mini|Blick über den Durlaßbodenspeicher in Richtung Wildgerlostal und Reichenspitzgruppe mini|Krimmler Achental

Krimml ist eine österreichische Gemeinde im Bezirk Zell am See (Pinzgau) im Salzburger Land mit Einwohnern (Stand ) und ein Dorf. Sie liegt in der Region Oberpinzgau, etwa 26 Kilometer von deren Hauptort Mittersill sowie 54 Kilometer von der Bezirkshauptstadt Zell am See entfernt und gehört zu den Nationalparkgemeinden Hohe Tauern.

Geografie Das Ortszentrum von Krimml liegt auf einer Seehöhe von 1067 Metern, unterhalb des Gerlospasses in einem Talkessel. Krimml ist die südwestlichste Gemeinde des Bundeslandes und verfügt neben Landesgrenzen zu den Tiroler Bezirken Bezirk Schwaz und Bezirk Lienz, auch über eine Grenze zu Südtirol (Italien). Oberhalb der Wasserfälle erstreckt sich das Krimmler Achental mit den beiden Seitentälern Rainbach- und Windbachtal. Vom Krimmler Achental aus führen mit der Birnlücke und dem Krimmler Tauern zwei Fußübergänge ins benachbarte Ahrntal und damit nach Italien. Über das Rainbachtal resp. die Rainbachscharte erreicht man das ebenfalls zu Krimml gehörende Wildgerlostal.

Bekannt ist Krimml vor allem durch die Krimmler Wasserfälle, wo die Krimmler Ache in drei Stufen mit einer Fallhöhe von insgesamt 380 m vom Krimmler Achental in den Talkessel von Krimml stürzt. Während heute allgemein der Ursprung der Salzach am Salzachgeier verortet wird und Krimml somit nicht zum Pinzgauer Salzachtal gezählt werden kann, gilt als weitgehend gesichert, dass in der Vergangenheit die Krimmler Ache als oberster Flusslauf der Salzach begriffen wurde. Erst der Salzburger Pädagoge und Aufklärer Franz Michael Viertaler bestimmte 1796 den Ursprung in der Nordwestecke des Oberpinzgaus.Karl Forstner: Neuinterpretation alter Flussnamen in Salzburg. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. 144. Vereinsjahr, 2004, S. 19 ().

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Hochkrimml () Oberkrimml () Unterkrimml ()

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Krimml.

Während Hochkrimml das Gebiet der Gerlosplatte umfasst, und es sich bei der Besiedlung zum überwiegenden Teil um Ferienwohnungen und -häuser handelt, bilden die beiden anderen Ortsteile den ursprünglichen Ort Krimml.

Als Teil des Staatsbürgerschafts- und Standesamtsverbands Neukirchen am Großvenediger befinden sich die für Krimml zuständige Staatsbürgerschaftsevidenz sowie das Standesamt in Neukirchen am Großvenediger.Standesamt, Staatsbürgerschaft. auf der Website der Marktgemeinde Neukirchen am Großvenediger, abgerufen am 2. November 2021. Krimml war bis 2002 Teil des Gerichtsbezirks Mittersill und gehört seit 2003 zum Gerichtsbezirk Zell am See. Gemeinsam mit acht anderen Oberpinzgauer Gemeinden bildet Krimml den Regionalverband Oberpinzgau.Website des Regionalverbands Oberpinzgau, abgerufen am 25. November 2013. Die Gemeinde ist, gemeinsam mit den anderen Oberpinzgauer Gemeinden bis Hollersbach, Teil des Reinhalteverbandes Oberpinzgau West, welcher die Infrastruktur betreffend Kanalisation und ordnungsgemäßer Entsorgung der Abwässer aus der Region verantwortet.Einzugsgebiet. auf der Website des RHV Oberpinzgau West, abgerufen am 2. November 2021.

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Geschichte mini|hochkant|Alter Krimmler Tauernweg

Ur- und Frühgeschichte bis Antike Spuren erster Besiedlung des heutigen Gemeindegebiets von Krimml reichen bis in die Frühe Bronzezeit zurück. Belegt sind diese durch zahlreiche Funde aus dieser Epoche sowie aus der späteren Bronzezeit und der frühen Hallstattzeit, welche Grabungen unter dem Prähistoriker Martin Hell in der Mitte des 20. Jahrhunderts zu Tage gebracht haben.Josef Lahnsteiner: Oberpinzgau. Von Krimml bis Kaprun. Eine Sammlung geschichtlicher, kunsthistorischer und heimatkundlicher Notizen für die Freunde der Heimat. 1956, S. 186.

