Übelbach ist eine Marktgemeinde mit Einwohnern (Stand ) in der Steiermark nordwestlich von Graz. Sie entstand 1951 durch Fusion von Übelbach Markt und Übelbach Land.

Geografie Geografische Lage Übelbach liegt in einem Seitental des Mittleren Murtals im Bezirk Graz-Umgebung in der Weststeiermark ca. 20 km nordwestlich der Landeshauptstadt Graz.

Ausdehnung des Gemeindegebietes Die Marktgemeinde Übelbach umfasst  km² und erstreckt sich von West nach Ost über eine Länge von etwa 20 km von der Gleinalpe bis fast zum Murtal entlang des Übelbaches, eines rechten Nebenflusses der Mur. Im Westen befinden sich im Gemeindegebiet einige Berge mit Höhen über : Ochsenkogel (), Speikkogel (), Lärchkogel () und Eiblkogel () sowie zwei Übergänge in die Nachbargemeinden: Gleinalmsattel () und Kreuzsattel ().

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst folgende vier Ortschaften bzw. Katastralgemeinden (Einwohner Stand , Fläche Stand ): Kleintal ( Ew.), KG Kleinthal () samt Kleintalgraben, Kumpelgraben und Meislgraben Land-Übelbach ( Ew.), KG Übelbach Land () samt Arzwaldgraben, Fahrneck, Guggenbach, Gunegg und Reicherhöhe Markt-Übelbach ( Ew.), KG Übelbach Markt () Neuhof ( Ew., ) samt Bockstallgraben, Kleintal, Lambach, Mitterberg und Neuhofgraben

Nachbargemeinden Übelbach ist von neun Nachbargemeinden umgeben, drei davon liegen im Bezirk Leoben (LE), eine im Bezirk Murtal (MT), zwei im Bezirk Voitsberg (VO) und drei im Bezirk Graz-Umgebung.

Geschichte Übelbach wird erstmals in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts als Ubilpach erwähnt und ist wahrscheinlich nach dem gleichnamigen Bach benannt. Im selben Jahrhundert wurde der Markt erbaut, nachdem im Tal Silbervorkommen entdeckt worden waren. Der Silberbergbau wurde jedoch um 1500 wieder eingestellt.

Erst im 18. Jahrhundert entwickelte sich in Übelbach ein gewisser Wohlstand durch den Betrieb von Hammerschmieden, die durch die Nutzung der Wasserkraft und des waldreichen Umlandes einen günstigen Standort fanden. Das Erz wurde aus der Obersteiermark geholt. Das Eisen wurde auf Flößen ins Murtal gebracht und dort mit Fuhrwerken weitertransportiert.

In der Zwischenzeit entstand neben den Hammerschmieden im Ortsteil Guggenbach eine Papierfabrik. Da dieser Betrieb auf Ressourcen von außerhalb des Tales angewiesen war, wurde die Eisenbahnlinie nach Peggau gebaut, was allerdings zum Niedergang der Hammerschmieden führte. Seit 1919 verkehrt die Eisenbahn regelmäßig zwischen Peggau und Übelbach.

Die Besitzer der Papierfabrik wurden 1938 als Juden verfolgt und zum Verkauf weit unter ihrem Wert gezwungen, nach dem Zweiten Weltkrieg schlug die ÖVP aus dieser „Arisierung“ Kapital (siehe Krauland-Skandal). In den folgenden Jahrzehnten wurde der Konkurrenzkampf mit größeren Unternehmen aber zunehmend schwierig, bis die Firma ihren Betrieb 1972 einstellte. Gleichzeitig begann allerdings der Aufschwung der Firma Gaulhofer, die Türen und Fenster produziert und die alle Mitarbeiter der Papierfabrik übernommen hat.

Die Ortsgemeinde als autonome Körperschaft entstand 1850. Nach der Annexion Österreichs 1938 kam die Gemeinde zum Reichsgau Steiermark, 1945 bis 1955 war sie Teil der britischen Besatzungszone in Österreich.

Die Gemeinde Übelbach entstand am 1. Jänner 1951 durch Fusion der bis dahin selbständigen Gemeinden Übelbach Markt und Übelbach Land (bis Mai 1948 noch Uebelbach Markt und Uebelbach Land).

Bevölkerungsentwicklung

mini|Pfarrkirche hl.Laurentius

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Museen Stallmuseum im Ortsteil Neuhof. In einem alten Stallgebäude zeigt es alte bäuerliche Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände.

Sport Durch die Lage der Marktgemeinde im Bereich der Gleinalpe bieten sich vielfältige Wandermöglichkeiten: Am Westrand der Marktgemeinde verlaufen auf dem Grat der Gleinalpe der Nord-Süd-Weitwanderweg sowie der Europäische Fernwanderweg E6. Der Übelbacher Silberweg umrundet in ca. 9 km bei circa 2 ½ Stunden Gehzeit die Gemeinde auf den Spuren des Silberbergbaus. In der Gemeinde gibt es einen Eishockeyclub und einen Fußballverein (SV Übelbach).

