Radeburg ist eine Kleinstadt im sächsischen Landkreis Meißen. Sie liegt etwa 12 Kilometer nördlich der sächsischen Landeshauptstadt Dresden an der Bundesautobahn 13 von Dresden nach Berlin.

mini|links|Brunnen auf dem Marktplatz mini|links|Ratskeller am Marktplatz mini|links|Station am Heinrich-Zille-Radweg

Geographie Nachbargemeinden Angrenzende Gemeinden sind Moritzburg, Laußnitz, Ottendorf-Okrilla, Ebersbach und Thiendorf.

Stadtgliederung Radeburg – Stadt Radeburg – Ziegelei Bärnsdorf Cunnertswalde Bärwalde Berbisdorf Großdittmannsdorf Boden Kurort Volkersdorf

Naturraum Die Landschaft wird im Süden – zwischen Volkersdorf und der Röder – durch die offene Kleinkuppenlandschaft geprägt, westlich vom Friedewald und nördlich von der Großenhainer Pflege. Östlich schließen mit der Radeburger Heide die Königsbrück-Ruhlander Heiden an.

Geschichte mini|links|Radeburg (um 1800) mini|Herrenhaus des ehem. Ritterguts Radeburg

Radeburg wurde nach 1150 an einer Furt über die Röder planmäßig angelegt und erstmals 1248 urkundlich erwähnt. Im Jahr 1288 wurde Radeburg erstmals als oppidum erwähnt, weshalb Radeburg zu diesem Zeitpunkt bereits Stadtrecht (Magdeburger Recht) besessen haben muss.

Im Dreißigjährigen Krieg verlor Radeburg mehr als die Hälfte seiner Bevölkerung, während des Nordischen Krieges lagerten die Schweden bei Radeburg („Schwedenstein“), im Siebenjährigen Krieg die Preußen, 1813 Napoleon I. Am 16. September 1884 erhielt die Stadt mit der Lößnitzgrundbahn nach Radebeul einen Schmalspurbahnanschluss, der noch heute besteht. Industrie siedelte sich in Radeburg kaum an, bedeutend waren lediglich die Schamotte- und die Glasindustrie. Kurzzeitig (1921–29) war Radeburg auch Firmensitz des Pharmaunternehmens Madaus AG. In den 1970er Jahren wurde die industrielle Geflügelhaltung (KIM) zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor in der Stadt. Der Betrieb VEB Frischeierproduktion Radeburg war bis 1990 Teil des Kombinats Industrielle Tierproduktion. Diese Industrie ist jedoch seit der Wende 1989/90 nur noch von geringer Bedeutung. Seit 1993 hat Radeburg ein Industrie- und Gewerbegebiet, das im Süden und unmittelbar an der 1935 in Betrieb genommenen A 13 liegt.

Am 1. Januar 1974 wurde Bärwalde als Ortsteil nach Radeburg eingemeindet.Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt Am 1. Januar 1999 wurde Radeburg bei einem Gemeindezusammenschluss mit Promnitztal und Großdittmannsdorf vereinigt.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999 Die neu gebildete Kommune trägt weiterhin den Namen Radeburg. Die am 1. März 1994 durch Gemeindezusammenschluss in Promnitztal aufgegangenen Kommunen Berbisdorf, Bärnsdorf und Kurort Volkersdorf blieben eigenständige Ortsteile.

Eingemeindungen und Ortszusammenschlüsse 1. Januar 1974: Bärwalde; 1. Januar 1999: Promnitztal, das am 1. März 1994 aus den Gemeinden Bärnsdorf, Berbisdorf und Kurort Volkersdorf gebildet wurde; 1. Januar 1999: Großdittmannsdorf mit dem am 1. Oktober 1949 eingemeindeten Ortsteil Boden

Einwohnerentwicklung Jahr 1834 1990 2000 2007 2009 2012 2013201720182020 Einwohner 1.967 7.512 7.903 7.879 7.661 7.387 7.3717.3097.3257.268

Datenquelle ab 2000: Statistisches Landesamt Sachsen

mini|Evangelische Stadtkirche

Religionen 1539 wurde die Reformation eingeführt. Die Mehrheit der konfessionell gebundenen Einwohner gehört der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde an, die ein eigenes Pfarramt und ein Kirchengebäude besitzt. Kirchen stehen auch in den Ortsteilen Bärwalde, Berbisdorf, Großdittmannsdorf sowie Bärnsdorf, das auch ein eigenes Pfarramt hat. Für eine katholische Minderheit steht eine Kapelle zur Verfügung.

