Die Fairey Swordfish war ein Doppeldecker-Kampfflugzeug des britischen Herstellers Fairey Aviation Company, das während des Zweiten Weltkriegs als trägergestützter Torpedobomber, Aufklärer und U-Boot-Jäger eingesetzt wurde. Von 1934 bis 1944 wurden 2392 Maschinen gebaut.

Die Fairey Swordfish erlangte Berühmtheit, weil der Flugzeugtyp am Angriff auf Tarent gegen die italienische Flotte im Jahre 1940 und an der Jagd auf die Bismarck im Jahre 1941 beteiligt war.

Geschichte mini|Eine von einem Aufklärungsflug zurückgekehrte Fairey Swordfish wird im Oktober 1941 zurück an Bord des Schlachtschiffes Malaya gehievt. Der Hersteller Fairey entwickelte in Eigeninitiative den Doppeldecker T.S.R. I, der im September 1933 bei einem Unfall zerstört wurde. Die Aufgabenkennung T.S.R. stand dabei für Torpedo-Spotter-Reconnaissance, also „Torpedobomber-Beschussbeobachter-Aufklärer“.Laws, 2010, S. 116 Als vom britischen Luftfahrtministerium eine Ausschreibung für ein Torpedo- und Aufklärungsflugzeug für den Einsatz auf Flugzeugträgern herauskam, konstruierte Fairey den Doppeldecker T.S.R. II, von dem ein Exemplar (RAF-Seriennummer K4180) gebaut wurde. Die T.S.R. II, die am 17. April 1934 zum ersten Mal flog, gilt als Prototyp der Fairey Swordfish.

Beschreibung Die von zwei bis drei Besatzungsmitgliedern geflogene Maschine wurde von einem Bristol-Pegasus-Sternmotor angetrieben. Die Bewaffnung bestand aus zwei Vickers-Maschinengewehren des Kalibers .303 British (7,7 mm): einem nach vorne durch den Propellerkreis feuernden synchronisierten starren MG und einer beweglich auf einer Lafette montierten Waffe für den Heckschützen. Zur Schiffsbekämpfung konnten ein 457-mm-Torpedo oder auch Bomben mitgeführt werden.

Das Flugzeug zeigte gute Kurzstarteigenschaften und konnte auch von Handelsflugzeugträgern (MAC-Schiffen) und Geleitflugzeugträgern eingesetzt werden. Bei den MAC-Schiffen gehörten Swordfish-Flugzeuge zur Standardausrüstung.

Die Version Mk I war, ohne geänderte Benennung, auch in einer Variante mit Schwimmern in Nutzung. Diese Flugzeuge waren für den Einsatz von Kriegsschiffen und dem Start durch ein Katapult vorgesehen und kamen zum Beispiel an Bord der Warspite und weiterer größerer Kampfschiffe als Bordflugzeug zum Einsatz.

Versenkungserfolge Dieser Typ wurde bekannt, als er maßgeblich an der Versenkung von italienischen Marine-Einheiten im Hafen von Tarent beteiligt war; auch bei der Versenkung der Bismarck spielte das Flugzeug eine zentrale Rolle. Ferner war ein Flugzeug dieses Typs für die Versenkung des U-Boots U 64 verantwortlich. Bei den Kampfhandlungen während des Unternehmens Cerberus im Ärmelkanal bewährten sich die Swordfish-Maschinen allerdings nicht mehr. Im März 1944 versenkten trägergestützte Swordfish aus dem Nordmeergeleitzug RA 57 die U-Boote U 472, U 366 und U 973.Jürgen Rohwer, Gerhard Hümmelchen: Chronik des Seekrieges 1939–1945, März 1944, abgerufen am 4. Mai 2019 Anfang Mai 1944 versenkten sie im gleichen Seegebiet beim Geleitzug RA 59 die U-Boote U 277, U 959 und U 674.Jürgen Rohwer, Gerhard Hümmelchen: Chronik des Seekrieges 1939–1945, April 1944, abgerufen am 4. Mai 2019

Da die als Nachfolger vorgesehene Fairey Albacore, ein Doppeldecker sehr ähnlicher Auslegung, aufgrund der Unzuverlässigkeit des Bristol-Taurus-Triebwerks kein Erfolg war, verblieb die Swordfish bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges im aktiven Truppendienst. Ihre Hauptaufgabe war die U-Boot-Abwehr.

