 1929, S. 142 (Digitalisat).
Weblinks Website der Gemeinde Castel San Pietro Monte: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin Amt für Statistik des Kantons Tessin: Castel San Pietro (italienisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Castel San Pietro TI Kategorie:Ort im Kanton Tessin Kategorie:Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz Castel San Pietro TI Kategorie:Ersterwähnung 1420 Kategorie:Gemeindeauflösung 2004