Politik

Stadtrat

Das Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 ist aus den nebenstehenden Diagrammen ersichtlich. mini|Rathaus Radeburg +Ergebnisse der Stadtratswahlen seit 2014Wahlvorschlag202420192014Sitzein %Sitzein %Sitzein %AfD526,6119,2––CDU526,0633,1946,4WiR423,2––––ULR212,5419,7420,2Linke15,4210,3212,4Bürgerinitiative13,518,616,1SPD–2,719,0210,8FDP–––––4,0Wahlbeteiligung72,5 %67,6 %51,3 %

Bürgermeister 1990–1992: Jürgen Gross (F.D.P.; bis August 1990 BFD)25 Jahre Partnerschaft Edenkoben – Radeburg. Radeburger Anzeiger, Nr. 7/2015 vom 10. Juli 2015, S. 7. Abgerufen am 8. Januar 2026. 1992–2013: Dieter Jesse (parteilos)Bürgermeisterwahl in Radeburg am 28. März 1999. Abgerufen am 8. Januar 2026. seit 2013: Michaela Ritter (parteilos)

Michaela Ritter wurde in der Bürgermeisterwahl am 29. März 2020 ohne Gegenkandidaten mit 98,1 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit gewählt. + Vergangene Bürgermeisterwahlen Wahl Bürgermeister Vorschlag Wahlergebnis (in %)2020Karin Michaela RitterRitter98,1201371,22006Dieter JesseJesse79,21999n. K.199462,0

Wappen Beschreibung:

Städtepartnerschaften Radeburg hat Partnerschaften geschlossen mitStadt Radeburg, Partnerschaften Edenkoben in Deutschland Frýdlant nad Ostravicí in Tschechien Argenbühl in Deutschland (übernommen vom Ortsteil Berbisdorf) Cieszanów in Polen

Kultur Dialekt In Radeburg wird eine spezielle Form des sächsischen Dialektes gesprochen: das Südostmeißnische, welches einen der fünf meißnischen Dialekte darstellt.

Musik Der Kultur- und Heimatverein in Radeburg hat einen eigenen Chor. Außerdem bestehen ein Kirchenchor, ein Flötenkreis und ein Posaunenchor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde.

Regelmäßige Veranstaltungen In Radeburg findet jährlich am Faschingssonntag der größte Karnevalsumzug Sachsens statt. Weiterhin gibt es zahlreiche Veranstaltungen zu Ehren Heinrich Zilles, der Heinrich-Zille-Weihnachtsmarkt, der Heinrich-Zille-Lauf sowie die Heinrich-Zille-Kneipennacht.Kultur- und Heimatverein Radeburg e. V.: Stand 28. April 2009

Im Herbst findet seit 2005 das vom Gewerbeverein veranstaltete Vogelscheuchenfest statt. Die Radeburger werden dazu aufgerufen, eine Vogelscheuche zu bauen und diese in der Woche vor dem Fest an die Röder zu tragen, wo das Fest stattfindet. Die schönsten Vogelscheuchen werden von einer Jury ausgewählt und prämiert.

Seit 2006 findet in Radeburg das vom Kellercrew Jugendverein veranstaltete Keller Open Air Festival statt. Das Festival im Sommer zieht junge Bands aus dem gesamten Bundesgebiet an. Jährlich besuchen rund 250 Leute das Festival. In gemütlicher Atmosphäre feiern hier Publikum, Bands und Veranstalter ganze 2 Tage.Kellercrew Jugendverein e.V.: Stand 7. August 2012.

Heimatmuseum Radeburg Das Heimatmuseum Radeburg befindet sich in dem 1813 errichteten Stadthaus, welches von 1894 bis 1952 als Amtsgericht diente. Die Idee zur Gründung eines Museums entstand anlässlich des Heimatfestes 1907. Der Vorsitzende des Verschönerungsvereins, Schuldirektor und Lehrer – Paul Subklew – ermutigte die Radeburger, Gegenstände jeglicher Art zu sammeln, die die Vergangenheit ihrer Heimat dokumentieren. Diese Leihgaben und Schenkungen bildeten neben archäologischen Funden aus der Bronzezeit den Grundstock für das Museum. 1954 erhielt es sein endgültiges Domizil im Stadthaus und späteren Amtsgericht der Stadt.

2017 wurde das Gebäude, in dem das Heimatmuseum untergebracht ist, komplett saniert. So wurde es möglich, neben den Ausstellungsräumen auch einen Fundus, Sonderausstellungsräume sowie einen Raum für museumspädagogische Arbeit und die Heimatforschung einzurichten. Im gleichen Zeitraum wurde die Ausstellung des Heimatmuseums neu konzipiert und komplett überarbeitet.

