Cronenberg (wahrscheinliche Bedeutung: „Krähenberg“ oder „Kranich(en)berg“) ist ein Stadtteil von Wuppertal und verwaltungsrechtlich einer der zehn Bezirke der Stadt. Bis zur Vereinigung mit anderen Städten und Ortsteilen zu Wuppertal im Jahr 1929 war Cronenberg eine eigenständige Stadt und Bürgermeisterei im Kreis Mettmann.

Geographie mini|Blick von Westen auf das Zentrum von Cronenberg (von Solingen-Gräfrath aus)

Cronenberg liegt auf einem von Norden nach Süden leicht abfallenden Höhenrücken, der im Osten von den Bächen Gelpe und Morsbach und im Westen und Süden von dem Fluss Wupper begrenzt wird. Der Stadtbezirk liegt auf einer Höhe von 335 m über NN (Hahnerberg) bis 100 m (Wuppersohle bei Müngsten), hat eine Fläche von 2151,45 ha und ist zu ca. 53 % bewaldet. Seit 2006 gehört Cronenberg zum Naturpark Bergisches Land.

Gliederung im Bezirk Stadtbezirk 4 Cronenberg 40 Cronenberg-Mitte 41 Küllenhahn 42 Hahnerberg 43 Cronenfeld 44 Berghausen 45 Sudberg 46 Kohlfurth 130px|Einteilung in Quartiere

Geschichte mini|950 Jahre Cronenberg mini|Cronenberg-Mitte mit „Krings-Eck“ (links) und reformierter Kirche von 1771

Erstmals erwähnt wurde Cronenberg als „Cronberga“ um 1050 in einer Urkunde des Klosters Werden. Etwa 1220 tauchte es als „Croyaberge“ in einem Heberegister des Stiftes Gerresheim auf. Dort wurde 1312 die „parochia (= Kirchspiel) Cromberg“ genannt. Sie gehörte zur Burg Elberfeld und war damit im Besitz der Erzbischöfe von Köln. Nach mehreren Besitzerwechseln wurde Cronenberg seit 1427 gemeinsam mit Elberfeld Teil des Herzogtums Berg. 1453 wurde Cronenberg als „Dorf“ erwähnt, in dem gutbesuchte Märkte stattfinden.

Im Jahr 1797 wurden für das Kirchspiel Cronenberg 509 Familien, 253 Feuerstätten, 875 bergische Morgen Ackerland, 83 berg. Morgen Wiesen, 1.700 berg. Morgen Wald, sowie 13 Pferde für Warentransporte und 156 Ochsen und Kühe verzeichnet.

Das Herzogtum ging 1806 in französische Herrschaft über. Im französischen Verwaltungssystem nach der Niederlage Preußens erhielt Cronenberg – nach einer kurzen Zugehörigkeit zum Arrondissement Elberfeld im Kanton Ronsdorf – 1808 den Status einer selbständigen „Commune“. Johann Abraham von den Steinen wurde ihr Bürgermeister („Directeur“).

In den Jahren nach der Niederlage Napoleons und der Eingliederung des Großherzogtums Berg in das Königreich Preußen (Rheinprovinz) im Jahr 1815 gab es häufig verwaltungstechnische Wechsel. Bis 1820 gehörte Cronenberg zum Landkreis Solingen und wurde dann dem Landkreis Mettmann zugewiesen. Dieser wurde im selben Jahr schon wieder aufgelöst und Cronenberg kam zum Landkreis Elberfeld. Mit Verordnung des preußischen Königs vom 13. Juli 1827 wurde die Gemeinde Cronenberg in den Stand der Städte erhobenKurt Kaiß, Michael Peplies: Der Samba, Die Stichbahn Elberfeld – Cronenberg, Rheinisch-Bergische Eisenbahngeschichte, Heft 6, Astrid Kaiß, Leichlingen, 2007, ISBN 978-3-9806103-6-0, S. 6. indem es in einem Städteverband zusammen mit anderen Orten einen Abgeordneten im rheinischen Provinziallandtag stellte. De facto wurde damit Cronenberg als Stadt anerkannt und durfte sich als solche nennen. In einer Katasterkarte vom 1. März 1830 wurden die Flurstücke Burgholz, Küllenhahn, Vohwinkel, Dohr, Kuchhausen, Berghausen, Heidt, Sudberg, Wüsterhaus, Kollfurth, Herighausen, Evertsau und Kronenberg selbst als der Bürgermeisterei Kronenberg zugehörig bezeichnet.Horstmann/Haas: Das alte Cronenberg in Bildern, 1981, Reprographie S. 37–39. Am 23. Oktober 1856 wurden der Gemeinde Cronenberg die Stadtrechte verliehen. 1857 wurde die Sparkasse eröffnet und 1863 eine Telegraphenstation eingerichtet.Horstmann/Haas: Das alte Cronenberg in Bildern, 1981, S. 164. Nach Ernennung von Elberfeld und Barmen zu kreisfreien Städten am 21. September 1860 wurde der Landkreis Elberfeld aufgelöst und Cronenberg kam erneut zum zeitgleich wieder neu gegründeten Landkreis Mettmann. Am 1. Juli 1869 erschien die erste Kronenberger Zeitung.