Wie permanent diese frühen Besiedlung waren, ist heute schwer zu rekonstruieren. An der Wende vom 7. zum 6. vorchristlichen Jahrhundert vollzog sich im westalpinen Bereich der Wandel hin zu einer neuen Kultur, welche gemeinhin als keltisch bezeichnet wird.Heinz Dopsch: Kleine Geschichte Salzburg. Stadt und Land. Salzburg. 2001, S. 14. Etwas zeitversetzt setzte diese sich auch im ostalpinen Bereich durch.

Mit der keltischen Besiedlung bzw. der „Keltisierung“ der ansässigen Bevölkerung des heutigen Pinzgaus kann auch der Übergang von der Vor- bzw. Urgeschichte in das historische Zeitalter für diese Region datiert werden. Nach allgemeiner Übereinstimmung war der gesamte heutige Pinzgau und mit ihm Krimml Siedlungsgebiet der Ambisonten. Um 200 vor Christus entstand als loser Verband keltischer Stämme das Königreich Noricum, welches sehr bald in Kontakt zu seinen römischen Nachbarn trat. 15 v. Chr. wurden die Alpenkelten schließlich von den Römern unter den Stiefsöhnen des Augustus, Tiberius und Drusus unterworfen, so auch die Ambisonter, welche neben fast fünfzig weiteren Keltenstämmen beim großen Siegesdenkmal von La Turbie angeführt werden.Heinz Dopsch: Kleine Geschichte Salzburg. Stadt und Land. 2001, S. 16.

Im Jahr 10. v. Chr. wurde Regnum Noricum Teil des Römischen Reiches. Wie die cisalpinen, wurden auch die transalpinen Kelten zu Römern.Alexander Demandt: Die Kelten. (= C. H. Beck Wissen). 2007, S. 91. Seit dieser Zeit ist die Benutzung des Krimmler Tauerns als Übergang belegt, wird allerdings schon seit der Bronzezeit als wahrscheinlich angenommen.Website der Volksschule Krimml, abgerufen am 21. November 2013.

Mit den Römern kamen eine neue Sprache, eine neue Kultur und neue Waren in die Region und viele dieser Waren fanden ihren Weg über den Krimmler Tauern. 500 Jahre dauerte die Zugehörigkeit zum Römischen Reich. Die Assimilierung an die römische Kultur brachte es mit sich, dass die Kelten in diesem Raum von den Germanen als „Romanen“ oder „Walchen“ bezeichnet wurden. Unter Claudius wurde Noricum schließlich zur römischen Provinz, Iuvavum zur Municipialstadt, zu deren Verwaltungsbezirk auch das Gebiet des heutigen Ortes Krimml als Randgebiet gehörte.Heinz Dopsch: Kleine Geschichte Salzburg. Stadt und Land. 2001, S. 16f.

Hinweise auf eine permanente Siedlung auf dem heutigen Gemeindegebiet in keltischer und römischer Zeit gibt es nicht. Auch in dieser Zeit ist vor allem die Bedeutung als Verkehrsverbindung in das angrenzende Ahrntal entscheidend. Laut Lahnsteiner schreibt Albert Muchar in seinem ersten Band von Das römische Noricum von bedeutenden Überresten einer Römerstraße hinauf auf den Krimmler Tauern sowie davon, dass das heutige Edenlehen eine alte Gast- und vor allem Raststätte vor dem Aufstieg zum Tauern war. Auch soll sich im Schmiedpalfen ein Felsenkeller zur Lagerung von Weinen befunden haben.Josef Lahnsteiner: Oberpinzgau. Von Krimml bis Kaprun. Eine Sammlung geschichtlicher, kunsthistorischer und heimatkundlicher Notizen für die Freunde der Heimat. 1956, S. 182. Ansonsten gilt wohl, wie auch für das übrige Innergebirg, dass die Besiedlung äußerst dünn war (belegt ist etwa ein Gutshof im heutigen Bramberger Ortsteil Weyer). Die zunehmenden Einfälle der Alamannen und anderer germanischer Stämme führten zusätzlich zur Aufgabe der meisten Gutshöfe und ungeschützter Dörfer. Im Jahr 488 wurde die Bevölkerung Ufernoricums evakuiert und nach Italien überführt. Kleinere Bevölkerungsteile verblieben jedoch im Land und wurden von den Germanen als Romanen und Walchen bezeichnet.Heinz Dopsch: Kleine Geschichte Salzburg. Stadt und Land. 2001, S. 20f.

