Sankt Marein bei Graz (früher gelegentlich auch Sankt Marein am Pickelbach) ist eine Gemeinde im Bezirk Graz-Umgebung zwischen Graz und Feldbach mit Einwohnern (Stand ) in der Steiermark. 2015 wurden die vormals eigenständigen Gemeinden Krumegg und Petersdorf II eingemeindet.
Geografie Geografische Lage Sankt Marein bei Graz liegt ca. 20 km östlich der Landeshauptstadt Graz im Bezirk Graz-Umgebung im Oststeirischen Hügelland.
Durch die Gemeinde fließt der Pickelbach, ein Nebenfluss der Raab. Sankt Marein bei Graz ist die östlichste Gemeinde im Bezirk.
Gemeindegliederung Die Gemeinde gliedert sich in fünf Ortschaften (Einwohner Stand ): Kohldorf () samt Kocheregg Krumegg () samt Brunn, Dornegg, Hohenegg, Lanergraben, Pirkwiesen und Prüfing Petersdorf II () Sankt Marein bei Graz-Markt () Sankt Marein bei Graz-Umgebung () samt Elxenbach, Graberberg, Holzmannsdorf, Holzmannsdorfberg, Mareinberg, Tirschenberg, Trausdorf und Trausdorfberg
Das Gemeindegebiet besteht aus drei Katastralgemeinden (Fläche Stand ): Krumegg () Petersdorf II () St. Marein am Pickelbach ()
Nachbargemeinden Drei der sieben Nachbargemeinden liegen im Bezirk Südoststeiermark (SO), je eine im Bezirk Leibnitz (LB) bzw. im Bezirk Weiz (WZ).
Geschichte Das im Mittelalter entstandene St. Marein am Pickelbach war vom Ungarneinfall von 1418 und während der Ungarnkriege bis zum Beginn der Neuzeit von einem zwischenzeitlichen Siedlungsrückgang betroffen. Die Ortsgemeinde als autonome Körperschaft entstand 1850, mit Ministerialerlass vom 23. Januar 1871 wurde St. Marein am Pickelbach zum Markt erklärt.
Nach der Annexion Österreichs 1938 kamen die Gemeinden zum Reichsgau Steiermark, 1945 bis 1955 waren sie Teil der britischen Besatzungszone in Österreich.
Eingemeindung Im Rahmen der steiermärkischen Gemeindestrukturreform wurde Sankt Marein bei Graz ab 2015 mit der Gemeinde Krumegg und der (damals im Bezirk Südoststeiermark liegenden) Gemeinde Petersdorf II zusammengeschlossen.Steiermärkische Gemeindestrukturreform. Grundlage dafür war das Steiermärkische Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG.§ 4 Absatz 1 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG), Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014, Nr. 31, Jahrgang 2014, , S. 4. Die Grenzen der Bezirke Südoststeiermark und Graz-Umgebung wurden so geändert, dass die neue Gemeinde vollständig im Bezirk Graz-Umgebung liegt.Verordnung der Steiermärkischen Landesregierung vom 10. Juli 2014, mit der die Steiermärkische Bezirkshauptmannschaftenverordnung geändert wird. Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 10. September 2014, Nr. 99, Jahrgang 2014, .
Die ehemalige Gemeinde Petersdorf II lag bis Ende 2012 im Bezirk Feldbach und hatte das Kfz-Kürzel „FB“. Ab Mitte 2013 bis Ende 2014 wurden Kennzeichen mit dem Kürzel „SO“ zugeteilt, seit 2015 ist es „GU“.
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Pfarrkirche St. Marein bei Graz
Katholische Pfarrkirche St. Marein bei Graz hl. Maria: Die Kirche steht auf einem erhöhten Plateau, von einer Nischenmauer mit zwei gedeckten Stiegenaufgängen umgeben. Erstmals 1224 erwähnt, ist sie ein spätgotischer Bau um 1550, mit Zwiebelturm. Katholische Filialkirche Petersdorf II Vierzehn Nothelfer
Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Sankt Marein bei Graz liegt abseits der Hauptverkehrsstraßen. Die Südautobahn A 2 ist circa elf Kilometer entfernt und über die Anschlussstelle Laßnitzhöhe (exit 169) erreichbar. Die Feldbacher Straße B 68 von Gleisdorf nach Feldbach ist etwa sechs Kilometer entfernt, die Kirchbacher Straße B 73 von Graz nach Kirchbach in Steiermark circa acht Kilometer.
