mini|Glockenturm der Pfarrkirche St. Bartholomäus mini|Der Frammersbacher Kirchberg, rechts in den Heuberg übergehend, das neue Zentrum links unten im Bild; aufgenommen vom Bäckersberg
Frammersbach ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Main-Spessart.
Geografie Geografische Lage Der staatlich anerkannte Erholungsort liegt zwischen Würzburg und Aschaffenburg mitten im Naturpark Spessart. Der Hauptort liegt am Zulauf des Laubersbachs zur Lohr; Habichsthal in geographisch getrennter kleiner Gemarkung etwa fünf Kilometer westlich davon im kurzen Mühlbach-Seitental des erst unterhalb der Gemeindegrenzen in die Lohr fließenden Aubachs. Der mit topographisch höchste Punkt der Gemeinde befindet sich westlich von Habichsthal am Osthang des Sandkopfes, der niedrigste auf an der Lohr .
Gemeindegliederung Die Gemeinde hat zwei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Frammersbach (Hauptort) Habichsthal (Kirchdorf)
Die Orte Herbertshain, Hofreithvvm-info.de: (auch Hofraithframmersbach.de: ) und Schwartel bilden heute mit Frammersbach eine geschlossene Siedlung.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Frammersbach und Habichsthal. Die Gemarkung Frammersbach hat eine Fläche von 15,301 km². Sie ist in 12445 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 1229,52 m² haben.
Nachbargemeinden
Berge Nahe liegen im Bogen von Nordwesten nach Nordosten der Wellersberg, die Hermannskoppe, der Lohrberg und der Eichenberg, alle bewaldet mit Höhen zwischen 479 und .
Unmittelbar nordwestlich des Ortes überragt ihn der weitgehend unbewaldete Mündungssporn des Laubersbachs zur Lohr mit dem Namen Heuberg ( ) mit einem kleinen Flugplatz mit kurzer Piste.
Ortsplanung Im Rahmen des Bund-Länder-Förderungsprogramm III – Stadtumbau West wurde von 2007 bis 2015 unter Beteiligung der Bürger das Ortszentrum neu gestaltet. Im Jahre 2003 wurde mit der Erstellung eines Gemeindeleitbilds begonnen, das im 1. Quartal 2011 verabschiedet wurde.
Der Markt Frammersbach ist ein gewachsener Handelsplatz und hat überörtliche Versorgungsfunktionen. Laut des aktuellen Regionalplans der Region Würzburg (Stand 27. Oktober 2023) ist Frammersbach als Grundzentrum eingestuft. Im zugehörigen Nahbereich des Grundzentrums Frammersbach liegen die Gemeinden Partenstein, Wiesthal und Neuhütten. Unabhängig vom Regionalplan ist davon auszugehen, dass Frammersbach zum Teil auch überörtliche Versorgungsfunktionen für die in Hessen liegende Gemeinde Flörsbachtal und die angrenzenden im Landkreis Aschaffenburg liegenden Gemeinden Wiesen, Heinrichsthal und Heigenbrücken leistet.
Während der im Regionalplan definierte Nahbereich zusammen mit Frammersbach selbst knapp 10.000 Einwohner umfasst, schätzt die Gemeinde Frammersbach den Einzugsbereich auf ca. 18.500 Einwohner.
Dialekt und Mundart Der Frammersbacher Dialekt wurde vermutlich mitgeprägt durch die Fuhrleute, die vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert Waren von Nürnberg bis nach Antwerpen brachten. So fanden viele fremdsprachliche Wörter auch bei den Frammersbachern Gebrauch.http://www.heimatmagazin-untermain.de/2016/05/kulturelles/ein-klassiker-fuer-heimatfreunde-anton-hirsch-mundarten-im-spessart Buchbesprechung „Anton Hirsch – Mundarten im Spessart“ im Heimatmagazin Untermain
Name Etymologie Der Ortsname stammt vom gleichnamigen, heute Laubersbach genannten Bach, der den westlichen Teil des Ortes durchfließt und in der Ortsmitte in die Lohr mündet.
Frühere Schreib- und Sprechweisen Frühere Schreibweisen aus historischen Karten und Urkunden: 1250 „Vremerbach“ 1293 „Vroymersbach“ 1339 „Fromersbach“ 1356 „Frammerspach“ 1656 „Frammersbach“ 1819 „Frammersbach“, „gemeinhin Flammersbach“
Geschichte Aus der Stein-, Bronze- und Eisenzeit gibt es Einzelfunde im Bereich der heutigen Gemeinde.
