Der Xantia (Typ X) ist ein am 1. März 1993Citroën-Homepage vorgestelltes Modell des Autoherstellers Citroën, das den Citroën BX ersetzte. Ab Spätsommer 1995 ergänzte noch die Kombiversion Break die Palette.

Gebaut wurde das Auto von März 1993Automobil Revue. Katalognummer 1993, ISBN 3-444-00559-8. bis Dezember 2001 in Frankreich. Die Limousine wurde im Citroën-Werk Rennes in der Bretagne hergestellt, der Break bei Heuliez in Cerizay.

Technik Sterne im Euro-NCAP-Crashtest (1997)Ergebnisse des Citroën Xantia X1 beim Euro-NCAP-Crashtest, abgerufen am 28. April 2014 (englisch) 105px

Der Xantia, dessen Karosserie von Bertone entworfen wurde, hat eine in Kurven kinematisch mitlenkende Hinterachse und eine Zentralhydraulik für die Federung, die Bremsen und die Servolenkung (sofern vorhanden). Seine kinematisch mitlenkende Hinterachse wurde erstmals beim Citroën ZX eingebaut und in der Folgezeit bei allen Citroën mit gezogenen Längslenkern an der Hinterachse verwendet, unter anderem im Saxo und im Xsara.

Das Fahrwerk und die Federung wurde beim Xantia je nach Modellvariante und Motor in drei Varianten angeboten:

Mit hydropneumatischer Federung, so wie schon bei der Citroën DS und anderen Fahrzeugen des Herstellers, also mit Stickstoff als Federelement und einer Ölsäule zwischen dem Federelement und den Rädern. Mit der Ölmenge regelt das System automatisch die Fahrzeughöhe, sodass der Wagen unabhängig von der Belastung immer die gleiche Höhe hat. Zusätzlich ist die Höhe per Hebel verstellbar, was insbesondere für Wartungsarbeiten erforderlich ist, aber (in Grenzen) auch für schwieriges Gelände genutzt werden kann.

Als Hydractive-II, einer Erweiterung der Hydropneumatik, bei der die Federhärte und die Dämpfung in zwei Stufen verstellt werden kann. Dabei wird pro Achse ein zusätzlicher Stickstoff-Speicher verwendet. Ein Steuergerät trennt automatisch abhängig von Geschwindigkeit, Lenkradeinschlag, Gaspedalstellung und Bremsdruck die zusätzlichen Speicher mit einem Elektroventil vom System (insbesondere in schnell durchfahrenen Kurven), wodurch die Federung straffer wird. Die Fahrsicherheit im Grenzbereich wird höher, weil die Seitenneigung und die Lastwechselreaktionen sich verringern und der Wagen weniger nachschwingt. Per Schalter kann die Kennlinie verändert werden, sodass der Wagen früher auf hart stellt. Die weiche Stufe ist etwas weicher (und komfortabler) als die Standard-Hydropneumatik, die harte Stufe härter.

Als Activa mit automatischem Wankausgleich, siehe Abschnitt weiter unten in diesem Artikel.

Die Hydropneumatik erhielt ab Ende 1993 bei Fahrzeugen mit Servolenkung ein Anti-Absink-System, das bei abgestelltem Motor hinter den Höhenkorrektoren den Rücklauf der Federung sperrte und somit ein gleichbleibendes Fahrzeugniveau auch bei längerem Stillstand garantierte. Da der Bremsdruck der hinteren Bremse bei der Citroën-Zentralhydraulik aus der Hinterachs-Federung gespeist wird (beladungsabhängige Bremswirkung), musste ein zusätzlicher Druckspeicher im Bereich der Hinterachse in das System integriert werden, um die Bremsfunktion bei Druckverlust sicherzustellen.

Im Spätsommer 1995 folgte noch die Break genannte Kombiversion des Xantia.

