Die Dresdner Parkeisenbahn ist eine nach BOP betriebene Liliputbahn im Großen Garten in Dresden. Sie wurde 1950 als Kindereisenbahn gegründet und wurde zu Zeiten der Deutschen Demokratischen Republik unter dem Namen Pioniereisenbahn Dresden betrieben.Dresdner Parkeisenbahn auf neuen Gleisen, sz-online.de, 16. März 2011; abgerufen am 20. März 2011.

Wie bei allen einstigen Pioniereisenbahnen üblich, üben bei der Dresdner Parkeisenbahn Kinder und Jugendliche die meisten Tätigkeiten aus. Sie fungieren als Fahrdienstleiter, Aufsicht, Zugmelder (nur am Bf. Zoo), Sperre, Zugführer, Schrankenwärter (nur am Abzw. Carolasee), Zugschaffner und in Ausnahmefällen auch als Bereitschaft. Die Dresdner Parkeisenbahn verkehrt im Sommerhalbjahr von April bis Oktober sowie zu Sonderfahrten im Dezember und beförderte 2023 rund 234.000 Fahrgäste.Keine Adventsfahrt der Parkeisenbahn, sz-online.de; abgerufen am 4. März 2011.

Geschichte mini|links|Die noch heute eingesetzten Dampflokomotiven stammen aus dem Jahr 1925 mini|links|Zum Jubiläum 60 Jahre Dresdner Parkeisenbahn verkehrten drei Dampflokomotiven vor einem Zug Bereits in den 1930er-Jahren verkehrten die Dampflokomotiven und einige Wagen der heutigen Parkeisenbahn bei Ausstellungen im Großen Garten, beispielsweise während der Internationalen Hygiene-Ausstellung 1930/31. Die Strecke führte unter anderem an dem 1938 abgerissenen Kugelhaus vorbei.

Zum Kindertag am 1. Juni 1950 wurde im Großen Garten eine Kindereisenbahn unter Leitung der Dresdner Verkehrsbetriebe eröffnet, geplant war diese zunächst nur für eine Saison. Die Strecke führte eingleisig vom damaligen Stübelplatz zum Zoo, war 1,3 km lang, hatte in der Mitte eine Ausweiche, einen Tunnel und eine Schranke aus Holz. Sie wurde unter der Mithilfe von Dresdner Einwohnern errichtet. Nur wenige Posten (z. B. Einlass, Signalsteller)Lars Kühl: Kinder überzeugen Ober-Genossen. In: Sächsische Zeitung vom 30./31. Mai 2015, S. 17. Papierbeleg: Ursprüngliche Online-Version nicht mehr online verfügbar und auch nicht archiviert. waren zu dieser Zeit mit Kindern besetzt. Im Sommer 1950 wurden Lokomotiven und Wagen nach Erfurt zur Gartenschau ausgeliehen, bis sie nachfolgend im Herbst für wenige Wochen wieder in Dresden fuhr und die Strecke danach wieder abgebaut werden sollte.

Die Bahn hatte in der Bevölkerung große Unterstützung. Allerdings waren es die Freundschaftsratsvorsitzenden dreier Dresdner Schulen sowie zwei FDJ-Funktionäre, die nach Berlin zu Walter Ulbricht fuhren, um ihm die Idee einer „Pioniereisenbahn“ vorzustellen. Dieser ließ sich von den Kindern überzeugen und so wurde auf seine Weisung beschlossen, die Bahn dauerhaft in Dresden zu behalten.

Sie wurde in Pioniereisenbahn Dresden umbenannt und am 1. Mai 1951 fand die Eröffnung der zweiten Fahrsaison statt. Die Bahnhöfe selbst trugen die Namen Freundschaft und Frohe Zukunft. In beiden Fällen erfolgte ein örtlicher Zusatz (am Zoo, am Fučikplatz). Die Strecke wurde zunächst auf 4,4 km und um die Bahnhöfe Frieden und Aufbau (jeweils mit örtlichem Zusatz am Carolasee und am Palaisteich ergänzt) erweitert. Im Sommer desselben Jahres erfolgte die Übergabe eines weiteren 1,2 km langen Abschnittes und des Bahnhofes Einheit (örtlich an der Karcherallee). Die Namensbenennung wurde bis kurz nach 1990 so beibehalten, wenngleich ab den 1960er Jahren die eigentlichen Bahnhofsnamen (Frohe Zukunft, Freundschaft, Frieden, Einheit und Aufbau) mehr und mehr durch die Betonung der örtlichen Lage in den Hintergrund gedrängt wurde und schließlich in Vergessenheit geriet.

Die Pioniereisenbahn beförderte im ersten Betriebsjahr zirka 295.000 Personen. Verwaltungsmäßig unterstand die Einrichtung dem Pionierpalast Dresden, mit einer Unterabteilung Pioniereisenbahn. Die Betriebsführung oblag nun der Deutschen Reichsbahn (DR), Direktion Dresden. Patenbetrieb war der Bahnhof Dresden-Neustadt. Dieser stellte für die Saison Betriebsdiensteisenbahner. Wegen Personalmangel wurde später bis Sommer 1990 das Saisonpersonal vom Dresdner Hauptbahnhof abgeordnet. Die Lokführer wurden bis Ende 1992 ebenfalls von der Deutschen Reichsbahn gestellt.

