mini|hochkant=1.25|Juan Pablo Montoya im Williams FW26 mini|hochkant=1.25|Rennszene aus dem Großen Preis von Monaco Die Formel-1-Weltmeisterschaft 2004 war die 55. Saison der Formel-1-Weltmeisterschaft. Sie wurde über 18 Rennen in der Zeit vom 7. März bis zum 24. Oktober ausgetragen.

Zum insgesamt 7. Mal, zum 5. Mal in Folge und letzten Mal wurde Michael Schumacher Weltmeister, damit ist er, gemeinsam mit Lewis Hamilton, der erfolgreichste Formel-1-Pilot der Rennsportgeschichte. Das Ferrari-Team konnte zum insgesamt 14. Mal und 6. Mal in Folge den Weltmeistertitel in der Konstrukteurswertung für sich entscheiden.

Bei vielen in dieser Saison gefahrenen Rennen wurde vom Sieger entweder für die jeweilige Streckenkonfiguration oder sogar streckenkonfigurationsübergreifend die bis heute gültige schnellste Renndurchschnittsgeschwindigkeit erreicht. In den Folgejahren sukzessive beschlossene Reglementänderungen, um die Kosten zu reduzieren und den Wettbewerb für den Zuschauer spannender zu machen, führten dazu, dass die Bestzeiten aus dieser damit schnellsten Formel-1-Saison auf vielen Strecken trotz des technischen Fortschritts Bestand haben.

Änderungen 2004 Rennstrecken

In der Saison 2004 wurden 18 Grands Prix ausgetragen. Zum ersten Mal fand am 4. April der Große Preis von Bahrain statt, der Große Preis von China wurde am 26. September ebenfalls zum ersten Mal ausgetragen. Der Große Preis von Belgien kehrte nach einem Jahr Pause in den Kalender zurück. Nicht mehr ausgetragen wurde der Große Preis von Österreich, der erst 2014 wieder Teil der Formel-1-Weltmeisterschaft wurde.

Das Saisonfinale fand 2004 in Brasilien statt. Der Große Preis von Brasilien hatte seinen Platz zuvor üblicherweise in der Frühphase der Saison.

Technisches Reglement Um eine Kostenreduzierung zu erreichen, wurde die Regel eingeführt, dass jeder Motor ein gesamtes Rennwochenende durchhalten soll. Muss ein Motor während des Wochenendes ausgetauscht werden, wird der Fahrer mit einer Verschlechterung des Startplatzes um zehn Plätze bestraft.

Elektronische Fahrhilfen wurden eingeschränkt. Die Startautomatik (Launch Control) sowie die vollautomatische Steuerung des Getriebes wurden verboten. Die Traktionskontrolle blieb, durfte allerdings erst ab einer Geschwindigkeit von 100 km/h eingreifen.

Während der Saison wurde das Front-Torque Transfer System, welches BAR einsetzte und erstmals 1999 von Benetton verwendet wurde, von der FIA trotz vorübergehender Legalität verboten.

Sportliches Reglement Das Qualifying wurde komplett auf den Samstag gelegt und in zwei Sessions unterteilt, in denen der Fahrer jeweils nur eine schnelle Runde fahren darf. In der ersten Session starten die Fahrer in der Reihenfolge, in der sie im vorangegangenen Rennen ins Ziel kamen (beim ersten Rennen wurde die Reihenfolge nach dem WM-Endstand von 2003 gewählt). Sie dient dazu, die Reihenfolge für die zweite Session zu ermitteln, in der es dann um die Startplätze für das Rennen geht. Die zweite Session war direkt im Anschluss an die erste. Die Piloten fuhren in umgekehrter Reihenfolge des ersten Qualifyingabschnittes. Das Warm-Up am Sonntag wurde abgeschafft.

Beim Freitagstraining durften die Teams ab der Saison 2004 einen dritten Fahrer einsetzen. Von dieser Regel ausgenommen sind die Teams, die in der vorherigen Saison in der Konstrukteurswertung die Plätze 1 bis 4 belegten.

Das Tempolimit in der Boxengasse wurde von 80 km/h auf 100 km/h erhöht. In Einzelfällen wurde jedoch aus Sicherheitsgründen darauf verzichtet.

Fahrer Die Saison 2004 begann mit einigen Änderungen in der Fahrerbesetzung der Teams. Die Teams Minardi, Jordan und Sauber wechselten dabei sämtliche Fahrer aus.

Nick Heidfeld und Giancarlo Fisichella wechselten die Plätze, indem Heidfeld zu Jordan und Fisichella zu Sauber ging. Der zweite neue Fahrer bei Sauber war Felipe Massa, der nach einem Jahr als Testfahrer bei Ferrari zu Sauber zurückkehrte. Massa bestritt schon die Saison 2002 für das Sauber-Team. Jordan setzte als zweiten Fahrer den drittplatzierten der vergangenen Formel-3000-Saison, Giorgio Pantano, ein.