Ende 2001 wurde die Produktion des Xantia in Frankreich beendet. Der Nachfolger C5 erschien bereits im Frühjahr 2001. Bis September 2010 wurde noch eine einfach ausgestattete Version des Xantia 2.0i 16V im Iran bei SAIPA für den dortigen Markt hergestellt.

Der Xantia war (zusammen mit dem XM) das letzte Citroën-Modell mit einer Zentralhydraulik, die Bremsservo, Servolenkung und Niveauregulierung mit Drucköl versorgte.

Chronologie 1993 März: Markteinführung des Xantia in Frankreich mit den Ottomotoren 1,8i mit 74 kW (101 PS), 2,0i mit 89 kW (121 PS) und 2,0i 16V mit 112 kW (152 PS). Innenraum mit Zweispeichen-Lenkrad (optional mit Radiofernbedienung), kein Airbag, keine Gurtstraffer. Juni: Dieselmotoren 1,9 D mit 51 kW (69 PS) und 1,9 Turbo D mit 68 kW (92 PS). Juli: Einführung des Fahrzeugs in Deutschland

1994 April: Kleine Modellpflege: Ab 18. April 1994 (Orga-Nummer 6370): Doppelwinkel auf dem Kühlergrill statt auf der Motorhaube angebracht. Der Xantia sah damit dem Modell ZX und dem kurze Zeit später modifizierten XM ähnlicher. Zur Unterscheidung werden die Modelle bis dahin inoffiziell Ur-Xantia oder X1.0 genannt. Etwa ab 8. April 1994 (kurz vor Beginn des Modelljahrs 1995) Einführung von pyrotechnischen Gurtstraffern für alle Varianten. Optional war ein Airbag erhältlich, in diesem Falle gab es ein Vierspeichen-Lenkrad. Einfache Xantias ohne Airbag hatten weiterhin das Zweispeichen-Lenkrad, während die Top-Ausstattungslinie VSX ein Dreispeichen-Lenkrad bekam (sofern ohne Airbag). Neuer Ottomotor: 1,6i mit 65 kW (88 PS). 1,8i und 2,0i auch mit Automatikgetriebe erhältlich. 2,0i 16V wurde auf 110 kW (150 PS) gedrosselt.

1995 1. Juni 1995 (Modelljahr 1996, Orga 6779): straffere Federung für alle Ausführungen. 26. Juni 1995 (Orga 6804): Weiterentwicklung Radio 4030 mit CD-Wechsler: Das bisher separate CD-Interface (unter dem Beifahrersitz) wird in das Radio integriert, anderer CD-Wechsler mit geänderter Befestigung und angepasster Kabelbaum. Das alte Radio 4030 ist mit Nummer 96 133 458 80 beschriftet, das neue mit 96 264 240 80. Der alte CD-Wechsler ist 200 mm hoch und 100 mm breit, der neue 180 mm hoch und 75 mm breit. Juli: Neue Motorenpalette: Einführung des 1,8i 16V mit 81 kW (110 PS). 2,0i 16V mit Ansaugklappensteuerung entfällt zugunsten des TCT Einführung des 2,0i TCT mit 108 kW (147 PS). Einführung eines neuen 2,0i 16V mit 97 kW (132 PS). Einführung des 2,1 Turbo D12 mit 80 kW (109 PS). 1,6i mit 65 kW (88 PS) wurde durch eine gedrosselte Version des 1,8i mit 66 kW (90 PS) abgelöst. 1,8i mit 74 kW (101 PS) und 2,0i mit 89 kW (121 PS) nur noch mit Automatikgetriebe lieferbar. 1,9 D wurde auf 50 kW (68 PS) gedrosselt. September: Einführung der Kombiversion Break. 12. Oktober 1995 (Orga 6912): Weiterentwicklung Radio 4030 ohne CD-Wechsler: Das Radio enthält das Interface für den CD-Wechsler, auch wenn dieser nicht verbaut ist. Das alte Radio 4030 ist mit Nummer 96 133 458 80 beschriftet, das neue mit 96 264 240 80. 04. Dezember (ab Orga 6965): Beifahrerairbag gegen Aufpreis erhältlich. Fahrerairbag wird Serienausstattung. Eine Wickelspule ersetzt den Schleifring im Lenkrad.

