miniatur|hochkant|Violetta Villas (1967) Violetta Villas, bürgerlich Czesława Maria Gospodarek, geb. Cieślak (* 10. Juni 1938 in Verviers,I. Michalewicz, J. Danilewicz: Villas: Nic nie mam przecież do ukrycia. Świat Książki, 2011, ISBN 978-83-7799-068-1, S. 10. Belgien; † 5. Dezember 2011 in Lewin Kłodzki, Polen) war eine polnische Chansonsängerin im Stimmfach Koloratursopran.
Sie war international bekannt als Stimme des Atomzeitalters,L’Humanité, 1966. singender Star des Kontinents,Dunes show will star toast of Europe, Violetta Villas. In: The Vista Press, 1967. Stimme wie französischer ChampagneCasino de Paris brochure und als polnische Yma Sumac. Als erster Star des Casino de Paris im Hotel The Dunes von Las Vegas (1966–71)Tygrysica z Magdalenki, Witold Filler (1993) trat sie dort während der 1960er Jahre zeitweise zusammen mit Frank Sinatra, Paul Anka, Charles Aznavour, Sammy Davis und Barbra Streisand auf. Sie wirkte als Schauspielerin in sechs Filmen, sang in mehreren Musicalshows, komponierte, nahm insgesamt über 300 Chansons in 10 Sprachen auf (Polnisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Latein, Neapolitanisch, Russisch, Spanisch und Portugiesisch) und erntete unzählige Nummer-eins-Hits. In Polen galt sie dazu als Sexidol bis in die 1970er Jahre.
Trotz ihres internationalen Erfolges war Violetta Villas eine sehr umstrittene Person. Viele störten sich an ihrem unnatürlichen, bombastisch-kitschigen Auftreten und kritisierten ihre Alkohol-J. Danielewicz, I. Michalewicz: Villas. Nic przecież nie mam do ukrycia. 2011, ISBN 978-83-7799-068-1. (Villas’ Biographie) und Morphinsucht.J. Danielewicz, I. Michalewicz: Villas. Nic przecież nie mam do ukrycia. 2011, ISBN 978-83-7799-068-1. (Villas’ Biographie)Villas brała morfinę! (Villas took morphine!). http://pudelek.pl/. Abgerufen am 9. März 2009. Noch mehr schadete ihr die Aufdeckung ihrer geheimen Tätigkeit als Spitzel für die SB (Stasi 1956–90 in Polen) unter dem Decknamen Gabriella.J. Danielewicz, I. Michalewicz: Villas. Nic przecież nie mam do ukrycia. 2011, ISBN 978-83-7799-068-1. (Villas’ Biographie)Institute of National Remembrance (IPN BU 00170/618) Schließlich führte eine Wahnstörung bei ihr zur völligen Isolation, weil sie während ihrer letzten Lebensjahre jeder weitgehend mied.Rodzina Villas walczy o spadek (Villas’ family fights for inheritance). https://tvp.pl/. Abgerufen am 27. Dezember 2011.
Violetta Villas war Trägerin der bedeutenden Gloria-Artis-Medaille für kulturelle Verdienste.Ostatni koncert Violetty Villas; tvn24.plVioletta Villas otrzymała srebrną Glorię Artis; wprost.pl Sie ist Ehrenbürgerin von Lewin Kłodzki (Polen) und New Britain (Connecticut) in den USA.Ks. Stanisław Drąg – pisarz ikon
Leben Kindheit und Jugend (1938–59) Violetta Villas (mit bürgerlichem Namen Czesława Maria Cieślak) wurde 1938 in der Clinique Saint-Elisabeth VerviersMichalewicz, J. Danilewicz: Villas. Nic nie mam przecież do ukrycia. Świat Książki, 2011, ISBN 978-83-7799-068-1, S. 10. nahe Liège als Tochter einer polnischen Arbeiterfamilie geboren. Ihr Vater Bolesław Cieślak (1907–60) war Bergmann im Steinkohlebergbau Liège sowie Kapellmeister des Bergbauorchesters, ihre Mutter Janina Cieślak, geb. Malczyk (1914–85) kümmerte sich um den Haushalt. Ihre Kindheit verbrachte Villas in Liège und wuchs in einem konservativen Elternhaus heran.Studio Dwójki 26 maja 1991. In Belgien wurde sie auf den Namen Violetta Élisa getauft, jedoch registrierte ihr Vater sie polnisch als Czesława Maria.
Sie hatte drei Geschwister: ihre Schwester Wanda (1931–2006) und ihre beiden Brüder Jerzy (1933–87) und Ryszard (1940–2010). Die Cieślak-Kinder konnten Französisch, Italienisch und Deutsch sprechen.
