Conakry [] (ehemals Konakry) ist die Hauptstadt Guineas. Sie ist mit 3.407.327 Einwohnern (Volkszählung 2025) die größte Stadt des Landes.
Etymologie Mündlichen Überlieferungen zufolge ist der Name Conakry eine Kontraktion aus dem Eigennamen Konan eines Bauern, dessen Palmen auf dem heutigen Stadtgebiet hervorragenden Wein produzierten, und dem Wort nakiri für „am anderen Ufer“. Der Legende nach war der Wein so berühmt, dass viele Menschen auf dem Festland von Konan am anderen Ufer sprachen, kurz „Konakiri“.
Obwohl die sprachliche Konstruktion plausibel ist, gibt es Zweifel an dieser überlieferten Geschichte. So gibt es in der Region eine Vielzahl an Orten mit sehr ähnlichen Namen, die sich nicht in unmittelbarer Nähe von Ufern befinden und wo keine Bewohner namens Konan bekannt sind.
Geographie 250px|mini|Conakry (Luftaufnahme) Die Stadt entstand aus einer kleinen Fischersiedlung, die auf der Insel Tombo vor der Halbinsel Kaloum im Westen Guineas im Atlantischen Ozean lag. Mit zunehmender Bedeutung als Sitz der Verwaltung der französischen Kolonie Rivières du Sud entwickelte sich der Ort auch zu einem wichtigen Handelsplatz. Durch Aufschüttungen wurde schließlich Tombo an die Halbinsel und somit auch an das Festland angeschlossen.
Anfang des 20. Jahrhunderts war Conakry eine prächtige Stadt mit Sandstränden und Uferpromenaden und baumbestandenen Boulevards. Man bezeichnete es damals oft als das „Paris Afrikas“ oder auch als „Petit Marseille“. Im Laufe des 20. Jahrhunderts dehnte sich Conakry von Tombo, wie die ehemalige Insel hieß, immer weiter nach Nordosten auf die Halbinsel aus. Sie umfasste nun die Stadtteile Matam, Dixinn, Matoto und Ratoma. Nach dem Jahr 2000 betrug die Ausdehnung in dieser Richtung ins Landesinnere etwa 36 Kilometer bis zum Kreisel kilomètre trente-six.
Klima Das Klima in Conakry ist ausgesprochen warm. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei 26,6 °C und es ist ganzjährig zwischen 25 und 30 °C warm. Die Niederschlagsmenge beträgt 4296 mm pro Jahr. Die Trockenzeit dauert von November bis Mai.
Geschichte Im Jahr 1887 wurde Conakry, damals noch ein Fischerdorf, von Frankreich besetzt und zur Stadt ausgebaut.
Conakry ist seit 1890 Hauptstadt von Französisch-Guinea, heute der Republik Guinea.
Seit 1955 ist Conakry Sitz des katholischen Erzbistums Conakry.
mini|Conakry: Französischer Gouverneurspalast 1956 mini|Der Volkspalast in Conakry
Sehenswürdigkeiten Nationalmuseum (Musée National): Das Nationalmuseum zeigt Kunstobjekte, vor allem Masken, aus dem ganzen Land. Faysal-Moschee: Die Faysal-Moschee, Ende der 1970er Jahre erbaut, ist die viertgrößte Moschee in Afrika und die größte in Subsahara-Afrika. Die Moschee bietet Platz für insgesamt 12.500 Menschen (2.500 für Frauen im Obergeschoss und 10.000 für Männer im Erdgeschoss). Mausoleum Camayenne: Im Mausoleum Camayenne sind wichtige Persönlichkeiten Guineas begraben, so z. B. Ahmed Sékou Touré und Samory Touré. Monument du 22 Novembre 1970: Denkmal zu Ehren der vereitelten portugiesischen Operation Mar Verde Volkspalast (Palais du Peuple): Der Volkspalast dient kulturellen Zwecken (Ausstellungen, Kongresse) und ist Sitz des Parlamentes.
Der Botanische Garten Conakry ist eine Ruheoase im Zentrum der Stadt. Los-Inseln (Îles de Los): Nur wenige Kilometer vor der Küste liegen die Îles de Los mit palmengesäumten Sandstränden. Auf zwei dieser Inseln wurde bis in die 1960er Jahre Bauxit abgebaut.
mini|Port autonome de Conakry (2020) mini|Hafen für Bauxitausfuhr in Conakry (2022) mini|Fischerhafen von Boulbinet (Aufnahme 2020)
Wirtschaft und Verkehr Conakry ist das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Die Stadt besitzt einen internationalen Flughafen und einen bedeutenden Hafen am Atlantik. Unter anderem werden Bananen, Eisenerz und Bauxit verschifft. Der Hafenumschlag betrug 1997 3.739.463 Tonnen, seit dem Ausbau des Hafens Anfang der neunziger Jahre für Containerschiffe der zweiten Generation nimmt auch der Containerumschlag beständig zu.