1996 29. April (Orga 7112): Nebellichtschalter wurde vom Armaturenbrett zum linken Lenkstockschalter versetzt. Dabei wandern die Schalter für Stand- und Abblendlicht vom Ring zum Ende des Lenkstockschalters. 03. September (Orga 7239): Einführung der dritten Bremsleuchte (in der Heckklappe) September: 1,9 D wurde durch den Soft-Turbodieselmotor 1,9 SD 55 kW (75 PS) abgelöst.

1997 Januar: Einführung des 3,0i V6 140 kW (190 PS). 6. November (Orga 7668): Große Modellpflege (Facelift). Diese Ausführung wird als X2 bezeichnet. Äußerliche Kennzeichen sind stärker abgerundete Stoßstangen vorne und hinten sowie eine neue Front mit anderen Scheinwerfern und der Integration des Kühlergrills in die Motorhaube. Der obere Teil der Rückleuchten wird weiß statt vorher schwarz oder leicht rosa. Statt zwei unterschiedliche breiten Fronten (je nach Motor) gab es fortan nur noch eine Front. Weiteres waren hauptsächlich strukturelle Karosserieverstärkungen, auch in den Türen und Seitenairbags in den Lehnen der Vordersitze.

Im Innenraum wurden Armaturenbrett und Lenkrad wulstiger mit stärker abgerundeten Knöpfen gestaltet. Zugleich wanderte der Hupenknopf vom Blinkerhebel in das Lenkrad. Das Handschuhfach wurde vergrößert und Ausführungen ohne Beifahrer-Airbag bekamen ein zweites Handschuhfach. Außerdem gab es statt bisher drei unterschiedlicher Werksradios von Blaupunkt nur noch ein Modell von Clarion.

1998 November: Einführung des Common-Rail-Dieselmotors 2,0 HDi mit 80 kW (109 PS). Der bisherige, gleich starke 2,1 Turbo D12 blieb weiter im Angebot. 1,8i (74 kW / 101 PS) und 2,0i (89 kW / 121 PS) mit Automatikgetriebe entfiel; als Ersatz wurden 1,8i 16V (81 kW / 110 PS) und 2,0i 16V (97 kW / 132 PS) auch mit Automatikgetriebe angeboten.

1999 Juli: 1,9 Turbo D (66 kW / 90 PS) mit Schaltgetriebe wurde durch den gleichstarken 2,0 HDi abgelöst 2,1 Turbo D12 mit 80 kW (109 PS) wurde aus dem Programm genommen 29. November (Orga 8421): Das Clarion-Radio wird abgelöst durch RB1 (mit Cassette, von Phillips) und RD1 (mit CD, von Clarion), beide optional mit einem neuen CD-Wechsler von Clarion. Beide Radios sind im DIN-Format und daher optisch nicht mehr ins Armaturenbrett integriert (bisher 1,5 DIN).

2001 Februar: Ab 19. Februar waren in Deutschland nur noch Lagerfahrzeuge verfügbar. März: Aufgrund der Einführung des Nachfolgers C5 wurde der Xantia nur noch als 1,8i 16V mit 81 kW (110 PS) und 2,0 HDi mit 66 kW (90 PS) oder 80 kW (109 PS) angeboten. Dezember: Die Produktion in Frankreich wurde beendet.