Im Herbst 1946 kam die Familie Cieślak in die neu gegründete Volksrepublik Polen und lebte im niederschlesischen Lewin Kłodzki, das erst 1945 zusammen mit dem größten Teil Schlesiens an Polen gefallen war. Hier lernte Violetta Villas das Klavier-, Geigen- und Posaunenspiel, entdeckte ihre Leidenschaft für die Musik und nahm Ballettunterricht. 1956 studierte sie Sologesang an der Staatlichen Mittleren Musikschule in Szczecin (heute: Zespół Szkół Muzycznych im. Feliksa Nowowiejskiego). Danach zog sie nach Wrocław und wurde Schülerin von Giseli Posch, danach nach Warschau und studierte dort klassischen Gesang bei Eugenia Klopek-Falkowska. Ihr absolutes GehörTygrysica z Magdalenki, Witold Filler (1993) und ihre Koloratursopranstimme mit einem Umfang von vier Oktaven ließ eine große Karriere als Opernsängerin erwarten. Villas bekam aber früh Angebote aus dem Showbusiness, für die sie ihre Ausbildung am Konservatorium aufgab. Auf Rat des jüdischen Pianisten Władysław Szpilman nahm sie ihren Künstlernamen an, nachdem er ihr eine große Weltkarriere prophezeite und versicherte, dass Czesława Maria außerhalb Polens zu schwer auszusprechen sei. Das Pseudonym Violetta Villas entstand durch die Kombination der ersten beiden Buchstaben ihres Taufnamens Violetta Vi und dem polnischen Wort las (der Wald), das die Künstlerin wählte, weil sie damals in Waldnähe wohnte (das zweite l wurde künstlich hinzugefügt).Express Wieczorny kwiecień 1977.
Die ersten Erfolge (1960–65) 1960 debütierte Violetta Villas im Polskie Radio mit Rundfunkaufnahmen der Produzenten Bogusław Klimczuk und Edward Czerny.Archiwum Polskiego Radia 1960. Von da an gestaltete sie die polnische Radiosendung Podwieczorek przy mikrofonie (Nachmittagskaffee am Mikrofon) mit. Einer ihrer ersten Chansons Dla Ciebie, miły erhielt den Preis Express Wieczorny als bester Polnischer Schlager. Er erhielt 67.479 Anrufer (den zweiten Platz belegte ein Song von Rena Rolska mit 33.000 Anrufern). Während der folgenden Jahre beteiligte sich Violetta Villas an den Radiokonzerten der BRD und der Schweiz, gab Konzerte in der Tschechoslowakei, in Bulgarien, Rumänien, Spanien, Belgien, Israel, Ungarn und Moskau bzw. nahm an wichtigen künstlerischen Events in Kanada teil.
Villas sicherte 1961 ihren Erfolg beim Internationalen Sopot Festival (mit den Chansons Dla Ciebie, miły und Si senior) und 1964 beim II. Krajowy Festiwal Piosenki Polskiej w Opolu (mit dem Chanson Przyjdzie na to czas). Am 20. Juli 1964 trat sie im belgischen Knokke-Heist zusammen mit dem Sinfonieorchester des Belgischen Radios beim Noordzeefestival auf.
Im Herbst 1964 folgte Violetta Villas 3-monatige Konzerttournee durch die Sowjetunion.
In Opole präsentierte sie 1965 beim III. Krajowy Festiwal Piosenki Polskiej die Chansons Do ciebie, mamo und Jak nie to nie und trat dort ein Jahr später noch ein letztes Mal auf.
Sie trat 1966 in Polen auch erstmals als Schauspielerin, als sie in der zweiten Folge der Serie Klub profesora Tutki während einer Filmszene ihren Chanson Chica Helka vortrug, auf.
Internationale Gesangskarriere (1966–98) In Frankreich Vom 5. bis zum 7. November 1965 nahm Violetta Villas in Rennes beim III. Festival International des Variétés et Music-Halls teil und gewann dort den Grand Prix International d'Interpretation. In Royan erzielte sie auch Erfolg beim Festival International d'art Contemporain.
Sie trat am 8. November 1965 zusammen mit Czesław Niemen und Piotr Szczepanik im Pariser Théâtre Fontaine bei der Radiosendung Roue de la chance auf, die André Chanu veranstaltete. Um den Jahreswechsel 1965/66 gab Violetta mehrere Solokonzerte in Paris, u. a. im Olympia,Bartosz Koziczyński: 333 popkultowe rzeczy… PRL danach auch außerhalb Frankreichs, u. a. Baden-Baden, Basel und Brüssel.