mini|Cronenberg und das 1929 gegründete Wuppertal (rot umrandet)

Am 1. April 1891 wurde Cronenberg durch den Bau der Burgholzbahn an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Noch im selben Jahr beteiligte sich Cronenberg an der Ronsdorf-Müngstener Eisenbahn. 1900 wurde der Straßenbahnbetrieb nach Elberfeld und Remscheid-Hasten aufgenommen, die Strecke über die Kohlfurt nach Solingen folgte 1914.Horstmann/Haas: Das alte Cronenberg in Bildern, 1981, S. 165. In den Jahren 1899 und 1900 entstand als Ersatz für das 1876 gebaute und bereits zu klein gewordene Rathaus ein neues, repräsentatives Verwaltungsgebäude, das mit großen Teilen der Altstadt am 24. Juni 1943 bei einem Bombenangriff zerstört wurde.

Seit 1929 ist Cronenberg Teil von Wuppertal, das damals im Rahmen der kommunalen Neugliederung neu entstand. Ein kleiner Teil musste dabei an Remscheid abgegeben werden. Viele Cronenberger waren mit dieser Eingliederung nicht zufrieden, aber auch Alternativen (etwa die gesamte Eingliederung in das benachbarte Remscheid) wurden abgelehnt. 1933 plädierte der „Haus- und Grundbesitzerverein Cronenberg“ für eine Wiedererlangung der Selbstständigkeit; dieses Vorhaben scheiterte.

Konfessionen mini|links|Heilige Ewalde mini|hochkant|Emmauskirche

2003 schlossen sich die lutherische (die sich „evangelische“ nannte) und die reformierte Gemeinde zusammen. Die Reformierte Kirche ist heute die Hauptkirche, ein markanter Punkt Cronenbergs und Wahrzeichen des Stadtteils. Die ehemals zur lutherischen Gemeinde gehörende Emmauskirche, ebenfalls im Zentrum, ist heute ein Gemeindezentrum mit Café. Weitere Gottesdienststätten sind die Nikodemuskirche am Sudberg und die Friedenskirche an der Hahnerberger Straße, welche seit November 2016 zu einem Kindergarten mit Gottesdienstsaal umgebaut wird.

Die katholische Kirchengemeinde trägt den Namen „Heilige Ewalde“ (Mehrzahl) – nach den beiden missionierenden Mönchen aus dem 7. Jahrhundert n. Chr., die den Märtyrertod starben. Die Kirche mit Gemeindezentrum liegt nordöstlich vom Ortskern an der Hauptstraße. In der Gemeinde gibt es einen nennenswerten Anteil von italienischen Gemeindegliedern.

Einwohnerentwicklung 1808: 3.810 1834: 5.838 1861: 7.613 1871: 7.901 1880: 8.214 1900: 10.210 1910: 12.869 1925: 14.051 2003: 22.370 2004: 22.170 2005: 22.057 2006: 21.994 2015: 21.039Wuppertaler Statistik – Raumbezogene Daten. Daten für den Stadtbezirk Cronenberg (4) am 31. Dezember 2015 In: wuppertal.de 2016: 21.140

Politik Bezirksvertretung Entsprechend der NRW-Gemeindeordnung gibt es in jedem Stadtbezirk eine Bezirksvertretung, deren Mitglieder auf fünf Jahre gewählt werden. Die BV hat verschiedene Entscheidungs-, Anhörungs- und Mitbestimmungsrechte, soweit es um Cronenberger Belange geht. Die Sitzungen finden in der Regel monatlich statt (außer in den Ferien).

mini|400px|Einwohnerentwicklung von 1808 bis 2016

Bürgermeister 1788–1792 Alfred Stertkamp 1792–1808 Luca Klose 1808–1828 Johann Abraham von den Steinen 1828–1834 Friedrich Wilhelm Ernst (Vertreter) 1834–1835 Wilhelm Wortmann 1835–1846 Ludwig Döring 1847–1853 Wilhelm Händeler 1853–1857 Jacob Cronenberg 1857–1867 Eduard Theobald de Leuw (* 4. Dezember 1820; † 2. Juli 1872) 1867–1869 (Verwaltung) 1869–1873 Otto Bock 1873–1885 Otto Paulussen 1885–1920 Albert Kemmann (* 1858; † 1931) 1920–1929 Maximilian Reifarth 1945–1945 Alfred Hamm (* 1899; † 1961; am 16. April 1945 von der US-Militärbehörde in Unkenntnis der Städtevereinigung eingesetzt und bis zum 4. Mai 1945 im Amt)