Takuma Satō ersetzte Jacques Villeneuve bei BAR-Honda bereits vor Ablauf der Formel-1-Saison 2003, da der Kanadier der Teamleitung zu teuer war. Villeneuve verließ die Formel 1 für einige Monate, bis er von Renault für den vorzeitig und überraschend gefeuerten Jarno Trulli für zwei Rennen in der laufenden Saison 2004 reaktiviert wurde, ohne besonderen Eindruck zu machen. Jarno Trulli hatte nach dem Großen Preis von Italien Renault verlassen, konnte aber schon beim Großen Preis von Japan, diesmal für Toyota Racing, wieder in die WM einsteigen.

Auch Heinz-Harald Frentzen hatte die Formel 1 verlassen, da er kein Vertragsteam mehr finden konnte. Bei Jaguar ersetzte Christian Klien den Vorjahresfahrer Justin Wilson. Minardi startete mit Gianmaria Bruni und Zsolt Baumgartner als neuen Fahrern.

Weitere Änderungen wurden während der Saison vorgenommen.

Teams und Fahrer Bild Team Chassis Motor Reifen Nr. Fahrer Rennen Nr. Dritter Fahrer Testfahrer 130px|zentriert|Ferrari F2004 Ferrari F2004 Ferrari 3.0 V10 1 1–18 —1 2 1–18 130px|zentriert|Williams FW26 Williams FW26 BMW 3.0 V10 3 1–18 —1 4 1–9, 16–18 10, 11 12–15 130px|zentriert|McLaren MP4-19 McLaren MP4-19McLaren MP4-19B Mercedes-Benz 3.0 V10 5 1–18 —1 6 1–18 130px|zentriert|Renault R24 Renault R24 Renault 3.0 V10 7 1–15 —1 16–18 8 1–18 130px|zentriert|BAR 006 BAR 006 Honda 3.0 V10 9 1–18 35 10 1–18 130px|zentriert|Sauber C23 Sauber C23Petronas 3.0 V10 11 1–18 36 — 12 1–18 130px|zentriert|Jaguar R5 Jaguar R5 Ford Cosworth 3.0 V10 14 1–18 37 15 1–18 130px|zentriert|Toyota TF104 Toyota TF104Toyota TF104B Toyota 3.0 V10 16 1–12 38 13–16 17, 18 17 1–17 18 130px|zentriert|Jordan EJ14 Jordan EJ14 Ford 3.0 V10 18 1–18 39 19 1–7, 9–15 8, 16–18 130px|zentriert|Minardi PS04B Minardi PS04B Ford Cosworth 3.0 V10 20 1–18 40 21 1–18 1 Die ersten vier Teams der vorhergehenden Saison durften keinen dritten Fahrer bei den Freitags-Trainings einsetzen.

Rennkalender Nr. Datum Grand Prix(Strecke) Distanz(km) Sieger Zweiter Dritter Pole-Position SchnellsteRennrunde GesamtführenderFahrer GesamtführenderKonstrukteur 1 7. März (Melbourne) 307,574 (Ferrari) (Ferrari) (Renault) (Ferrari) (Ferrari) (Ferrari) 2 21. März (Sepang) 310,408 (Ferrari) (Williams-BMW) (BAR-Honda) (Ferrari) (Williams-BMW) 3 4. April (as-Sachir) 308,769 (Ferrari) (Ferrari) (BAR-Honda) (Ferrari) (Ferrari) 4 25. April (Imola) 305,609 (Ferrari) (BAR-Honda) (Williams-BMW) (BAR-Honda) (Ferrari) 5 9. Mai (Montmeló) 305,256 (Ferrari) (Ferrari) (Renault) (Ferrari) (Ferrari) 6 23. Mai (Monte Carlo) 257,180 (Renault) (BAR-Honda) (Ferrari) (Renault) (Ferrari) 7 30. Mai (Nürburg) 308,863 (Ferrari) (Ferrari) (BAR-Honda) (Ferrari) (Ferrari) 8 13. Juni (Montréal) 305,270 (Ferrari) (Ferrari) (BAR-Honda) (Williams-BMW) (Ferrari) 9 20. Juni (Indianapolis) 306,016 (Ferrari) (Ferrari) (BAR-Honda) (Ferrari) (Ferrari) 10 4. Juli (Magny-Cours) 308,586 (Ferrari) (Renault) (Ferrari) (Renault) (Ferrari) 11 11. Juli (Silverstone) 308,355 (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) 12 25. Juli (Hockenheim) 301,884 (Ferrari) (BAR-Honda) (Renault) (Ferrari) (McLaren-Mercedes) 13 15. August (Mogyoród) 306,663 (Ferrari) (Ferrari) (Renault) (Ferrari) (Ferrari) 14 29. August (Spa-Francorchamps) 306,812 (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Ferrari) (Renault) (McLaren-Mercedes) 15 12. September (Monza) 306,720 (Ferrari) (Ferrari) (BAR-Honda) (Ferrari) (Ferrari) 16 26. September (Shanghai) 305,256 (Ferrari) (BAR-Honda) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Ferrari) 17 10. Oktober (Suzuka) 307,573 (Ferrari) (Williams-BMW) (BAR-Honda) (Ferrari) (Ferrari) 18 24. Oktober (São Paulo) 305,909 (Williams-BMW) (McLaren-Mercedes) (Ferrari) (Ferrari) (Williams-BMW)

Rennberichte Großer Preis von Australien

Platz Fahrer Team Zeit 1 Michael Schumacher Ferrari 1:24:15,757 2 Rubens Barrichello Ferrari + 13,605 3 Fernando Alonso Renault + 34,673 4 Ralf Schumacher Williams-BMW + 1:00,423 5 Juan Pablo Montoya Williams-BMW + 1:08,536 6 Jenson Button BAR-Honda + 1:10,598 7 Jarno Trulli Renault + 1 Runde 8 David Coulthard McLaren-Mercedes + 1 Runde Der Große Preis von Australien in Melbourne (Australien) fand am 7. März 2004 statt und ging über 58 Runden (307,574 km).