Im Jahre 1966 gehörte sie auf persönlichem Wunsch von Bruno Coquatrix (Direktor des Pariser Olympia) befand sich Villas in der Gesellschaft polnischer Künstler des Revue-Programms Grand Music Hall de Varsovie. Die Premiere fand am 26. Juli 1966 statt. Villas sang u. a. Ave Maria no morro sowie Hiroshima, mon amour. Dieses Konzert im Olympia ist vor allem wegen seiner Episode mit dem Kristall-Kronleuchter bekannt, der – mehreren Augenzeugen zufolge – während Villas Auftritt vibrierte. Ein Teil des Publikums reagierte nervös und fürchtete, der Kronleuchter könnte bei ihrer Stimmgewalt von der Decke herunter stürzen. Diese Tatsache war Inspiration für die bekannte Rezension, Villas sei die Stimme des Atomzeitalters.Maciej Kawiński: Dwa życia Violetty Villas wprost.pl, abgerufen am 17. Februar 2018.
Die Künstlerin erhielt nun Rezensionen auch zur Qualität ihrer Stimme und Musik:
Ähnlich klangen die Rezensionen in anderen Zeitungen.Witold Filler, Tygrysica z Magdalenki Dom Wydawniczy Szczepan Szymański Sp, z o.o. 1993 (str. 15, 32, 55, 56)
In Paris lernte Violetta Villas den französisch-amerikanischen Manager Frederic Apcar kennen, der Regisseur und Produzent des Revue-Theaters im Hotel The Dunes von Las Vegas war.
In den USA Ab Dezember 1966 war sie über mehrere Saisons der erste Star des Casino de Paris im Hotel The Dunes von Las Vegas, wo sie Chansons, Opern- und Operettenarien in 10 Sprachen sang, beim Eröffnungsprogramm u. a. Under Paris Skies, O sole mio, Granada, Libiamo ne' lieti calici sowie Strangers In The Night.The Vista Press, 26. Juli 1967, Nr. 132 Sie trat hier u. a. zusammen mit Frank Sinatra, Paul Anka, Charles Aznavour, Eartha Kitt, Dean Martin, Sammy Davis junior. Die Kosten zur Vorbereitung des ersten Revue-Programms unter Villas Teilnahme beliefen sich auf 50.000 Dollar.The Vista Press, 26. Juli 1967, Nr. 132 Ihr Stylist war Patrick Valette. Er schuf das weltweit oft kritisierte bombastische und kitschige Image Violetta Villas,The Vista Press, 26. Juli 1967, Nr. 132 das ihrer Persönlichkeit aber zu entsprechen schien. Villas Choreograph war Hermes Pan, obwohl Sandro Mandari ihr die szenischen Bewegungen lehrte. Stets betrat sie die Bühne entweder auf einem weißen Pferd oder einem Jaguar E-Type. Für das Projekt wurde eigens ein Christian-Dior-Kleid anfertigen lassen, das Villas bei jeder Aufführung trug. Der Schmuck der Künstlerin ließ man vom Atelier Marangoni aus Mailand anfertigen, die Schuhe von Quinte, einer weiteren italienischen Markenfirma. Fortan trat Violetta Villas mit einem französischen Ballett auf, das mit 100 Personen besetzt war.
Die Sängerin genoss den Beifall, sie hatte viele Verehrer. Die Rezensionen der amerikanischen Presse bezeichnete sie als phenomänale Polin, als Stimme des Atomzeitalters und als weißer Rabe weltlicher Gesangskunst.Wieczór Wrocławia, Januar 1988.
1968 spielte Violetta Villas ein 20-Chanson-Programm fürs amerikanische Fernsehen und die Plattenfirma Capitol Records.Wydawnictwo "Z archiwum Polskiego Radia vol. 11", W. Kapisz, 2009 r. Der Chanson und die Bühne erleichterten ihr den Kontakt zum Film. Im März 1968 begann sie probehalber Fotos für die US-amerikanische Filmproduktionsgesellschaft Metro-Goldwyn-Mayer zu machen, die sie dann für Nebenrollen in Filmen mit Lee Marvin, Bob Hope und Glenn Ford.Relacja Bruno Coquatrixa w polskiej prasie
Sie wurde 1969 zu Gastauftritten ins Sahara Hotel & Casino Las Vegas eingeladen, wo sie Duette mit Connie Francis und Barbra Streisand sang. Das Casino de Paris arrangierte sich mit der australischen J.C. Williamson Theatres Ltd und ließ Villas mit ihrer Revue samt seinen 140 Darstellern Monate lang in Australien auftreten. Während der Premiere dort kündigte der Theaterdirektor James Cassius Williamson Violetta Villas allerdings als Sängerin aus Las Vegas, dauerhaft wohnhaft in Paris und geboren in Polen an. Villas protestierte und stellte richtig, sie sei in Belgien geboren und Polin. Daraufhin rächte sich Williamson, in dem er während des nächsten Chanson einfach das Mikrofon Villas abschaltete.Skandal z czerwoną gwiazdą, Zbigniew K. Bogowski, 1969. Villas unterstützte in Australien neben ihren Auftritten auch die Lokalpresse und örtlichen Künstlervereinigungen. Nach drei Monaten Revue kehrte sie mit ihrer Mannschaft wieder zurück nach Las Vegas.