mini|Gemeindestand vor der Fusion am 4. April 2004 mini|Pazzallo, von Cademario aus gesehen mini|180px|Grotto Morchino, Pazzallo, in Hermann Hesses Novelle Klingsors letzter Sommer von 1919 erwähnt mini|180px|Monte San Salvatore Standseilbahn

Pazzallo ist ein Quartier der Stadt Lugano im Schweizer Kanton Tessin. Bis zur Eingemeindung in die Stadt Lugano am 4. April 2004 bildete es eine selbstständige politische Gemeinde.

Geographie Die ehemalige Gemeinde liegt auf 423 m ü. M. am Nordhang des Monte San Salvatore an der Bergstrasse Calprino-Pazzallo-Carabbia-Carona TI. Sie umfasste auch die Ortsteile Capo San Martino, Carzo und Senago.

Geschichte Pazzallo wurde 932 erstmals als Paciallo erwähnt. 1996 wurden in Carzo drei Gräber aus der jüngeren Eisenzeit gefunden. Im Mittelalter gehörte es mit Pambio-Noranco und Calprino zur 1335 erstmals erwähnten Gütergemeinschaft Pambio, Concilium sancti Petri de Pamio. Die Gütergemeinschaft blieb als Zweckverband der vier Gemeinden bis 1888 erhalten. Unter den Eidgenossen kam das Dorf zur Vogtei Lugano und 1803 zum gleichnamigen Bezirk des neugegründeten Kantons Tessin. 2004 wurde die bis dahin selbständige politische Gemeinde in die Stadt Lugano eingemeindet.

Der bis 1863 zu Italien gehörende Ortsteil San Martino hiess auch Forca [Galgen] di San Martino, weil dort in der frühen Neuzeit der Galgen stand. Bis 1804 fanden dort Hinrichtungen statt.Pazzallo An der Stelle des einstigen Galgens stand ab den 1950er-Jahren ein Restaurant und ein Nachtclub an dieser besonderen Lage über dem See. Anfang der 2020er-Jahre wurden die Betriebe geschlossen und der Bauunternehmer Christian Constantin kaufte das Areal, um ein Hotel zu bauen.Christian Constantin baut exklusives Hotel über dem Luganersee

In Pazzallo wurden Rebbau, Landwirtschaft und Seidenraupenzucht betrieben. Östlich des Dorfes befindet sich die Mittelstation der 1890 erbauten San-Salvatore-Bahn.

Bevölkerung

Sehenswürdigkeiten

Oratorium San BarnabaSimona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, ISBN 978-88-7713-482-0, S. 343. Oratorium Santa Maria Ausiliatrice im Ortsteil Senago Museo Mario Bernasconi (Bildhauer) und Irma PannesMuseo Mario Bernasconi Betkapelle im Ortsteil Morchino Grotto Morchino.

Persönlichkeiten Giovan Maria da Pazzallo (* um 1500 in Pazzallo; † nach 1546 ebenda ?), Bildhauer in GenuaScultori dello Stato di Milano (1395–1535): Giovan Maria da Pazzallo. S. 271. In: share.usi.ch/arc. Abgerufen am 9. Dezember 2024. Giovan Pietro da Pazzallo (* um 1500 in Pazzallo; † nach 1546 ebenda ?), Bildhauer in GenuaScultori dello Stato di Milano (1395–1535): Giovan Pietro da Pazzallo. S. 271. In: share.usi.ch/arc. Abgerufen am 9. Dezember 2024. Giovanni Antonio Cattaneo (* um 1520 in Pazzallo; † nach 1557 ebenda), Maler, schuf 1557 in Pambio eine die heilige Jungfrau darstellende FreskeCelestino Trezzini: Giovanni Antonio Cattaneo. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 8, Supplement, S. 41 (PDF Digitalisat), abgerufen am 23. August 2020 Élisée Reclus (1830–1905), französischer Geograph und Anarchist Arthur Arnould (* 7. April 1833 in Dieuze; † 26. November 1895 in Paris), französischer Journalist, Anarchist und SchriftstellerArthur Arnould (italienisch) auf ti.ch/can/oltreconfiniti (abgerufen am: 17. Juli 2016.) Silvio Calloni (* 18. Februar 1851 in Pazzallo; † 24. Februar 1931 ebenda), Naturkundelehrer am Lyzeum von LuganoCelestino Trezzini: Silvio Calloni. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 2, Brusino_Caux, Attinger, Neuenburg 1921, S. 474 (Digitalisat), abgerufen am 23. August 2020 Mario Bernasconi (Bildhauer) (* 13. Februar 1899 in Pazzallo; † 19. März 1963 in Viganello), Bildhauer, schuf Büsten, plastische Dekoration, Brunnen und Grabmäler. Er war Ehemann von Irma Bernasconi-Pannes Irma Bernasconi-Pannes (* 19. Februar 1902 in Krefeld; † 19. März 1971 in Lugano), Frau von Mario Bernasconi, Kunstmalerin und BildhauerinIrma Bernasconi-Pannes (italienisch) auf ti.ch/can/oltreconfiniti (abgerufen am: 18. September 2016.) Dario Calloni (* 7. Juli 1928 in Pazzallo; † 17. Februar 2007 in Gentilino), Dozent, Schulinspektor, ehemaliges Mitglied der Fondazione Filippo Ciani, Gesamtdirektor der Gemeindeschulen von Lugano Eddie (Fulvio) Caruso (* 26. November 1932 in Pietrelcina), Trompeter, Studien am Konservatorium von Neapel unter Buonomo, Meldini und Jannamorelli. Erste Trompete des Gehobenen Unterhaltungsmusikorchesters von Radio della Svizzera italiana RSI Lugano (1976–1986), er spielte auch mit dem Symphonieorchester der RTSI. Er wohnt in Pazzallo. Luigi Augusto Cavalieri (* 4. Februar 1933 in Alessandria; † 2. Februar 2015 in Lugano), Violoncellist und Schlagzeuger, studierte am Konservatorium Giuseppe Verdi von Mailand, spielte im Orchestra d’Archi von Milano; seit 1978 wohnt er in Pazzallo und unterrichtet Schlagzeug an der Scuola musicale di Lugano und an der Accademia di musica della Svizzera italianaLuigi Augusto Cavalieri (italienisch) auf ricercamusica.ch/dizionario (abgerufen am: 7. November 2017.)

Literatur Bernhard Anderes: Guida d’Arte della Svizzera Italiana. Edizioni Trelingue, Porza-Lugano 1980, S. 304.

Simona Martinoli u. a.: Guida d’arte della Svizzera italiana. Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 295, 343. Celestino Trezzini: Pazzallo. In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz. Band 5: Maillard – Saint Didier. Attinger, Neuenburg 1929, S. 384 (Digitalisat).

Weblinks

Quartier Pazzallo (italienisch) auf www.lugano.ch Amt für Statistik des Kantons Tessin: Lugano (italienisch) Lugano-Pazzallo: Kulturgüterinventar des Kantons Tessin Museum Mario Bernasconi (italienisch) auf www.museomariobernasconi.com

Einzelnachweise

Kategorie:Quartier (Lugano) Kategorie:Ort im Kanton Tessin Kategorie:Ehemalige politische Gemeinde in der Schweiz Lugano Kategorie:Ersterwähnung 932 Kategorie:Gemeindeauflösung 2004