Mittelalter und Frühe Neuzeit Der Ort wurde wohl während der fränkischen Landnahme ab dem 6./7. Jahrhundert systematisch(er) besiedelt, 1314 wurde er urkundlich erwähnt.Generallandesarchiv Karlsruhe, 44/7695. Frammersbach gehörte bis 1416 zur Pfarrei Lohrhaupten, von 1553 bis 1605 war es evangelisch. Das im Gemeindearchiv erhaltene Sechserbuch beinhaltet die Beschlüsse des Dorfgerichts von 1572 bis 1764 an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit. auf der Website www.spessartprojekt.de des Archäologischen Spessartprojektes Johann Philipp von Schönborn gab Frammersbach 1665 das Recht auf zwei jährliche Viehmärkte, was aber nicht mit einer „Erhebung“ zum Markt gleichzusetzen ist. Der Charakter eines Marktes ergab sich aus der Größe des Dorfes und wurde erst im 19. Jahrhundert manifestiert.Theodor Ruf: Quellen und Erläuterungen zur Geschichte der Marktgemeinde Frammersbach bis zum Jahr 1559. Königshausen & Neumann, Würzburg 2018, ISBN 978-3-8260-6354-1.
Wirtschaftshistorische Bedeutung erlangte Frammersbach als „Fuhrmannsdorf“. So wurden die Frammersbacher Fuhrleute schon 1430 in Antwerpener Dokumenten erwähnt, wo sie später im Hessenhaus ihre Wägen einstellen und nächtigen konnten. Insbesondere im 16. und in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts hatten Frammersbacher Fuhrleute zwar kein Monopol auf den Hauptstrecken Antwerpen–Leipzig und Frankfurt–Nürnberg, befuhren sie aber häufig, ebenso auch weitreichendere Strecken. Transportiert wurden hauptsächlich Gewürze, Edelmetalle, Stoffe und Glas. Zudem waren die Frammersbacher als Händler von Schreibmaterialien weithin bekannt.Franz Hettinger: Aus Welt und Kirche. Bilder und Skizzen, Band 2: Deutschland und Frankreich. Herder, Freiburg, vierte Aufl. 1897, S. 523. Vor dem Dreißigjährigen Krieg, unter dem der Ort sehr litt, hatte er bereits ca. 1400 Einwohner. Mit dem Aufkommen der Mainschifffahrt und der Eisenbahn Mitte des 19. Jahrhunderts war die Ära der Frammersbacher Fuhrmannszunft beendet.
Im Jahre 1784 gehörte Frammersbach wie Wiesen, Ruppertshütten und Partenstein zur Amtsvogtei Frammersbach in der Amtsverweserei und Kellerei Lohr im Oberamt Orb und Lohr des Kurfürstentums Mainz.
19. Jahrhundert Mit dem Reichsdeputationshauptschluss kam Frammersbach 1803 an das neugebildete Fürstentum Aschaffenburg. Zu Zeiten des Großherzogtums Frankfurt war der Ort Frammersbach Sitz der Districtsmairie Frammersbach im Departement Aschaffenburg. Maire war Jacob Weis. Durch die Verträge von Paris wurde Frammersbach bayerisch und Sitz des Landgerichts Frammersbach. Die damalige Gemeinde entstand aus den Orten Eisenhammer, Ölmühle, Hockenruhe, einer Ziegelhütte und Frammersbach im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern durch das Gemeindeedikt von 1818. 1819 bestand die Gemeinde Frammersbach aus 425 Häusern und 1200 Einwohnern (Seelen). Damals war der heutige Ortsteil Frammersbach in vier Viertel geteilt, das Schwanderviertel oder auch Schwartl, das Hofreuterviertel oder Hofrait, das Frammersbacher Viertel (Ortskern Frammersbach mit der Pfarrkirche St. Bartholomäus) und das Herbertshainer Viertel.
Verwaltungsgeschichte Im November 1823 wurde das Landgericht Frammersbach aufgelöst und mit der damaligen Gemeinde Frammersbach dem Landgericht Lohr zugeteilt. 1862 wurde daraus das Bezirksamt Lohr am Main gebildet. 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. Frammersbach war dann eine der 26 Gemeinden im Landkreis Lohr am Main. Mit der Auflösung des Landkreises Lohr am Main kam Frammersbach am 1. Juli 1972 in den neu gebildeten Landkreis Mittelmain, der zehn Monate später den Namen Landkreis Main-Spessart erhielt.
20. Jahrhundert Im 20. Jahrhundert war die Heimschneiderei und nach dem Zweiten Weltkrieg die Kleiderfabrik von Alfons Müller-Wipperfürth von besonderer wirtschaftlicher Bedeutung für Frammersbach.
Durch die Heimschneiderei gab es in Frammersbach auch die Bügeleisensteuer, wohl ein Kuriosum, denn sie war außerhalb von Frammersbach unbekannt. In Frammersbach waren etwa 300 Heimschneider als Zulieferer für die Aschaffenburger Bekleidungshersteller tätig. Da sie alle elektrische Bügeleisen benutzten, war der Stromverbrauch im Ort entsprechend hoch. Das brachte die Gemeindevertreter auf die Idee, für jedes elektrische Bügeleisen eine Gebühr zu erheben und sich auf diese Weise eine sichere Einnahmequelle zu verschaffen, eine besondere „Gewerbesteuer“. Die Bügeleisensteuer wurde um 1952 wieder abgeschafft.