1962 wurde ein neuer, dritter Zug mit einer Akkumulatorlokomotive in Dienst gestellt. Im folgenden Jahr wurden erstmals über eine halbe Million Fahrgäste befördert. Am 1. April 1966 fand die Übergabe des neuen Bahnhofsgebäudes Zoo statt und ein Jahr später erhielt dieser Bahnhof ein zusätzliches Bahnhofsdach. 1982 wurde ein vierter Zug mit einer weiteren Akkumulatorlokomotive in Dienst gestellt. Im Winter 1988 zu 1989 verlegte man das Streckengleis Fučíkplatz – Zoo, das sich bis dahin erhöht auf dem sogenannten Zooberg befunden hatte, ebenerdig neu.

Infolge der deutschen Wiedervereinigung und der damit verbundenen veränderten politischen Rahmenbedingungen wurde die Bahn 1990 von Pioniereisenbahn Dresden in Dresdner Parkeisenbahn umbenannt. Da über 90 % der Einrichtung auf dem Gelände des Großen Gartens liegt, übernahm der Freistaat Sachsen 1993 die Rechtsträgerschaft.Website der Staatlichen Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen (auch als ). Seither wird die Parkeisenbahn – wie auch der Rest des Großen Gartens – von den Staatlichen Schlössern, Burgen und Gärten Sachsen verwaltet und betrieben. Gleichzeitig wurde eine neue Dienstbekleidung eingeführt. Aufsichtsbehörde war und blieb der Beauftragte für Bahnaufsicht des Bezirks Dresden/Freistaat Sachsen.

In den folgenden Jahren ließen die Fahrgastzahlen nach und die Bahn musste Einschnitte hinnehmen. So fahren die Dampflokomotiven, die früher täglich im Einsatz waren, nur noch freitags und am Wochenende. Seit 1996 sind bei schlechter Witterung oder in den Adventsfahrten vier in England gefertigte geschlossene Wagen im Einsatz.

mini|Das Maskottchen Parkolino Seit dem 12. Juli 1998 gibt es das Eichhörnchen Parkolino, welches vor allem für die jüngeren Besucher der Bahn als Maskottchen auftritt.

Mit dem Bau der Gläsernen Manufaktur des Volkswagenkonzerns am Straßburger Platz musste auch der ursprüngliche Endpunkt aufgegeben werden. Der neue Bahnhof Hauptbahnhof an der Gläsernen Manufaktur (früher: Am Strassburger Platz) wurde vertragsgemäß auf Kosten von Volkswagen als moderner, zum Stil der Gläsernen Manufaktur passender Bahnhof errichtet, wobei es einige Ungereimtheiten im Ablauf der Baumaßnahmen gab. Eröffnet wurde er im Jahr 2000.Geschichte der Dresdner Parkeisenbahn, parkeisenbahn-online.de; abgerufen am 4. März 2011. Die zugehörige Gleisschleife wurde allerdings erst im darauffolgenden Jahr fertiggestellt, 2006 wurden die Bahnsteige des Bahnhofes gepflastert und mit einer Signalanlage ausgestattet.

Im Jahr 2008 wurde der Bahnsteig des Bahnhofes Karcherallee gepflastert und der Höhe der Wagen angepasst, um ein leichteres Ein- und Aussteigen zu ermöglichen. Im Jahr 2010 wurde der 60. Jahrestag der Gründung der Parkeisenbahn mit einer Festwoche begangen. Diese fand vom 1. Juni bis zum 6. Juni 2010 statt. Dabei verkehrte auch eine Gastlok der Leipziger Parkeisenbahn im Großen Garten., dnn-online.de, 2. Juni 2010; abgerufen am 4. März 2011. Zum 60. Jubiläum in Leipzig im darauffolgenden Jahr fuhr eine Dresdner Lok auf der Leipziger Parkeisenbahn um den Auensee. Diese Loktausche wurden in den folgenden Jahren mehrfach wiederholt.

Aktuelle Streckenbeschreibung mini|Zugbegegnung auf der zweigleisigen Strecke Zoo – Straßburger Platz

Die Dresdner Parkeisenbahn befährt einen Rundkurs von 5,6 Kilometern Länge im Richtungsbetrieb. Ausgangspunkt für Rundfahrten ist der Bahnhof Straßburger Platz. Abstellanlagen, Lokschuppen und das Bahnbetriebswerk (BW) befinden sich am Bahnhof Zoo; dort ist auch der Sitz der Betriebsleitung.