In Sankt Marein befindet sich kein Bahnhof. Zugang zur Steirischen Ostbahn besteht im Bahnhof Studenzen-Fladnitz in ca. 7 km mit stündlichen Regionalzug-Verbindungen nach Graz und Gleisdorf bzw. nach Feldbach.
Der Flughafen Graz ist ca. 23 km entfernt.
Bildung Kindergarten Volksschule Neue Mittelschule Polytechnische Schule
Politik
Gemeinderat Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder.
Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2015: ÖVP 14, FPÖ 2, GL 2, SPÖ 2, GRÜNE 1. Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2020: ÖVP 16, GRÜNE 3, FPÖ 1, SPÖ 1. Gemeinderatswahlen in der Steiermark 2025: ÖVP 13, FPÖ 6, GRÜNE 2.
Bürgermeister
bis 2014 Johann Puchmüller (ÖVP) seit 2015 Franz Knauhs (ÖVP)
Wappen
Mit der Fusion der drei Gemeinden verloren die Wappen der fusionierten Gemeinden ihre offizielle Gültigkeit. Die Verleihung des ersten Gemeindewappens für Sankt Marein bei Graz erfolgte mit Wirkung vom 1. Juli 1966. Die Blasonierung (Wappenbeschreibung) lautete: „In einem schwarzen Schild eine goldene, bis an den oberen Schildrand reichende eingebogene Spitze, die mit einer blauen Lilie belegt und beiderseits von einem einwärts gekehrten goldenen Halbmond begleitet ist.“Mitteilungen des Steiermärkischen Landesarchivs 18, 1968, S. 137 Hier wurde durch die Lilie als Symbol der Gottesmutter der Name der Pfarrkirche und der Marktgemeinde bezeichnet. Die goldenen Halbmonde in Schwarz sind dem Wappen der Herren von Gleispach entnommen, die im 16. Jahrhundert das Schloss Pirkwiesen innehatten. 120px|links Ein neues Gemeindewappen für die Fusionsgemeinde wurde von der Steiermärkischen Landesregierung mit Wirkung vom 15. Juni 2020 verliehen.57. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 28. Mai 2020 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Marktgemeinde Sankt Marein bei Graz (politischer Bezirk Graz-Umgebung), ris.bka.gv.at, abgerufen am 19. Juni 2020.
Die geänderte Blasonierung lautet: „In rotem Schild golden eine bis an den oberen Schildrand reichende und mit einer blauen Lilie belegte eingebogene Spitze, rechts silbern zwei Pfähle, belegt mit einem silbernen Balken, darin ein anstoßender beiderseitig gezinnter Balken in Schattenfarbe, links silbern und pfahlweise aufrecht ein einwärtsgewandter gotischer Schlüssel.“ Damit hat das neue Wappen Elemente aus allen Vorgängergemeinden vereint.
Persönlichkeiten Ehrenbürger 1970: Josef Krainer (1903–1971), Landeshauptmann der Steiermark 1948–1971Südost-Tagespost (8. März 1970), S. 5.
Söhne und Töchter der Marktgemeinde Johann Joseph Fux (1660–1741), Komponist Maria Lichtenegger (1906–1923) Alois Kraxner CSsR (1933–2010), Ordensgeistlicher und Bischofsvikar für die Ordensleute im Erzbistum Wien Ernst Michael Kopper (1945–2024), Architekt Marianne Graf (* 1951), Mitbegründerin und Vorstandspräsidentin der Albania-Austria Partnerschaft. Karin Freitag (* 1980), Langstreckenläuferin
Mit der Marktgemeinde verbunden
Leonore Gewessler (* 1977), Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie der Republik Österreich (Bundesregierung Kurz II, Bundesregierung Schallenberg sowie Bundesregierung Nehammer) Klaus Salmutter (* 1984), Fußball-Nationalspieler
Weblinks
st-marein-graz.gv.at Website der Gemeinde Steiermark360, 360°-Panorama St. Marein bei Graz (Luftaufnahme)
Einzelnachweise
Kategorie:Gemeindegründung 2015 Kategorie:Weinbaugemeinde in der Steiermark