Gebietsentwicklung Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1975 die Gemeinde Habichsthal eingemeindet. Flurbereinigungen Durch das Flurbereinigungsverfahren Habichsthal 2, Krommenthal, Partenstein IV und Wiesthal kam es am 1. März 2017 zu Gebietsveränderungen zwischen der Gemeinde Frammersbach und den Gemeinden Wiesthal (−4,4745 und +3,2925), Partenstein (−0,1539 und +0,8003) und den gemeindefreien Gebieten Frammersbacher Forst (+0,0813), Heinrichsthaler Forst (+0,0506) und Partensteiner Forst (−0,2377 und +0,8060). Insgesamt ergab sich daraus eine Flächenmehrung von 0,1646 ha für dei Gemeinde Frammersbach.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum von 1988 bis 2020 sank die Einwohnerzahl von 4815 auf 4478 um 337 bzw. um 7,0 %.
Politik Bürgermeister Seit 23. Januar 2017 ist Christian Holzemer (SPD) Erster Bürgermeister.
Gemeinderat Die Kommunalwahl 2020 führte zu folgender Sitzverteilung:Statistik Bayern: Wahl der Gemeinderäte in den kreisangehörigen Gemeinden in Bayern 2020 nach Gemeinden CSU: 5 Sitze SPD: 4 Sitze FW: 5 Sitze Grüne: 2 Sitze
Die Kommunalwahl 2026 bestätigte diese Sitzverteilung.
Wappen
Partnerschaften Frammersbach unterhält Partnerschaften mit dem französischen Orbec (seit 1988) sowie mit dem ungarischen Mecseknádasd (Nadasch) (seit 11. Oktober 2003). In Mecseknádasd leben Nachkommen ausgewanderter Frammersbacher, die noch einen Dialekt sprechen, der dem Frammersbacher ähnelt.Nähere Informationen Städtepartnerschaft Nadasch Außerdem besteht eine Patenschaft mit Jáchymov in Tschechien. Sie wurde am 14. Mai 1977 durch ehemalige Bürger aus St. Joachimsthal/Dürnberg, die nach der Vertreibung in Frammersbach ansässig wurden, initiiert. In beiden Regionen gab es Bannwälder, es durfte nur am Rande gesiedelt werden. In beiden Gebieten gab bzw. gibt es einen Eselsweg und jeweils ein Dorf mit überdurchschnittlich vielen Fuhrleuten, Frammersbach im Spessart und Reischdorf im Erzgebirge.
Bildung und Kultur Schulen Grund- und Mittelschule Frammersbach (zweizügige Verbandsschule), Nebenstelle der Volkshochschule in Lohr am Main
Kindergärten Kindergarten St. Josef Kindergarten St. Elisabeth Waldkindergarten Spessartfüchse
Öffentliche Einrichtungen Gemeindebücherei Fuhrmann- und Schneidermuseum Mälzereimuseum in der Waldschloss-Brauerei Jugendzentrum Magic Box unter sozialpädagogischer Leitung
Bau- und Bodendenkmäler
Pfarrkirche St. Bartholomäus Pfarrkirche St. Thekla in Habichsthal evangelische Friedenskirche Kreuzkapelle aus dem 15. Jahrhundert http://www.frammersbach.de/sites/gensite.asp?SID=cms210720091516012819940&Art=0356 Gläsernes Heiliges
Lehr- und Kulturpfade Feuchtwiesen-Erlebnispfadmainpost.de: drei Kulturwanderwege des Archäologischen Spessartprojektsspessartprojekt.de: spessartprojekt.de: spessartprojekt.de: Walderlebnispfad Waldlehrpfad Kunst im Wald (zwischen Parkplatz Rinderbach und bayrischer Schanz)
Sportstätten und Freizeitanlagen beheiztes Terrassenfreibad, auf einem drei Hektar großen Gelände bestehen vier Schwimmbecken in vier Ebenen mit ca. 2000 m² Wasserfläche Sportgebiet Orber Straße vier Bundeskegelbahnen, auf denen der KSC (Kegel Sport Club) Frammersbach mit je einer Damen- und Herren-Mannschaft sowie zwei weiteren Herren, der zweiten Damenmannschaft, einer gemischten und einer Jugendmannschaft kegelt Skateanlage mit Quarter-Pipe Fußballplätze, auf denen die Mannschaften des TUS Frammersbach spielen Tennisplätze Sportgebiet am Sauerberg Wintersportgebiet am Sauerbergmit Skihang/Ski-Lift, Skating-/Klassikloipen, Rodelbahn und auch im Sommer bewirtschafteter Skihütte drei Faustballplätze an der Skihütte