Die Gesamtgleislänge mit Abstell- und Nebengleisen beträgt 7,2 km. Die Strecke zwischen Zoo und Straßburger Platz ist seit 1968 zweigleisig, um einen reibungslos verlaufenden 3- und 4-Zug-Betrieb zu ermöglichen, auch wenn meistens nur zwei Züge eingesetzt werden. Die übrige Strecke ist eingleisig. Am Bahnhof Carolasee gibt es eine Abzweigung für direkte Fahrten zum Bahnhof Palaisteich, die Fahrten durch die kleine Runde genannt werden. Die kleine Runde wurde 1951, im zweiten Betriebsjahr, vor der Fertigstellung der Strecke Carolasee – Karcherallee – Palaisteich generell planmäßig befahren. Zwischen 1962 und Anfang der 1970er Jahre wurde sie dann planmäßig genutzt, wenn der Fahrbetrieb nur mit zwei gleichzeitig auf der Strecke verkehrenden dampflokbespannten Zügen durchgeführt wurde und für die Dampfloks eine Zwischenbekohlung oder Wasseraufnahme notwendig war. Es war in den „Zwei-Zug-Fahrplan“ zu dieser Zeit eingearbeitet, dass in einem solchen Fall für eine Rundfahrt zur Zeiteinsparung durch den betroffenen Zug die kürzere kleine Runde befahren wurde, die Zugnummern wurden – bei ansonsten laufender Nummerierung – mit einer um 2000 erhöhten Nummer gefahren.Pioniereisenbahn Dresden: Betriebsfahrpläne. Manuskriptdruck, liz. 1969 (Nr.II/9/34 AG 130/94/69 E). Diese Betriebsweise, die es im „Drei-Zug-Betrieb“ von Anfang an nicht gab (er sah dafür von Anfang an entsprechende Fahrzeitverlängerungen vor und der ansonsten starre 12-Minuten-Takt wurde entsprechend angepasst), wurde spätestens Mitte der 1970er Jahre aufgegeben. Hintergrund war, dass die ortsbediente und mit Schlüsselsperre in Abhängigkeit gebrachte Weiche der Abzweigstelle „Bf Carolasee“ sich ca. 150 m vom eigentlichen Aufenthaltsgebäude mit Stellwerk entfernt befindet. Aufgrund der dadurch notwendigen Fußmärsche zur Weichenstellung war das betrieblich nicht zu bewältigen, zumal die „Kleine Runde“ auch von den Fahrgästen weniger angenommen wurde. Für Sonderfahrten sowie als Ausweichstrecke bei Bauarbeiten oder Überschwemmungen am Carolasee erfährt die kleine Runde noch eine Nutzung. Durch das Hochwasser im August 2002 (Jahrhunderthochwasser der Elbe und ihrer Nebenflüsse, hier des Kaitzbachs) war eine Nutzung dieser Fahrmöglichkeit bis zur Behebung der Schäden einige Jahre lang nicht möglich.Die Strecke der Dresdner Parkeisenbahn, parkeisenbahn-online.de; abgerufen am 2. Juli 2011, ergänzt um: Pioniereisenbahn Dresden: Betriebsfahrpläne. Manuskriptdruck, liz. 1969 (Nr.II/9/34 AG 130/94/69 E).

Die Stellwerke sind mit Ausnahme des Bahnhofes Karcherallee – an dem das einzige Signal noch handbedient ist – mit Gleisbildstellpulten ausgerüstet. Eingesetzt werden das Hl-Signalsystem der ehemaligen Deutschen Reichsbahn (DR) aus dem Werk für Signal- und Sicherungstechnik Berlin (WSSB) mit leicht modifizierten Signalschirmen sowie Formsignale. Das Zugmeldeverfahren entspricht dem der DR. Die zulässige Streckenhöchstgeschwindigkeit der Parkeisenbahn beträgt 20 km/h, an vielen Bahnübergängen gibt es Langsamfahrstellen von 5 oder 10 km/h.

Betriebsstellen Die fünf Bahnhöfe der Parkeisenbahn trugen vor der Deutschen Wiedervereinigung andere Namen mit symbolischer Bedeutung wie Aufbau (Palaisteich), Freundschaft (Zoo), Frohe Zukunft (Straßburger Platz), Frieden (Carolasee) und Einheit (Karcherallee). Ein Ortsmerkmal wie Carolasee war diesen Namen angefügt. Die heutigen Bahnhofsnamen enthalten nur noch das Ortsmerkmal.

Obwohl die Bahnhöfe Carolasee und Karcherallee eisenbahntechnisch gesehen eine Haltestelle bzw. ein Haltepunkt sind, werden sie in der Öffentlichkeit Bahnhöfe genannt.

Bahnhof Straßburger Platz

Der Bahnhof Straßburger Platz ist Ausgangsbahnhof für die meisten Fahrgäste, da er mit vielen öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist und in der Nähe viele Parkplätze existieren. Die Strecke führt zweigleisig zum Bahnhof Zoo. Der Name des Bahnhofes lautete bis 1990 Frohe Zukunft (Fučíkplatz), von 1990 bis 1999 Straßburger Platz, von 2000 bis 2010 Am Straßburger Platz und von 2010 bis zum Beginn der Fahrsaison 2025 Hauptbahnhof an der Gläsernen Manufaktur. Im Zuge des 75-jährigen Jubiläums der Parkeisenbahn wurde er wieder zu Straßburger Platz umbenannt.