mini|Die Neue Universität am Sanderring, das 1896 errichtete Hauptgebäude der Universität Würzburg mini|Panoramaansicht der Universitätsbibliothek am Hubland

Die Julius-Maximilians-Universität Würzburg (kurz Universität Würzburg oder JMU), lateinisch Universitas Herbipolensis (auch Alma Julia Maximilianea und Alma Mater Julia zu Würzburg), gehört zu den ältesten deutschen Universitäten.

Im Jahr 1402 erteilte Papst Bonifaz IX. dem Würzburger Bischof Johann von Egloffstein das Privileg zur Gründung einer Universität in Würzburg. Die Gründung der Universität Würzburg war die vierte auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands und ist die älteste Universitätsgründung im heutigen Bayern. Die Gründung hatte jedoch nicht lange Bestand.

Nach einer langen Zäsur eröffnete am 2. JanuarMagdalena Frühinsfeld: Anton Müller. Erster Irrenarzt am Juliusspital zu Würzburg: Leben und Werk. Kurzer Abriß der Geschichte der Psychiatrie bis Anton Müller. Medizinische Dissertation Würzburg 1991, S. 9–80 (Kurzer Abriß der Geschichte der Psychiatrie) und 81–96 (Geschichte der Psychiatrie in Würzburg bis Anton Müller), S. 85 f. 1582 Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn feierlich die neubegründete Universität wieder. Auf ihn geht „Julius“ im seit 1803 bestehenden und im Verlaufe des Jahrhunderts noch mehrfach geänderten Namen Julius-Maximilians-Universität Würzburg zurück.

Der zweite Teil kommt vom bayerischen Kurfürsten und späteren König Maximilian I. Joseph. Die bayerische Volluniversität ist Mitglied der Coimbra-Gruppe. Sie gehörte 2020 zu den 19 ranghöchsten deutschen Universitäten und den 150 ranghöchsten weltweit.

Vor allem in Fächern wie Psychologie, Biologie, Chemie, Informatik, Medizin, Pharmazie und Physik genießt die Universität einen hervorragenden Ruf.

Studentenzahl Im Wintersemester 2025/26 waren 25.281 Studenten eingeschrieben, davon 15.489 Frauen, 3.078 Studierende aus dem Ausland und 2.919 Studienanfänger im ersten Hochschulsemester.

Studiengänge An der Volluniversität können Studiengänge wie Theologie, Jura, Philosophie und Medizin studiert werden. Zu diesem „klassischen“ Angebot sind viele neue Studiengänge dazugekommen, darunter Biomedizin, Funktionswerkstoffe, Games Engineering, Luft- und Raumfahrtinformatik (siehe auch WüSpace), Informatik und Nachhaltigkeit, Medienkommunikation, Mensch-Computer-Systeme, Modern China, Museologie, Nanostrukturtechnik und Pädagogik bei Sehbeeinträchtigungen. Mit etwa 6.424 Lehramtsstudenten (Wintersemester 2021/22) ist Würzburg der größte Standort für die Lehrerbildung in Nordbayern. Seit 2016 wird die Universität vom Land Bayern über die Einrichtung von Elitestudiengängen mit Schwerpunkt in der Medizin, den Naturwissenschaften und der Informatik zusätzlich gefördert. Aktuell werden über das Elitenetzwerk Bayern fünf verschiedene Elitestudiengänge gefördert.

Fakultäten Bei der Neugründung 1582 gab es zunächst die Fakultäten für Theologie und Philosophie, welchen bald die Juristische und die Medizinische Fakultät folgten. Die Philosophische Fakultät wurde mit der Verordnung vom 29. September 1873 in eine philosophisch-historische und eine naturwissenschaftlich-mathematische Sektion aufgeteilt, doch erst 1937 errichtete man eine selbständige Fakultät für die Naturwissenschaften. 1968 kam schließlich eine Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät hinzu. 1972 folgte Pädagogik als siebte Fakultät. Bei der Hochschulreform 1974 wurde die Struktur völlig verändert; dabei entstanden 13 Fakultäten, ehe Pädagogik 1977 aufgelöst und anderen Fakultäten zugeordnet wurde.