Mittelalter Nach Kelten und Römern waren es nun die Bajuwaren, die eine neue Sprache und Kultur ins Land brachten. In der ersten Phase der bayerischen Landnahme blieb das Innergebirg allerdings weiter wenig attraktiv für eine stärke Besiedlung.Sonja Nothdurfter-Grausgruber: Kurz und bündig: Warum eigentlich Krimml? Eine Kurzgeschichte. Abgerufen am 21. November 2013.

Als Teil des Herzogtums Bayern wurde die Grafschaft Oberpinzgau 1100 an die Grafen von Lechsgemünd vergeben.Website der Stadtgemeinde Mittersill, abgerufen am 21. November 2013. In diese Zeit fallen auch verstärkte Rodungen und Urbarmachung im Oberen Pinzgau, welche auch von einem allgemeinen Bevölkerungswachstum mitverursacht wurde. In einem Kaufvertrag des Lechsgemünder „Hausklosters“ Kaisheim mit dem Salzburger Erzbischof wird das erste Mal ein Gut mit dem Namen „Chrvmbel“ erwähnt. 1228 kommt der Oberpinzgau unter dem Erzbischof Eberhard II Eberhard von Regensberg zum Erzbistum Salzburg.

Aus dem Mittelalter sind, mit Ausnahme der Kirche, nur wenige Spuren erhalten. Diese ist allerdings eine der ältesten im Pinzgau. Das Kloster Raitenhaslach erhält 1244 durch eine Schenkung Eberhard II. eine Hube bei der „Kirchen in der Khrumbe“ – die erste Erwähnung der Pfarrkirche Krimml. Die Bedeutung des Tauernverkehrs in diesem Zusammenhang wird etwa dadurch ersichtlich, dass die zum Kloster Raitenhaslach gehörenden Güter jährlich eine Abgabe an Wallisch-Wein (Wein aus Italien) zu leisten hatten.Josef Lahnsteiner: Oberpinzgau. Von Krimml bis Kaprun. Eine Sammlung geschichtlicher, kunsthistorischer und heimatkundlicher Notizen für die Freunde der Heimat. 1956, S. 187–189.

Mitte des 14. Jahrhunderts verzeichnete das erzbischöfliche Urbar für Krimml 12 Häuser. Bedeutung hatten die Übergänge ins benachbarte Ahrntal ins heutige Südtirol vor allem für Handwerker und Kaufleute (Wein- und Viehhandel) sowie für die Bauern, welche ihr Vieh im Sommer im Krimmler Achental weideten. Als wichtige Station vor dem Übergang ins Tirolerische ist bereits 1389 das Krimmler Tauernhaus schriftlich belegt. Dieses ist bist heute als Herberge und Jausenstation in Betrieb.

Neuzeit Die Reformation und die Bauernkriege erfassten auch die abgelegensten Winkel des Erzbistums Salzburg. Der Priester Josef Lahnsteiner führt in seiner Chronik für Krimml detailliert jene Familien und Lehen an, welche mit dem Protestantismus sympathisierten. Auch aus Krimml wurden jene ausgewiesen, welche nicht bereit waren, den Lehren der Reformation abzuschwören.Josef Lahnsteiner: Oberpinzgau. Von Krimml bis Kaprun. Eine Sammlung geschichtlicher, kunsthistorischer und heimatkundlicher Notizen für die Freunde der Heimat. 1956, S. 187.

Krimml bildete im Erzstift Salzburg die westlichste Kreuztracht (Verwaltungssprengel mit einer Kirche), bestehend aus den Rotten Ober- und Unterkrimml, im Amtsbereich des Pfleggerichts Mittersill.Lorenz Hübner: Beschreibung des Erzstiftes und Reichsfürstenthums Salzburg in Hinblick auf Topographie und Statistik. Zweyter Band. Das Salzburgische Gebirgsland. Pangau, Lungau und Pinzgau. 1796, S. 589.

Bis 1555 gehörte Krimml kirchlich zu Bramberg, danach bis 1675 zu Neukirchen am Großvenediger und im Anschluss bis 1784 zu Wald im Pinzgau. 1784 wurde Krimml als Vikariat selbstständig.Josef Lahnsteiner: Oberpinzgau. Von Krimml bis Kaprun. Eine Sammlung geschichtlicher, kunsthistorischer und heimatkundlicher Notizen für die Freunde der Heimat. 1956, S. 192.

Bei Lorenz Hübner findet sich im Jahr 1796 eine kurze Beschreibung der Einwohner Krimmls: „Man zählt nun hier 300 Menschen, ein lustiges, liberales und offenherziges Völkchen, ohne Trug und Falsch. Das Ortswirthshaus ißt auch Zeuge, daß es ein freudiges Völckchen ißt, das gerne tanzt und hüpft.“