Varianten Swordfish Mk I: Grundvariante (auch mit Schwimmern für den Katapultstart) Swordfish Mk II: verstärkte Tragflächen, Schienen für acht Raketen unter den Tragflächen Swordfish Mk III: wie Mk II, aber mit Radar zwischen den Rädern Swordfish Mk IV:Aviation Book: Canadian Warbirds 1: The Biplane Era, Fighters, Bombers and Patrol Aircraft fiktive Bezeichnung für modernisierte Mk II mit geschlossener Kabine, die die Royal Canadian Air Force zur Ausbildung nutzte

Produktionszahlen

Die Swordfish wurde bis Anfang 1940 bei Fairey in Hayes (693 Exemplare) und ab Ende 1940 bei Blackburn in Sherburn (1699 Exemplare) in Serie gebaut. Es gab insgesamt 2392 Swordfish.

+Jährliche Produktion der Fairey SwordfishNational Archives, Kew, Bestand AVIA 10/311; Halley, James J.: The K File. The Royal Air Force of the 1930s, Tunbridge Wells, S. 336 ff. Jahr Anzahl 19341 1936150 1937–1938339 1939201 19403 1941417 1942270 1943594 1944417 Summe 2392

+Versionen der Fairey SwordfishGazeley, Ian: Swordfish 1940-44, in: Air Britain, Aeromilitaria Spring 2001, S. 17 ff. Version Fairey Blackburn Summe T.S.R. II1 1 Mk.I692834 (299/300)1526 (991/992) Mk.II545 (1080/1080)545 (1080/1080) Mk.III320320 Summe 693 1699 2392 (Angaben in Klammern sind abweichende Daten aus Laws, 2010, S. 119Taylor, 1974, S. 258 f..)

Einsatzländer

Royal Navy (Fleet Air Arm) Royal Air Force

Royal Canadian Air Force

Koninklijke Marine (Marine-Luchtvaartdienst – MLD)

Royal Australian Air Force No. 25 Squadron

Einige Exemplare wurden auch von der Neuseeländischen Luftwaffe geflogen.

Technische Daten mini|Dreiseitenansicht (Swordfish Mk I) Kenngröße Daten (Fairey Swordfish Mk I) Besatzung 2–3 Länge 10,89 m Spannweite 13,86 m Höhe 3,76 m Leermasse 2145 kg Startmasse 3419 kg Antrieb ein Sternmotor Bristol Pegasus III M3 mit Höchstgeschwindigkeit 221 km/h in 1525 m Höhe Dienstgipfelhöhe 5870 m Reichweite 874 km Bewaffnung zwei MGs Kaliber .303 British (7,7 mm) sowie entwederein 730 kg-Torpedo,eine 680 kg-Minebis zu sechs 113 kg-Bombensechs Wasserbomben(die Mk.II hatte stattdessen acht Raketen (RP-3))

Siehe auch Liste von Flugzeugtypen

Literatur

H. A. Taylor: Fairey Aircraft Since 1915. Putnam, London 1974, ISBN 0-370-00065-X, S. 236–260. Allan Laws: Fairey Swordfish – The Fleet Air Arm’s enigmatic warrior. (Warplane Classic). In: International Air Power Review, Volume 27, 2010, S. 114–139.

Weblinks

Torpedierung des Schlachtschiffs Bismarck durch Swordfish des Flugzeugträgers Ark Royal (engl.)

Einzelnachweise

Kategorie:Torpedobomber Kategorie:Flugzeugtyp des Zweiten Weltkrieges (Vereinigtes Königreich) Swordfish Kategorie:Trägergestütztes Flugzeug Kategorie:Luftfahrzeug der Royal Air Force Kategorie:Luftfahrzeug des Fleet Air Arm Kategorie:Erstflug 1934 Kategorie:Einmotoriges Flugzeug mit Kolbenmotor