Höhenkirchen-Siegertsbrunn ist eine oberbayerische Gemeinde im Landkreis München.

Geografie Lage Die Gemeinde liegt im Landkreis München, 17 Kilometer südöstlich von München in der Münchner Schotterebene. Die Kommune grenzt an die Landkreisgemeinden Aying, Brunnthal und Hohenbrunn an. Ebenso wie bei anderen Siedlungen in der Schotterebene ist der fast kreisrunde Waldgürtel um Höhenkirchen-Siegertsbrunn nicht das Überbleibsel einer Rodungsinsel, sondern entstand erst in späterer Zeit durch Aufforstung.Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa: Von der Eiszeit bis zur Gegenwart; Hansjörg Küster; Verlag C.H.Beck (Gebundene Ausgabe – August 1995), Seite 317 Dieser außerhalb von landwirtschaftlich genutzten Flächen gelegene Waldgürtel wird im Osten überwiegend durch den Höhenkirchener Forst gebildet. Hier befindet sich auch die Grenze zum Landkreis Ebersberg.

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Höhenkirchen und Siegertsbrunn. Der östlich liegende Höhenkirchner Forst war noch bis 2010 ausmärkisches GebietVgl. Gemeindeordnung und keiner Kommune zugeordnet. Die umliegenden Kommunen Aying, Hohenbrunn und Grasbrunn hatten zusammen mit Höhenkirchen-Siegertsbrunn zwischen 2003 und 2009 abgestimmte Anträge auf die Eingemeindung von Teilgebieten gestellt, denen die Regierung von Oberbayern mit Rechtsverordnung vom 14. Dezember 2010 und Wirkung zum 1. Januar 2011 entsprach.Oberbayerisches Amtsblatt 26/2010 Durch die zusätzlichen Gebiete nahm die Fläche der Gemeinde Höhenkirchen-Siegertsbrunn um rund neun Quadratkilometer zu.

Gemeindegliederung Die Gemeinde hat drei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Höhenkirchen (Pfarrdorf) (westlich der ehemaligen Ortschaft Siegertsbrunn) Siegertsbrunn (Pfarrdorf) (östlich der ehemaligen Ortschaft Höhenkirchen) Wächterhof (Einöde mit Gewerbegebiet) Die etwas weiter nördlich gelegene Siedlung am Hart (am Bahnhof Wächterhof) ist kein amtlich benannter Gemeindeteil. Bei dem Ort Höhenkirchen-Siegertsbrunn handelt es sich um ein Doppeldorf, das politisch aus dem Pfarrdorf Höhenkirchen (westlich) und dem Pfarrdorf Siegertsbrunn (östlich) besteht.

Nachbargemeinden

Natur Folgendes Schutzgebiet berührt das Gemeindegebiet: Landschaftsschutzgebiet LSG Hofoldinger und Höhenkirchner Forst (LSG-00198.01)

Geschichte Am 1. Mai 1978 wurde die Gemeinde Siegertsbrunn in die Gemeinde Höhenkirchen im Rahmen der Gemeindegebietsreform eingegliedert. Im Jahr 1985 erfolgte die Namensänderung in „Höhenkirchen-Siegertsbrunn“. Abgesehen von Ortsnamenzusätzen wie z. B. Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg ist dies einer der längsten Gemeindenamen Deutschlands.Der Name Höhenkirchen-Siegertsbrunn hat 26 Zeichen, Hellschen-Heringsand-Unterschaar in Schleswig-Holstein hat 32 Zeichen.

Eine gewisse Eigenständigkeit der Gemeindeteile Höhenkirchen und Siegertsbrunn ist auch heute noch zu erkennen: Es gibt zwei Freiwillige Feuerwehren, zwei Maibäume, zwei Kriegerdenkmäler, zwei Kriegervereine, zwei Burschenvereine und zwei Tennisvereine. Auch existieren zwei selbstständige Pfarrgemeinden, die katholische Pfarrei Mariä Geburt Höhenkirchen und die katholische Pfarrgemeinde St. Peter Siegertsbrunn, die aber mittlerweile beide zum Pfarrverband Höhenkirchen gehören.

Geschichte Siegertsbrunns Der Name Siegertsbrunn geht auf Sigihartasprunnin zurück, also etwa Brunnen des Sigihart, mit dem auf der Münchner Schotterebene das Trinkwasser aus mehreren Meter Tiefe geholt wurde. Der Name des Ortes taucht um 1050 erstmals in einer Urkunde des Klosters Tegernsee auf. Die Wallfahrt zum Hl. Leonhard in Siegertsbrunn kommt im 15. Jahrhundert in Blüte. Das ausgehende 17. Jahrhundert dürfte der Ursprung für die heutige Pfarrkirche St. Peter sein. Als Tag der Kirchweihe von St. Peter in Siegertsbrunn ist der 17. Juni 1707 überliefert. Die Gemeinde Siegertsbrunn entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 und wurde 1978 in die Gemeinde Höhenkirchen im Rahmen der Gemeindegebietsreform eingegliedert. mini|Michael Wening: Schloss Höhenkirchen