Wappen mini|hochkant|Historisches Wappen Cronenbergs

Das – auch zu Zeiten, als Cronenberg Stadt war, nicht amtlich genehmigte – Wappen zeigt den Bergischen Löwen auf einem grünen Berg stehend. In der Pranke hält er ein schwarzes Sensenblatt, das die ausgeprägte Werkzeugindustrie in Cronenberg symbolisiert und auf das ehemalige Sensenprivileg Cronenbergs hinweist. Unter dem mittleren Rundbogen ist eine Krähe zu sehen, in Anspielung auf die mutmaßliche Herkunft des Namens „Cronenberg“ von „Krähenberg“.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Cronenberg von der Nordseite; Zeichnung von Johann Müller (1856)

Museen Bergisches Straßenbahnmuseum e. V. Der kleinste Straßenbahnbetrieb Deutschlands! Das Teilstück der ehemaligen Wuppertaler Straßenbahnlinie 5 (Dönberg – Elberfeld Bf. – Cronenberg – Solingen-Mühlenhof) zwischen Cronenberg-Lenzhaus und Kohlfurther Brücke konnte als Museumsbahn erhalten werden. Die Strecke schlängelt sich hier durch den Wald des malerischen Kaltenbachtals auf etwa drei Kilometer Länge. Sie wird von ehrenamtlichen Straßenbahnern unterhalten und betrieben. Zudem kann man die Fahrzeugsammlung aus Meterspur-Straßenbahnen der Region Rhein-Ruhr-Wupper und Westfalen besichtigen.

Zeugen der Industriekultur Manuelskotten Auf halber Höhe zwischen Cronenberg-Mitte und dem Ortsteil Kohlfurt im Kaltenbachtal gelegen ist der Manuelskotten, der einzige wasserkraftgetriebene Betrieb in Wuppertal. Hier werden noch heute große Cuttermesser für die Lebensmittelindustrie geschliffen. Der Manuelskotten kann als „lebendiges Industriedenkmal“ auch besichtigt werden.

Denkmäler mini|Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten und des Zweiten Weltkriegs

Cronenberger EhrenmalRuth Meyer-Kahrweg: Denkmäler, Brunnen und Plastiken in Wuppertal. Wuppertal 1991, ISBN 3-87093-057-8, S. 259. Die Errichtung eines Ehrenmals für die Cronenberger Gefallenen des Ersten Weltkriegs wurde am 10. Februar 1925 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen, die Baukosten konnten aber allein durch Spenden aus der Bevölkerung abgedeckt werden. Am 17. Juli 1927 fand im Rahmen der Jahrhundertfeier der Stadt die Grundsteinlegung auf dem Platz hinter der evangelischen Emmauskirche statt, eingeweiht wurde das Ehrenmal am 14. Oktober 1928. Die Ausführung in Muschelkalk und Bronze erfolgte nach einem Modell des Kasseler Bildhauers Eduard Timaeus, das aus einem Wettbewerb hervorgegangen war. An der Gestaltung des Platzes waren der Cronenberger Stadtbaurat Walter Siedentopf und der renommierte Barmer Architekt Peter Klotzbach beteiligt. Auf einem flachen Postament erhebt sich eine gedrungene quadratische Pyramide mit einer knaufartigen Bekrönung, vorgelagert ist die Skulptur einer trauernden Frau. Die senkrechten Flächen an der Basis der Pyramide sind mit einem umlaufenden Band aus Bronzetafeln versehen, die die Namen der über 400 Gefallenen zeigen. Die schrägen Flächen der Bekrönung tragen die – aus heutiger Sicht kriegsverherrlichend wirkende – Inschrift:CRONENBERG SEINEN HELDEN 1914–1918 / IHR STARBT – IHR LEBT1958 wurde die Widmung des Denkmals durch Anbringung einer bronzenen Inschrift-Tafel nach Entwurf des Wuppertaler Bildhauers Harald Schmahl auf der Vorderseite unter der Skulptur auf die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs erweitert.

Kultur Theater TiC (Theater in Cronenberg) Kleines, aber erfolgreiches Cronenberger Privattheater mit Haupt-Spielstätte direkt über der Stadtteilbibliothek. In der Spielstätte in Unterkirchen werden musikalische Produktionen gezeigt.

Musik Cronenberger Männerchor e. V. Traditionsreicher Chor mit über 100 Sängern Gesangverein MGV „Sängerhain“ 1893 Wuppertal-Sudberg PosaunenChor Cronenberg Blasorchester mit ca. 40 Mitspielern und Mitspielerinnen Spell ‘88 – Gospels und Musicals aus Cronenberg Seit der Gründung im Jahr 1988 wurden elf Musicals auf die Bühne gebracht, die in eigenen Aufführungen, bei Gottesdiensten, auf Hochzeiten, Taufen und Stadtfesten aufgeführt werden. Höhepunkte sind jeweils die Auftritte beim Evangelischen Kirchentag. Spell’88 wird vom Cronenberger evangelischen Kantor Martin Ribbe geleitet. Neuer Chor Cronenberg Chor mit Gründung im Jahr 2000 und ca. 40 Sängerinnen und Sängern. Der Neue Chor Cronenberg wird ebenfalls von Martin Ribbe geleitet.

Regelmäßige Veranstaltungen Cronenberger Werkzeugkiste: findet alle zwei Jahre statt