Wirtschaft und Infrastruktur mini|S-Bahn-Triebwagen des Typs Stadler GTW im Bahnhof Übelbach Übelbach gehört zum 2005 gegründeten Wirtschaftsverbund Region Übelbachtal, dem darüber hinaus die Gemeinden Deutschfeistritz, Peggau und die ehemalige Gemeinde Großstübing angehören.

Verkehr Die Pyhrn Autobahn A 9 verläuft durch das Gemeindegebiet und es gibt eine Anschlussstelle Übelbach (157). Im Westen der Marktgemeinde befindet sich das Südportal des mautpflichtigen Gleinalmtunnels.

In Übelbach befinden sich ein Bahnhof und fünf Haltepunkte der Lokalbahn Peggau–Übelbach (S11). Die Linie bietet an Werktagen stündliche Schnellbahn-Verbindungen nach Peggau mit Anschluss zur Südbahn. Zweimal täglich je Richtung werden die Züge direkt bis nach Graz geführt.

Neuhof und Kleintal werden mit einem Bus der Lokalbahn bedient.

Tourismusverband Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Deutschfeistritz und Peggau den Tourismusverband „Deutschfeistritz-Peggau-Übelbach“. Dessen Sitz ist in Deutschfeistritz.Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 300. S. 624.

Politik mini|Altes Rathaus von Übelbach

Bürgermeister Bürgermeister der Gemeinde ist seit 2003Anfrage am Gemeindeamt Markus Windisch (ÖVP).

Dem Gemeindevorstand gehören weiters Vizebürgermeisterin Sonja Zuser (ÖVP) und Gemeindekassier Franz Endthaller (SPÖ) an.

Gemeinderat Der Gemeinderat setzt sich nach der Gemeinderatswahl 2025 wie folgt zusammen: 9 ÖVP 6 SPÖ

Die letzten Gemeinderatswahlen brachten die folgenden Ergebnisse: Partei20252020 2015 2010 2005 2000MandateStimmen%Mandate St. % M. St. % M. St. % M. St. % M. ÖVP9734629 869 62 10 925 68 11 891 62 9 825 60 9 SPÖ6444386 469 33 5 413 30 4 545 38 6 438 32 5 FPÖnicht kandidiertnicht kandidiert 65 5 0 29 2 0 nicht kandidiert 111 8 1 Wahlbeteiligung69 % 82 % 81 % 86 % 86 % Alle Prozentangaben auf Ganzzahlen gerundet

Wappen links|100px Die Silbergruben im Übelbachtal finden im Wappen des Marktes Übelbach, das schon 1590 bezeugt ist, ihre Spiegelung: an einem 1612 ausgestellten Kaufbrief zeigt das Siegel über einem gefluteten Schildfluss („Bach“) einen auf die Kante gestellten Silberbarren mit Punzen. Dieser Silberbarren ist in späterer Zeit durch Missverstehen zu einem silbernen Würfel mit vier Augen geworden, wie das heute gebräuchliche Marktwappen zeigt. auf der Homepage der Gemeinde.

Eine offizielle Verleihung erfolgte zum 1. November 2016 mit folgender Blasonierung (Wappenbeschreibung):127. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 20. Oktober 2016 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Marktgemeinde Übelbach (politischer Bezirk Graz-Umgebung), abgerufen am 4. November 2016. „Über silbernem, blau geflutetem Wellenschildfuß in Rot silbern die auf eine Spitze gestellte Seite eines würfelförmigen Silberbarrens mit vier schwarzen, kreisförmigen Punzen.“

Persönlichkeiten Ehrenbürger der Gemeinde Herbert Strallhofer (1927–2022), Bürgermeister von Übelbach 1973–1983Kleine Zeitung (2. Dezember 2022), S. 54. Söhne und Töchter der Gemeinde Eugen Amreich (1859–1940), Abt des Zisterzienserstiftes Rein Ermelinde Wertl (um 1933–2004), Tischtennisspielerin Hermann Glettler (* 1965), katholischer Geistlicher, Künstler und Bischof von Innsbruck Gregor Pötscher (* 1973), Fußballspieler

Mit Übelbach verbundene Persönlichkeiten Adolf Ruhmann (1832–1920), Papierfabrikant

Literatur Konrad Zechner: Die Silberlinge von Übelbach. Marktgemeinde Übelbach, 2006. Marktgemeinde Übelbach: Übelbach 1945–1955 -- Zeitzeugen erzählen. Erhältlich bei der Marktgemeinde. Erich Vaculik: Ubilpach. Mikrokosmos im Wandel der Zeit. 2004. Carina Prasser, Stefan Roth: Gemeindeplanung Übelbach. Möglichkeiten zur Reaktivierung des Ortes und Erstellung eines autarken Energiekonzeptes. Diplomarbeit, Graz 2013 (tugraz.at).

Weblinks

Geschichte von Übelbach auf der Homepage der Gemeinde Geschichte und weitere Infos auf einer privaten Homepage Steiermark360, 360°-Panorama Übelbach (Luftaufnahme)

Einzelnachweise

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