Geschichte Höhenkirchens Der Ortsteil wurde wohl zugleich mit Siegertsbrunn im späten 5. oder frühen 6. Jahrhundert während der bajuwarischen Landnahme gegründet und hieß zunächst Marchwartsbrunn. Nachdem ein edles Geschlecht aus Kleinhöhenkirchen zugezogen war und hier seinen Herrensitz errichtete, wurde der Ort um 1020 in "Höhenkirchen" umbenannt.sigoho-marchwart-gs.de: Zur Geschichte Höhenkirchens

Die erste Kirche an der Rosenheimer Straße war eine kleine Holzkapelle und wurde wohl im 8. Jahrhundert errichtet. An ihrer Stelle entstand 1020 die im romanischen Baustil neu gebaute Kirche (erste Erwähnung). Johann Heinrich Schrenck zu Egmating erlangte 1630 für seine Grundherrschaft in Höhenkirchen Hofmarksprivilegien.

Höhenkirchen war im 17. und 18. Jahrhundert ein als Rastplatz bekanntes Örtchen für Durchreisende, Kutscher usw. Am alten Schloss Höhenkirchen, worin heute ein Schuhgeschäft ist, befand sich eine Raststätte mit einer Gaststätte. Die Gemeinde Höhenkirchen entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818. 1978 wurde die Gemeinde Siegertsbrunn in die Gemeinde Höhenkirchen im Rahmen der Gemeindegebietsreform eingegliedert. 1985 erfolgte die Namensänderung in „Höhenkirchen-Siegertsbrunn“.

Einwohnerentwicklung Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 6.094 auf 10.872 um 4.778 Einwohner bzw. um 78,4 %.

Politik Bürgermeister Erster gemeinsamer Bürgermeister von Höhenkirchen-Siegertsbrunn war Wilhelm Reitmeier (CSU, 1972–1990, Jahrgang 1921).

Seit 2020 ist Mindy Konwitschny (SPD) Erste Bürgermeisterin. Am 29. März 2020 setzte sie sich mit 62,8 % der Stimmen im zweiten Wahlgang gegen Roland Spingler (CSU) durch.

Zweite Bürgermeisterin ist Luitgart Dittmann-Chylla (Bündnis 90/Die Grünen).

Gemeinderat Der Gemeinderat besteht seit 1. Mai 2020 aus vierundzwanzig Mitgliedern und der Ersten Bürgermeisterin. In der Legislaturperiode 2020–2026 stellt die CSU sieben, Bündnis 90/Die Grünen sechs Mitglieder, die SPD fünf, die Unabhängigen Bürger (UB) vier und die Allgemeine Freie Wählergemeinschaft Höhenkirchen-Siegertsbrunn (AFW) zwei Gemeinderatsmitglieder.

Wappen

Siegertsbrunn hatte als eigenständige Gemeinde kein eigenes Wappen. Es gibt jedoch eine Darstellung eines Ziehbrunnens (Sigoho), die unter anderem vom Siegertsbrunner Burschenverein bis heute genutzt wird (Maibaum und Tracht). Es handelt sich jedoch nicht um ein hoheitliches Wappen.

Die Feuerwehr Siegertsbrunn nützt die vom Staat zugestandene Möglichkeit, im Wappen an der Uniform anstatt des Gemeindewappens das kleine bayerische Staatswappen (Rauten) zu führen. Auf den Feuerwehrfahrzeugen der FF Siegertsbrunn fehlt ein Wappen gänzlich. Die Feuerwehr Höhenkirchen verwendet das hoheitliche Wappen der Gemeinde seit Festlegung dieses Symbols an allen Einsatzfahrzeugen und zur Kennzeichnung ihrer aktiven Einsatzkräfte nach der Kennzeichnungsverordnung für die Feuerwehren des Landes Bayern.

Gemeindepartnerschaften Chéroy im Département Yonne, Frankreich, seit 1967 Montemarciano, Italien, seit 2005 Seit Juni 2007 zeugen eigene Anschlagtafeln an den Ortseinfahrten von diesen Partnerschaften.

Bildung Schulen In der Gemeinde befinden sich drei Schulen: Sigoho-Marchwart-Grundschule (Grundschule) Erich Kästner-Volksschule (Grund- und Mittelschule) Gymnasium

Die Gemeinde gehört dem Zweckverband weiterführender Schulen im südöstlichen Landkreis München an.

Erich Kästner Grund- und Mittelschule Die Erich Kästner Grund- und Mittelschule (Eigenschreibung: Erich Kästner-Grund- und Mittelschule) ist eine reguläre staatliche Schule mit eigenständiger Grundschule und Mittelschule mit gebundenem und offenem Ganztag in beiden Schularten. In der Mittelschule gibt es darüber hinaus einen voll ausgebauten M-Zug. Im Schuljahr 2025/26 besuchten etwa 540 Schülerinnen und Schüler die Erich-Kästner-Schule. Das ursprüngliche Schulhaus in Höhenkirchen wurde 1950 errichtet und 1951 eingeweiht. In den darauffolgenden Jahrzehnten erfolgten mehrfach Erweiterungen, Umbauten und Modernisierungen. Das heutige Hauptgebäude wurde 1963 als Erweiterungsbau eröffnet und 1999 mit einem weiteren Umbau modernisiert. Anlässlich des 50-jährigen Bestehens wurde dieser 2001 feierlich eröffnet. Im Jahr 2012 erfolgte dann eine Erweiterung mit einem farbenfrohen Neubau, der heute die Ganztagesklassen und die Mensa beherbergt. Die Erich Kästner Grund- und Mittelschule in Höhenkirchen-Siegertsbrunn wird von den drei Gemeinden Höhenkirchen-Siegertsbrunn, Brunnthal und Aying des Landkreises München getragen.Erich Kästner Grund- und Mittelschule