Die neue Dauerausstellung wurde am 8. Dezember 2018 feierlich eröffnet. Aus der Sammlung des Museums sind Möbel des 19. Jahrhunderts, historische Waffen und Zeugnisse des Schützenwesens, Gegenstände aus Haushalt und Handwerk, Ansichten Radeburgs und Teile der umfangreichen archäologische Sammlung zur späten Bronzezeit (Lausitzer Kultur) zu sehen. Erstmals befasst sich die neue Dauerausstellung auch mit der Nachkriegsgeschichte und der Zeit der DDR. Ein wichtiger Schwerpunkt des Museums ist die aus Originalen Zeichnungen, Grafiken und Briefen bestehende Sammlung zu Heinrich Zille. Dem berühmten Maler des Berliner Alltagslebens wurde ein eigenes Kabinett innerhalb der neuen Ausstellung gewidmet. Hier findet der interessierte Besucher viel Wissenswertes über den Künstler, auch originale Werke werden gezeigt. Im Andenken an Zilles Zeichenkunst werden in regelmäßigen Sonderausstellungen Karikaturen gezeigt und zusammen mit der Galerie Komische Meister Dresden der Heinrich-Zille-Karikaturenpreis ausgelobt.

Kulturbahnhof Radeburg In dem alten Güterboden des Radeburger Bahnhofes finden regelmäßig Veranstaltungen statt. Der Kulturbahnhof bietet Raum für Ausstellungen, Vorträge, Lesungen, Konzerte, Theaterstücke und einmalige Feierlichkeiten wie den Zille-Ball.

Sehenswürdigkeiten

mini|Wasserschloss Berbisdorf

Stadtpark Der Heinrich-Zille-Hain ist ein an der Promnitz gelegener, etwa 22.500 m² großer Stadtpark. Zwischen den Wegen befinden sich Wiesen, mehrere große alte Buchen, ein Springbrunnen und daneben ein Spielplatz.

Gedenkstätten Heinrich-Zille-Gedenkstein mini|Heinrich-Zille-Gedenkstein im Zille-Hain

Der Heinrich-Zille-Gedenkstein wurde 1945, zum 25. Todestag Zilles, feierlich von der Stadt eingeweiht. Den Gedenkstein umrahmt ein kleiner rondellartiger Steingarten. Die Anlage ist dem Grabstein Zilles in Berlin nachempfunden.

Wettinsäule/VdN-Denkmal Die Wettinsäule befindet sich, wie auch der Heinrich-Zille-Gedenkstein, im Heinrich-Zille-Hain. Der Obelisk wurde 1889/99 anlässlich des seit 800 Jahren bestehenden Fürstenhauses Wettin und der 15 Jahre dauernden Regierungszeit König Alberts von Sachsen, errichtet. 1956 wurde der Stein für die Verfolgten des Naziregimes und Opfer des Faschismus 1933–1945 umgestaltet. Das heute schmucklose Denkmal zeigt an den vier Seiten die von Lorbeerkränzen umrahmten Symbole des deutschen und internationalen Widerstandes gegen das Naziregime.

Heroldstein Der Heroldstein befindet sich am Stadtrand von Radeburg, am Ende der Freiheitsstraße. Der von vier Birken umgebene Stein wurde zur Erinnerung an einen 23-jährigen Studenten, der sich aus Liebeskummer und tiefster Verzweiflung das Leben nahm, errichtet. Der Sohn Professor Herolds aus Marburg wollte die Trauung seiner Braut mit einem anderen verhindern. Er befand sich aber in Radeburg, statt in Radeberg, wo die Hochzeit stattfinden sollte.

Illing-Grabmal Das Illing-Grabmal im Kirchgarten ist ein dreiseitiger, 2,85 m hoher barocker Sandstein-Obelisk. Er erinnert an den Apotheker und Bürgermeister Johann Georg Illing aus Radeburg, dessen Witwe und deren zweiten Mann Johann Christoph Wesske. Der Gedenkstein besteht aus drei Teilen, die eine bildliche Predigt beinhalten. In den Höhlungen des felsenartigen Unterbaus stehen drei Särge und darauf Kartuschen mit Spiegeln an den drei Seiten, welche die Lebensdaten der Verstorbenen zeigen und von Rosen eingerahmt sind. Im oberen Bereich zeigt der Stein wie ein Siegeszeichen nach oben und wird von einem Wolkenball abgeschlossen.

Opfermahnmal des Ersten und Zweiten Weltkrieges Das Opfermahnmal des Ersten und Zweiten Weltkrieges wurde am 27. November 1921 zur Ehrung der im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten vor dem neuen Friedhof Radeburgs eingeweiht – zwei Jahre nachdem der Radeburger Verschönerungsverein der Stadt den Vorschlag unterbreitet hatte, ein solches zu errichten. Der Verein veranlasste auch die umfangreiche Sammlung zur Finanzierung. Auf dem sarkophagartigen Unterbau stand an der Vorderseite, zwischen zwei Tafeln, die Inschrift Unseren Helden von 1914–1918. Als das Denkmal nach dem Zweiten Weltkrieg restauriert werden musste, wurde auch die alte Inschrift geändert in Die Toten Mahnen und die Jahreszahlen der Weltkriege. Auf dem Sarg ruht eine Figurengruppe. Ein Soldat beugt sich betend über einen Gefallenen. Darunter befindet sich auf der dreistufigen Sargplatte die Inschrift Ich hatt’ einen Kameraden.