Entgegen den Erwartungen der Konkurrenz, die nach der Winterpause mit Reifenproblemen bei Bridgestone gerechnet hatten, gelangen Michael Schumacher bereits im Training nach ein paar Runden gute Rundenzeiten, die die mäßige Vorstellung Ferraris vor der Saison vergessen machten.

Schumacher erreichte die Pole-Position vor Barrichello und Montoya und fuhr mit 1:24,125 Minuten die schnellste Rennrunde. Einzig Alonso konnte während des Rennens die Geschwindigkeit der beiden führenden Ferrari-Piloten mitgehen.

Mit Massa, Heidfeld, Bruni, Webber, Baumgartner und Räikkönen konnten sechs Fahrer das Rennen aufgrund von technischen Problemen nicht beenden.

Großer Preis von Malaysia

Platz Fahrer Team Zeit 1 Michael Schumacher Ferrari 1:31:07,490 2 Juan Pablo Montoya Williams-BMW + 5,022 3 Jenson Button BAR-Honda + 6,546 4 Rubens Barrichello Ferrari + 13,616 5 Jarno Trulli Renault + 23,744 6 David Coulthard McLaren-Mercedes + 1:15,738 7 Fernando Alonso Renault + 1:24,779 8 Felipe Massa Sauber-Petronas + 1 Runde Der Große Preis von Malaysia in Kuala Lumpur in Malaysia fand am 21. März 2004 statt und ging über 56 Runden (310,408 km).

Auch im Glutofen von Malaysia – die Lufttemperatur betrug am Renntag 40 Grad – konnte Ferrari das beste Auto an den Start bringen. Der im Qualifying überraschend zweitplatzierte Mark Webber auf dem Michelin-bereiften Jaguar führte nur kurzzeitig, um nach einem Dreher in der 24. Runde schließlich auszuscheiden.

Für McLaren verlief das Rennen enttäuschend: Coulthard kam zwar auf einen sechsten Platz, aber Kimi Räikkönen musste nach dem Motorschaden in Melbourne diesmal mit einem Getriebeschaden aufgeben. Montoya fuhr die schnellste Rennrunde mit 1:34,223 Minuten, während sein Teamkollege Ralf Schumacher nach einer Kollision mit Webber zunächst zurückfiel und am Ende mit einem Motorschaden ausschied.

Großer Preis von Bahrain

Platz Fahrer Team Zeit 1 Michael Schumacher Ferrari 1:28:34,875 2 Rubens Barrichello Ferrari + 1,367 3 Jenson Button BAR-Honda + 26,687 4 Jarno Trulli Renault + 32,214 5 Takuma Satō BAR-Honda + 52,460 6 Fernando Alonso Renault + 53,156 7 Ralf Schumacher Williams-BMW + 58,155 8 Mark Webber Jaguar-Cosworth + 1 Runde Der Große Preis von Bahrain in Bahrain fand am 4. April 2004 statt und ging über 57 Runden (308,769 km).

Auch im Scheichtum fuhren die Ferrari-Piloten wieder einen Doppelsieg heraus. Insgesamt waren die Rückstände der anderen Teams allerdings nicht so deutlich wie bei den ersten beiden Rennen der Saison.

McLaren erlebte mit einem flammenden Motorschaden bei Räikkönens Wagen und einem Getriebeschaden bei Coulthard ein „Schwarzes Wochenende“. Nach nur vier Punkten bei drei Starts sprach bei Mercedes niemand mehr über den WM-Titel. Ralf Schumacher verspielte bei einer Kollision mit Satō eine bessere Platzierung als Platz 7.

Michael Schumacher schaffte hingegen nach der Pole vor Barrichello und Montoya und dem Sieg auch die schnellste Rennrunde mit 1:34,223 Minuten.

Großer Preis von San Marino

Platz Fahrer Team Zeit 1 Michael Schumacher Ferrari 1:26:19,670 2 Jenson Button BAR-Honda + 9,702 3 Juan Pablo Montoya Williams-BMW + 21,617 4 Fernando Alonso Renault + 23,654 5 Jarno Trulli Renault + 36,216 6 Rubens Barrichello Ferrari + 36,683 7 Ralf Schumacher Williams-BMW + 55,730 8 Kimi Räikkönen McLaren-Mercedes + 1 Runde Der Große Preis von San Marino in Imola fand am 25. April 2004 statt und ging über 62 Runden (305,606 km).