Gymnasium Höhenkirchen-Siegertsbrunn Im Februar 2010 wurde mit dem Bau eines Gymnasiums auf dem Gelände der ehemaligen RUF-Fabrik begonnen. Die Schule liegt – verkehrsgünstig – direkt am S-Bahnhof, mit Blick auf die Skulptur HöSi. Das Gymnasium soll die Schulen in Neubiberg und Ottobrunn entlasten. Den Bau sowie den Betrieb des Schulgebäudes übernahm die Hochtief AG in einer öffentlich-privaten Partnerschaft.. In: de.ibtimes.com. 29. Januar 2010. Der Schulbetrieb wurde bereits im Schuljahr 2011/2012 aufgenommen – allerdings noch nicht mit einer eigenen Schulfamilie: Von 2011 bis 2013 wurden die Schüler des Gymnasiums Neubiberg in Höhenkirchen unterrichtet, da deren Gymnasium generalsaniert wurde. Von 2013 bis 2015 war das Gymnasium Ottobrunn im Höhenkirchener Gymnasium untergebracht, ebenfalls wegen einer Generalsanierung des Stammgebäudes. Um genügend Klassenräume zur Verfügung zu stellen, wurde zusätzlich ein provisorisches Containergebäude errichtet. Zum Schuljahr 2013/14 nahm das Gymnasium Höhenkirchen-Siegertsbrunn seinen eigenen Betrieb unter der Leitung von Claudia Gantke mit einer naturwissenschaftlich-technologischen Ausrichtung und einem musischen Zweig auf. Im Schuljahr 2025/2026 hatte das Gymnasium ca. 950 Schüler und 70 hauptamtliche Lehrkräfte.

Vorschulische Bildung In der Gemeinde gibt es folgende Kindergärten: Arche Noah, evangelisch-lutherische Kirchengemeinde (Höhenkirchen) Katholischer Kindergarten Mariä Geburt (Höhenkirchen) Pfiffikus (ehem. Tigerente), Arbeiterwohlfahrt (Höhenkirchen) Gemeindekindergarten (im ehemaligen Siegertsbrunner Schulhaus) Farbenkiste, Paritätischer Wohlfahrtsverband (Siegertsbrunn) Wichtelrunde, Arbeiterwohlfahrt, Waldkindergarten (Höhenkirchner Forst) Wichtelmäuse, Arbeiterwohlfahrt, Waldkindergarten (Höhenkirchner Forst)

In der Gemeinde gibt es folgende Horte: Pfiffikus, Arbeiterwohlfahrt (Höhenkirchen) Arche Noah, evangelisch-lutherische Kirchengemeinde (Höhenkirchen)

In der Gemeinde gibt es folgende Krippen: Elterninitiative Sonnenschein (Höhenkirchen) Farbenfroh, Paritätischer Wohlfahrtsverband (Siegertsbrunn) Arche Noah, evangelisch-lutherische Kirchengemeinde (Höhenkirchen)

Verkehr S-Bahn mini|Bahnhof Höhenkirchen-Siegertsbrunn Im Gemeindegebiet liegen an der Bahnstrecke München-Giesing–Kreuzstraße zwei Haltestellen der S-Bahn München, die beide durch die S5 von Kreuzstraße nach Pasing bedient werden. Während der Bahnhof Höhenkirchen-Siegertsbrunn zwei Gleise und ein Empfangsgebäude besitzt, ist die Station Wächterhof ein eingleisiger Haltepunkt.

Linie Linienverlauf

Bus Höhenkirchen-Siegertsbrunn wird durch drei Regionalbuslinien des MVV erschlossen.

Linie Linienverlauf Verkehrsunternehmen Taufkirchen, Hugo-Junkers-Straße – Höhenkirchen-Siegertsbrunn (S) – Brunnthal – Hofolding – Faistenhaar Ettenhuber Taufkirchen, Hugo-Junkers-Straße – Höhenkirchen-Siegertsbrunn (S) – Brunnthal – Sauerlach (S) Ettenhuber Antholing – Glonn, Bahnhofsplatz – Höhenkirchen-Siegertsbrunn (S) Ettenhuber

Straßenverkehr

Höhenkirchen-Siegertsbrunn ist über folgende Autobahnen erreichbar: Autobahn A 99, Ausfahrt Ottobrunn/Höhenkirchen oder Hohenbrunn; Autobahn A 8, Ausfahrt Hofolding (von Süden – Salzburg – kommend)