mini|Marktplatz mit Stadtkirche St. Marien Beeskow , ()Sophie Wauer et al.: Die Ortsnamen des Kreises Beeskow-Storkow. Verlag Steiner, Stuttgart 2005, ISBN 3-515-08664-1, S. 226–228. ist die Kreisstadt des Landkreises Oder-Spree in Brandenburg.

Geografie Beeskow liegt am Ostrand der Beeskower Platte an der Spree, etwa 30 Kilometer südwestlich von Frankfurt (Oder), 45 Kilometer nordwestlich von Cottbus und 70 Kilometer südöstlich des Stadtzentrums von Berlin. Die Stadt grenzt im Nordosten an Ragow-Merz, im Osten an Mixdorf, im Südosten an Grunow-Dammendorf, im Süden an Friedland, im Südwesten Tauche und im Nordwesten an Rietz-Neuendorf.

Beeskow wird das „Tor zur Niederlausitz“ genannt.

Stadtgliederung Beeskow besteht aus der Kernstadt Beeskow und sieben Ortsteilen:

Bornow Kohlsdorf Krügersdorf Neuendorf mit den Wohnplätzen Charlottenhof, Hufenfeld, Weinberge und Wilhelmshöhe Oegeln Radinkendorf mit dem Wohnplatz Radinkendorf Ausbau Schneeberg

Zur Kernstadt gehören die Wohnplätze Bahrensdorf mit vormaligen Rittergut,Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. 1914. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. Handbuch der Königlichen Behörden. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 2. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 12 f.Vgl. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Gräflichen Häuser. 1922. Jahrgang 95, Justus Perthes, Gotha 1921, S. 1076. Bornower Berg, Hannemannei (zuvor ein Vorwerk),Richard Boeckh: Ortschafts-Statistik des Regierungs-Bezirks Potsdam mit der Stadt Berlin. VIII: Kreis Beeskow-Storkow. Hrsg. Koenigliche Regierung zu Potsdam, Verlag Dietrich Reimer, Berlin 1861, S. 118 f. Kietz und Vorheide.

Geschichte mini|links|Burg Beeskow mini|Marktplatz, Westseite mini|links|Luckauer Torturm mit Schützenhaus und Heilig-Geist-Hospital mini|Stadtmauer mit Storchenturm Stadtgründung und Ersterwähnung Beeskow entstand an der Stelle, wo der Fernweg von Frankfurt (Oder) nach Leipzig die Spree kreuzt. Der aus dem Sorbischen stammende Ortsname wird entweder von bez oder baz für Holunder abgeleitet, oder aber von einem Personennamen Bezek oder Bezik (von b(j)ez = „ohne“).

Stadtgründer und erste Stadtherren waren im 13. Jahrhundert die Ritter von Strele.Heinrich Gottfried Philipp Gengler: Regesten und Urkunden zur Rechts- und Verfassungsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter. Erlangen 1863, S. 169–179. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Beeskow im Jahr 1272, zwischen 1283 und 1285 wurden dem Ort die Stadtrechte nach Magdeburger Recht verliehen. Im Schutz der 1316 erstmals erwähnten Burg wurde die Stadt planmäßig angelegt. Burg und Stadtmauer sind weitgehend erhalten. Seit 1375 war in Beeskow „vor dem Fürstenwalder Tor“ ein Leprosorium nachweisbar, das St. Nikolaus geweiht war. Die dazugehörige Kapelle wurde 1486 umgebaut.siehe , Die Klapper 1998, abgerufen am 11. Oktober 2016. Vermutlich um 1380 wurde mit dem Bau der heutigen Stadtkirche St. Marien begonnen.

Sitz der Herrschaft Beeskow Im 15. und 16. Jahrhundert gewann Beeskow an Bedeutung als Zollstation sowie als Zentrum der Herrschaft Beeskow, die im Mittelalter zur Niederlausitz gehörte. Auch kirchlich war die Stadt nach Süden orientiert. Sie gehörte zum Bistum Meißen; die Stadtpfarrei stand unter dem Patronat des Klosters Neuzelle. Im späten Mittelalter wechselten Stadt und Herrschaft mehrfach den Besitzer. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts befand sich die Herrschaft Beeskow im Besitz von Herzog Swantibor von Pommern.Ueber Herzogs Swantibor von Pommern Besitznahme der Herrschaft Beeskow in den letzten Jahren des 14. Jahrhunderts. In: Allgemeines Archiv für die Geschichtskunde des Preußischen Staates. Band 3. Berlin / Posen / Bromberg 1830, S. 130–136. Danach gehörte sie unter anderem Angehörigen der Familie von Bieberstein (zuletzt 1512–1551). In den Jahren 1512 und 1513 wurden große Teile der Stadt durch zwei Brände zerstört. Seit 1518 war Beeskow im Besitz der Lebuser Bischöfe.