2008 wurde zunächst der Filiale des französischen Logistik-Konzerns Necotrans, Getma, eine Konzession zum Ausbau und Betrieb des Hafens erteilt. Diese Konzession wurde 2011 aufgrund der Nichterfüllung vertraglicher Verpflichtungen per Dekret widerrufen., Jeune Afrique, 27. Mai 2014 Wenige Monate später wurde eine 25-jährige Konzession zum weiteren Ausbau und Betrieb an das Unternehmen Bolloré vergeben., Bolloré, abgerufen am 28. September 2018. Mitte März desselben Jahres stellte die Getma Strafanzeige gegen Vincent Bolloré bei der Pariser Staatsanwaltschaft. Er wurde beschuldigt, die erfolgreiche Wahlkampagne des Präsidenten Guineas, Alpha Condé, im Jahre 2010 finanziert zu haben. Das daraufhin eingeleitete Ermittlungsverfahren wurde eingestellt.Guinée : Bolloré condamné à payer 2 millions d'euros pour le port de Conakry. In: Le Monde, 10. Okt. 2013. Im Oktober 2013 wurde Bolloré vom Handelsgericht Nanterre zur Zahlung von 2,1 Millionen Euro als Kompensation für bereits durchgeführte Hafen-Erweiterungen an Getma verurteilt.
Am 17. Dezember 2023 geriet das größte Öldepot Guineas, das sich im Stadtzentrum Kaloum unweit des Hafens befindet, in Brand. Es kam in der Nacht auf den 18. Dezember zu Explosionen von Kohlenwasserstoff, sodass ein beträchtlicher Teil des Lagers und der Infrastruktur zerstört und Treibstoffe verbrannt wurden. Dabei wurden Hunderte von Personen verletzt, und es gab anfänglich acht Tote zu beklagen.Dunja Sadaqi: Westafrika: Tote nach Explosion in Ölanlage in Guinea, Website tagesschau.de (18. Dezember 2023, abgerufen am 25. Dezember 2023)
Bildung Seit 1963 gibt es eine staatliche Universität in Conakry, die Université Gamal Abdel Nasser de Conakry (UGANC). 1999 wurde mit der Université Kofi Annan de Guinée (UKAG) die erste Privatuniversität eröffnet. Seit 2005 besteht zudem die Université Général Lansana Conté de Sonfonia (UGLCS) sowie seit 2008 die Université Thierno Amadou Diallo (UTAD).
Städtepartnerschaften Freetown, Sierra Leone, seit 2008
Söhne und Töchter der Stadt Jo Maka (1929–1981), Jazzmusiker Djibril Tamsir Niane (1932–2021), Historiker, Schriftsteller und Dramatiker Jean Claude Diallo (1945–2008), Diplom-Psychologe, Politiker und Integrationsdezernent Katoucha Niane (1960–2008), französisches Model Mamady Youla (* 1961), guineischer Politiker Sékouba Konaté (* 1964), Brigadegeneral und Politiker Pablo Thiam (* 1974), guineisch-deutscher Fußballspieler und -funktionär Kanfory Sylla (* 1980), Fußballspieler Pascal Feindouno (* 1981), Fußballspieler Oumar Kalabane (* 1981), Fußballspieler Fodé Mansaré (* 1981), Fußballspieler Souleymane Youla (* 1981), Fußballspieler Djene Barry (* 1982), Schwimmerin und Olympionikin Alhassane Keita (* 1983), Fußballspieler Alimou Mamadou Diallo (* 1984), Fußballspieler Alhassane Baldé (* 1985), deutscher Rennrollstuhlsportler Ismaël Bangoura (* 1985), Fußballspieler Ibrahima Sory Camara (* 1985), Fußballspieler Mohamed Fofana (* 1985), Fußballspieler Kamil Zayatte (* 1985), Fußballspieler Mamadou Bah (* 1988), Fußballspieler Guy-Michel Landel (* 1990), Fußballspieler Florentin Pogba (* 1990), Fußballspieler Aissata Toure (* 1990), Sprinterin und Olympionikin Mariama Dalanda Barry (* 1991), Taekwondoka und Olympionikin Mohamed Diarra (* 1992), Fußballspieler Alhassane Keita (* 1992), Fußballspieler Ibrahima Savane (* 1993), Fußballspieler Issiaga Sylla (* 1994), Fußballspieler Naby Keïta (* 1995), Fußballspieler Boubacar Barry (* 1996), Fußballspieler Mohamed Camara (* 1996), Fußballspieler Mohamed Mara (* 1996), französisch-guineischer Fußballspieler Fatoumata Balley (* 1997), Hochspringerin Amadou Diawara (* 1997), Fußballspieler Jules Keita (* 1998), Fußballspieler Hadja Idrissa Bah (* 1999), Aktivistin für Kinder- und Frauenrechte Fatoumata Binta Diallo (* 2000), portugiesische Leichtathletin Cheick Condé (* 2000), Fußballspieler Ousmane Camara (* 2001), Fußballspieler Momo Cissé (* 2002), Fußballspieler Ilaix Moriba (* 2003), Fußballspieler Abdoulaye Kamara (* 2004), Fußballspieler Facinet Conte (* 2005), guineisch-marokkanischer Fußballspieler Sidiki Chérif (* 2006), französisch-guineischer Fußballspieler
Weblinks
Port Autonome de Conakry (französisch/englisch) Université Kofi Annan de Guinée (französisch) Topographische Karte der Küstenregion Franz. Guineas mit Conakry (Service Géographique de l'Afrique Occidle Française à Dakar 1941). Abgerufen am 30. August 2009 (französisch/portugiesisch).
Einzelnachweise
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