2010 September: Die Produktion im Iran wurde eingestellt.

Technische Daten Ottomotoren 1,6i 1,8i1,8i 16V2,0i 16V2,0i 16V2,0i TCT3,0i V6 Bauzeitraum04/1994–12/199703/1993–11/1998Ab Juli 1995 nur noch mit Automatikgetriebe erhältlich.07/1995–03/200107/1995–12/200103/1993–11/199803/1993–04/199404/1994–07/1995 07/1995–03/200101/1997–03/2001 Motorkenndaten Motorart Ottomotor Motorbauart R4V6 Anzahl Ventile pro Zylinder 242 424 Ventilsteuerung OHCDOHCOHC DOHCOHC2 × DOHC Nockenwellenantrieb Zahnriemen Gemischaufbereitung Saugrohreinspritzung Motoraufladung –Turbolader,Ladeluftkühler– Kühlung Wasserkühlung MotorkennungXU5 M3/Z(BFZ)XU7 JP(LFZ)XU7 JB(LFX)XU7 JP4(LFY)XU10 J2C(RFX)XU10 J4D/Z(RFY)XU10 J4D/Z(RFT)XU10 J4R(RFV)XU10 J2TE(RGX)ES9 J4(XFZ) Bohrung × Hub83,0 mm × 73,0 mm 83,0 mm × 81,4 mm 86,0 mm × 86,0 mm87,0 mm × 82,6 mm Hubraum1580 cm³ 1761 cm³ 1998 cm³2946 cm³ Verdichtungsverhältnis 9,2:19,5:110,4:19,5:1 10,4:18,0:110,5:1 max. Leistung bei min−165 kW (88 PS) bei 600074 kW (101 PS) bei 600066 kW (90 PS) bei 500081 kW (110 PS) bei 550089 kW (121 PS) bei 5750112 kW (152 PS) bei 6500110 kW (150 PS) bei 650097 kW (132 PS) bei 5500108 kW (147 PS) bei 5300140 kW (190 PS) bei 5500 max. Drehmoment bei min−1132 Nm bei 2600153 Nm bei 3000147 Nm bei 2600155 Nm bei 4250176 Nm bei 2750 183 Nm bei 3500180 Nm bei 4200235 Nm bei 2500267 Nm bei 4000 Kraftübertragung Antrieb Vorderradantrieb Getriebe, serienmäßig 5-Gang-Schaltgetriebe Getriebe, optional–4-Stufen-Automatikgetriebe–4-Stufen-AutomatikgetriebeNur für Berline erhältlich.4-Stufen-Automatikgetriebe –4-Stufen-Automatikgetriebe–4-Stufen-Automatikgetriebe Messwerte (Berline)Werte in runden Klammern („( )“) für Automatikgetriebe. Höchstgeschwindigkeit175 km/h188 km/h (179 km/h)180 km/h194 km/h (186 km/h)198 km/h (195 km/h) 213 km/h203 km/h (195 km/h)213 km/h230 km/h (225 km/h) Beschleunigung, 0–100 km/h15,2 s12,5 s (16,0 s)14,6 s11,9 s (14,7 s)11,5 s (13,6 s) 10,6 s11,0 s (12,9 s)10,4 s8,2 s (9,7 s) Kraftstoffverbrauch auf 100 km, kombiniert8,5 l S8,2 l S (9,6 l S)8,4 l S8,7 l S (8,3 l S)9,9 l S (9,8 l S) 8,9 l S9,1 l S (9,5 l S)9,9 l S10,9 l S (11,6 l S) CO2-Emission, kombiniert204 g/kmk. A.205 g/km209 g/km (217 g/km)200 g/km 207 g/km219 g/km (232 g/km)237 g/km260 g/km (281 g/km) Messwerte (Break) Höchstgeschwindigkeit–(178 km/h)177 km/h189 km/h(193 km/h) –198 km/h (193 km/h)205 km/h227 km/h (222 km/h) Beschleunigung, 0–100 km/h–(14,2 s)14,7 s12,6 s(14,8 s) –11,4 s (13,3 s)10,8 s8,4 s (10,0 s) Kraftstoffverbrauch auf 100 km, kombiniert–(7,9 l S)8,5 l S9,0 l S10,1 l S (10,3 l S) –9,4 l S (9,6 l S)10,1 l S11,1 l S (11,7 l S) CO2-Emission, kombiniert–k. A.207 g/km214 g/km(244 g/km) –223 g/km (234 g/km)241 g/km265 g/km (284 g/km)

Dieselmotoren