Nachdem die Herren von Bieberstein im Dezember 1551 ausgestorben waren, belehnte der böhmische König Ferdinand I. fünf Jahre später die Markgrafen von Brandenburg mit den Herrschaften Beeskow und Storkow. Offiziell blieb Beeskow zwar böhmisches Lehen und Bestandteil der Niederlausitz, es gelang den Hohenzollern in den folgenden Jahrzehnten aber, ihre neu gewonnene Herrschaft mehr und mehr von der Niederlausitz zu lösen. Um 1600 war Beeskow schließlich zur Gänze ein Teil Brandenburgs geworden, wenngleich die Niederlausitzer Landstände dieses Faktum noch lange nicht anerkennen wollten. Nominell blieb die böhmische Oberlehensherrschaft bis 1742 bestehen, als Friedrich II. die Herrschaften aus der Lehnsherrschaft Maria Theresias loslöste.

mini|Alte Stadtschule Bei zwei Stadtbränden im 16. bzw. 17. Jahrhundert wurde Beeskow fast komplett vernichtet, nach dem Wiederaufbau wurde es Garnisonsstadt. Ab 1714 gab es eine Stadtschule. Vor allem durch Tuche, Leinen und Bier erlebte Beeskow im 19. Jahrhundert eine wirtschaftliche Blütezeit. Im Jahr 1836 wurde Beeskow Verwaltungssitz des Landkreises Beeskow-Storkow im Regierungsbezirk Potsdam der Provinz Brandenburg. Nach der Auflösung der Standesgerichtsbarkeit im Jahr 1849 wurde das königliche Kreisgericht Beeskow für Beeskow zuständig. Im Jahr 1879 übernahm das Amtsgericht Beeskow dessen Aufgaben. Am 10. Februar 1882 wurde die Freiwillige Feuerwehr in Beeskow gegründet. Mit Eröffnung der Bahnstrecke Königs Wusterhausen–Grunow erhielt Beeskow am 15. Mai 1888 einen Bahnhof mit Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz. Es folgten die Strecken nach Königs Wusterhausen (1898), Lübben über die Niederlausitzer Eisenbahn (1901, stillgelegt 1996) und Bad Saarow über die Kreisbahn Fürstenwalde–Beeskow (1911 bis 1998). Im Januar 1899 erfolgte die Grundsteinlegung für den Bau der neuen Garnison, in der heute das städtische Gymnasium untergebracht ist.

Seit dem 20. Jahrhundert mini|hochkant|Gedenktafel zum Wiederaufbau der Altstadt nach dem Zweiten Weltkrieg Am 14. September 1901 wurde das neue Kreishaus des Landkreises Beeskow-Storkow eingeweiht. Am 7. Oktober 1928 konnte nach fünfmonatiger Bauzeit die katholische Kirche geweiht werden. In Beeskow gab es eine kleine jüdische Gemeinde (Kehillah) mit einer Synagoge, die heute als Wohnhaus dient. Ein jüdischer Friedhof aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde in der Zeit des Nationalsozialismus nicht zerstört, vorhandene Grabsteine wurden in den 1980er Jahren zu einem Monument zusammengefasst. Im Jahr 2014 wurden zwei Stolpersteine verlegt, die jedoch schon am folgenden Tag entwendet wurden. Zum Ende des Zweiten Weltkrieges zerstörte ein sowjetischer Luftangriff die Altstadt teilweise. Dem schweren Artilleriebeschuss der darauffolgenden Tage fiel u. a. die gotische Backsteinkirche St. Marien zum Opfer. Am 26. April 1945 wurde Beeskow von der Roten Armee besetzt. Nach Kriegsende wurden in der alten Garnison zunächst Heimatvertriebene untergebracht, der Schulunterricht konnte am 1. Oktober 1945 wieder aufgenommen werden.Stadtgeschichte. Stadt Beeskow, Stand 17. März 2024. Die zerstörten Bereiche der Stadt wurden in den 1950er und 1960er Jahren zum Teil in Zeilenbauweise wiederaufgebaut.