Zum Wintersemester 2007/08 wurden die Fakultäten teilweise neu gegliedert: Die Fakultät für Geowissenschaften wurde aufgelöst und das Institut für Geographie der neuen Philosophischen Fakultät I zugeordnet, die aus der Fusion der bisherigen Philosophischen Fakultäten I und II entstanden war. Die bisherige Philosophische Fakultät III wurde zur Philosophischen Fakultät II. Diese wurde 2014 in Form einer Neugründung in Fakultät für Humanwissenschaften umbenannt. Die Philosophische Fakultät I ist nun lediglich die Philosophische Fakultät und fasst Historische, Philologische, Kultur- und Geographische Wissenschaften zusammen.

So hat die Universität derzeit zehn Fakultäten. Sie lassen sich den Bereichen Geisteswissenschaften, Recht und Wirtschaft, Lebenswissenschaften, Naturwissenschaft und Technik zuordnen.

Katholisch-Theologische Fakultät Juristische Fakultät (mit Institut für Notarrecht an der Universität Würzburg) Medizinische Fakultät Philosophische Fakultät (Historische, Philologische, Kultur- und Geographische Wissenschaften) Fakultät für Humanwissenschaften Fakultät für Biologie Fakultät für Chemie und Pharmazie Fakultät für Mathematik und Informatik Fakultät für Physik und Astronomie Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Geschichte Universitätsgründung 1402 Johann I. von Egloffstein war einer der ersten Studenten an einer deutschen Universität. Er studierte u. a. in Heidelberg (älteste Universität in Deutschland, gegründet 1386). Als Bischof und Landesherr von Würzburg bemühte er sich um die Gründung einer „Hohen Schule zu Würzburg“.Rainer Leng: Die Erstgründung der Universität im Jahr 1402. In: Blick. Sonderausgabe 2002, S. 11–16. (PDF) Er wollte das „Gymnasium herbipolense“ zu einer Universität mit vier Fakultäten machenGeorg Sticker: Entwicklungsgeschichte der Medizinischen Fakultät an der Alma Mater Julia. In: Max Buchner (Hrsg.): Aus der Vergangenheit der Universität Würzburg. Festschrift zum 350jährigen Bestehen der Universität. Berlin 1932, S. 383–799, hier: S. 412. und erhoffte sich davon eine Deckung des Bedarfs an qualifizierten Juristen und Klerikern in seinem Herrschaftsbereich sowie einen Aufschwung der städtischen Wirtschaft durch Zuzug von Lehrpersonal und Studenten. Die für den Lehrbetrieb nötigen Gebäude kaufte er von Mitgliedern seines Domkapitels.Horst Brunner (Hrsg.): Vom Großen Löwenhof zur Universität. Reichert, Wiesbaden 2002.

Am 10. Dezember 1402 erhielt er das erforderliche Privileg von Papst Bonifatius IX., womit sich Würzburg in die Gruppe der Städte mit den ältesten Universitäten im damals deutschsprachigen Raum einreihte – Prag (1348), Wien (1365), Heidelberg (1386), Köln (1388) und Erfurt (1392). Insofern ist Würzburg auch die älteste Universität Bayerns. Zu den Lehrern an der Universität zählten unter anderen Winand von Steeg, Johannes Ambundi und Bartholomäus Fröwein.

Nach dem Tod Egloffsteins (1411) konnte die Finanzierung der Universität nicht dauerhaft gewährleistet werden, da es nicht gelang, eine Stiftung zu etablieren, die über eigene Pfründen verfügte. Am 30. November 1413 wurde der Rektor der Universität, Johann Zantfurt, von seinem Kammerdiener ermordet; die Umstände wurden nie aufgeklärt. Das Universitätsgebäude kaufte später Lorenz Fries. 1427 wurde die „Hohe Schule“ ein letztes Mal urkundlich erwähnt.Ralf Vollmuth, Gundolf Keil: Beständigkeit und Fortschritt: Die Würzburger Medizin im Spiegel der Jahrhunderte. Ein Beitrag zur Erstgründung der Universität Würzburg vor 600 Jahren. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 22, 2003, S. 7–20, hier: S. 8 f. Überlegungen zu einer Wiederbelebung der rechtlich weiterhin bestehenden Universität hatte erstmals der ab 1558 als Fürstbischof amtierende Friedrich von Wirsberg geäußert. Aufgrund von Problemen mit Klerus und Administration hatte er seine diesbezüglichen Pläne jedoch nicht realisieren können.Georg Sticker: Entwicklungsgeschichte der Medizinischen Fakultät an der Alma Mater Julia. 1932, S. 449 f.

Von der Neugründung 1582 bis 1932 mini|Alte Universität Würzburg, „Collegium der Hochenschuel zu Würzburg“ mit Universitätskirche. Kupferstich von Johann Leypolt, 1591 mini|links|Innenhof der Alten Universität mit den Erdgeschossarkaden, im Hintergrund die Universitätskirche mini|Turm der Neubaukirche, der früheren Kirche der Julius-Maximilians-Universität. Heute wird das Gebäude als Festsaal und Aula genutzt. mini|Siegel der Universität

Nachdem 1551 der Unterricht in einigen Fächern wieder aufgenommen war und 1567 bereits erste PromotionenVgl. auch Aelteste medicinische Würzburger Dissertationen [1594–1769]. In: Albert von Koelliker: Zur Geschichte der medizinischen Fakultät an der Universität Würzburg. Rede zur Feier des Stiftungstages der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. 1871, Beilage 3, S. 71–74. erfolgt waren, erhielt der Würzburger Fürstbischof Julius Echter von Mespelbrunn im Zuge der Gegenreformation 1575 die kaiserlichen und 1576 die päpstlichen Privilegien zur Wiederbegründung der Hochschule (siehe auch Erasmus Neustetter genannt Stürmer). Dieses Mal war die Finanzierung allerdings besser abgesichert, und auch die Vorschriften für die Studenten waren strenger. Am 2. Januar 1582 wurden aus Kostengründen zunächst nur die Theologische und Philosophische Fakultät wieder eröffnet, deren Dekane auch sogleich ernannt wurden.Gundolf Keil: Juliusspital und Universität. Stiftung Juliusspital, Würzburg 1994, S. 2. Der Name der Universität lautete „Julius-Universität“ (Academia Iulia). Das Universitätssiegel entstand erst im darauffolgenden Jahr, weshalb es die Jahreszahl 1583 trägt. Die Statuten für die Medizinische Fakultät folgten 1587, doch erst 1593 waren die Dozenten vollständig vorhanden. Der erste Medizinstudent, Georg Leyerer (auch „Leiherer“) aus Ebersbrunn, wurde jedoch bereits am 2. Oktober 1585 immatrikuliert.Georg Sticker: Entwicklungsgeschichte der Medizinischen Fakultät an der Alma Mater Julia. In: Max Buchner (Hrsg.): Aus der Vergangenheit der Universität Würzburg. Festschrift zum 350jährigen Bestehen der Universität. Berlin 1932, S. 383–799, hier: S. 450 f. und 452 f. Leyerer († 1617) gehörte dann 1593 als Professor der Chirurgie mit Adrianus Romanus (als Theoricus) und Johannes Stengelius (als Practicus) zu den drei ersten Professoren der Medizin der Fakultät.Andreas Mettenleiter: Das Juliusspital in Würzburg. Band III: Medizingeschichte. Herausgegeben vom Oberpflegeamt der Stiftung Juliusspital Würzburg anlässlich der 425jährigen Wiederkehr der Grundsteinlegung. Stiftung Juliusspital Würzburg (Druck: Bonitas-Bauer), Würzburg 2001, ISBN 3-933964-04-0, S. 385–386 (zu den Anfängen der Anatomie in Würzburg), 389 und 832.

Im Jahr 1591 wurde das von Julius Echter in Auftrag gegebene vierflügelige Universitätsgebäude mit dazugehöriger Kirche (Neubaukirche) fertiggestellt, heute Alte Universität genannt. Dort waren Theologen, Juristen und Geisteswissenschaftler untergebracht. Die Medizinische Fakultät fand ihre Heimstatt im Juliusspital. Architekt des Gebäudes mit der in einen Winkel integrierten Neubaukirche war mit ziemlicher Sicherheit Georg Robin.Stefan Kummer: Architektur und bildende Kunst von den Anfängen der Renaissance bis zum Ausgang des Barock. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände; Band 2: Vom Bauernkrieg 1525 bis zum Übergang an das Königreich Bayern 1814. Theiss, Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1477-8, S. 576–678 und 942–952, hier: S. 592–596.