Der Landkreis Beeskow-Storkow wurde am 1. Juli 1950 aufgelöst, die Stadt Beeskow gehörte danach zum Landkreis Fürstenwalde. Bei der DDR-Kreisreform am 25. Juli 1952 wurde ein neuer Kreis Beeskow gebildet, der dem Bezirk Frankfurt (Oder) zugeordnet wurde. Das Amtsgericht Beeskow wurde 1952 in das Kreisgericht Beeskow umgewandelt. Im August 1966 nahm der VEB „Spanplattenwerk“ als größter Arbeitgeber der Stadt den Betrieb auf. Von 1960 bis 1990 befand sich in Beeskow mit dem Institut der Zivilverteidigung der DDR die Hochschule der Zivilverteidigung.

Nach der Wende wurde die erhaltene historische Bausubstanz der Altstadt, einschließlich der Marienkirche, restauriert. Der Landkreis Beeskow wurde Teil des Landes Brandenburg. Im Zuge der Gebietsreform in Brandenburg am 6. Dezember 1993 wurden die Landkreise Beeskow, Eisenhüttenstadt und Fürstenwalde zum Landkreis Oder-Spree zusammengeschlossen, wobei Beeskow den Kreissitz erhielt. Die Stadt ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg.

Eingemeindungen Am 1. Juli 1908 wurden die vor der Beeskower Stadtmauer gelegenen Dörfer Bahrensdorf und Kietz nach Beeskow eingemeindet. Am 1. Juli 1950 wurde Neuendorf, am 1. Juli 1974 Radinkendorf in das Stadtgebiet einbezogen. Am 6. Dezember 1993 wurden die ehemaligen Gemeinden Bornow, Kohlsdorf, Krügersdorf, Oegeln und Schneeberg eingemeindet.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 5 078 1890 5 144 1910 5 025 1925 5 454 1933 6 098 1939 5 856 Jahr Einwohner 1946 7 571 1950 7 544 1964 7 426 1971 7 610 1981 8 722 1985 8 862 Jahr Einwohner 1990 8 892 1995 9 403 2000 8 946 2005 8 432 2010 8 120 2015 8 122 Jahr Einwohner 2020 8 070 2021 8 082 2022 7 868 2023 7 932 2024 7 998 2025 7 930

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Stadtverordnetenversammlung Die Stadtverordnetenversammlung von Beeskow besteht aus 18 Stadtverordneten und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 65,2 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Wir für Beeskow (BSK) – – 21,8 % 4 Die Mitte – – 19,8 % 4 CDU 18,7 % 3 17,9 % 3 BVB/Freie Wähler Beeskow – – 10,4 % 2 SPD 22,3 % 4 8,2 % 2 Bürgerforum Beeskow (BfB) 20,5 % 4 6,9 % 1 Die Linke 17,6 % 3 6,2 % 1 Einzelbewerber Jörg Wüstenberg – – 3,9 % 1 Bürgervertretung Gemeinde Beeskow (BGB) – – 2,6 % – FDP 5,3 % 1 1,3 % – Bündnis 90/Die Grünen – – 1,1 % – Beeskow und Ortsteile im Blick 8,7 % 2 – – Bauern-Jäger-Angler 6,9 % 1 – – Insgesamt 100 % 18 100 % 18

Bürgermeister mini|Rathaus 1901–1933: Friedrich Wilhelm Berthold 1934–1945: SA-Brigadeführer Heuer 1945–1946: Arthur Fehlauer 1946–1950: Fritz Seiffert 1950–1952: Erich Noack 1952–1954: Otto Pirke 1954–1956: Rudolf Schütz 1956–1960: Edmund Stahl 1960–1961: Irene Schlingelhof 1961–1964: Hans Göldner 1964–1965: Rudi Buder 1965–1974: Otto Pirke 1974–1990: Peter Prang (SED)Stadtverwaltung Beeskow: Bürgermeister Rückblick. 1990–2010: Fritz Taschenberger (SPD) 2010–2023: Frank Steffen (SPD) seit 2023: Robert Czaplinski (CDU)

Seit dem 27. Oktober 2023 ist Robert Czaplinski Bürgermeister der Stadt Beeskow. Am 8. Oktober 2023 wurde er in der Stichwahl mit 54,1 % der gültigen Stimmen gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 8. Oktober 2023 Seine Amtszeit beträgt acht Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74

Wappen mini|hochkant=0.8|Wappen des Landkreises Beeskow-Storkow (1836–1950) über dem Portal des Gebäudes der Kreissparkasse Das Wappen wurde am 15. März 1997 genehmigt.

Städtepartnerschaften Beeskow unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu: Kamen in Deutschland Sulęcin (bis 1945: Zielenzig) in Polen

Sehenswürdigkeiten und Kultur Baudenkmale mini|Ältestes Haus Beeskows mini|St.-Marien-Kirche mini|Gutshaus im Ortsteil Krügersdorf